Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

Themen anzeigen:

Oktober 2008
M D M D F S S
« Sep   Nov »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

Di
14
Okt '08

“Unterwegs schmatzen” ist Lifestyle….

Neue Hoffnung für Bielefelder Rechtsträger und Linksschlürfer (Rechts McDoof, links die Nuckelflasche mit dringend unterwegs benötigtem Magnesium im Sprudelwasser). Neue Studie: Sich unterwegs mit Essen und Getränken zu versorgen, gehört zum Lifestyle vieler Europäer dazu und ist längst nicht so stereotyp wie angenommen. Der Latte Macchiato zum Mitnehmen oder das belegte Brötchen schnell zwischendurch auf die Hand: Nur was für gestresste Großstädter im Business-Anzug?

Weit gefehlt! Eine aktuelle Studie der Professur für Convenience & Marketing an der European Business School in Oestrich-Winkel zeigt, dass Europäer grundsätzlich gerne unterwegs essen und trinken. Und nicht etwa Zeitdruck und Stress bringen Menschen dazu, zwischendurch zu Schokoriegel & Co. zu greifen: Der wichtigste Einflussfaktor ist die Freude an der Unterwegsversorgung - und der Genuss! “Viele Menschen genießen es, unterwegs einen Kaffee zu trinken oder ein Sandwich zu essen”, erläutert die Inhaberin des Lehrstuhls, Prof. Dr. Sabine Möller. “Für sie gehört Unterwegsversorgung einfach zum modernen Lifestyle dazu.”

Für die Studie wurden insgesamt über 2.300 Konsumenten aus Deutschland, den Niederlanden und Rumänien befragt. Dabei wollten die Wissenschaftler in erster Linie drei grundsätzliche Fragen beantworten: Wer konsumiert unterwegs? Wo wird unterwegs konsumiert? Warum wird unterwegs konsumiert? Die Studie überprüft systematisch die gängigsten Annahmen über die Unterwegsversorgung. Wichtigstes Fazit: “Den” typischen Convenience-Konsumenten gibt es nicht, denn Unterwegsversorgung hat viele Gesichter und ist in allen Bereichen der Gesellschaft fest etabliert. Prof. Sabine Möller, Inhaberin der Professur für Convenience & Marketing, erläutert: “Egal ob junge Frau, Familie mit Kindern oder älteres Ehepaar - fast alle Alters-
und Bevölkerungsgruppen kaufen sich unterwegs gerne etwas zu essen oder trinken.”

Männer mögen’s schneller, Frauen gesünder. So sind es typischerweise nicht nur Männer, die schnell zum Snack für unterwegs greifen. Statistisch gesehen mögen Männer und Frauen Unterwegsversorgung in etwa gleich gern: Rund 60 Prozent geben an, sich regelmäßig unterwegs mit etwas zu essen oder trinken zu versorgen. Kleine Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt es aber dennoch: “Frauen achten eher auf den Preis und gesunde Zutaten als Männer”, fasst Sabine Möller die unterschiedlichen Vorlieben der Geschlechter zusammen. 55,1 Prozent der Frauen sagen, dass sie auch
beim schnellen Genuss unterwegs darauf achten, sich gesund zu ernähren. Bei den Männern sagen dies nur 41,2 Prozent. So erklären sich auch die unterschiedlichen Vorlieben bei der Wahl des Einkaufsorts: Männer gehen am liebsten in Tankstellenshops, Imbissbuden oder Fast-Food-Restaurants, Frauen bevorzugen meist Supermärkte oder Bäckereien und Metzgereien.

Nicht nur die Jugend isst gerne unterwegs. Die Studie räumt mit einem weiteren verbreiteten Vorurteil auf: “Nicht nur junge Menschen versorgen sich gerne unterwegs”, so Sabine Möller, “auch mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen gönnt sich beispielsweise unterwegs gerne einen kleinen Snack.” Allerdings legt die ältere Bevölkerung dabei großen Wert auf Stil - Fast-Food-Restaurants sind eher bei den unter 30-Jährigen beliebt. In allen Altersgruppen findet jedoch die Mehrheit der Befragten Unterwegsversorgung nützlich und empfindet gleichviel Freude und Genuss beim essen und trinken unterwegs.

Das rote Teppichmesser

teppichmesser.jpg

Ich gebe es zu: Ich habe ein rotes Teppichmesser gekauft. In einem Baumarkt am Südring. Ich habe auch bei “Karl Weiss” gelesen, was das nun bedeutet:

Verbrecher Nr. 1: Sie, verehrter Leser
Praktisch jeder hat sich bereits Materialien beschafft und vorgehalten, mit denen Anschläge begangen werden können. Wenn Sie ein Auto haben, so beschaffen Sie sich und halten vor: Benzin und Öl, die beiden Bestandteile für Molotov-Cocktails, mit denen gefährliche Anschläge durchgeführt werden können. Wie viele haben das berühmte Teppichmesser, mit dem angeblich die Anschläge des 11. September durchgeführt wurden?
Überhaupt Messer. Haben Sie etwa keines? Und wenn Sie eine Waffe im Haus haben? Sei es mit Waffenschein und Grund. Wer garantiert uns, Sie werden damit keinen Anschlag begehen?

Nein. Ich habe keinen Waffenschein. Als ich aber vorhin die Tür öffnete, saß ein Mann vor der Tür: Stasi 2.0

schaueblea2.jpg

Hätt isch ihn reilasse müschen? Wo er doch auch zu der Regierung gehört, die uns jeden Tag bedroht? Oder ist Bielefeld mit OWL jetzt “Tal der Ahnungslosen”?

Stadtwerke BI machen IKEA noch reicher

geniale-stadtwerke.jpg

Ingvar Kamprad, einer der reichsten Männer der Welt und immer noch Herrscher über den großen Spanplattenladen würde sich eins ins schwedische Fäustchen kichern. Rund 7000 Bielefelder mußten im Herbst ihr Wasser abkochen, weil es verkeimt war. Als “Entschuldigung” gibts jetzt einen Gutschein über 18 Euro für zweimal zwei Energiesparlampen. Abzuholen bei, na ratet mal, IKEA am Südring. Heissa, das ist geniales Guerilla-Marketing. Wie wärs gewesen, den Betroffenen einfach 18 € anzurechnen? Oder ist das zu kompliziert? Was zahlt der blaugelbe Spanplattler für diesen “Werbegag”?

Gesellschaftliche Akzeptanz der Unternehmen…..

unternehmen.jpg

Da sind wir aber gespannt, ob Dr. Oetkers Worte anläßlich der “Zukunftskonferenz Food” an der Universität Witten/Herdecke eintreffen. Denn folgerichtig müßten dann fast alle Banken, die Telekom und Siemens nebst Nokia und BenQ vom Markt verschwinden. Warten wir´s ab.

Generation Gehörlos

generationipod.jpg

Gestern kurz vor den Fenstern eines Apple-Shops im Bielefelder Wellehaus innegehalten. Ist ja schon enorm, die Fülle jener kleinen Speichermaschinen für Musik und Video. Verstöpselte Ohren sieht man in der Metropole an jeder Ecke. Dazu passte dann diese Meldung:

Brüssel (pte/13.10.2008/13:42) - Nutzer, die mehr als eine Stunde pro Tag bei hoher Lautstärke Musik über ihren portablen MP3-Player hören, riskieren nach fünf Jahren einen permanenten Gehörverlust. Dies trifft auf rund 2,5 bis zehn Mio. Menschen zu, das sind fünf bis zehn Prozent der insgesamt 50 bis 100 Mio. Europäer, die ein derartiges Gerät verwenden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks http://ec.europa.eu/health, die im Auftrag der EU durchgeführt worden ist. Vor allem bei den jüngeren Nutzern, der sogenannten “MP3-Generation” sei mit schweren Beeinträchtigungen der Hörfähigkeit im späteren Leben zu rechen, warnen die Wissenschaftler in einem Bericht, der heute, Montag, der Öffentlichkeit präsentiert werden soll.

Ach was. Die hören alle nur die Hörbuchfassung von Schillers “Kabale und Liebe”.

Die Stunde der “Retter”

rettungspaket.jpg

Dax und Dow Jones sowie die asiatischen Börsen haben erwartungsgemäß zugelegt. Was auch nicht verwunderlich ist, steht doch neues Spielgeld im Raum. Aus allen Ecken und Himmelsrichtungen von Prof. Sinn über Rürup bis Raffelhüschen geben nun die “Experten” ihren Senf dazu. Alle, die mal dem “freien Spiel der Marktkräfte” das laute, bezahlte Wort geredet haben. Jetzt haben diese Kräfte erst einmal ausgespielt - was ich nicht glaube, die lauern nur - und die Stunde der Weltenretter in Berlin hat geschlagen. Es hat lange gedauert, bis die Bundesregierung offenbar begriffen hat, was da abgeht. Zunächst galt die Finanzmarktkrise vor allem als amerikanisches Problem, wir Deutsche seien von den Auswirkungen zwar betroffen, stünden aber erheblich besser da. Dann kam die 35-Milliarden-Bürgschaft für die HRE. Offenbar muss aber die Krise in Deutschland noch viel tiefer gehend sein, als bisher bekannt oder zugegeben wurde. Denn nun soll allein für Deutschland ein Stabilisierungsprogramm von fast 500 Milliarden Euro auf den Weg gebracht werden.

Das Rettungspaket für die vielfach größeren und angeblich viel stärker betroffenen USA umfasste gerade 700 Milliarden Dollar (!). Verfolgt man die abwiegelnden Regierungserklärungen von Steinbrück über Merkel vor nur wenigen Tagen, dann muss man den Eindruck gewinnen, dass unsere Regierung das Ausmaß der Krise bei uns im Lande entweder verharmlost hat oder nicht wusste, worüber sie redete. Oder reden wollte.

An Fragen bleiben eine Menge offen. Nichts von Kontrolle des internationalen Kapitalverkehrs, nichts von Austrocknung der Steueroasen, nichts von Bekämpfung der „Heuschrecken“, nichts von Überprüfung der Finanzmarktprodukte.

Das Westfalenblatt kommentiert dazu:

480000000000 Euro - das ist die Zahl des Tages. Da werden selbst Superreiche nur mit den Ohren schlackern. 480 Milliarden Euro - das sind 480000 Millionen Euro. Mit dieser Summe könnte sich Fußball-Rekordmeister FC Bayern München 30000 Spieler von der Güte eines Frank Ribéry kaufen. 480 Milliarden Euro - das sind 96000 nagelneue Rolls-Royce, 20000 Luxus-Wohnhäuser oder mehr als eine halbe Million Weltreisen. Beruhigend ist jedoch, dass die 480 Milliarden Euro nicht einfach so ins Bankensystem geblasen werden, sondern zum Großteil (400 Milliarden Euro) als Sicherheiten dienen,
damit Deutschland keinen Kollaps erleidet. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das größte Finanzrettungspaket der Nachkriegsgeschichte bekanntegeben. Politisch war das die wichtigste Entscheidung, die die große Koalition bislang in dieser Legislaturperiode getroffen hat. Für Merkel selbst ist es die
schwierigste Phase ihrer Kanzlerschaft und zugleich die größte Bewährungsprobe, auch im Hinblick auf die Bundestagswahl 2009. Merkel geht hohes Risiko, doch sie hat keine andere Wahl. Zu ernst ist die Krise, zu verflochten das globale Finanzsystem. Zu groß sind die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Arbeitsmarkt, auf die mittelständische Wirtschaft, auf Investitionen, auf die Konjunktur und somit auf alle Menschen. »Wir stehen vor einer der größten Herausforderungen. Es ist Gefahr in Verzug«, sagt Finanzminister Peer Steinbrück. Damit die Krise überwunden wird, kann das angestrebte
Ziel, im Jahr 2011 einen ausgeglichenen Haushalt ohne Neuverschuldung vorzulegen, nicht eingehalten werden. Die versprochene Milliarden-Entlastung der Bürger, zum Beispiel beim Kindergeld, hat weiter Bestand. Das ist gut so. Merkel musste handeln. Banken vertrauen sich nicht mehr. Keiner leiht
dem anderen mehr Geld. Doch ohne Geld keine Kredite. Es gab zu dem milliardenschweren Rettungspaket auch deshalb keine Alternative, weil moderne Volkswirtschaften ohne Banken einfach nicht funktionieren können. Jetzt bürgt der Bund mit bis zu 400 Milliarden Euro für Kredite unter den Banken, um das verloren gegangene Vertrauen wieder zurückzugewinnen und schießt bis zu weitere 80 Milliarden Euro in Kreditinstitute, um sie vor der Pleite zu retten. Im Gegenzug erwirbt der Staat Anteile an den Banken. Das sind die wichtigsten Maßnahmen, die das Land vor dem Zusammenbruch retten sollen.
Auch wenn die Börsen spontan mit Kursfeuerwerken reagierten, ist die Kuh noch längst nicht vom Eis. Es wird lange dauern, bis sich die Lage entspannt hat. Für die Bundesregierung sind es Monate der Wahrheit. Dass das Eilgesetz bis zum Ende der Woche durchgepeitscht wird, daran besteht kein Zweifel. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen ausreichen, damit das Finanzsystem so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommt. Wenn nicht, droht eine tiefe Rezession. Das Riesen-Rettungspaket kommt spät - hoffentlich nicht zu spät.

NRW hat pfeilschnell “Unterstützung” zugesagt. Aber in vielen anderen Ländern regt sich berechtigter Widerstand. Ist Finanzpolitik nicht Bundessache? Mit dem lapidaren Steinbrücksatz “Es geht darum, Schaden von der Bundesrepublik abzuwenden”, ist es nicht getan. Zu blutleer steht er im Raum. Aber das kennen wir ja bereits. Professor (Un)Sinn von der INSM wird uns schon erklären, warum jetzt alles so ganz anders ist, als er uns jahrelang hochbezahlt erklärt hat.