Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Oktober 2008
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Do
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Okt '08

Steffi ist 34

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Welche Quelle-Steffi da 34 geworden ist, wissen wir natürlich nicht. Aber eine Menge Klotten und Stroh hängt schon mal am Mitte-Orts-Kreisel. Glückwunsch, wer immer Du auch sein magst.

Nochmal: Kaufbarer DFB

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Immer noch schlagen die Wellen über Bielefelds Ausbootung bei den Spielorten der Frauen-WM hoch. Die Leserbriefe in den örtlichen Blättern sprechen da eine ziemlich deutliche Sprache.

Zum 3. Oktober

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Der 3. Oktober. Deutscher Feiertag. Natürlich auch hier in der Region. Haben Sie noch die Bilder vor Augen? Die “Muppets-Show” vor dem Reichstag? Das Absingen der Nationalhymne vor dem Bau, der “Dem Deutschen Volke” gewidmet ist, aber ziemlich zweckentfremdet wird? Helmut Bimbes, der “blühende Landschaften” versprach? Nun, es ist Einiges seitdem eingetroffen. Es hat sich Einiges “drüben” verändert und verbessert. Die Straßen sind super. Statt “Würzfleisch” gibts gute Küche. Millionen haben in den “Goldenen Westen rübergemacht”. Wir haben eine Kanzlerin ohne jegliche Stasi – und Parteivergangenheit (:-)))))))), die eine wundervolle, charmante Regierungschefin der Uckermark mit Ambitionen, das Ländchen im bundesrepublikanischen Gesamtstaat zu repräsentieren, abgeben würde. Aber der Bundesrepublik?

In den Köpfen aber ist noch so manche Mauer. Die “Deutsche Einheit”. Man hätte sie behutsam wie ein rohes Ei behandeln müssen, anstatt per “Treuhand” und per marodierender Arroganzler namens “Unternehmensberater” vom Schlage R. Berger, McKinsey, Ernst & Young über alles das zu stülpen, was angeblich “gut, modern, westlich, demokratisch” ist.

An diesem 3. Oktober 208 kann man sehen, wie “gut, modern, westlich, demokratisch” der Turbokapitalismus ist. Die Scherbenhaufen sind so riesig, das ganze Generationen daran aufschippen werden.

Gege die Gelbfiaßler

Das uralte Geheimnis der Gelbfüßler

von Winfried Weithofer

Sauschwob”, schimpft der ungehobelte Badener in Richtung Nachbar, und der revanchiert sich mit einem vergleichsweise milden Ausdruck: “Gelbfiaßler”. Wer gelbe Füße hat, muss sich nicht schämen, höchstens, wenn er beim Wasserlassen nicht aufgepasst hat. Für die Herkunft dieses Begriffs ist eine andere Erklärung aber viel wahrscheinlicher: Badische Soldaten sollen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Uniformen mit gelben Hosen oder Gamaschen getragen haben.

Andere Gelbfüßler-Interpreten gehen noch weiter in der Geschichte zurück: Im 17. Jahrhundert hat angeblich Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der legendäre Türkenlouis, seine zum Teil in gelben Strumpfhosen bekleideten Truppen in die Schlacht geführt.

Eine andere Theorie besagt, dass Gelbfüßler ursprünglich eigentlich nur auf die Bewohner der früheren Stadt Durlach (heute Stadtteil von Karlsruhe) gemünzt sei. Der Sage nach hatte der Markgraf von Baden wieder einmal den Zehnten erhöht – die Vorform der Steuer -, worauf die Durlacher Bauern erbost nach Karlsruhe zur markgräflichen Residenz marschierten, dort Wagenladungen voll Eier auskippten und zertrampelten. Ähnliche Aktionen von EG-Bauern mit Tomaten sind also nichts Neues. Die könnte man analog dazu “Rotfüßler” nennen.

Der Tübinger Professor Hermann Bausinger kennt noch eine andere Version: “Im Volksbuch von den Sieben Schwaben ist der Einzige von den sieben, der nicht aus dem bayerischen Schwaben kommt, der Bopfinger Gelbfüßler. Seinen Namen verdankt er der Anekdote, nach der die Bopfinger eine Ladung Eier, um mehr im Wagen unterzubringen, mit bloßen Füßen platt traten.” Bopfingen, notabene, liegt auf der Ostalb.

Ja, am morgigen Freitagabend stehen sie auf der Alm, die Mannen des Karlsruher SC. Und wie immer in der Fubabuli gehts für Arm. Bielefeld um 3 Punkte. Müascht zu packe soin, gelle? (Oder so ähnlich).

Bloglesen im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet ist grad mal rund 100 Kilometer von uns weg. Ein Katzensprung, wenn der Autobahnbau auf der A 2 nicht grad zähe Marmelade ist. Dort, wo früher die Malocher der Nation das schwarze Gold aus der Tiefe holten, gibt es eine recht umfangreiche Blogszene. Auf metropole-ruhr.blogspot fand ich eine nachdenklich machende Glosse zum Thema “Schäublesche Vorratsdatenspeicherung”. Das Thema ist ja im Zuge der weltweiten Aktion “Bankenverluste privatisieren. Verluste sozialisieren” ein wenig ins Hintertreffen geraten, nichtsdesotrotz aber aktuell wie immer:

Betr: Vorratsdatenspeicherung

Rechts oben in der Ecke blinkt jetzt die Überwachungskamera und weist auf die Initiativen des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung hin.

Und das erst jetzt, weil mein Blog noch gar nicht so alt ist und ich mich noch an die Technik gewöhnen muss. Die Technik bei blogger.com selbstverständlich. An Überwachungstechnik werde ich mich nie gewöhnen.

Wirklich nützliche Sachen macht der Staat ja nicht. Wie etwa ein zentrales Backup für Doofe: “Herr Schäuble, ich habe gerade meine Festplatte gekillt. Alle Daten sind weg. Und auch alle Backups, weil ich die auf Laufwerk F: auf der selben Fesplatte hatte. Was soll ich nur tun?”

Was wäre er doch für ein Held, wenn er dann sagen könnte: “Kein Problem, Herr Jansen. Geben Sie mir mal Ihre Steuernummer und das Kennwort, dann spielen wir Ihnen den Inhalt Ihrer Festplatte zurück. Mit der CD, die Sie vom Bürgeramt bekommen haben, können Sie die Daten auch wieder entschlüsseln. Dieses Gespräch wird übrigens nicht aufgezeichnet.”

Das wäre Dienst am Kunden in einer idealen Welt. :-D

Dann dürfte Herr Schäuble darauf hinweisen, dass nach dem Telefonat noch eine kleine Umfrage zur Kundenzufriedenheit stattfindet, an der man bitte teilnehmen soll. Und genau da wäre Platz für die Frage: “Planen Sie einen terroristischen Akt auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland? Drücken Sie auf die ’1′ für ‘ja, auf die ’2′ für ‘nein’.”

Wenn die Messen in den Kathedralen der Luftbucher, Schwachköpfe, Arroganzler, Besserwisser und Nieten in Nadelstreifen (Banken) gelesen sind, wird Wolfgang “Rolli” S. durchaus wieder auf Ausweitung des Systems drängen. Stehen die Terroristen doch buchstäblich vor der Haustür. Meist wollen sie aber nur den “kleinen Heinzelmann” von Vorwerk verkaufen oder Eis oder Limonade oder Wachtürme.

Wer soll das bezahlen. Die “Gesundheitsreform” kütt….

Noch ein bißchen hin bis zum 11.11. Aber Karnevalsbeginn ist eigentlich schon heute. Heute wird etwas bekanntgegeben, was praktisch alle angeht. Der Beitragssatz der genialen “Reichseinheitsversicherung” der Bundesregierung, genannt “Gesundheitsfond”, wird beim Absingen des Refrains eines alten, schönen Liedes “Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld” veröffentlicht. Dazu das Westfalen-Blatt:

Die gesetzlichen Krankenkassen halten im nächsten Jahr die Hand auf. Ein Einheitssatz von 15,8 Prozent, wie Verbandsfunktionäre vorhersagen, reißt ein neues Loch ins Budget der Deutschen. Nach Gas, Strom, Benzin und Lebensmitteln wird Gesundheit teurer. Vor allem die Mitglieder der Betriebs – krankenkassen, bislang von niedrigen Beiträgen verwöhnt, werden eine unliebsame Überraschung erleben. Über Sinn oder Unsinn des Gesundheitsfonds ist viel diskutiert worden, in jedem Fall ist er ein weiteres Beispiel für mangelnde Verlässlichkeit im deutschen Gesundheitswesen. Jahrelang schärften Politiker und Verbraucherschützer den Versicherten ein, sie sollten die günstigste gesetzliche Krankenkasse wählen und wechseln. Das fördere den Wettbewerb und die Ausgabendisziplin der Kassen. Die Betriebskrankenkassen profitierten von der Entwicklung, AOK und Barmer litten unter der Abwanderung. Der Gesundheitsfonds macht penibles Vergleichen von Beitragssätzen und Leistungen weitgehend überflüssig. Künftig gilt: Wir können nicht mehr bei den Kassen, sondern müssen für die Kassen sparen. Schließlich könnte der Einheitssatz sogar noch höher als 15,8 Prozent ausfallen.

Langenfeld. Vorbild für die Metropole?

Langenfeld ist nicht die erste schuldenfreie Stadt in NRW, aber vielleicht diejenige, die am härtesten dafür gearbeitet hat. Weil kein Tafelsilber verkauft wurde und Investitionswunder ausblieben, dauerte es 20 Jahre, bis die Schuldenuhr heute Nacht auf Null gestellt werden kann. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass Langenfelds Bürgermeister Magnus Staehler sein Buch “1-2-3 Schuldenfrei” dennoch vergebens geschrieben hat. Seine Amtskollegen in den umliegenden Schuldenhochburgen werden freiwillig nicht einmal den Klappentext lesen. In 180 von 427 Städten und Kreisen in NRW wird Jahr für Jahr mehr Geld ausgegeben als eingenommen, 106 davon leben mit Nothaushalten. Und immer mehr Kommunen greifen auf Kassenkredite zurück, um selbst den laufenden Betrieb zu finanzieren. In Köln, Essen, Duisburg oder Oberhausen wird Langenfeld so lange nicht zum Lernfall, solange das Land den Städten die Schuldenmacherei nicht nachhaltig verbieten kann. Die Spitzenreiter der Verschuldung sind nie um eine Erklärung verlegen, warum ihnen simples Sparen nicht möglich ist. Die einfachste lautet: Der große Bruder von “Ich kann nicht” heißt meist “Ich will nicht”.

Das ging gestern über die Ticker. Könnte Bielefeld, was Langenfeld kann?

Aktuell sehen die Schulden so aus:

2007 2008 Veränderung
a) Schuldenstand 50,8 Mio € 49,5 Mio € - 1,30 Mio €
b) Pro Kopf / Schulden*)
(Ansätze) 156,3 € 152,2 € -4,10 €

*) Einwohnerzahl 324.938 (Stand 30.06.07)