Archiv für den Monat: Oktober 2008

Renaissance von „Geiz ist geil“

Die Läden sind oft trist, die Waren einfach nur billig. In den Filialen der EuroShops haben alle Artikel eines gemein: Sie kosten nur einen Euro – vom Brillenetui bis zur Klobürste. Die Waren kommen überwiegend aus Fernost oder sind Restposten. Zielgruppe sind „alle, die sparen müssen und alle, die sparen wollen“. Diese EuroShops, Resterampen, Mäc-Geiz-Läden oder Textildiscounter wie Kik, Takko und NKD sind in den Innenstädten schon länger auf dem Vormarsch, oft sogar in guten Lagen. In Zeiten schwächelnder Konjunktur und flauer Konsumstimmung gewinnen sie zunehmend Kunden. Auch hier in Bielefeld. Auch hier in OWL. „Die Gruppe derjenigen, die sich in Deutschland nichts mehr leisten kann, wächst“, beobachten Handelsexperten und sprechen sogar von einer dramatischen Entwicklung.

„Die vor uns liegende Zeit ist die perfekte Zeit für Discounter“, betont Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub. Profitieren könne von der neuen Sparsamkeit der Bundesbürger sicher die Tengelmann-Billigkette Kik mit ihren mittlerweile 2239 Filialen, hofft er. Allein im vergangenen Jahr konnte Kik, die auch mit dem Slogan „Nur nackt ist billiger! – Kleidung clever kaufen“ werben, kräftig wachsen. Der Umsatz stieg um 6,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Allein in Deutschland sieht Tengelmann (Plus, Kik, Obi) ein Potenzial für insgesamt 3000 Filialen.

Herrliche Aussichten. Billigramsch aus Fernost. Dazu demnächst der „Billig-Caffeé“ im Shop nebenan mit Blick auf die wühlenden Massen. Aufschwung, der angekommen ist, schlägt sich offensichtlich bltzschnell in aufgerissenen Kartons mit Absender „Made in China“ wider. Und von den Rundständern bei KIK wollen wir gar nicht reden.

Ein winzig kleines Schnippchen

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Der neue Kaminofen ist angeschlossen und angeheizt. Noch stinkt er ziemlich und muß eingebrannt werden. Das – wenn auch winzig kleine – Schnippchen, das dem Gasversorger Stadtwerke damit geschlagen werden kann, freut aber jetzt schon. Teutobuchen, wir feuern an.

11 Millionen in „Hotel Mamma“

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Welttag des Mannes mitteilt, lebten 2007 bundesweit 40 Millionen Jungen und Männer in Privat – haushalten. Davon waren 11,0 Millionen ledige Söhne, die im elterlichen Haushalt wohnten. Von den 29 Millionen Männern waren knapp zwei Drittel (64%) Ehemänner, 26% Alleinstehende, 9% Partner in einer Lebensgemeinschaft und knapp 1% alleinerziehende Väter. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Europa. Ehemänner waren 2007 im Durchschnitt 54,9 Jahre alt und somit rund zwei Jahre älter als alleinerziehende Väter mit einem durchschnittlichen Alter von 52,6 Jahren. Allein – stehende Männer hatten ein Durchschnittsalter von 45,8 Jahren. Mit 40,4 Jahren gut fünf Jahre jünger waren Lebenspartner. Sechs von zehn Männern (60%) gaben an, ihren Lebensunterhalt überwiegend durch Erwerbs- oder Berufstätigkeit zu finanzieren. Rund drei von zehn Männern (29%) bestritten ihren überwiegenden Lebensunterhalt durch Rente oder Pension. Etwa jeder zehnte Mann (11%) hatte andere Quellen des überwiegenden Lebensunterhalts, zum Beispiel Arbeitslosengeld, Leistungen durch Hartz IV, Unterhalt durch Angehörige oder das eigene Vermögen.

Herrliche Pressemeldungen aus Wiesbaden. Leider gibt es keine detaillierten Zahlen für Bielefeld und OWL. Aber weiter:

Zwei Drittel (66%) der Männer betreuten keine Kinder im Haushalt. Hierzu zählen auch Männer, deren Kinder bereits aus dem Haushalt ausgezogen sind. 25% der Männer zogen in einer Ehe, einer Lebensgemeinschaft oder als allein erziehender Vater mindestens ein Kind unter 18 Jahren groß. Bei 8% der Männer waren alle im Haushalt lebenden Kinder bereits volljährig.

Zweierlei Sicht und verschleuderte Steuermilliarden

Heissa, was brandete da gestern Jubel auf. Die neusten Arbeitslosenzahlen wurden präsentiert. Donnalüttchen: Unter 3 Millionen. Wat jetet dem Land doch jut. Das Westfalen-Blatt mündet in den Jubel ein und kommentiert blauäugig-hilflosängstlich, was da an offizieller Propaganda aus Nürnberg herüber – schwappt::

Toll, wer hätte noch vor kurzem mit so einem Erfolg gerechnet? Die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit 16 Jahren. Weniger als drei Millionen, hurra! Solcher Jubel wäre die normale Reaktion auf die Zahlen aus Nürnberg. Doch an die Stelle von Korkenknallen und Begeisterung über das
deutsche Jobwunder tritt besorgte Skepsis, wie viel vom Erreichten wir denn wohl wieder verlieren werden. Dabei sind die Zukunftsaussichten gar nicht so düster, wie sie es noch vor einigen Jahren gewesen wären. Natürlich wirkt sich die Konjunkturflaute auf den Arbeitsmarkt aus. Nicht nur bei den Zeitarbeitern und befristet Beschäftigten der Autoindustrie ist das bereits der Fall. Und natürlich sind die Folge der Finanzkrise noch unwägbar. Dennoch besteht die berechtigte Hoffnung, dass wir diese Delle besser überstehen als so manch anderen konjukturellen Abschwung in der Vergangen – heit. Seit der Agenda 2010 hat sich nämlich etwas gewandelt auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Aus den oftmals behäbigen Arbeitsämtern sind vieler – orts rührige Vermittlungszentren geworden, die die Menschen nicht nur verwalten, sondern ihnen wirklich weiterhelfen. Und schon manch Arbeitsloser, den man zuvor nicht mit gutem Gewissen arbeitssuchend nennen konnte, hat sich dank verstärkten Drucks wieder aufgerafft. Vergangene Katastrophenzahlen von fünf Millionen Arbeitslosen sollten deshalb Geschichte sein. Und bleiben.

Da kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, der Kommentator kenne Jobcenter eher aus den blumenreichen Schilderungen ihrer Leiter denn der rauhen Wirklichkeit. In den „Nachdenkseiten“ lesen wir eine ganz andere Sicht der offiziellen geschönten Zahlen:

Den „Nachdenkseiten“ zufolge befindet sich die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland auf einem dramatischen Stand. Die Empfänger von Arbeits – losengeld I und II hätten im Vergleich zum Jahr 2005 um 441.000 zugenommen. Unter Bezug auf öffentliche Statistiken setzten sich die Arbeits – losenzahlen von insgesamt ca. 9.647.540 Erwerbslosen im September 2008 (vorläufig) wie folgt zusammen: Arbeitslosengeld I – 807.222 und Arbeitslosengeld II – 4.897.834. Hinzu kommen Bezieher von Sozialgeld: 1.872.730, Menschen in Fortbildungsmaßnahmen: 1.600.000, Ein-Euro-Jobber: 329.745 und Menschen, die nach der „58er-Regelung“ automatisch aus der Statistik fallen: 140.000 (Juni). Sie werden statistisch sämtlich nicht mitgezählt. 1,3 Mio. Menschen erhalten inzwischen zusätzlich zu ihrem Verdienst Arbeitslosengeld II. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist vom 5,5 Millionen im Jahr 2003 auf 7,02 Mio. im Jahr 2008 gestiegen. Inzwischen kämpfen die Armutsküchen um Lebensmittelspenden, weil sie die 800.000 Bedürftigen kaum noch versorgen können.

Aber: Man sieht nur die im Lichte. Die im Dunklen sieht man nicht. Dazu passt diese Meldung vom 29.10. und die Frage, ob Sie denn schon bei den Stadtwerken vorstellig geworden sind und die Senkung Ihrer Stromrechnung angemahnt haben:

Die Bundesregierung verzichte auf rund 35 Milliarden Euro Steueraufnahmen aus den Extraprofiten der Stromversorger aus dem Emmissionshandel, lautet der Vorwurf der Fraktion DIE.LINKE im Bundestag. Auf eine Anfrage hätte die Bundesregierung erstmals einräumen müssen, die Abschöpfung der so genannten „windfall profits“ weder geprüft noch angestrebt zu haben. Sie habe angeblich nicht einmal Kenntnisse über die ungefähre Höhe dieser enormen Sondergewinne zu Lasten der Stromkunden, kommentiert Eva Bulling-Schröter, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. „Die Kasse von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück dürfte angesichts der Finanzkrise ein riesiges Loch aufweisen. Dennoch verzichtet die Bundesregierung darauf, die leistungslos erzielten Extraprofite aus dem Emissionshandel abzuschöpfen. Die fallen noch bis 2012 in einem Umfang von rund 7 Milliarden Euro im Jahr an, weil die Zertifikate bis dahin an die Stromversorger fast vollständig verschenkt, statt versteigert werden“, so Bölling-Schröter.

Da haben die Energielobbyisten im Bundestag ja ganze Arbeit geleistet und können sich schon mal vor dem Hintergrund der grandiosen neuen KfZ-Steuerschenkung für Zeh oh Zwei-Schleudern einen neuen Kuh 7 bestellen. Das ist Politik vom Feinsten. Da hat jeder Bürger was davon.

Halloween Konkurrenz für Allerheiligen + Reformationstag?

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Der Kürbiskult am heutigen 31.Oktober macht den kirchlichen Feiertagen Konkurrenz. Besonders für die Spielwaren- und Süßwarenindustrie ist Halloween ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Für Kirchenvertreter wie die Landesbischöfin der evangelischen Kirche in Niedersachsen, Margot Käßmann, ist Halloween „ein Kürbiskult, der durch die Werbeindustrie nach Deutschland gekommen ist“. Für andere wie die Spielwaren-Industrie oder die Süßwaren – branche ist es ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Für Millionen Kinder, Jugendliche und zunehmend auch Erwachsene ist der 31. Oktober längst ein fester Termin – Verkleidung, abendliche Züge durch die Straßen und Partys inklusive.

Der Spaßcharakter der Umzüge und Veranstaltungen will so gar nicht zum Ernst des katholischen Allerheiligentags passen, der am 1. November folgt, in den fünf südlichen und südwestlichen Bundesländern gesetzlicher Feiertag ist und an dem seit Jahrhunderten der Toten gedacht wird. Der Sprecher des Erzbistums München, Winfried Röhmel, bat die Anhänger des Klamauks denn auch um Rücksicht und Toleranz. So liest man heute zB. in „Focus“.

In seinem Blog „Blog ad sinistram“ sinniert Roberto J. de Lapuente über „St. Martinstag oder Halloween“:

Das Schwinden des Martinstag zugunsten von Halloween ist sicherlich keine isolierte Erscheinung, sondern geht Hand in Hand mit der geistig-moralischen Umstrukturierung unserer Tage, in denen Nehmen seliger denn Geben ist. Wir zeigen unseren Kindern sowieso schon viel zu häufig, dass nur das Materielle von Bedeutung ist, man sich vor allem am Haben zu orientieren habe. Der Sozialarbeiter ist nichts, aber der Rechtsanwalt alles – solche Einteilungen lehren wir schon unseren Kindern. Und an Halloween zeigen wir ihnen, wie man es zu was bringt in dieser Welt, während es der Heilige Martin, dieser armselige Trottel, zu nichts gebracht hat, weil er aus seinem Mantel nicht zwei oder drei machen konnte, sondern diesen auch noch halbierte.

Mal sehen, wie sich das Kürbistheater hier in der Region auswirkt…

Arm. BI kann bei Bayern „eigentlich nichts verlieren“

Mit „Kompaktheit, Mut und Überzeugung“ möchten die Blauen in München überraschen. Mit dieser Formel hatten die Blauen am vorigen Samstag einen Punkt aus Schalke entführt, bevor sie gegen Cottbus am eigenen Leibe erfuhren, wie schwierig es ist, gegen einen defensiv gut organisierten Gegner zu spielen. Auf die Frage, ob die Partie in München, wo man als klarer Außenseiter antritt und somit eigentlich nichts zu verlieren hat, das einfachste Spiel der Saison sei, antwortet Frontzeck dann auch: „Das kann man so sehen. Andererseits war das Spiel gegen Cottbus objektiv das schwerste, weil jeder erwartet, dass man die Mannschaft zuhause aus dem Stadion fegt.“ So liest es sich auf der Webseite der Arm. Bielefeld vor dem morgigen Spiel bei Bayern München. Wird schon klappen. Fehlen ja jede Menge Stammspieler bei den Alm-Buben. Hießen sie 1899 Hoffenheim, würden sie um den Sieg spielen……

Teutoburger Waldwanderer. Nackt?

Wanderer im Harz können sich demnächst möglicherweise ähnlich hüllenlos entfalten wie Urlauber an FKK-Stränden. Zwei Kommunen im Harz interessieren sich für die Einrichtung eines Nacktwanderweges. Dabei handelt es sich um Herzberg in Niedersachsen und Wippra in Thüringen, sagte der Geschäftsführer des Harzer Verkehrsverbandes (HVV), Michael Lücke. Ob das eine prickelnde Idee für unseren Hermannsweg wäre? Rechts und links die Kameras, mittendrin die mit Nichts.

Wahnsinnsidee „besonders saubere Fahrzeuge“

Zur Ankurbelung der Konjunktur will die Bundesregierung die Kfz-Steuer für umweltfreundliche Neuwagen bis zu zwei Jahre lang aussetzen. Das bestätigte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) im ARD-„Morgenmagazin“. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) werde den Bundesländern den Vorschlag machen, „besonders saubere Fahrzeuge“ für eine befristete Zeit von der Steuer auszunehmen. Die Länder, denen diese Einnahmen bislang zustehen, müssen noch zustimmen. Insgesamt flossen vergangenes Jahr durch die Kfz-Steuer 8,9 Milliarden Euro in die Kassen des Staates.

Beim Schröder-Team, Neotechnik und Mercedes am Stadtholz nebst BMW-Cloppenburg wissen sie ab Morgen nicht, wo sie so schnell die ab 60.000-€-Autos herbekommen sollen. Wo doch die Hersteller einfach nichts bauen. Glaubt die gloriose Truppe um „Die Perle der Uckermark“ und Peer „Hochstirn“ S. wirklich, damit ließe sich der Verkauf von neuen Autos ankurbeln?

Die „Deutsche Umwelthilfe e.V.“ kommentiert das so:

Heute vorgestelltes angebliches Anreizprogramm zum Kauf umweltfreundlicher Neuwagen ist einseitiges Konjunkturprogramm zur Absatzförderung von Spritfressern – der Kauf spritsparender Kleinwagen wie Smart wird mit 40,50 Euro subventioniert, der 2,8 Tonnen schwere Geländewagen Q7 mit 500 PS und 298 g CO2/km hingegen mit 1.852,80 EUR – Deutsche Umwelthilfe fordert Bundestag auf, die von der Bundesregierung geplante absurde Subvention für Neuwagen zu stoppen – DUH-Bundesgeschäftsführer Resch: „Bundesregierung verabschiedet sich mit dieser Verkaufsförderung für Klimakiller vom Klimaschutz im Verkehrsbereich“

Interessantes in Sachen Call-Center

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Weil das Thema „Callcenter“ im Zusammenhang mit einem Bielefelder Unternehmer hier immer noch Wellen schlägt, habe ich diese Pressemeldung hier mal eingestellt:

Während Unternehmen vieler Branchen an den Universitäten den raren Nachwuchs umwerben, verlässt man sich in Callcentern immer noch mehrheitlich darauf, dass die eine oder andere studentische Aushilfskraft hängen bleibt. Der Beruf des Customer Service Managers ist bei Hochschulabsolventen bislang weitgehend unbekannt und die Unternehmen investieren nicht ausreichend in Employer Branding und Marketing für das Berufsbild. Dies ist das
Ergebnis einer aktuellen Befragung der Personalberatung GORDELIK AG, Buxtehude, bei Fachleuten und Beratern der Customer Service Branche.

Dass sich dem ambitionierten Führungsnachwuchs im Customer Service Management interessante Karrierechancen bieten, liegt eigentlich auf der Hand, denn Unternehmen richten nicht nur ihr Angebot, sondern ihre gesamten Prozesse an ihren Kunden aus. Kundenservice, ob auf Dienstleister- oder Unternehmens-Seite, gewinnt damit an Bedeutung und hält Einzug auf der höchsten Management-Ebene. Damit steigen auch die Anforderungen an diejenigen, die in diesem Feld professionell tätig sind.

Im krassen Missverhältnis dazu steht die derzeitige Anziehungskraft der Branche. Akademiker, die dennoch diesen Weg einschlagen wollen, haben es schwer, den richtigen Einstieg zu finden: Regelrechte „Akademiker-Anlegestellen“, wie sie sich die Headhunterin Iris Gordelik wünscht, gibt es kaum. Ein klassischer Einstieg für Hochschulabsolventen im Customer Service Center ist die Position „Assistent/-in der Geschäftsleitung“. Richtig gute Einstiegs – chancen für Akademiker gibt es eher auf Unternehmens- als auf Dienstleister-Seite, beispielsweise im CRM.

Unternehmen, die Zeichen der Zeit erkannt haben, setzen auf Hochschularbeit sowie eigene Bewerber- und Absolventen-Tage. Dies sei umso wichtiger, als viele Hochschulabsolventen von einer Tätigkeit im Customer Management keine oder falsche Vorstellungen hätten. Vielfach würden auch Angebote aufgrund unattraktiver, weil strukturschwacher Callcenter-Standorte abgelehnt. „Da ist viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Wir haben dringenden Nachholbedarf auf allen Ebenen: Strukturen, Employer Branding, Kommunikation der Einstiegsmöglichkeiten und Perspektiven“, so Iris Gordelik.

Stichprobe der Umfrage: nicht repräsentativ, aber aufgrund der Branchen-Expertise der Befragten in der Tendenz aussagekräftig.

Zocker, Banken und Autos zuerst

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Wer im eigenen Umfeld grad wieder einmal erlebt, wie (überlebens)notwendig gute Kliniken, motivierte Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger sind, sieht diese Überschrift mit großem Unbehagen. Auch und grade hier in der Region, die sich mit diversen Heilbädern gerne mit dem Attribut „Gesundheitsregion“ schmückt. Da jagt einem das politische Gezerre um die Gesundheit und ihre Kosten eher Unbehagen ein. Erst gabs die Deckelung der Kosten, die nicht funktionierte. Dann führte man die Praxisgebühr ein, die nichts brachte. Nun hat man den den Gesundheitsfond erfunden, der nichts bringen wird. Und schließlich zieht man den Krankenkassenbeitrag der Gesetzlichen auf generell 15,5% hoch, der nichts bringen wird. Rumdoktern am halbtoten Patienten, zielloses unsinniges Pflästerchen aufkleben statt der einen großen Reform. Aber die wird von immens vielen Händen und Mäulern verhindert, die dank Lobbyarbveit am Patienten zerren, der am Ende die Zeche so, so oder so bezahlen muß.

Ganz anders die großen fundamentalen Rettungsaktionen für die Hütchen spielenden Banker und die Autofritzen, die viele Jahre geschlafen haben und lieber Kuh 7, Cayennes, Phaetons mit hunderten Pferdestärken statt witziger praktischer Stadtautos auf die Räder stellten. Das „Mindener Tageblatt“ kommentiert dazu:

Jetzt wird gerettet, was das Zeug hält. Nachdem das heimische und das internationale Bankensystem in einer historisch einmaligen Hauruck-Aktion vor dem Kollaps zu bewahren versucht wurden – das Ergebnis steht noch aus – fühlt sich die Politik offenbar sozusagen omnipotent. Ob in Berlin (und anderen Hauptstädten) oder Brüssel, überall wird an Rettungspaketen und Sicherungsschirmen gebastelt, werden Programme aufgelegt und Maßnahmen angekündigt. Die kriselnde Konjunktur, der drohende Jobverlust – nichts, was die sich plötzlich wieder stark fühlenden Staaten sich nicht zu stemmen
zutrauten. An Hilfsbedürftigen besteht kein Mangel, wer am lautesten schreit und die größten Risiken vorweisen kann, wird vordringlich behandelt.
Dass Konjunkturprogramme noch nie mehr bewirkt haben als Strohfeuer, dass Beihilfen noch nie anderes verursacht haben als Wettbewerbs – verzerrungen, dass nationale Förderinstrumente noch nie mehr gefördert haben als neue protektionistische Hürden anderswo – wen interessiert’s? Die Krise ist da, die von Panik gebeutelten Wähler wollen handlungsfähige Politiker sehen. Für die wiederum ist Handlungsfähigkeit gleich bedeutend mit Geld ausgeben – das der Steuerzahler; dazu noch solches, das man noch gar nicht hat, sich also leihen muss. Wohin der gegenwärtige, eher kopflos als konzertiert wirkende Aktionismus an allen Fronten führt, kann man sich an fünf Fingern ausrechnen: in noch mehr Schulden. Und eine Haltung, die man gerade über Jahre mühsam ein wenig zurückzudrängen versucht hatte, Motto „Wo wir schon mal dabei sind – darf’s noch etwas mehr sein?“ Eine nicht zu kleine Ironie dieser Geschichte besteht darin, dass das Heil in der aktuellen, maßgeblich von haltloser Verschuldung ausgelösten Krise ausgerechnet Staatenlenker bringen sollen (und zu können glauben), deren Staatskunst zu der aberwitzigsten Verschuldung geführt hat, die ihre Länder je zu gewärtigen hatten. Politiker, deren einziges Mittel offenkundig weitere Schulden sind. Ganz ehrlich? Da will so recht kein Optimismus aufkommen.

Der Krebs vom Sennesee

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Zum Eintrag „Sennesee“. Den See gibt es heute noch. Er ist sogar Heimat von europäischen Flußkrebsen geworden. Siehe hier. Wenn sich die hohe Regionalpolitik mal ein wenig weniger um Obersee/Untersee kümmern und anderen Möglichkeiten zuwenden würde, könnten wir in der Region auch mehr See sehen, statt die Füße nur in der rei(z)ßenden Lutter zu baden. Auch das wäre ein Beitrag zum Thema „Powerbrands“ und „OWL unter der Lupe“. Um mit Horst Lichter zu sprechen: „Immer nur Teuto-Buchenwald ist auch keine Lösung“.

Matjes on Ice

Auch in der Wintersaison 2008/09 heißt es wieder: Matjes on Ice. Nach dem Erfolg der Winterkampagne des Holländischen Fischbüros im letzten Winter zeigt sich die Neuauflage von ihrer sportlichen und modischen Seite. Die Höhepunkte der diesjährigen Matjes on Ice-Saison sind der Pistenspaß und die Après-Ski-Party Matjes on Ice in der Skihalle Neuss, das Matjes on Ice Eisstockschießen auf dem Duisburger Weihnachtsmarkt und der Matjes on Ice Fashion Contest auf der Grünen Woche im Januar 2009 in Berlin. Bei perfektem Pulverschnee startet die diesjährige Matjes on Ice-Saison in der Skihalle Neuss. Am 18. November erlebt die Gewinnerklasse des Wettbewerbs „Mit der ganzen Klasse in die Schnee“ einen Tag auf der 300 Meter langen Piste mitten im Rheinland. Auf der anschließenden Après-Ski-Party Matjes on Ice eröffnet Mariette Vermeer, Direktorin des Holländischen Fischbüros, die zweite Auflage der Winterkampagne. Eisstockschießen – eine traditionelle, winterliche Sportart – ist den meisten Menschen ein Begriff, doch die wenigsten haben es schon einmal selbst ausprobiert. Deshalb haben alle Duisburger am 4. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt die Möglichkeit, die Sportart nach Anmeldung selbst zu testen. Und sportlicher Ehrgeiz lohnt sich, denn pro erspieltem Punkt gibt es Bares, das einem guten Zweck zugute kommt. Das holländische Matjes-Meisje ist die klassische Werbefigur für den leckeren Fisch, doch ihr Outfit ist etwas in die Jahre gekommen. Daher ist der deutsche Designernachwuchs aufgefordert, ein zeitgemäßes, originelles Outfit für das Matjes-Meisje zu kreieren. Die Bestplatzierten präsentieren ihre kreativen Ideen am 16. Januar 2009 auf der Grünen Woche in Berlin.

Da dachte ich doch glatt beim Lesen des Pressetextes vom „Holländischen Fischbüro“ an fülligere Eisprinzessinen in oranjefarbenen Tütüs (Das ist nix Unanständiges). Dabei gehts um Matjes.

Weniger mit Matjes hat die Eisfläche vor dem Steinhagener Hotel „Graf Bernhard 1344“ zu tun, die ab 24. November nicht nur Speckgürtler auf die 10 x 30 Meter große Schlittschuhbahn lockt. Wem das nicht genügt, der besucht die Oetker-Eisbahn in Brackwede.

„Feuerwehrmann“ Staat als Brandstifter?

Wenn es brennt, jagt man nicht den Brandstifter, sondern beginnt mit dem Löschen. Dabei gilt das besondere Augenmerk der Feuerwehrleute den Nachbargebäuden. In der ersten Phase ist es den Politikern in aller Welt ganz gut gelungen, ein Ausbreiten der Bankenkrise auf andere Wirtschafts zweige zu verhindern. Das sollte nun eigentlich dazu führen, dass die Experten weiter gezielt am Brandherd arbeiten – natürlich in dem Bewusstsein, dass später einige der Brandschutzrichtlinien überarbeitet werden müssen. Stattdessen aber wächst die Neigung, die Löschrohre zur Seite zu legen und stattdessen die Schleusentore an der Staatskasse zu öffnen. Das geht so schon nach dem Motto: Was gut ist, um den Banken wieder Vertrauen zuzuführen, das muss auch gut sein, um Industrie und Konsumenten dazu zu bringen, die Wirtschaft in Trab zu halten. Das alles gab es in den siebziger Jahren schon ein Mal. Milliarden wurden hier zu Lande damals mehrfach aus dem staatlichen Füllhorn mit der Gießkanne verteilt, ohne einen nachhaltigen Effekt auszulösen. Nun soll offenbar das alte Rezept einfach in ein neues Kuvert gesteckt werden. Die Eile und das Ausmaß, in dem dies geschieht, muss selbst diejenigen stutzig machen, die nicht jedes Konjunkturprogramm und jede Subvention von vornherein für von Grund auf böse halten. Denn natürlich kann und sollte der Staat auch unter marktwirtschaftlichen Bedingungen Zeichen setzen. Die beste Art, dies zu tun, ist jedoch, notwendige Investitionen etwa in den Erhalt von Straßen und Schienenwegen, in die Instandsetzung von Schulgebäuden sowie in den Ausbau alternativer Energien nicht auf die lange Bank zu schieben. Sich dagegen im großen Stil in die Privatwirtschaft einzukaufen, kann sich auf Dauer nur lähmend auf das ganze System auswirken. Es ist ein Rätsel, woher dieses neue Vertrauen in den wirtschaftlichen Sachverstand von Staat und Politikern kommen soll. Zugegeben: Da haben Bankleute, die alle Welt vorher für seriös gehalten hat, Unsummen von Geld verzockt. Aber wäre das etwa nicht geschehen, wenn die gleichen Bankleute von Politikern kontrolliert worden wären? Die schon vorhandene staatliche Bankenaufsicht einerseits und der aktuelle Zustand von IKB, KfW sowie zahlreicher Landesbanken andererseits legen eine solche Annahme nun wirklich nicht nahe. Konsumfreude wächst beim Bürger aus Vertrauen. Ist der Arbeitsplatz gesichert? Reicht der Verdienst für Lebensunterhalt und ein bisschen mehr? Bleiben Gesundheits – vorsorge, Nahrungs mittel und Energie bezahlbar? Auf diesem Feld sollte der Staat seine begrenzten Einflussmöglichkeiten nutzen. Ein Beispiel: Die Klarheit über die künftige Kfz- beziehungsweise CO2-Steuer ist für den möglichen Autokauf wichtiger als etwa ein durch staatlichen Zuschuss verbilligter Kredit. Ein Staat, der, statt gezielte Spritzen zu setzen, die Schleusen öffnet und damit notwendigerweise Steuern verschleudert, schafft nicht Vertrauen; er verhindert es. Kommentiert das Westfalen-Blatt.

Da aber der politische Feuerwehrmann – um im Vergleich zu bleiben – lieber gelangweilt gefrühstückt hat und an der Zockerbude Börse wegeguckt hat, hat er nun massive Probleme. Schlüsselindustrien, die Hunderttausende Arbeitsplätze haben, kann man nicht so einfach per „Steuersenkung“ wieder flott machen. Das, lieber Staat, hast Du Dir mit Deiner Bankenaktion selbst eingebrockt. Eine von den Zockerbuden – Hypo Real Estate – schreit ja schon wieder lauthals nach Milliarden aus dem grade erst mit Hilfe von Steuergeldern geschnürten „Hilfspaket“. Das ganze offenbart, wie hilflos die naiven und ahnungslosen Figuren in Berlin-Mitte doch sind. Nur beim Gesetze schreiben,. Bürger drangsalieren und Maulaffen feil halten, da gehts rasend schnell.

Für „Zecki“ wird die Luft dünner

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Nur 1:1 auf der heimischen Alm gegen Mitabstiegsfavorit Energie Cottbus. Nach nur einem Sieg, 5 Unentschieden und 4 Niederlagen in den bisherigen zehn Spielen der laufenden Saison ist die Bilanz nun umgekippt. Mehr Soll als Haben. Erste Pfiffe gegen Coach Frontzeck, erste kleine Zweifel, erste Durchhalteparolen der Arminia-Geschäftsführung. Dagegen kann man aber was machen: In der Klinsmann-Arena die Bayern am Samstag schlagen.

Geht nicht? Och doch. Einfach hinten reinstellen und niemand in den Strafraum kommen lassen.

Windels Bleiche

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Immer, wenn ich in Senne auf dem Gelände der ehemaligen Firma Windel zu tun habe, fällt mir die seltsame, morbide Stimmung auf. Mit dem richtigen Filter lässt sich das auch fotografisch einfangen.

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Fast romantisch wirken die Rieselfelder Windelsbleiche, die ja ursprünglich aus industriellen Gründen angelegt wurden und heute mit ihren Wasserflächen idealer Airport für startende und landende Enten sind.

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Emnid: 89% fürchten Verschlechterung

Die Bundesbürger machen sich große Sorgen mit Blick auf die Wirtschaftsentwicklung: 89 Prozent fürchten, dass sich die Lage der Wirtschaft in Deutschland in der nächsten Zeit verschlechtern wird. Knapp ein Drittel der Befragten fürchtet den Verlust des Arbeitsplatzes (31 Prozent), im letzten Jahr waren es noch 21 Prozent. 62 Prozent glauben noch, ihr Job sei sicher. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid Bielefeld für den Nachrichtensender N24. Um die Konjunktur anzukurbeln, versprechen sich die Bürger wenig von einem Konjunkturprogramm für die Wirtschaft; einen solchen Schritt würden 15 Prozent als richtig empfinden. 76 Prozent sind eher für die Senkung von Steuern und Abgaben.

Offensichtlich überschätzen eine Menge Bürger die Höhe ihrer Abgaben und die Wirkung von Steuersenkungspaketen…….

Bielefeld aus der Luft – Quiz

Bielefeld-Quiz, Copyright GoogleDas „Bielefeld aus der Luft-Quiz“ funktioniert ganz einfach. Einer Luftbildaufnahme ist eine Antwort zuzuordnen. Beispiel: Dies schöne Bielefelder Haus links wird verwendet als …?
1) Privathaus
2) Gästehaus der Stadt Bielefeld
3) Museum
4) Sportstudio (mit Aussen-Laufpfad)

Wer das Quiz spielen möchte, es findet sich hier: http://webb24.de/1/178

Genauer gesagt finden sich dort neben dem Einsteiger-Quiz zu Bielefeld auch ein kniffeliges Quiz zu Bielefeld und ein NRW-Quiz.

(Vorschläge für neue Fragen inkl. Antworten und Bild können gern hier vorgeschlagen werden als Kommentar?!)

Zum Niederknien

Einen rasanten Aufschwung des Einzelhandels erlebt in diesen Wochen die Landeshauptstadt Düsseldorf. Rund 150 neue Geschäfte mit zusammen über 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen gerade rund um die Königsallee. Viele bekannte Marken mit preiswerter Mode locken Einkäufer in einzigartige Konsumwelten. Und im Luxus-Segment ist mitten in der Finanzkrise ein beispielloser Wettbewerb ausgebrochen. „Der Düsseldorfer Shopping- Boom gibt uns für das Weihnachtsgeschäft volle Power“, freut sich Dr. Eva-Maria Illigen-Günther vom Stadtmarketing. „Wir erwarten mit sieben Millionen Besuchern einen Ansturm an Einkaufstouristen aus ganz Europa.“ Und die finden viel Neues: So haben Leseratten seit September in der größten Buchhandlung Deutschlands die Wahl zwischen 300.000 Werken. Ein schwedischer Bekleidungsriese eröffnete gleich zwei Filialen innerhalb von nur sechs Wochen. Hinzugekommen ist auch ein Shopping-Center auf drei Etagen mit direkter Straßen- und S-Bahnanbindung. Bekannte Designer machen eine Luxus-Boutique nach der anderen auf. Und ein weltbekannter Juwelier aus New York bringt seit Oktober mit glitzernden Diamanten die Schickeria in Verlegenheit. All das Treiben sorgt bei den bestehenden Flagship-Stores italienischer und französischer Luxusmarken für hektische Betriebsamkeit: Sie zeigen ihre Klamotten dank schriller Umbauten in noch größeren Schaufenstern. Der Düsseldorfer Einzelhandel erwirtschaftete im letzten Jahr über vier Milliarden Euro Umsatz. Damit liegt die NRW-Landeshauptstadt bundesweit mit an der Spitze. Jährlich informieren sich 250.000 Besucher auf acht Mode- und Lifestylemessen in Düsseldorf über neueste Kreationen und Trends.

Ja ist diese Düsseldorfer Pressemeldung nicht wunderschön? Bekommt man da nicht feuchte Augen? „Wettbewerb im Luxussegment“. Herrlich. das „Goldene Kalb“ kriegt neues Futter. Wahrscheinlich gibts es Ein – und Ausgangs der Düsseldorfer Kö Ganzkörperscanner und Ausweiskontrollen nebst Abgabe von Kontoauszügen. Hartz 4-Empfänger und Aufstocklöhner kommen da nicht rein. Nix mit „Einzigartigen Konsumwelten“. Man muß schon ziemlich einen an der Klatsche haben, eine solche Meldung zu verfassen. Wir hier in Bielefeld sollten uns schämen. Wir haben nur 1 x Ha und Emm, ein paar Douglase und ansonsten „Ostwestfälische Normalität“. Ob unsere Schickeria gemeinsam mit den neuen „Euro-Russen“ im Zobel über die Königsallee flaniert? Arm in Arm den neuen Zeiten entgegen? Die sonst so zahlreich vertretenen Investmentbanker von Lehman oder der WestLB. IKB oder KfW haben ja erstmal ein paar Tage. Ist ein bißchen Spielgeld weg. Bis Weihnachten wirds aber reichen.

„mal aus machen“

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„mal aus machen.akku raus.simm karte raus.speicherkarte raus.10 sek warten und alles wieder rein machen.anschalten.dann sollte es wieder klappen“, sagte die weibliche Stimme an der Hotline jenes Mobilfunker, der einstens einem gewissen Herrn Anwalt Esser fürs geschickte Vodafone-Zuschachern Millionen rüberschob und DB-Fronthampler Joe Ackermann schließlich zum „V“ gegenüber der deutschen Öffentlichkeit veranlaßte. Große Sympathien hege ich immer noch nicht für die „Roten“. Die Stimme hatte übrigens Unrecht. Wie meist die uninformierten Hotliner. Das Ding simmte nicht. Tot. Töter als tot. Na gut, werde ich wohl den Gang in die Obernstraße in den roten Shop machen. Oder gleich zu Oh Tu? Oder zum Magenta Mitarbeiterüberwacher und Datenschleuderer? Is ja auch egal. Nehme ich halt den Naheliegendsten. Die Roten. Wie claimen die noch? „Make the most of now“. Jau.

Der „Ofenfrische“ als NRW-Botschafter?

Der Vorstoß, im Ausland für den Standort NRW zu werben, ist im Grundsatz erst einmal zu honorieren. Denn Nordrhein-Westfalen ist im Ausland trotz seiner wirtschaftlichen Kraft kein Begriff, und schon gar keine (positiv besetzte) Marke. Das sieht die Opposition im Landtag offenbar ähnlich, fiel doch die Kritik an dem Vorhaben auffällig zurückhaltend aus.

Allerdings dürfte mit dem Mini-Budget von jährlich drei Millionen Euro in den zu bewerbenden Staaten nicht gerade eine NRW-Euphorie entstehen. Will NRW auf seine ohne Zweifel vorhandenen Stärken aufmerksam machen und in der Folge vielleicht sogar den einen oder anderen Investor gewinnen, muss mehr Geld zur Verfügung gestellt werden. Ob Sponsoren in unsicheren Zeiten wie diesen die Finanzlücke wie erhofft stopfen, sei mal dahingestellt. Puddingkönig August Oetker aus Bielefeld könnte so einer sein. Schließlich wurde sein Name bei der Präsentation auffällig häufig als Botschafter für den Standort genannt. Ob solche Namen im Ausland eine gewisse Anziehung entfalten, muss sich sowieso noch zeigen. Was für Bielefeld gilt, gilt längst nicht für Shanghai.

Wie heißt grad noch „Der Ofenfrische“ auf chinesisch?

Bielefeld in 3D auf Google Earth

„Bielefeld existiert nicht in 3D“ war in Google Earth wahr… bis vor kurzem zumindest. Seit Anfang Oktober  gibt es eine Initiative, dies zu ändern. Und inzwischen gibt es ein Dutzend recht gelungener Modelle: Sparrenburg, Stadthalle, Kunsthalle, alter Markt…  die virtuelle Skyline Bielefelds ist also schon ansehlich. Die bisherige Sammlung Bielefelder Gebäude findet sich hier: http://sketchup.google.com/3dwarehouse/cldetails?mid=cc263a446e44762ebb35d4187f829e5e Jeder Bielefelder ist gern eingeladen, weitere Modelle  zu erstellen.  

 Inzwischen ist diese Sammlung bei Google registriert und als „Stadt im Aufbau“ angemeldet.  Bis Ende 2008 ist es geplant, alle markanten Gebäude erstellt zu haben. Ein lesenswerter Zeitungsartikel vom 17.10. aus der NW dazu hier:
http://webb24.de/eb/nw_sketchup.jpg

Etwas multimediales im Bewegtbild dazu auch bei Youtube: http://de.youtube.com/watch?v=bgFrXJVzXR8

Sparen auch bei Klamotten?

Hier in unserer Gegend gibt es ja eine ganze Reihe von Damen – und Herrenmode-Anbietern. Wie Forsa jetzt aktuell umfragte, kommen harte Zeiten auf die Hersteller zu. Jeder dritte Deutsche will in nächster Zeit weniger für Kleidung ausgeben als heute – im Durchschnitt 34 Prozent. Auch die Kunden von Luxus- und Top-Markengeschäften sparen. Das zeigt der repräsentative „TextilTrend08“ des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture.

Im Handel gilt allgemein der Grundsatz: Exklusiv geht immer. Lässt sich diese Devise auch bei Bekleidung halten? Die aktuellen Befragungsergebnisse verheißen schwere See für Hersteller von Haut-Couture und Marken-Outfits: Mehr als jeder zweite ihrer Kunden möchte zukünftig weniger Geld in ihren Geschäften ausgeben (59 Prozent und 52 Prozent). 33 Prozent der befragten Verbraucher sagen ganz generell, sie wollten weniger Markenkleidung kaufen (33 Prozent) – und sogar jede zweite Frau (49 Prozent).

Wahrscheinlich jubilieren jetzt schon mal vorsorglich die Billigdiskonter mit ihren Kinderhand-gestichelten Klamotten und wunderschön gestalteten Verkaufsstellen…. Ganz oben auf werden demnächst auch wieder die „Geiz ist geil“-Epigonen sein.

Teuto-Kampfkraft gegen Lausitz-Mut

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Auch im dritten Bundesligajahr versucht Energie Cottbus, sich mit unpopulären Mitteln gegen die spielerisch überlegene Konkurrenz zur Wehr zu setzen. Was bleibt ihnen auch übrig

Energie Cottbus ist so etwas wie das hässliche Entlein der Liga. Keiner will mit ihm spielen und den anderen Kindern wäre es am liebsten, wenn sich der kleine Club aus der Lausitz möglichst bald aus der Glamourwelt der Eliteklasse verabschiedet. Das ist jetzt weder böse noch respektlos gemeint, ganz im Gegenteil, denn wer könnte das Schicksal der tapferen Cottbuser besser nachvollziehen als das kleine unbeugsame Dorf am Teutoburger Wald, das seit Jahren im Kreis der Reichen und Schönen mitmischt und sich erfolgreich gegen den Ansturm scheinbar übermächtiger Gegner zur Wehr setzt?

Damit haben sich die Parallelen zwischen den beiden Clubs allerdings fast schon erschöpft. Während der DSC Arminia zumindest in Bielefeld und der umliegenden Region die klare Nummer 1 ist und sich der Unterstützung der Einheimischen sicher sein darf, ist Energie daheim keineswegs konkurrenzlos. Zwar wurden die Fußballer im Sommer 2006 in Brandenburg zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt, ausgerechnet in Cottbus selbst aber erreichten die damaligen Aufstiegshelden lediglich einen mageren dritten Platz – hinter den Kegelbrüdern des ESV Lok und der Turnriege vom SC Cottbus.

Text aus „Halbvier“. Morgen Abend AlmSchücoArena. Sieg für Arm. BI ist Pflicht.