Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

Themen anzeigen:

September 2008
M D M D F S S
« Aug   Okt »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  

Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

Fr
19
Sep '08

Keine Ruhe bei Schalker Fleischhauer

Gut ein Jahr nach einer Razzia wegen Betrugsverdachts bei Deutschlands größtem Fleischverarbeiter Tönnies aus dem Nachbarkaff Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh stehen die Ermittlungen möglicherweise vor dem Abschluss. “Wir hoffen, noch in diesem Jahr mit den Ermittlungen fertig zu sein”, sagte der Bochumer Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek und bestätigte in Teilen Medienberichte. Die Behörde ermittele gegen rund 50 Beschuldigte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies wegen des Verdachts, Kunden und Lieferanten betrogen und Mitarbeiter illegal beschäftigt zu haben. Das Unternehmen hatte alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Nach Bienioßeks Angaben waren heute zudem das Büro und die Wohnung eines früheren Tönnies-Mitarbeiters durchsucht worden. Details zu den Durchsuchungen wollte er nicht nennen. Vor einem Jahr waren Geschäftsräume der Gruppe in mehreren Bundesländern und auf Zypern durchsucht worden. Das Unternehmen mit insgesamt rund 6.500 Mitarbeitern peilt im laufenden Jahr einen Umsatz von bis zu 3,3 Milliarden Euro an. Inhaber Tönnies ist Aufsichtsratschef von Fubabulist Schalke 04, sein Steuerberater Schnusenberg Präsident.

Rudi Assauer, Schalkes rausgedrängter früherer Manager, wird sich ob dieser Nachrichten sicher ein schönes, frisches Veltins genehmigen und Lebensgefährtin Simone Thomalla nur zuschauen, aber nicht anfassen lassen.

Der (Jakobs)Hermannsweg bei Bielefeld

bi-jakobsweg2.jpg

Was den Europäern der Jakobsweg ist, ist – ohne Pilgerhintergrund – den Ostwestfalen und Bielefeldern der Hermannsweg. 156 Kilometer lang, benannt nach Hermann dem Cherusker, auch bekannt als Arminius (Varusschlacht 9 n. Chr.), gilt er als einer der schönsten Höhenwege Deutschlands und verläuft über den Kamm des Teutoburger Waldes. Er beginnt in Rheine und führt bis zur 441 m hohen Felsgruppe, des Lippischen Velmerstot. Auf seinem Verlauf trifft man auf viele Sehenswürdigkeiten wie das Hermannsdenkmal, die Dörenther Klippen mit dem Hockenden Weib, die Externsteine, die Adlerwarte Berlebeck, die Sparrenburg in Bielefeld und die Ravensburg bei Borgholzhausen. Gekennzeichnet ist er mit einem weißen “H” auf schwarzem Grund.

Oberhalb Bielefelds verläuft er zum Beispiel parallel zu Dornberg. Mitten im tiefen Wald steht auch eine Gedenktafel für Johannes Klasing, einen der Gründer des Bielefelder Verlages Delius Klasing. Er muß wohl eine besondere Beziehung zu Wald und Weg gehabt haben.

bi-jakobsweg.jpg

Als der Weg den Wanderern erschlossen wurde, waren die Aussichten sicher nicht so zugewachsen wie heute, obgleich das Alter der Aussichtsbänke schon auf Jahrzehnte deutet. Hier ein Blick weit ins Ravensberger Land mit den Orten Werther und Dornberg.

ravensbergerland.jpg

Wer gut zu Fuß ist, erobert sich den hiesigen Hermannsweg-Teil von der Schwedenschanze aus oder von der Gaststätte “Peter auf´m Berge”. Links liegen lassen sollte man wegen der halluzinatorischen Wirkung Pilze

waldpilze.jpg

Und wegen möglichem Fuchsbandwurmbefall die letzten Waldbrombeeren:

letzte-waldbeeren.jpg

Das Amerikahaus Bielefeld.

Jetzt, wo die Meldungen über städtische Umzüge ins Amerikahaus – um die Ecke schließt die städtische Preziose “Neumarkt” an – Hoffnung auf eine Neubelebung der Ecke geben, sei mal ein Blick auf das Bielefelder Architekturbüro gestattet, das 1994 den weißen Halbrundbau auf die Grundmauern stellte: Bruns Architekten. Eine Eigendarstellung des auch national nicht unbekannten Planungsbüros findet man hier im PDF-Format. In unserer Gegend machten sich die Architekten auch mit gastronomischen Projekten einen Namen. Das “Bernstein” oder “Glückundseligkeit” (die umgebaute Martini-Kirche) etwa gehören dazu. Aber auch viele gehobene Wohnhäuser und Industriebauten.

Der Große Kurfürst

sparrenburg3.jpg

Da steht er hoch oben über der Metropole im Hof der Sparrenburg. Unverrückbar. Unnahbar. Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg, der “Große Kurfürst”. Ein Herrscher aus der Zeit des 1648 geschlossenen “Westfälischen Friedens zu Münster und Osnabrück”, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Berühmt sein kurfürstliches Edikt vom 1. Januar 1686: „Seefahrt und Handlung sind die fürnehmsten Säulen eines Estats, wodurch die Unterthanen beides zu Wasser, als auch durch die Manufakturen zu Lande ihre Nahrung und Unterhalt erlangen.“ Nicht nur Arm. Bielefeld und Dr. Oetker sondern auch dieser Herrscher haben Bielefeld mitgeprägt. Zwei seiner Kinder wurden auf der Sparrenburg geboren.

Wenn sich 2009 die Varus-Schlacht (Hermann der Cherusker gegen die Römer) jährt, wird erneut offenbar, in welch geschichtsträchtiger Gegend wir hier leben. Warum machen Stadt-Marketing und OWL-Marketing eigentlich nicht mehr daraus?

Nur “an die Kette” legen?

banknieten.jpg

Da hat die Alexandra von der NW aber heute mal einen Kommentar rausgehauen. Und hat sogar Recht damit. Wenn Oma Kleinekempers ein paar Euro Kredit haben will, um ihren Tante-Emma-Laden weiterführen zu können, steigen die Nieten in Nadelstreifen auf die Barrikaden, heben die Zeigefinger, erklären ihr das kleine Einmaleins der großen weiten Bankenwelt (das angeblich nur sie beherrschen) und nehmen auch noch die Ziege im Stall als Geißel. Ach ja. Und dann haben sie noch ein tolles, privatwirtschaftliches Instrument. Nennt sich Schufa. Damit nehmen sie dann ihre Geißeln vollends in Haft. Fast 70 Millionen Datensätze deutscher Bürger sind darin gespeichert. Angeblich zum “Schutz”. Gilt für Banken, Spasskassen und Genossen – schaftsbanken gleichermaßen. Wenn man in die blutleeren, wachsfahlen, dämlichen Robotnik-Gesichter jenseits des wahren Lebens schaut, könnte einem schlecht werden. Wahre “Nieten in Nadelstreifen”. Will ja wohl keiner ernsthaft behaupten, ein Computer hätte “einfach so” ein paar hundert Millionen vom KfW-Konto über den Teich an eine Pleitebank geschickt.

Aber Banken und Spasskassen “an die Kette” legen alleine genügt nicht. Denn in den Aufsichtsräten sitzen die ebenso tumben Kumpels der Banker. Verbrüdert, verschwestert, verlobbyiert, verbandelt, verschwägert, “Brüder und Schwestern im Geiste”. Wie sonst wären Schieflagen wie WestLB, BayernLB, SachsenLB, IKB, KfW, usw. möglich? Es sind doch die R. Wend MdB-SPDs, die da Aufsicht haben sollen. Es aber offensichtlich nicht tun. Oder auch nicht können. Alle vergessen, das es nicht ihr eigenes Geld ist, über das sie da wachen sollen. Moral, Charakter und Ehrlichkeit sind in diesem Sumpf völlig untergegangen. Kungeln, täuschen, tricksen und “Rendite über Alles” ist heutzutage angesagt. Da kann man dann schon mal wie der Schweizer Staatsbürger, Dummbeutel und verurteilte V-Zeiger an der Spitze einer Deutschen Bank ebenso dämlich wie frech in die Kameras grinsen. Mit der Einstellung wird man nämlich Honorarprofessor, Land – oder Bundestagsabgeordeneter oder gar Parlamentarier im Europaparlament (“Schon Freitagfrüh Anwesenheitsliste ausfüllen, damit man den ICE um 10 in die Heimat noch erreicht. Macht schönes Sitzungsgeld für s Nichtstun”).

In den USA jubeln die Hütchenspieler grad, weil eine willfährige Politik die Schleusen öffnet und alles per eingeschossener Steuergelder sanktioniert, was die Gierigen, Dummen und Unverschämten zuvor verzockt haben. Macht ja nichts. Zahlt ja der Steuerzahler. Wie bei uns auch. Aber wenn es um ein paar Euro Entlastung der gebeutelten Bürger geht, ist kein Geld im Etat. Sagt Hochstirn Peer S. Man sollte ihm rechts und links eine runterhauen. Geht aber auch eleganter mit einem Kreuz an anderer Stelle als CDU/CSU/SPD.