Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Do
18
Sep '08

Die Stunde der Sparrenburg

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Am 25. April 1992 kratzten sich Tanja und Thomas in das Geländer der Sparrenburg, Richtung Johannistal. Wie es ihnen heute geht, was sie tun, wo sie leben, entzieht sich unserem Wissen. Die Burg interessiert es nicht. Sie thront an diesem schönen Tag – völlig unberührt von der amerikanisch/ europäischen Spekulations – und Gierkrise – über der Metropole. Der Blick geht über Dr. Oetker und den Ostwestfalendamm hinüber ins Johannistal.

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Bis hoch in die Spitze des alles überragenden Burgturmes.

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Schweift ein wenig über die im Tal liegende Stadt des Fubabuli-Vorletzten

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Um sich endgültig an der Speisekarte des Burgrestaurants festzusaugen.

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Ach ja. Von hier oben sieht die Metropole richtig gut, grün und satt aus. Wenn da nicht im Tal die Brachflächen wären und all das fehlte, was Städte wie Hamburg, Hannover, Münster, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, Nürnberg, München auszeichnet: Flair.

Kesselbrink 2009

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“Donna Lüttchen”, diese alte Schlampe aus der Hochburg demoskopischen Tuens in der Metropole, hat eine Blitzumfrage unter 1.000 Bielefelder ungeborenen Studenten gemacht.

“Was willst Du auf dem Kesselbrink haben?”

31% votierten für “Streichelzoo mit Dinos
22% votierten für “Politiker zu Förstern”
47% und damit die Mehrheit, war dafür, umgehend Schilda aufzustellen und die Stadtpolitiker durch einen Zoo mit wilden Tieren und sogenannten “Prügelmeilen” laufen zu lassen und ihnen den Hintern für Jahrzehnte Fehlplanung und Ideenlosigkeit zu versohlen. In Oldentrup mache man schon bestimmte Tiergruppen (Auerochsen, Wölfe, Füchse, Goldbeckchen) fit für den baldigen Umzug.

Der zuständige Baudezernent hat sich schon mal Grundstücke in Dornberg-Deppendorf angeschaut, um dort – in der klaren Bergluft und Weitblick des Teuto – näher an der Sonne der Erkenntnis zu sein. In der neuen Drogerie Müller – Bahnhofstraße – soll er sich aber vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages über die Brachfläche verlaufen haben, als er Sonnenschutzmilch der Stärke 38 (“Wehrt Grüne und Linke zuverlässig ab”) kaufen wollte. Seit heut Mittag stellen sie aber auf dem Kesselbrink ringsum Schilda auf. “Denken verboten”.

Jede Menge gute Zwecke bei Arm. BI

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Bei Arm. Bielefeld ist es um den Platz wie auf dem Platz: “Jede Menge gute Taten. Geschenke und Nettigkeiten”. Gibts auffm Platz Punkte für den jeweiligen Gegner, werden neben dem Platz Gutigkeiten getätigt. Das Lämmchen, Heidi, (Frau von Aufsichtsrat) läßt Kunstwerke versteigern. Banker Roland, “das Kentschchen”, schreibt ein Buch “Nicht nur Tore zählen” und aufundum der AlmSchücoArena kann man jetzt auch heiraten.

Doll, doll, sagt da der Ab- und Aufstiegserprobte. Auffn Platz hat Arminia nach 4 Spielen in der Fubabuli nämlich erst 2 Punkte. Aber neben dem Platz jede Menge Tamtam, Chici und Tradivari. Is ja auch wichtiger als auffm Platz.

Sollte Samstag nicht gegen den 1. FC Köln daheim gewonnen werden, gibts auch eine nette Belohnung: Letzter Tabellenplatz. Und den Ehrentitel: Netteste Harmlosigkeit der laufenden Saison. Da kommen alle Bundesligisten gerne. Gibt ja noch Punkte obendrauf.

“Nicht nur Tore zählen”. Glückauf!

Das Ei Phone

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Im Telekom-Laden gegenüber Karstadt/Bahnhofstraße. 19 jährige langschlankdünne Elitesse, Typ “Höhere Tochter”, tippt mit langschlanken Fingerchen auf einem iPhone-Touchscreen aus der Apfelfabrik herum. Ein Telekom-Verkäufer, Typ “Banlieu-entkommen, etwas aufgestiegen, Wella-das-Haar-hält-Gel”, wieselt um Tochter und Mutter herum. Kobert, was das Zeug hält. “Gibts nur bei uns” und läßt seine leicht öligen Händen über das Display des Apfelproduktes gleiten. “Du Mami? Das hätte ich gern. Hat noch keine bei uns”. Mami guckt gelangweilt – und zahlt per Karte.

Der ältere Herr, Typ “beige Windjacke, gut situiert, vielleicht Marketing” guckt der Szenerie interessiert zu. Ölhaar kommt auf ihn zu. “Was kann ich für Sie tun?”. Windjacke lächelt ihn an, schiebt die Lesebrille aufs leicht angegraute Haar. “Diese SIM-Karte aus diesem Handy geht nicht mehr”. Ölhaar “Ach? Dann ist wohl Ihr Handy defekt”. Beige Windjacke drückt auf ein grünes Telefonhörer-Symbol seines asiatischen Produktes. Es klingelt im magentafarben überladenen Telekom-Laden. “Hier Telekom Bielefeld….”. Ölhaaar stutzt. Was sein geschultes Ohr erreicht, ist grad einen Meter neben ihm. Windjackens Stimme. “Na glauben Sie nun, das mein Handy geht?”.

Nun dreht Ölhaar auf. “Wie wär´s mit dem iPhone, was ich der jungen Dame eben verkauft habe?”. Windjacke verzieht keine Miene. Er will eine neue SIM-Karte. Sonst nichts. Schließlich hat er noch gespeichert, was der Blogger “Herr Paulsen” über das Ei Phone schrieb:

Diese iPhone-Hysterie erschließt sich mir nicht. Das Ding ist zu doof zum SIM-Karten lesen, meine angelegten Telefonnummern der letzten Jahre darf ich jetzt händisch eingeben. E-Mail geht auch noch nicht, weil ich auf meinem Rechner ein anderes E-Mail-Programm habe als die von iPhone für flott kompatibel erklärten. Drei Tage iPhone. Nichts als Fingerpatscher und Fettschlieren.

Richtig. Mann muß ja nicht in jeden Apfel auf der Bahnhofstraße beißen.

Hätte doch phantastisch gepasst

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Die Überkleber des Straßenschildes waren aber wohl nur Scherzkekse. Jetzt, wo sich politisch sooooooooviel tut auf und um den schönsten Platz der Metropole….. Dem Baudezernenten, dessen weitere 8 Jahre Stadtverschandelung soeben begonnen haben, wurde heimlich ein dickes Buch zugespielt: “Wie fange ich es an, in einer mittelgroßen deutschen Stadt irgendwie die Dinge in den Griff zu bekommen?”. 8 Jahre hat er ja bereits als Praktikum hinter sich.

Westfalen-Blatt glaubt an den Weihnachtsmann.

Die Wohltaten kommen. Ein Jahr vor der Bundestagswahl versucht die große Koalition, die Wähler für sich einzunehmen. Eltern bekommen mehr Kindergeld, verspricht Bundeskanzlerin Angela Merkel, das Wohngeld soll schon am 1. Oktober 2008 erhöht werden, außerdem winken Steuerent- lastungen. Ausgaben für Kinder- und Putzfrauen sowie Handwerkerleistungen, die der Renovierung, Erhaltung und Modernisierung selbst genutzter Häuser und Wohnungen dienen, sollen bis zu einer Höhe von 15 000 Euro geltend gemacht werden können. Im besten Fall erhält der Steuerzahler
3000 Euro zurück. Das ist viel Geld. Die von hohen Energiepreisen und steigenden Kosten für Lebensmittel gebeutelten Deutschen werden es dankbar annehmen. Es ist eine Entschädigung für die harte Haltung von Finanzminister Steinbrück bei der Pendlerpauschale, die wohl nicht mehr in vollem
Umfang gezahlt werden wird. Die Steuerpläne der Bundesregierung dienen aber nicht nur dem Wählerfang. Sie sind zudem ein verkapptes Konjunkturprogramm. Wer mehr Geld vom Fiskus zurückbekommt, wird mehr Aufträge an Handwerker vergeben und weniger Putz- und Kinderfrauen schwarz beschäftigen.

Ach, liebes Westfalen-Blatt. Wer mehr Geld vom Fiskus zurückbekommt, wird mehr Aufträge an Handwerker vergeben? Der Weihnachtsmann kommt bei Euch früher denn je.