Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mo
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Sep '08

GENIALE ante portas

Vom kleinsten Teilchen bis zur Unendlichkeit – Familien mit Kindern zwischen 6 und 18 können vom 3. bis 11. Oktober 2008 in Bielefeld auf große Forschungsreise gehen. „Macht Euch schlau!“ – das ist das Motto der GENIALE, eines bundesweit einzigartigen Science-Festivals, das vor allem für junge Entdecker Ferienerlebnisse der besonderen Art verspricht: Wissenschaft zum Anfassen und Mitmachen!

Rund 400 Veranstaltungen an knapp 50 Orten laden dazu ein, die Bielefelder Wissenswelten neu zu entdecken. Auf dem Programm, das die Bielefeld Marketing GmbH gemeinsam mit acht Bielefelder Hochschulen und vielen weiteren Partnern aus Kultur, Wirtschaft und Medien zusammengestellt hat, stehen spannende Live-Experimente, faszinierende Shows, offene Labore und vieles mehr. Hunderte Wissenschaftler und Studierende präsentieren ihre Forschung hautnah und laden zu spannenden Workshops, Führungen und Diskussionen ein.

Schalke-Aufsichtsratcheffe muß blechen

Deutschlands größter Fleischverarbeiter Tönnies (Clemens T. ist Aufsichtsratschef bei Schalke 04) muss wegen unzulässiger Videoüberwachung seiner Mitarbeiter ein Bußgeld von 80.000 Euro zahlen. Grund sei “eine Art Wildwuchs an Videoüberwachung” mit weit mehr als 200 Kameras, sagte Bettina Gayk, Sprecherin der Landesbeauftragten für den Datenschutz Nordrhein-Westfalen, heute in Düsseldorf und bestätigte Medienberichte. “Das war deutlich zu viel.”

Ein Tönnies-Sprecher kündigte an, das Unternehmen werde das Bußgeld akzeptieren. Lebensmittelbetriebe müssten überwacht werden, allerdings sei Tönnies “über das Ziel hinausgeschossen”. Nach Angaben des Tönnies-Sprechers hat der Fleischverarbeiter “Änderungen eingeleitet”. Allerdings müsse die sensible Lebensmittelproduktion auch aus hygienischen Gründen weiter überwacht werden. Gayk kritisierte, dass auch die Kantine und die Umkleidebereiche überwacht worden seien. Das Unternehmen mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück bei Gütersloh sei aber kooperationsbereit und habe zahlreiche Kameras abgebaut.

Mehr liest man Morgen in den hiesigen Blättchen über unseren Lieblingsbilligfleischhauer. Mitleid haben wir aber mit ihm ebenso wenig wie mit dem Fußballclub, der zu dämlich war, gegen Dortmund eine 3:0 - Führung über die Runden zu bringen. Siehste Clemens, mußte mehr überwachen. Haste doch jetzt Kameras und Spitzel übrig….

Vorwitziger Rauchmelder blockiert Ossitunnel

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Gestern sperrte Rennen & Rollen den Ossidamm, heute ein Rauchmelder. Das ist nichts auf zwei Beinen sondern was an der Decke des Ostwestfalen dammtunnels. Heute Nachmittag gabs große Verkehrsbehinderungen am und um den Tunnel. Der Melder schlug immer wieder Alarm, einen Grund konnten die Experten aber nicht ausmachen. Weil der Melder anschlug, gingen die Ampeln am Tunnel sofort auf Rot. Der Verkehr wurde von der Hauptverkehrsader abgeleitet. Gestern verliert Arm. BI, heute meckert ein Rauchmelder. Mächtig was los in der Metropole.

Rapunzels Salat ist wieder da

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Da ist er wieder. Heimlich, still und leise schlich er sich in die Auslagen der Markstände auf Siggi, Kesselbrink & Co. Rapunzels Salat, der Feldsalat, ist wieder da. In alter Frische. Nussig, knackig und in vielerlei Varationen zuzubereiten. Jetzt würde ich gerne erfahren, wie Bielefelder und Ostwestfalen ihn zubereiten. So? So? Oder so?

Bescheuerte Farbenspiele der Parteien

Ernsthafter Flirt oder falsches Spiel mit Gefühlen? Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier funken eindeutige Signale in Richtung FDP. Der eine schwärmt von der rot-gelb-grünen Ampel, der andere schwelgt in glorreichen sozialliberalen Zeiten (1969 bis 1982). In ganz wenigen Tagen schaffen die beiden Profis, was Kurt Beck nie gelang: Sie retten die SPD vorerst aus größter Erklärungsnot. Die nervende Gretchenfrage »Wie hältst du es mit der Linken?« ist genauso flott ausgeblendet wie der unglückliche Pfälzer selbst. Dabei hält Hessens Andrea Ypsilanti stur am Linkskurs fest. Und während Kollegin Hannelore Kraft in NRW ihre Offenheit auch zu den Ruhrpott-Kommunisten aufrecht erhält, bedient Müntefering bei derselben Klausur in Kleve rot-gelbe Nostalgie. Rafffiniert! Und die so heftig umworbene FDP? Gleich zwei Generalsekretäre, Dirk Niebel in Berlin und Christian Lindner in Düsseldorf, zeigten gestern zarte Röte: Man könne nicht zugleich mit FDP und Linkspartei flirten, hieß es scheinbar schüchtern. Will sagen: Die Liberalen fühlen sich geschmeichelt und wünschen weitere Liebesbeweise. Egal wie ernsthaft das SPD-Ansinnen sein mag, sie sind zum öffentlichen Tête-à-Tête gern bereit.

Und das wundert unser Westfalen-Blatt? Kehren wir doch Münteferings (geklauten) Spruch einfach um und er passt: “Wer viel schwätzt, der braucht auch nicht zu denken”. Jetzt noch nen roten Schal umgewürgt und ein wenig wie GAZgerd am Rednerpult knödeln, schon ist die glorreiche Zeit der Entwicklung von “Agenda 2010″ und “Hartz 4″ herbeigezaubert. Fragt sich nur, wie noch ein Jahr in diesem unserem Lande regiert werden soll.

“Springreiten”????

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Jaja. Ich erinnere mich. Da gabs doch bei der letzten Olympiade diesen Wettbewerb “Alarich auf Dr. Klimke”. Die Reiter stiegen vor dem Start ab und die Pferde sprangen an der langen Leine durch Reifen und über Stangen und Wasser. So war das also jetzt beim Agility-Turnier, den Deutschen Meisterschaften in Oldentrup? “Springreiten für Hunde”. Völker dieser Welt, schaut auf die Sättel, vernehmt das Klirren des Zaumzeuges. Heiliger Headlinius, bitte greif ein ……

Martin dreht mal wieder auf

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Das ist der Kannegiesser, Martin. Der führt die Arbeitgeber bei Gesamtmetall an. Selber hat er ein Büdchen im schönen ostwestfälischen Vlotho, wo ein paar hundert Leute ihm ein richtig schönes, gutes Einkommen zusammenschrauben. Jetzt wollen die Leute in 22.894 Betrieben aber auch mal was vom Kuchen haben, zu dem sie entscheidend beigetragen haben. Kannegiessers Martin schraubt nämlich nicht selbst. Er läßt schrauben. Sagt aber immer, ohne die “Unternehmer” ginge das alles nicht. Deshalb findet der Kannegiesser, Martin das gerecht, wenn die Unternehmensgewinne hoch zweistellig steigen, die Arbeitnehmer aber lediglich “einen Inflationsausgleich” bekommen sollen. Und keine “sieben bis acht Prozent” wie in dieser Lohnrunde. Das findet Kannegiessers Martin “völlig überzogen”. Schließlich hätten seine Kumpels von der Metallfront “235.000 Betriebsmitglieder neu eingestellt und 170.000 Leiharbeiter beschäftigt”. Martin, das ist Klasse. Nur zahlt ihr an die meisten dieser “neue Eingestellten” nicht das, was eigentlich sein müsste. Guck mal, Martin, nicht nur Deine Strom-, Wasser - und Gasrechnung daheim in der kleinen Villa und im Ferienhaus auf Mallorca ist höher geworden. Das geht denen, die Deine Maschinchen zusammenschrauben genauso. Weil sie aber nicht so viel in Liechtenstein auf die Seite rafffen konnten, leben sie meist von der Hand in den Mund und zahlen dadurch unterm Strich relativ mehr Steuern als Du und Deine Kumpels. Weil Ihr die Leute in der Regierung auf Eurer Seite habt, die Euch so schön regelmäßig weiter entlasten., die von Euren Freunden in Gütersloh geschriebenen Gesetze Wort für Wort übernehmen und Euch damit gleich wieder einen Gefallen tun.

Weißte Martin, früher haben Eure Leute doch ab und zu mal den Dreschflegel in die Hand genommen und draufgeschlagen. Man könnte fast meinen, Ihr sehnt Euch diese Zeiten zurück. Und jetzt geh mal bitte aus dem Licht, hast Dich ja bei der NW auf der Wirtschaftsseite sonnen können. Heul Dich bei Deinen Gesinnungsgenossen von der “Initiative Neue Marktwirtschaft” aus. Motto: “Uns 99%, der Mehrheit den Inflationsausgleich”. Euer Bruder im Geiste, der hochstirnige Bundesfinami, wird Euch schon willig dabei unterstützen. Und das Kanzlerin sowieso. Das hat nämlich keine Ahnung von Wirtschaft, Volkswirtschaft, Brutto und Netto.