Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
19
Aug '08

BI-EN XXX weg?

Es ist sowas wie Sommerloch. Immer noch. Auf jeden Fall Parlamentspause. Und das ist die große Stunde der Hinterbänkler. Während ein paar Unionsdrittklassige Abgeordnete in den USA für Furore sorgen (“Wir brauchen auf jeden fall einen Neger, der den Rollstuhl …einer Abgeordneten …. fährt”) kommen andere auf die Idee, sich über die Nummernschilder der Autos zu mokieren. Klar, sonst haben sie ja auch weder etwas zu sagen, noch eigen zu entscheiden. Also:

Jede Region kennt sie: Ortskennzeichen, die verulkt und veralbert werden. WL, Winsen/Luhe, steht im Volksmund zum Beispiel für “Wilder Landwirt”, VIE, Viersen, für “Vollidiot in Eile” oder FFB, Fürstenfeldbruck, für “Fahrer fährt beschissen”. Der Berliner Innen- und Polizeiexperte Peter Trapp will die Ortsbezeichnung auf Nummernschildern deshalb abschaffen, berichtet die “Bild-Zeitung”.

Der Unionspolitiker will damit den Verunglimpfungen vorbeugen. “Es kommt vor, dass Autofahrer aus bestimmten Regionen aufgrund ihres Kennzeichens mit Vorurteilen belegt sind und Probleme im Straßenverkehr haben”, sagte er der “BLÖD”.

Na, wie könnten wir das hier diskutieren?

BI-……………….
GT-…………………
OS-……………….
MS-……………….
usw.

Pfote mit teurem Aua

hundepfote.jpg Hundes Pfote hinten rechts hat “Aua”. Deshalb hin zu Tierarzt Dr. Hettling in Brackwede. Voll wie immer. Unser Hofwart maulte. Und gestern sperrte er sich mit seinen über 40 Kilo vehement gegen das Behandlungszimmer. Ob er spürt, das jedesmal 60 € für Verband, Spritze und Warten auch relativ viel Geld sind?

Gestern jedenfalls haben wir Selbsthilfe praktiziert und der Pfote einen alten Socken gegeben. Passt ihm zwar auch nicht. Sieht aber chic aus und schützt. Und wenn der Blogger, der hier stets vehement gegen “Tiereinträge” mault, auftaucht, kriegt er auch einen Socken.

Gefühlte Niederlage

niederlage.jpg

“Geht nicht. Die ist rot”, meinte die ältere Empfangsdame am Toom-Eingangscounter (schöner Begriff). Offensichtlich deutete sie mein erstauntes Gesicht nicht richtig. Eben diese Gasflasche wurde beim früheren Marktkauf am Südring einige Male schon hingebracht, gegen eine volle getauscht und bei Nachfrage erhielt man die Erklärung: “Ist Pfandflasche. Können Sie eines Tages zurückgeben”. Nun ist der Markt getoomt und die Flasche eine gekaufte Flasche. Ob´s an der roten Kappe liegt? Egal. Daheim steht eine bereits im getoomten Markt erworbene definitive Pfandflasche. Wenn die leer ist, geht sie zurück. Gegen Pfand. Und ab dann lassen wir nur noch “Is rote Kappe. Gehört Ihnen” füllen.

Aber eine gefühlte Niederlage ist es doch.

Die gierige DFL geht einem auf den Keks

Der Streit zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL), deren Mitglied auch Arm. Bielefeld ist, und dem Bundeskartellamt um die zukünftige TV-Vermarktung der Bundesliga spitzt sich zu. Die DFL will kurzfristig gegen die Bonner Behörde klagen. Der Grund: Die DFL hat aus den Medien von der neuen Ablehnung eines nachträglich eingereichten zentralen Vermarktungs-Konzeptes erfahren.

Eine entsprechende Klage gegen das Kartellamt wegen dessen anhaltender Ablehnung werde nun nach weiteren Beratungen mit den DFL-Anwälten erfolgen. Nachdem die Behörde deutlich gemacht hatte, wie bisher eine zeitnahe “Highlight-Berichterstattung” im frei empfangbaren Fernsehen auszusehen hat, legte die DFL den Plan vor, die entsprechenden Spielberichte eigenproduziert in einem unverschlüsselten Digital-Kanal zu platzieren. Vom Veto zu diesem Kompromiss, da zu wenige Haushalte über Digitalempfänger verfügten, erfuhr die DFL “aus den Nachrichten”, so Peters.

Mannmannmann. Es geht nur um Kohle, Kohle, Kohle. Der Fan im Stadion, den würde man am liebsten aussperren. Dann spielt doch auf Timbuktu alleine. Da könnt Ihr dann Eintrittspreise nehmen wie der Mann im Mond. Leider werden Eure Tribünen dann noch leerer sein. Siehe Arm. BI. Irgendwo gibt es sowas wie eine Schmerzgrenze für die Fans. Über 40 Euro für Fubabuli-Gekicke sind nicht gerechtfertigt. Und wer GEZerpresste Gebühren zahlen muß, der hat auch das Recht, in der Sportschau Bundesliga-Fußball zu sehen, der letztlich auch öffentlich finanziert wird. Siehe Polizeiaufgebote, Infrastruktur, etc. pp. Vielleicht würde es aber auch nicht schaden, mal eine Weile nicht das dumme Gesicht des Münchner Würschtels Hoeneß zu sehen oder das geifernde Geschwafel das Oberbayern Rummenigge. Am grenzdebilen Gefasel des Franz B. kommen wir dank BLÖD allerdings nicht vorbei. Der weiß nämlich, wie man für Oh tu wirbt, während der Verein von der Teledumm reichlichst gesponsert wird.

Vincero!

Wenig Tränen um einen neoliberalen Abgänger

wendabgang.jpg

So riesengroß war die Trauer über den angekündigten Abgang von MdB-SPD und “Wirtschaftsexperte” Rainer Wend in Bielefeld nicht. Allzu klar ist, das der Neoliberale, Parteispalter und Seeheimer verloren hat und der aus Überlebensgründen notwendige Linksrutsch seiner Partei ihn mitgerissen hat. Klar, wer sich sklavisch an GAZgerds hasardeurische Agenda, den unsozialen Hartz-Mist und andere völlig un-SPDische Dinge klammert, der wird fortgespült. Wir brauchen aber keine Angst um Rainer zu haben. Er wird nur bis an einen Fleischtopf gespült, für dessen Füllung er in Berlin sicher gekämpft hat. Lobbyismus nennt man das wohl. Wird ja nicht lange dauern, bis wirs wissen, obs Energie ist, GAZ, Öl oder anderes Bürgerfeindliches.

Das Westfalen-Blatt meint dazu:

Der Bielefelder SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Wend ist ohne Frage in der Region ein politisches Schwergewicht. Er war ein vehementer Verfechter der von der Regierung Schröder angestoßenen Arbeitsmarktreform. Genau dieser Umstand ist ihm nach der Bundestagswahl 2005 zum Verhängnis geworden. In einer wieder deutlich nach links rückenden und in einer großen Koalition gefangenen SPD konnte er als »Schröderianer« seine bundes – politischen Ambitionen nicht mehr durchsetzen. Wend ist ehrgeizig. Er wäre gern mehr geworden als »nur« wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion – und das politische Naturtalent hätte auch mehr gekonnt. Ein bisschen Resignation dürfte allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz in seiner Entscheidung mitschwingen, nicht mehr für den Deutschen Bundestag zu kandidieren. Wie viele sozialdemokratische Spitzenleute der rot-grünen Jahre will er sein Heil nun in einer leitenden Funktion außerhalb der Politik suchen. Diesen Schritt rechtzeitig vor der nächsten Wahl anzukündigen, ist
honorig. Aber in der einstigen sozialdemokratischen Hochburg Bielefeld ist niemand erkennbar, der ohne weiteres in seine Fußstapfen treten könnte. Die Personaldecke der Bielefelder Genossen ist eher dünn. Die Personalie macht auch offenbar, dass die schleichende Erosion der SPD Ostwestfalen-Lippe längst erreicht hat.

Jetzt darf man gespannt sein, wie es dem anderen ostwestfälischen GAZgerd-Fan im Aussenministeramt ergeht, hat doch die Praktikantin im Bukaamt längst seine Funktionen übernommen, weil sie im Innern die Datscheusenbeine nicht mehr so recht auf den Boden bekommt. So spielt man mal schnell in Georgien mit äußerst dummen, ja gefährlichen Bemerkungen Weltpolitik und spukt dem amtierenden EU-Ratspräsidenten in die Suppe. Poberl (das politische Berlin) kommt einem immer mehr vor wie ein Mutantenstadl, in dem die Kauders, Po fallas und demnächst Müntes (“Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht zu essen”) das Zepter schwingen.

Nein, es sind nicht die Besten, Klügsten, Intelligentesten, die in die Politik gehen und auf unsere Kosten Hubschrauberflüge buchen, die soviel kosten wie eine Handvoll Hartz4-Familien zum Leben im Jahr haben.