
So riesengroß war die Trauer über den angekündigten Abgang von MdB-SPD und “Wirtschaftsexperte” Rainer Wend in Bielefeld nicht. Allzu klar ist, das der Neoliberale, Parteispalter und Seeheimer verloren hat und der aus Überlebensgründen notwendige Linksrutsch seiner Partei ihn mitgerissen hat. Klar, wer sich sklavisch an GAZgerds hasardeurische Agenda, den unsozialen Hartz-Mist und andere völlig un-SPDische Dinge klammert, der wird fortgespült. Wir brauchen aber keine Angst um Rainer zu haben. Er wird nur bis an einen Fleischtopf gespült, für dessen Füllung er in Berlin sicher gekämpft hat. Lobbyismus nennt man das wohl. Wird ja nicht lange dauern, bis wirs wissen, obs Energie ist, GAZ, Öl oder anderes Bürgerfeindliches.
Das Westfalen-Blatt meint dazu:
Der Bielefelder SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Wend ist ohne Frage in der Region ein politisches Schwergewicht. Er war ein vehementer Verfechter der von der Regierung Schröder angestoßenen Arbeitsmarktreform. Genau dieser Umstand ist ihm nach der Bundestagswahl 2005 zum Verhängnis geworden. In einer wieder deutlich nach links rückenden und in einer großen Koalition gefangenen SPD konnte er als »Schröderianer« seine bundes – politischen Ambitionen nicht mehr durchsetzen. Wend ist ehrgeizig. Er wäre gern mehr geworden als »nur« wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion – und das politische Naturtalent hätte auch mehr gekonnt. Ein bisschen Resignation dürfte allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz in seiner Entscheidung mitschwingen, nicht mehr für den Deutschen Bundestag zu kandidieren. Wie viele sozialdemokratische Spitzenleute der rot-grünen Jahre will er sein Heil nun in einer leitenden Funktion außerhalb der Politik suchen. Diesen Schritt rechtzeitig vor der nächsten Wahl anzukündigen, ist
honorig. Aber in der einstigen sozialdemokratischen Hochburg Bielefeld ist niemand erkennbar, der ohne weiteres in seine Fußstapfen treten könnte. Die Personaldecke der Bielefelder Genossen ist eher dünn. Die Personalie macht auch offenbar, dass die schleichende Erosion der SPD Ostwestfalen-Lippe längst erreicht hat.
Jetzt darf man gespannt sein, wie es dem anderen ostwestfälischen GAZgerd-Fan im Aussenministeramt ergeht, hat doch die Praktikantin im Bukaamt längst seine Funktionen übernommen, weil sie im Innern die Datscheusenbeine nicht mehr so recht auf den Boden bekommt. So spielt man mal schnell in Georgien mit äußerst dummen, ja gefährlichen Bemerkungen Weltpolitik und spukt dem amtierenden EU-Ratspräsidenten in die Suppe. Poberl (das politische Berlin) kommt einem immer mehr vor wie ein Mutantenstadl, in dem die Kauders, Po fallas und demnächst Müntes (“Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht zu essen”) das Zepter schwingen.
Nein, es sind nicht die Besten, Klügsten, Intelligentesten, die in die Politik gehen und auf unsere Kosten Hubschrauberflüge buchen, die soviel kosten wie eine Handvoll Hartz4-Familien zum Leben im Jahr haben.
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