Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

Themen anzeigen:

Juli 2008
M D M D F S S
« Jun   Aug »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

Do
31
Jul '08

Wend bejammert Clement-Rausschmiß

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, Bielefeld, hat sich empört über den Rauswurf des früheren SPD-Vize Wolfgang Clement aus der Partei geäußert. “Das ist unfassbar und grotesk”, sagte Wend der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Freitagausgabe). Dass ein solch “verdienter Politiker” wegen kritischer Äußerungen aus der Partei ausgeschlossen werde, sei ein “verheerendes Signal”, so Wend. Die NRW-Schiedskommission, die am späten Mittwochabend den Ausschluss des früheren NRW-Ministerpräsidenten und Bundeswirtschafts- und
Arbeitsministers beschlossen hatte, griff Wend scharf an. “Eine völlig unfähige Entscheidung. So wenig Souveränität hätte ich der Kommission nicht zugetraut.”

Aha, der eine Hartz-4-Miterfinder und GAZgerd-Freund weint dem anderen Krokodilstränen nach. Ich bin zwar kein SPD-Mitglied, aber unseren flotten neoliberalen Wendehals hätte ich gleich hinterhergeschickt. Die CDU braucht auch Mitglieder, die stolz auf Deutschland sind, wenn wir chinesische Löhne zahlen. Es sind doch genau diese Wends, Clements, Schröders, Steinbrücks, Steinmeiers, die diesem Land den entscheidenden Kick gegeben haben, den die Datscheuse nun nur noch äußerst kunstvoll mit der Quadratur des politischen “Auf-der-Stelle-Trippelns” vollendet. Reinhard Mohn hat sich grad in seiner Steinhagener Datsche einen Riesenast gelacht. Die Mohnsaat geht auf.

Arm. Bielefeld…….

Während der Maybach seinen neuen Schlappen aufgezogen bekam, blätterte ich ein wenig in einem Bielefelder “Eliteheft”. Bei einem “Event” im Porschecenter am Bielefelder Südring räkelt sich auf einem Foto ein sichtlich selbstzufriedener R. Kentsch, seines Zeichens Geschäftsführer bei Arm. Bielefeld. Auf T-online liest sich das heute dann schon nicht mehr so selbstzufrieden:

Bielefeld zum dritten Mal in Folge ohne Sieg

Auch Arminia Bielefeld präsentierte sich saft- und kraftlos und unterlag Zweitliga-Aufsteiger Rot-Weiß Ahlen in Everswinkel 1:2 (1:1) und blieb zum dritten Mal in Serie sieglos. Stefan Aigner brachte die Arminia in der zehnten Minute in Führung. Baldo Di Gregorio drehte das Spiel mit seinen beiden Treffern in der 30. und 68. Minute.

Und wie heißt der erste Gegner am 16. August zum Ligastart?

Bremen macht es besser

Keine Blöße gab sich dagegen Werder Bremen, im Gegenteil: Die Hanseaten gewannen bei Bundesliga-Absteiger Hansa Rostock 5:1 (2:0). Vor 9000 Zuschauern in Rostock erzielten Jurica Vranjes (2.), Markus Rosenberg (36.), Hugo Almeida (48., 78.) und Mesut Özil (85. ) die Tore für Werder. Regis Dorn hatte für Rostock, das die erste Niederlage im achten Test kassierte, auf 1:3 verkürzt. Zudem verschoss ausgerechnet der Ex-Bremer Kevin Schindler für Hansa einen Foulelfmeter (60.).

Heute schon geraucht?

tabak.jpg

Das Westfalen-Blatt nimmt das neue Raucherschutz-Urteil aufs Korn:

Um eines gleich klarzustellen: 33 Jahre meines Lebens habe ich nicht geraucht, aber seit zehn Jahren gebe ich mich dem kultiviert-intensiven Zigarrengenuss hin. Und um auch das klarzustellen: Ja, ich weiß, dass Rauchen schwer gesundheitsgefährdend ist, und, ja, ich weiß auch, dass jedes Jahr in Deutschland 3300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens sterben. Für Bundesverfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier ist deshalb
»der Schutz der Bevölkerung vor Gesundheitsgefahren - wozu der Gesetzgeber auch das Passivrauchen zählen darf - ein überragend wichtiges Ge - meinschaftsgut«. Deshalb hält er auch ein generelles Nichtrauchergesetz für verfassungsgemäß. Sein Kollege Johannes Masing wandte allerdings - angesichts eines Raucheranteils von mehr als 30 Prozent unter den Erwachsenen - in einer abweichenden Meinung zu dem Urteil ein: »Damit wird das gesellige Beisammensein bei Tabak, Speise und Trank völlig aus dem öffentlichen Raum und dem gewerblichen Angebot verbannt.« Gesundheit ist fraglos ein hohes Gut. Doch wenn Erwachsene sich entschließen, in der Eckkneipe ein Rauchopfer darzubringen, und auch der Kneipier dem Glimmstängel verfallen ist - warum soll das verboten werden?

In der Abwehr von Gesundheitsgefahren ist Deutschland - wie auch in Sachen Nichtrauchergesetz - herrlich inkonsequent. Wenn Gesundheit ein so hohes Gut ist, warum erlaubt man überhaupt das Rauchen? Warum ist Tabakwerbung verboten, Alkoholwerbung aber nicht? Warum sind weiche Drogen teilweise erlaubt? Und warum, wenn wir Massenmörder mit Glimmstängel so böse, böse, böse sind, wie die Drogenbeauftragte des Bundes Sabine Bätzing gestern bekräftigte, finanziert sich der deutsche Staatshaushalt zu fast fünf Prozent aus der Tabaksteuer? Schon lange darf in vielen Lebensbereichen nicht mehr geraucht werden - nicht in öffentlichen Gebäuden, nicht am Arbeitsplatz. Dies ist nachvollziehbar und vollkommen richtig, da auch Nicht -raucher diese Räumlichkeiten aufsuchen müssen. Neben dem Schutz vor dem Passivrauchen war ein weiteres Bätzing- Argument für die Glimmstängel-Verbannung aus Gaststätten: Die Nichtraucher würden das Wegbleiben der Abhängigen finanziell kompensieren. Mag sein, dass das in Irland, Italien und Spanien so ist, in Deutschland ist das nicht der Fall. Rauchräume in Restaurants sind überfüllt, die Nichtraucher-Plätze bleiben leer. Warum lässt man die Gaststätten-Besitzer nicht entscheiden: Bei mir darf geraucht werden, bei mir nicht. Und dem mündigen Bürger die freie Wahl, da geh’ ich rein, da nicht. Viele Kritiker bemängeln den inkonsequenten Schutz im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Konsequent ist aber nicht immer klug. So müssen die Gäste in holländischen Coffeeshops, wenn sie ihren weichen Drogen vor dem Verzehr Tabak beimischen, den Laden vor dem Konsum verlassen. Noch Fragen?

Warum? Warum? Viele Fragen. Man sollte sie der Mischpoke stellen, die sich die vielen Drangsalierungen ausdenkt, die Bürger auf Schritt und Tritt überwachen läßt, Ausweise mit Biometriedaten erfindet und die uns jede Minute was von Terrorgefahr vorlabert.