Archiv für den Monat: Juni 2008

Heut schon jemand denunziert?

Die Finanzbehörden der Länder wollen die Hürde für Anzeigen gegen Steuersünder herabsetzen. Nach Information der „Süddeutschen Zeitung“ planen einige Behörden, Online-Portale, bei denen Bürger Hinweise auf Steuerbetrüger abgeben können, aufzubauen oder zumindest die Idee zu überprüfen. Die Portale sollen so verschlüsselt sein, dass der Tippgeber anonym bleiben kann. Kritiker befürchten, dass sich mit einem solchen Portal das Denunziantentum ausbreiten könne. „Theoretisch kann also jemand seinen Nachbarn nur deshalb melden, weil man ihm eins auswischen will“, so ein Sprecher des Finanzministeriums. Zwar machen sich solche Denunzianten selbst strafbar – doch da ein solches Portal anonym sei, habe die Polizei keine Handhabe.

Ähm, gehts noch? Was in dieser Republik von einer gewissen Mischpoke geplant wird, sprengt alles bisher in Deutschland Dagewesene. Des 3. Reiches „Blockwart“ oder der DDR „Stasi“ waren Weisenknaben gegen die perverse Denke einer charakterlosen Schicht von gut bezahlten und Pensionsmäßig super abgesicherten Staatsdienern. Da könnte einem glatt die Bibel einfallen. Riester 1, „Die Weissagungen der Neoliberalen“, Psalm 4: „Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie zahlen nicht in die Sozialsicherungswerke ein – aber der liebe Gott ernährt sie doch prächtig“. Wäre jetzt geneigt, mal im Finanzamt Mitte oder Außenstadt anzurufen, was man davon hält. Will aber keine Jubelschreie initiieren. Da denunzier ich doch lieber meinen Nachbarn. Der hat gestern dem anderen Nachbarn die Hecke geschnitten, 10 Euro genommen und nicht versteuert. Sowas geht doch nicht …..

Beneidenswert

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Beneidenswert. 42 Kilo Fellbündel finden auch morgens um 8 schon ein wärmendes ruhiges Plätzchen. Oder ist es der betörende Duft der alten Rosen, der Hundesinne benebelt? Würde man leise „Leckerchen“ sagen, das Kraftpaket wäre in Sekundenbruchteilen auf den Pfoten.

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Das hört Bielefelds Emnid nicht gern

Der Philosoph Peter Sloterdijk, ein heller Kopf, hat neulich ein „Gesetz zur Eindämmung der Meinungsforschung“ gefordert. In der Demoskopie erkennt er die Gefahr einer außerparlamentarischen Herrschaftsinstanz. Ja, er spricht sogar von einer unlegitimierten Meinungsdiktatur und hat damit vermutlich Recht (Kaube, FAZ-NET). Das Gesetz zur Eindämmung der Meinungsforschung kommt natürlich nicht, erst kommt noch ein Gesetz zum vermehrten Einsatz von Energiesparglühlampen, korrekt, weil wir in Deutschland so wenig helle Köpfe haben.

Gelesen auf dem Blog „scusi!“. Dem kann man nur beipflichten. Jede Woche eine Umfrage, jede Woche der neoliberale Ostwestfale und getreue Schröder-Klon Steinmeier „in Front“, jede Woche unglaubliche Zustimmungszahlen zur verkorksten CDU-Politik, jede Woche neue gigantische Werte für die Templiner Datschenbesitzerin, die ja „soooooooooooo beliebt“ ist. Dazu eine Anekdote: Gestern Abend haben wir den Geburtstag einer ostwest-fälischen Steuerberaterin gefeiert. Natürlich streifte das Thema auch die Politik und die von BLÖD so vehement schwachsinnig beklatschten seltsam-bizarren Fußball-Auftritte der Oranjekanzlerin („Unsere Kaiserin“). Auch eine bekannte Person unseres Bielefelder Umfragers Emnid war unter den Gästen, verzog sich aber blitzschnell, als „die Werte“ als „getürkt, gekauft, gesteuert“ bezeichnet wurden. Der Geburtstag wurde danach umso feucht-fröhlicher. Steinhäger aus dem Originalsteinzeug von 1998 wollten wir uns dann aber doch nicht antun. Man sollte den geschärften Blick auf den Neoliberal-Klon Steinmeier und die Wendts dieser Republik nicht verlieren.

Ja is denn scho´ Weihnachten?

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So langsam nimmts hysterische Züge an, das Fußballspiel anläßlich der EM um den Einzug ins Finale von Wien. In Bielefeld haben sie gestern entschieden, das „Öffentliche Gucken“ am morgigen Mittwochabend vom Jahnplatz in die SchücoAlmArena zu verlegen. Vernünftig. 16.000 können nun auf der Videowand vor der neuen Haupttribüne verfolgen, was den Ballacks und Altintops so einfällt, wenn das Runde ins Eckige muß.

Keime lauern überall…

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… und sind hier mit herkömmlichen Putzmitteln nicht in den Griff zu kriegen: wenn es ein Giersch ist!

 

 

Dieser stark wuchernde Plagegeist (auch „Zipperleinskraut“ genannt) verbreitet sich gerne durch Wurzelausläufer hartnäckig in alle Richtungen. Entsprechend schwierig ist seine Bekämpfung.

Bei Wikipedia gibts dazu unter anderen die folgenden Tips: „Pflanzen nie abrupfen, sondern mit Bedacht die ganzen Wurzeln ausgraben. Pflanzen und Wurzeln in Biotonne oder Restmüll geben, nie auf den Komposthaufen werfen. Hat sich Giersch in Bodendeckern oder Stauden verzweigt, diese gleich mitentsorgen. Hat sich Giersch auch beim Nachbarn angesammelt, sich mit diesem besprechen und gemeinsam bekämpfen, da er sich sonst durch den Zaun wieder einschleicht. Um die „befallene“ Stelle herum spezielle Platten im Boden versenken, die eine Verbreitung wie bei Bambus verhindern.“

 

 

 

Wikipedia

Ehemaliger Bielefelder Prof und Jogi Löws Taktik

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Mit Niklas Luhmann, dem prominentesten Verfechter der soziologischen Systemtheorie, hat die nationale Frage ob 4-5-1 oder 4-4-2 zwar nur bedingt zu tun, auch wenn „selbstreferenzielle Prozesse der Kommunikation“ sogar bei Schweini, Poldi und Co. ablaufen. Aber das Hauptseminar „Aufstellungsvarianten im Fußball des 21. Jahrhunderts“ im provisorisch hergerichteten Hörsaal 1 der deutschen Nationalmannschaft in Tenero ist dieser Tage überfüllt wie eine Einführungsveranstaltung für Erstsemestler.

Der von T-online zitierte Niklas Luhmann lehrte von 1968 bis 1993 als Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld und wohnte bis zu seinem Tod 1998 in Oerlinghausen, nahe der Metropole. Zu Luhmanns Theorie heißt es auf Wikipedia:

Luhmanns „Systemtheorie“ versteht Gesellschaft nicht als eine Ansammlung von Menschen, sondern als operativ geschlossenen Prozess der Kommunikation. Die Systemtheorie thematisiert selbstreferenzielle soziale Operationen (Kommunikation). Selbstreferenziell soll heißen, dass sich Systeme nur auf ihre internen Operationen beziehen und trotzdem kognitiv offen sind. Die Leitdifferenz eines gesellschaftlichen Funktionssystems bezieht sich immer auf die System/Umwelt-Unterscheidung (beispielsweise „Das Recht/alles außerhalb des Systems des Rechts“ für das Rechtssystem). Die Leitdifferenzen von gesellschaftlichen Funktionssystemen bezeichnet Luhmann als Codes (im Beispiel „recht/unrecht “‘ für das Rechtssystem). Die meisten Funktionssysteme orientieren sich an symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien, die Wirtschaft etwa an Geld.

Dann wollen wir mal schauen, wie die Lehre des Bielefelders auf Viererkette, Flügelzange und Banananenflanke angewandt werden kann.

Bielefeld begeistert tanzend

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Sie gebürtige Ostwestfälin, er Ex-Juniorenprofi von Fußballclub Paris St. Germain, bekannt in Bielefeld und darüber hinaus: In ihrem Tanzstudio DansArt Tanznetworks in Bielefeld (Am Bach 11) bietet das Ehepaar Agbetou Tanzkurse für Erwachsene und Kinder an. (Foto: Susanne Freitag)

Die einen bewegen sich am liebsten auf Zehenspitzen zu klassischen Klängen, die anderen verausgaben sich zu temperamentvoller Musik beim Salsa. Ballett, Modern, Jazz, Brasilianischer Tanz, Flamenco oder Bollywood – vom 29. Juni bis 12. Juli 2008 steht Bielefeld bereits zum 19. Mal ganz im Zeichen des Tanzes. 22 international erfahrene und professionell ausgebildete Tanzpädagogen werden dann rund 800 Menschen aus Deutschland und dem europäischen Ausland mit ihren unterschiedlichen Tanzstilen und Arbeitsweisen begeistern. „Die Auswahl an Kursen war noch nie so groß“, sagen Ulla und Tchekpo Dan Agbetou, die seit 2002 für die künstlerische Leitung des Bielefelder Tanzfestivals verantwortlich sind. „48 Workshops in 14 Tagen machen das Festival zu einem außergewöhnlichen Treffpunkt für Tanzbegeisterte aus ganz Europa.“

So weit eine Meldung von Bielefeld-Marketing zum Bielefelder Tanzfestival im Juni/Juli.

Deutsche Fahnen wegen EM. Sozialer Zusammenhang?

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Sehr, sehr wenig Fahnen an den Autos, selbst wenn man die erzwungen deppenzeichenfreien Cabrios und Oldtimer rausrechnet. Einer von hundert, und der dann, ich sage es wie es ist, mit ostdeutschem Kennzeichen. Ich vermute, es gibt einen Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und öffentlich transportierter Nationalstolzerei.

Das schreibt heute ein Blogger auf „Rebellen ohne Markt“ aus seiner Zweitwohnung im Millionärsviertel am Tegernsee. Angesichts des hiesigen Fahnenmeeres eine anzweifelbare These.

Gehen wir mal die nahe Umgebung und die Zugehörigkeit der jeweiligen Autofahnen zum sozialen Status hier im Südwesten der Metropole durch und machen sozusagen die Fahnenprobe aufs Exempel:

1. Oberstudiendirektor. 2 Fahnen am Auto
2. Pensionierter ehemaliger Oberamtsrat. 1 Fahnen am Auto. 1 Fahne im Garten.
3. Übersetzerin deutsch/englisch/dänisch: 0 Fahnen. Hat aber auch nichts mit Fußball am Hut.
4. Emeritierter Uniprofessor. 1 Fahne am Auto der Frau. Wegen Enkel.
5. Einzelhandelskaufmann, Juwelier zu Bielefeld. 3 Fahnen. 2 an den Autos,
usw.

Und wir? Jeweils 1 Fahne an den Autos der Söhne. 1 Fahne an ihrem, 1 Band in SchwarzRotGold an seinem…. Bisher machten wir uns über unseren
sozialen Status wenig Gedanken. Aber jetzt?

„Gemeinsames Fest feiern“. Eine Chance

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Verständlich, das sich in der Metropole die Verantwortlichen vor dem EM-Spiel Deutschland-Türkei Gedanken machen und es sogar „Anregungen“ gibt,. „Deutsche und Türken“ zu trennen. Denkt man tiefer darüber nach, ist es eigentlich traurig. An welchen „Merkmalen“ erkennt man Deutsche, woran Türken? Ich wünsche mir ein großes, ja riesiges Fest auf dem Jahnplatz oder auf der Alm und ein Zeichen, das es nicht um Nationalitäten und Nationen geht sondern um Fußball. Leider gibt es auf beiden Seiten ein paar Schwachköpfe, denen es genau darum nicht geht. Das wiederum zieht zwangsläufig massiertere Polizeipräsenz nach sich.

Was alles so TÜV geht……

Der Wind wirbelt das Haar auf, es riecht nach frischem Heu, der kleine Motor im Heck schiebt vor der Kurve mächtig an, in einem weiten Bogen zieht sich die Straße zum Teutoburger Wald am Hang entlang. »Cabrio war gestern«, findet Matthias Roth (35): »Aktueller Knüller in Sachen Freizeitspaß auf vier Rädern ist das Straßenkart. Wieselflink, wendig, ein echter Hingucker.«

Seit zwei Jahren verleiht Roth die schnuckeligen Karts mit Straßenzulassung, TÜV und allem, was man für die Teilnahme am Straßenverkehr benötigt – bis zum Gurt, Blinker, Hupe und Fernlicht. Falls es abends mal spät wird. Roths Vater führt die Firma Mc-Fun-Kart an der Detmolder Straße 401, der Sohn kümmert sich um Technik und Verleih.

So stehts im anderen Bielefelder Blättchen, dem Westfalenblatt. Natürlich frei von jeglichen kritischen Tönen. Airbag? Das war mal. Heute ist der Body die Prallzone. Wer schon mal hinter solchen Dingern hergefahren oder sie übersehen hat, fragt sich schon, warum das TÜV-gerecht ist. Wo das Gegenstück zur GEZ doch sonst alles anguckt, wenn man dort ein Auto vorführt. Wackelts? Blinkts? Rostest? (Natürlich nur, wenn man den Prüfer nicht ein wenig näher kennt, dann sieht man auf dem Zweiten schon mal schlechter).

Öffentlich in der Arena auf Schüco gucken?

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Russia hat Oranje rausgekegelt. Am Mittwoch spielt die Löw(en) – Elf gegen die Türkei um den Einzug ins Finale der EM. In der Metropole wird laut darüber nachgedacht, was wir schon vor der EM schruben: „Public viewing“ in der SchücoArena, weil der Jahnplatz zu klein wird. Ja nun, das ist bei BI-Marketing wahrscheinlich nicht so einfach. Auf den Gedanken, einen Lastwagen mit Großleinwand in eine perfekt ausgestattete Fußballarena oder davor (Hartalm)zu karren, ringsum die Würstchenstände anzuschmeißen, eine Runde herrliches Krombacher auszuschenken und um die 20.000 zu beglücken, kam man wahrscheinlich nicht. Dafür bedarf es in Bielefeld schon gewisser Anläufe. Die Entscheidung sollte aber bis Mittwochmittag gefallen sein. Sonst liegt doch noch ein Zambrotta im Weg.

Was Sie immer schon mal wissen wollten, und nie zu fragen wagten …

Was will uns das Kulturamt Bielefeld mit dem Titelmotiv des Bielefelder Kultursommer Kultur 2008 eigentlich sagen?

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Eine fettige Pommes mit Ketchup und Mayo als Sinnbild für Kultur (die über die Grenzen der Stadt hinaus durchaus deren Image zuträglich sein könnte) … was haben die sich wohl dabei gedacht? (Fragt sich die Altherrenriege)

Gegen Ostfriesen kicken

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Am 30. Juni spielt Arm. Bielefeld in Ostfriesland. Bei Kickers Emden, die grad die Qualifikation für die 3. Liga geschafft haben. Wer, wie und wann das neue Team für die Immernoch-1.Liga-Runde bildet, steht aber noch in Sportdirektor Dammeiers Sternen. Es gehen viele. Offensichtlich kommen aber wenige. Die Ansetzungen der neuen Saison gibts erst nach Ende der EM.

In Würde altern

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Wenn alte englische Rosen in Bielefeld in die Jahre kommen, können sie ganz schön morbide aussehen. Aber einen gewissen Stolz kann man ihnen auch dann nicht absprechen. So manchem alten Bielefelder Mitbürger hat die gesellschaftliche Entwicklung diese Würde genommen.

Hosgeldin Türkye!

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Am Mittwoch im Halbfinale aber bitte nicht wieder ein Last-Minute-Fußballspiel. Und Deutschland hofft, das die Templiner Datschenbesitzerin nicht schon wieder Zeit hat und regieren muß. Weil ohne auf der Tribüne spielen sie besser.

Schauen, informieren und rübermachen!

Heute und morgen in der Niedernstraße: Eine Leistungsschau ostdeutscher Reiseprospektproduktion.

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Da gibt es viel zu sehen, zum Beispiel die schicken Broschürchen vom Freizeitpark im Cargo-Lifter-Hangar (sie erinnern sich: Cargo-Lifter, eine der ganz großen Investitions-Luftnummern) und jede Menge weitere bunt bedruckte Papierchen über die touristischen Ziele im Beitrittsgebiet.

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In Sachen Elmar Brok

„Der christdemokratische EU-Abgeordnete Elmar Brok sieht Irland nach dem negativen Referendum am Scheideweg. Falls die übrigen 26 EU-Staaten den Vertrag bis Ende des Jahres ratifizieren sollten, müsse Irland entscheiden, ob „drei Millionen Iren“ den Rest der EU aufhalten wollten oder das Land sich „an diesem Spiel nicht mehr beteiligen“ könne, sagte Brok dem Westdeutschen Rundfunk.“

Soso. Unser ostwestfälischer Mann aus dem Gütersloher Bertelsmann-Dunstkreis in Brüssel sagt auch was und entlarvt mal wieder seine und seiner Kumpels und Kumpaninnen Einstellung. So sieht wahre Demokratie in einer EU aus? Der beste Weg: Die Völker wählen sich andere Leute in den Bürokratiemoloch Brüssel. Die vor allem wissen, was das Volk denkt. Aber das ist ja gar nicht geplant. Das Volk hat bei den neuesten neoliberalen Planungen den Mund zu halten und basta.

Lieber Hakan

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Lieber Hakan,

auch wenn Du im Ich-bin-doch-nicht-blöd-Markt in Schildesche noch schnell einen DVD-Rekorder und ein paar DVD´s gekauft hast („Brauch ich für Spiel heute Abend“), mußt Du heute Abend ganz tapfer sein. Sieh mal, die Türkei ist groß, ein stolzes Land und stand ja schon mal vor Wien. Aber Du darfst das Schild am Endspielstadion für Euer Team nicht übersehen:

„Halbfinale. Du kummst hier nich rein“

Hakan, Deutschland hat noch zwei Rechnungen mit Kroatien offen. Die müssen wir jetzt mal begleichen. Also gedulde Dich. Bei der nächsten WM in Südafrika dürft Ihr wieder ran.

Viele Grüße nach Denizli.

PS: Lieber Andreas. Gruß nach Lippstadt. Der Beitrag beruht auf einer erlebten Begebenheit. Was nun an diesem Beitrag „Vorurteile gegen Türken“ sein sollen, erschließt sich mir nicht. Abgesehen davon, das ich a) mit vielen türkischen Unternehmen ständig zu tun habe, b) sehr viele Türken hier und in der Türkei kenne und c) keinerlei Vorurteile gegen wen auch immer in der Türkei hege. Deswegen habe ich den Administrator gebeten, Ihren unfreundlichen Kommentar zu löschen. Nichts für ungut.

Public Idioting

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Man guckt hin. Guckt nochmal hin. Kneift sich in den Arm. Es steht immer noch da: „Public Training in der SchücoArena“. Auah. das tut weh. Dann haben wir also auch demnächst „Public Verliering“, „Public Elfmetering“, „Public Absteiging“? Amminia, wat tusse uns da an. Oder sitzt der Websitemacher bei London im Arsenal?

NW feiert die Wunderheilerin

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Im Erneutcordobavermeidungsspiel gegen Österreich stand die Templiner Datschenbesitzerin in Wien neben dem gesperrten Bastian Schweinsteiger und beschwor ihn mit den oben gezeigten Händen in Dürerpose. Gestern nun spielte der Bayern-Bub Portugal fast an die Wand. Ob das der Grund ist, warum die NW Neue Westfälische Zeitung heute eine Studie der Merkelschen Hände anläßlich der gestrigen Beschwörungsrede vor dem Bundestag auf Seite 3 zeigt, bleibt uns verborgen. Gemeinhin finden Heldenverehrungen eher in Diktaturen oder im Sport statt. Aber diese Feinheiten mag die NW wohl nicht mehr zu erkennen. Ansonsten ist der Artikel über die Irenwatschn für zuallererst die deutsche Kanzlerin als Hauptarchitektin des Vertrages über extremen Zuwachs der Brüsseler Bürokratenfülle – wie vieles in diesem Blatt – relativ dünn. Empfehlung fürs Finale gegen die Oranjes: Kleinen Altar bauen, mit NW Ausschnitten bekleben und auf der VIP-Tribüne die deutsche Kaiserin darin Platz nehmen lassen. Dann klappts auch mit dem Titel. Übrigens sah der Artikel in Gänze so aus:

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Starke Flasche leer :-)

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Oh Mann, wer hätte das gedacht. Portugal 3:2 geschlagen. Jahnplatz proppevoll, Wie sagte der Jüngere samt Freundin, in SchwarzRotGold gewandet? „Wenn Deutschland gewinnt, kommen wir nicht nach Haus“. Na gut. Halbfinale gegen…………… (Türkye?) ist erst nächste Woche.

Ronaldos Schuhe passen da rein

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Liebe Altherrenriege, die wenigen Portugiesen mögen ja noch so inbrünstig heut Abend auf dem Plaza de Jahn die Nationalhymne schluchzen, Ronaldo noch so sehr schmachtende Blicke in den Himmel schicken. Aber das hier, das ist die Box für seine Schuhe. Eingesackt. Abgeschickt. Er wird keine Chance haben gegen den Ostwestfalen im deutschen Team. Arne Friedrich. Der wo mal bei Arminia war. Und wenn der das nicht packt, hat die Ballacktruppe ja noch Heiko Westermann, Schalke 04, davor ebenfalls Arminia Bielefeld. Wer die Alm halbwegs heil überstanden hat, der packt auch den angeblich besten Stürmer der Welt. Jungs, zeigt Portugal die Hacken.

Dann schnüren Sie mal ihr Klimapaket

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Sie klopften sich in Berlin in gegenseitiger Begeisterung auf die Schultern. Grönland-Überflieger „Dickie“ Gabriel hält es gar für das Größte auf der Welt. Gemeint ist das gestern verabschiedete Klimapaket der Großen Untätigkeitskoalition. Gefunden wurde der kleinste Nenner. Bezahlen werden es am Ende – wie immer – die Verbraucher. Bewirken wird es wenig. Verändern wird es schon gar nichts. Ach doch. Ab irgendwann kontrolliert der staatsprivilegierte Schornsteinfeger, ob Sie in ihren Kronleuchter auch Sparlampen eingeschraubt haben oder immer noch die stimmigen dimmbaren Standardbirnen drin haben. Es lebe der Blockwart neuen Stils., Man könnte auch eine Umweltpolizei gründen. „Guten Tag, Stadt Bielefeld. Umwelt-BKA. Wir kontrollieren, ob Sie auch alle Energiesparmaßnahmen anwenden“. Wenn nicht. 109 jahre Knast in Brackwedes moderner JVA mit Flachbildschirm und rund um die Uhr brennenden Sicherheitslampen. Natürlich in herkömmlicher Ausführung. Die im Kern schon lange als gigantische Abzocke und PR-Veranstaltung der Atomlobby enttarnte Klimahysterie hat nun auch Ostwestfalens Schlafzimmer erreicht. Atmet weniger aus, Leute.

Erinnert irgendwie an BI-Kampagne…..

Nicht nur die Metropole hat ein großes Problem, sich anständig mit einer Marketing-Kampagne zu profilieren. Es gilt auch für das Land Nordrhein-Westfalen („Wir haben alles. Sogar Kohle“). So schreibt die Westdeutsche Allgemeine WAZ heute zum Thema „Kampagne NRW“:

Nun lieben wir also das Neue, wir, die führende Region in Europa, wir Nordrhein-Westfalen. Okay, ein Slogan, vier Wörter, eingängig, leicht auf englisch zu übersetzen, kein großer Wurf aufs erste Hinhören, aber auch keine verkorkste Ruhr-hoch-n-oder-R-im-Kreis-Idee.

Es ist schon in Ordnung, wenn eine Landesregierung Geld in die Hand nimmt, um den Standort bei ausländischen Investoren bekannt zu machen. Drei Millionen Euro im Jahr machen gerade mal ein Zehntel dessen aus, was große Markenartikler in ihre Marketing-Etats stecken. Und all die Kritiker des Englischen sollen mal erklären, wie sonst als auf Englisch man internationale Investoren ansprechen soll.

Okay, wir lieben das Neue. Wohlan: Wo, liebe Wirtschaftsförderer steht der runde Tisch, an dem der Investor (ob deutsch oder ausländisch) freundlich eingeladen bei Kaffee und Kuchen auf Planungsdezernenten, Umweltdezernenten, Vertreter der Berufsgenossenschaft, des TÜV sowie des Arbeitsamtes trifft, um an einem Tag alles zu erledigen, was man in Bürokratiedistan so braucht, um eine neue Firma zu eröffnen?

Wo ist die Service-Agentur für Leute, die aus dem Ausland hier Arbeitsplätze schaffen und Hilfe brauchen bei der Suche nach der passenden Schule oder Universität für die Kinder, einem Arbeitsplatz für die Ehefrau oder einem Haus fürs Wohnen? Wie, staatliche Bevorzugung einer ausländischen Unternehmer-Elite? – Na klar doch, wenn es hilft, hier Arbeitsplätze zu schaffen.

Wo sind die flächendeckenden internationalen Schulen im Land des neuen Aufbruchs?

Es ist gewiss nicht genug, einen gängigen Slogan zu erfinden und Plakate an Londoner Bürohäuser zu kleben. Wir sind gespannt, wie mutig die Landesregierung bei der Ansiedlung neuer Unternehmen voranschreitet. Denn eines ist klar: Wo Unternehmen wie Nokia im Kampf um die besten Köpfe ihre Designstudios nicht in Helsinki, sondern in London aufbauen, wo IT-Schmieden sich an die südfranzösische Küste begeben, um attraktiv genug für Ingenieure zu sein, muss sich auch die führende Region in Europa etwas einfallen lassen. Ein Rundum-Service für Investoren wäre schon mal ein Anfang –
bis das mit den internationalen Schulen oder der Infrastruktur insbesondere im Ruhrgebiet klappt.

Apropos Ruhrgebiet. Was geschieht jetzt eigentlich mit Ruhr hoch R im Kreis Teamworkcapital? Wir lieben das Neue.

Kommt einem alles bekannt vor hier in der Stadt der Brachflächen.

„Hier spricht Hartmut Mehdorn….“

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Wenn man gestern eine Bielefelderin in den Thalys nach Brüssel gebracht hat, holt man sie auch heute wieder ab. Bahnhofskontrast pur. Da die Dombeschattete Internationalität Kölns, hier quirliges „Nordwestbahn nach Löhne …..“ im Bielefelder Hauptbahnhof. Nun gut. Beides hat was. Da noch ein wenig Zeit war, machte ich mir den Spaß, in die Kamera an den neuen Bahnsteigen zu winken. Eine Stimme erscholl: „Hier spricht Hartmut Mehdorn. Mein Vorbild ist Napoleon. Treten Sie bitte von der teilprivatisierten Bahnsteigkante zurück…..“. Nur eine Fiktion. Bleibt die Frage, warum der Junge es noch nicht gemacht hat.