Zumindest nicht als Favorit geht Deutschland nach dem heutigen zweiten Halbfinalspiel zwischen Spanien und Russland ins Finale am Sonntag. Aber es muß schon eine Leistung wie gegen den damaligen Favoriten Portugal her, um Europameister zu werden.
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Der schwarze ostwestfälische Maybach macht sich am morgigen Freitag – hoffentlich unbehelligt von Autobahnenden Urlauberströmen – auf den Weg nach Jena und das benachbarte Nationalheiligtum Weimar. Der kleine Schmuck an der Heckantenne bleibt natürlich. Schade, wenn er abgemusst hätte. Goethe, Schiller, schlagt schon mal die Glocke.
Die, die in Deutschland immer aufjaulen, wenn es um die Integration zB. der türkischen Mitbürger geht, haben gestern Abend nach dem EM-Spiel ziemlich eine auf den Deckel bekommen. Wer die Bilder nach dem Spiel auch hier in Bielefeld sah, miterlebte wie die eigenen Kinder von ihren türkischstämmigen Mitschülern beglückwünscht und umarmt wurden, der hat nichts von den Bildern gesehen die uns gewisse Scharfmacher so wahnsinnig gerne geliefert hätten.
Für Heinz Reinders, Bildungsforscher an der Uni Würzburg ist die Jubelstimmung keine Überraschung. Bereits seit Jahren stellt Reinders in Langzeitstudien eine zunehmende Integrationsbereitschaft bei Jugendlichen türkischer Herkunft fest. Im Gegensatz zu den Gerüchten, die dritte Generation sei für Deutschland praktisch verloren, erweise gerade die sich als der eigentliche Motor der Integration, sagt Reinders.
Bei der Ausfahrt aus dem Parkplatz querte eine kleine Gruppe junger Türken mit riesigen deutschen und türkischen Fahnen unseren Weg. Als wir den Daumen hochreckten skandierten sie: “Deutschlaaaaaaahm, Deutschlaaaaaaaaaahm. Deutschland kommt gleich nach der Türkei. Jetzt drücken wir Daumen für euch”.
* “Sieger der Herzen”. Das waren gestern Abend wirklich alle. Mal abgesehen von den braunen Rechtschaoten im sächsischen Dresden, die meinten, Dönerbuden zur Zielscheibe ihres Hasses machen zu müssen. Als wir bei “unserem” Türken heute die vier Lahmacun bezahlen wollten, winkte er ab: “Schenk ich Euch. Ihr habt verdient das Finale erreicht”.
Der zweite Kreisel im Zuge der Carl-Severing-Straße in Brackwedes Ortsteil Quelle hat jetzt auch einen Schmuck bekommen. Über dem verunkrauteten Rund tanzen drei Figuren aus Metall – wohl spielende Kinder – einen ablenkenden Tanz. Vielleicht hat es aber auch mit dem Hotel Büscher oder der nahen Queller Grundschule zu tun. Dort sollte man tunlichst die 30 km/h aus dem Kreisel beibehalten, weil sehr gerne geblitzt wird. Wer die Figuren geschaffen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Und Schnitzel-Helmut, der das sicher weiß, ist in Urlaub.
Im Zuge der Strassensanierung kann man nun auch beiderseits auf dem roten Strich radeln, wie hier Höhe Büscher.
Noch schnell zum Bielefelder Hauptbahnhof, jemand vom ICE aus Hannover abholen. Am Bahnübergang Quelle versucht eine junge Dame ihre Riesenfahne geschickt auf dem Rad zu plazieren….
… deutsche und türkische Schlachtgesänge hallen durch den Bahnhof, wo selbst die Regionalzüge Flagge zeigen….
… und “Sex mit dem Ex” gegenüber vom Cinemaxx lockt, die nächsten Stunden aber wohl alle Fußballverrückten kalt läßt, denn es geht weiter zur SchücoAlmArena, öffentlich gucken….
… sitzen Abermillionen vor dem TV und erleben, wie das ZDF in die Steinzeit der Übertragung zurückfällt. Was hätte man da für Radiokoniferen vom Schlage Manni Breuckmann oder Werner Hansch gegeben. Oder Franz Beckenbauer: Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage.Und auf der Alm kriegen sie die Großleinwand auf dem Lastwagen nicht zum Laufen. Machte den 18.000 aber nichts. Sie guckten auf den beiden Arminia-Anzeigetafeln. So weit man hören konnte, ein friedliches fröhliches deutsch-türkisches Fußballfest.
Und lieber guter Andrej Arschawin, Sonntagnacht werdet Ihr Euch die russische Seele aus dem Leib heulen. Nachen Spiel.

Vater Staat sagt dem Papierkrieg den Kampf an. Das ist an sich eine gute Idee. Und wie schaffen wir das? Natürlich auf die bewährte Art: mit einer neuen Behörde – in diesem Fall einer neu zu schaffenden Zentraldatenbank. Man könnte den neuen elektronischen Einkommensnachweis und die damit
verbundene Lohndatenspeicherung also als ein weiteres Kapitel in der unendlichen Geschichte um den Kampf gegen die deutsche Bürokratie abtun. Wäre da nicht die gerade erst aufgedeckte Computerpanne in den Einwohnermeldeämtern. Ungezählte Datensätze von vollkommen unbescholtenen Bürgern konnten online eingesehen werden – zum Teil sogar mit Passbild. Die Datenschützer haben also Recht, wenn sie die geplante Speicherung aller Einkommensdaten mit Argwohn beobachten. Für die in der Lohndatenbank erfassten Bürger wäre es verheerend, wenn ihr Einkommen und die Höhe der bezogenen Sozialleistungen ausgespäht werden könnten. Und warum sollen auch die Daten jener Bürger gesammelt werden, die gar keine Sozia – lleistungen in Anspruch nehmen? Deshalb: Ja zum Bürokratieabbau. Aber bitte nicht auf Kosten des Datenschutzes.
So weit ein Kommentar des Westfalen-Blattes zu Bielefeld. Was nicht da drinsteht: Hinter dem ganzen Zinnober steht mal wieder Deutschlands (un)heimlicher Demokratievernichter aus dem Nachbarkaff Gütersloh, die Bertelsmann-Stiftung. Deren “Denker” hocken ja bereits den willfährigen Beamten und bereitwilligen Politikern in den Ministerien auf den Schreibtischen und diktieren diese genialen Gesetze. Natürlich gibt das ganz viele Aufträge (Druck/Abwicklung) für Bertelsmann-Tochter Arvato und die nächste Chance, den Bürger bis auf die Unterhosen transparent zu machen. Für deren Durchleuchtung basteln die Provinzschwachköpfe grad Klobrillenwebcams. Man kann gar nicht mehr so laut “Sch…..e” schreien, wie die Gütersloher Mischpoke mit dem Pack in Berlin-Mitte gemeinsame Sache macht. Dieser Staat darf sich nicht wundern, wenn sich immer mehr Bürger mit Grausen abwenden und dem Affentanz verweigern. Weimar hatten wir schon mal. Republik Mohn muß wirklich nicht sein.












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