Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Jun '08

Geld schlägt Zufall?

In wenigen Stunden gehts los. Besonders hektisch fahren schon Dreia mit roter Türkeifahne auf und ab. Vergeblich. Die Türkei kann es schon mal garnicht schaffen. Ziehen wir uns doch einfach diese “Expertenmeinung” mal rein:

Spanien, Italien oder Frankreich werden die Europameisterschaft gewinnen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Berliner Wirtschaftsforscher Gert G. Wagner und Jürgen Gerhards. “Italien, Frankreich und Spanien sind die Favoriten der EM”, schreiben sie in einem Beitrag für den “Tagesspiegel am Sonntag”. Der Grund: Die Teams der drei Länder kämen beim addierten Marktwert der Spieler auf den höchsten Wert. “Spanien liegt mit etwa 16 Millionen Euro pro Spieler an der Spitze des EM-Feldes”, schreiben die Experten. Es folgten Italien und Frankreich mit jeweils 15 Millionen, Deutsch- land, Portugal und die Niederlande lägen mit zehn Millionen dahinter. Am Marktwert könne man die Leistungsfähigkeit ablesen. Mit diesem Verfahren habe man zuletzt auch die deutschen Fußballmeister sowie die Weltmeister recht gut vorhersagen können. Allerdings sorge das K.o.-System der EM dafür, dass auch Teams auf mittlerem Niveau – etwa Griechenland – gute Chancen hätten, mit den finanziell hoch bewerteten Mannschaften mitzuhalten. “Das lehren die nationalen Pokalwettbewerbe.” Der Grund: Anders als im Basketball, Handball oder Tennis entscheide oft der Zufall darüber, wer gewinne. Denn im Fußball würden vergleichsweise sehr wenige Treffer erzielt, zudem sei die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuss ins Tor treffe, relativ gering. Wenn aber die Differenz beim Marktwert zwischen zwei Mannschaften sehr groß sei, habe der Zufall nur wenig Chancen. “Bei sehr großen Marktwertunterschieden zwischen Mannschaften wird Geld gegen Zufall gewinnen”, prognostizieren Wagner und Gerhards. Dass sowohl Spanien als auch Frankreich und Italien vorzeitig aus dem Turnier ausscheiden und ein Team aus dem Mittelfeld – etwa Kroatien oder die Türkei – Europameister werde, nennen sie “extrem unwahrscheinlich”.

Ja warum hat dann Chelsea nicht die Champions-League gewonnen? Da lief doch genug Geld auf dem Rasen in Moskau rum …..

Wer Rosen mag…

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…sollte seine Schritte mal in den Rosengarten – Teil des Bürgerparks an der Oetkerhalle – lenken. Prachtvolle Exemplare gibt es derzeit zu sehen.

Advocat-Werbereien

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Früher hatten Anwaltskanzleien Briefbögen mit schwarzer Schrift auf weißem Grund. Klar, sachlich, streng. Früher was das “Auskungeln” der Urteile mit einer willfährigen Justiz auch noch nicht gang und gäbe. Jetzt lassen sie uns ihre Werbung mit der Post zukommen. Wie hier die Brackweder “Dr. Müller & Kollegen”, die ihrem Flyer noch ein gar niedlich “EM-Planer” beikleben ließen. Ob´s ihre eigene oder die Idee einer wunderbaren Werbeagentur war, läßt sich nicht nachvollziehen. Spannender wäre es gewesen, statt eines “EM-Planer” – der zu Tausenden allerorten zu haben ist – das Grundgesetz beizukleben. Man könnte dann endlich Hermann Höcherl, ehemaliger Bundesjustizminister, helfen, der auf dem Höhepunkt der 1962er SPIEGEL-Krise sagte: “Ich kann schliesslich nicht den ganzen Tag mit dem Grundgesetz unterm Arm rumlaufen.” Müßte er ja auch heutzutage nicht mehr angesichts der großen Nähe von SPIEGEL und BILD aus dem Hause Axel Springer. So ändern sich die Zeiten…..

Das Sommermärchen

NRW-Schulministerin Barbara Sommer aus Bielefeld jagt heute Morgen als großer Klops durch die Gazetten. Auch die “Rheinische Post” hat sich der Handlungen der Ostwestfälin angenommen und kommentiert:

Das war höflich formuliert unklug. Der Satz von Schulministerin Sommer, dass Klausuren nachgeschrieben werden sollten, wenn der Stoff im Unterricht nicht behandelt wurde, ist ein klassischer Fall, wie ein Politiker bei minimalem Inhalt maximalen Schaden anrichtet. Minimaler Inhalt: Für wie dumm muss man Lehrer halten, wenn man unterstellt, sie würden Stoff prüfen, der nicht behandelt wurde? Der von Sommer skizzierte Fall ist in Wahrheit unwahrscheinlich. Und wer die Ministerin kennt, weiß, dass sie Lehrern diese Dummheit nicht einmal unterstellt womit man beim Schaden ist. Denn der Satz klingt nun mal so, als würde Sommer Lehrern skandalöse Flüchtigkeit unterstellen die Lehrer werden empört sein. Dieser fatale Satz
klingt auch nach Einknicken vor der Kritik am Abitur ein Fest für die Opposition, obwohl nicht einmal klar ist, wie viele Schüler bei den Noten abgestürzt sind. Und Schüler und Eltern lauter Wähler werden erst recht befürchten, dass beim Abitur 2008 etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
So hat Sommer alle gegen sich aufgebracht und ihrem Ministerpräsidenten ohne Not eine offene Flanke beschert. Oft kann ein Politiker so etwas nicht machen.

Irgendwie hat die flotte Barbara ein Füßchen dafür, stets das nächste Fettnäpfchen zielbewußt zu finden.