Archiv für den Monat: Juni 2008

Grönlandkerosinverbrenner. Ratlos

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Die dünne Decke der Eurofußballeuphorie ist mit der Befeierung des Vizeeuropameisters auf der Berliner Fanmeile weggezogen. Nun hat der Alltag Deutschland wieder. Und die häßlichen Gesichter aus Berlin-Mitte beherrschen vollends das Bild. Es geht um den Atomausstieg -, umstieg – einstieg. Der Templiner Datschenbesitzerin fehlt nun die VIP-Tribüne Stadion, wo man sich dem Volk kindisch klatschend andienen kann (nimmt das Volk aber nicht besonders sympathisch an) und dem überaus kräftigen Gabriel glaubt man eher zwei Schnitzel mit Mayo am Hannoverschen Hauptbahnhof denn politische Aussagen. Auch die Bielefelder MdB´s bringen sich langsam in Stellung, wobei sich Lenchen Strothmann und Neoliberal-Wendt noch nicht so ganz aus der Deckung gewagt haben. Mal sehen, was sich unsere Superstrategen und „Fachleute“ von den Lobbyistenkaspern auf ihren Schreibtischen einflüstern lassen. Hier in Bielefeld steht ja auch eine Entscheidung an, wie, womit, woher, wann und wo die Stadtwerke ihren Strom herbekommen oder produzieren werden.

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Wie wär´s mit einer neuen „Umwelt“konferenz auf Grönland? Die Templinerin hat doch im Modellsitzen vor schmelzenden Gletschern Erfahrung. Man könnte die neuen, 1,6 Milliarden teuren Regierungsflieger ausprobieren, noch 10 Luha-Jets dazuchartern und mal alle auf Grönland am Gletscherwasser schnuppern lassen. Das hilft der Umwelt. das hat Symbolcharakter. Das macht das Volk so sensibel wie für SteuerkostenEMklatschflüge nach Basel und Wien. Und in 2 Jahren mal eben nach Johannisburg, wenn Deutschland gegen die Färoer um den Einzug in die Hauptrunde spielt.

War Tiefensee mal am Bielefelder Berg?

Der ebenso glücklose wie leicht tumb agierende Bundesverkehrs – und Bundesbahnverschenkende Minister Tiefensee sieht 1000 km Brummi-Karawanen als Umweltlösung. Statt einen Großteil der Fracht auf die umweltschonende Bahn zu packen und vor Ort die Verteilung zu etablieren, soll als Innovation 2008 die rechte Autobahnspur zur endlosen Brummi-Karawanenstraße deklariert werden….

Ich empfehle dem Mann mal ein gemütliches Halbtagscamping auf einer Brücke über die A2 am sogenannten „Bielefelder Berg“, wenn sie mit 40 hinaufkriechen. Ist besonders bei Glatteis spannend.

Kreditaufnahme trotz sprudelnder Einnahmen

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen der Kassenstatistik der öffentlichen Haushalte für das erste Quartal 2008 mitteilt, stiegen die öffentlichen Einnahmen gegenüber dem ersten Vorjahresquartal um 4,5% auf 245,1 Milliarden Euro. Zur positiven Entwicklung auf der Einnahmenseite trugen die um 4,3% auf 215,5 Milliarden Euro gestiegenen Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben wesentlich bei.
Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte (Bund einschließlich Extrahaushalte, Länder einschließlich Extrahaushalte, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie die EU-Anteile und Sozialversicherung) erhöhten sich im Berichtszeitraum insgesamt geringfügig um 0,5% auf 267,9 Milliarden Euro. Während die Ausgaben der Länder (+ 1,5%) und der Sozialversicherung (+ 1,6%) anstiegen, waren sie beim Bund (- 0,9%) und bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden (- 0,3%) leicht rückläufig.

Das Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte in Abgrenzung der Finanzstatistik, das sich aus der Differenz von öffentlichen Einnahmen und Ausgaben (einschließlich des Saldos der haushaltstechnischen Verrechnungen) errechnet, verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal im ersten Quartal 2008 auf 22,0 Milliarden Euro. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte das Finanzierungsdefizit noch 31,7 Milliarden Euro betragen.

… und dennoch wird die arrogante Hochstirn von Bundesfinami weiter Schulden für die kommenden Haushalte aufnehmen. Klar, wenn man X Milliarden in unzureichend staatlich kontrollierten Zockerbanken versenkt. Wie sieht die Rechnung eigentlich für die Stadt Bielefeld aus?

Volkes Meinung ….

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das kann doch nicht wahr sein.
dieser Lehmann was sucht der so weit weg vom tor?
der gehört raus!
kein wunder daß die engländer ihn hassen!
Ballack dieser schauspieler raus!
schweinsteiger wohl zu viel mit seiner dussi rumgemacht, raus!
ich bin bedient! bis auf weiteres keine länderspielmit dieser mannschaft.
das wäre kahn nicht passiert!
Der Löw, weg mit ihm, nur eine große schnauze….

Gelesen heute im Forum „Allgemeines“ auf T-online.

So ist Volkes Reaktion. Hosianna, Paplik Juhink, um die Hälse fallen. Und dann kommen ein paar Spanier aus der wahrscheinlich stärksten Liga der Welt daher und zeigen mal 90 Minuten lang, wie man ohne großen Aufwand spielt, das knappstdenkbare Ergebnis hält und am Ende einem wieder weit überschätzten Michael Ballack zeigt, das „second place first loser“ ist. Jetzt kommt die Qualifikationsrunde zur WM 2010 in Südafrika und die Russen sind neben anderen die Gegner.

Das SchwarzRotGelbe Bändchen wurde heimlich und leise vom Maybach entfernt und kommt erst wieder zur Bundestagswahl 2009 drauf. Und 2010 sitzt dann Bundeskanzler Po falla neben Horscht, weil Angela Dorothea endlich begriffen hat, das sie kein Glück bringt. Immerhin stieg Cottbus ab, als die auf der Tribüne saß (Warum eigentlich?) und Deutschland verlor gestern. Wobei das deutsche Spiel verdammte Ähnlichkeit mit ihrer Politik hatte. Viel Aufwand, ganz wenig Wirkung und am Ende ist noch weniger als zu Beginn….

Freuen wir uns heute auf ein starkes Vorbereitungsspiel der Arm. Bielefeld beim Drittligisten Kickers Emden 🙂 Ach so, ja die Verhandlungen mnit Delron Buckley stocken und auch sonst siehts nicht nach großen Verstärkungen aus.

Ballack kann nicht gewinnen

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So richtig betrübt können die 20.000 von der Alm eigentlich nicht nach Hause gehen. Zu schwach war die deutsche Elf im Finale gegen Spanien. Zu sehr liessen sie den ohne Mama-Stirnband agierenden Torres spielen. Michael Ballack kann erneut nicht gewinnen. 1 mickriges Tor reichte den Toreros, nun muß man neuen Hype zur WM in Südafrika 2010 erzeugen…..

Wade hatte Dude da?

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Stündlich neue Frontberichte auf den angesagten Boulevardmedien. Sie sind schon nah dran an der Wade, die deutschen Zeilenschinder, Frontberichter und Aufgeregtheitsschreiber. Wir sind noch näher dran und zeigen hier jetzt mal die Wade, um die es geht. Die sogenannte angespannte Ballack-Wade. Alles soweit ok. Kein Muskelkrampf. Dafür Lachkrampf und schon verkrampft in Bielefelds Südwesten eine Wade. Wenn es lediglich eine Wade ist, die Deutschlands Medien in Aufruhr bringt, dann haben wir wirklich keine Probleme. Wade mal gesagt werden mußte.

Bielefeld reif für Paplik Juhink

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Pssst. Seien Sie doch mal still. Hören Sie es? SSsssssst. Clack. Sssssttt. Clack.

Sie haben sich nicht verhört. Das Geräusch kommt aus Richtung AlmSchücoArena. Seit 8 Uhr hat Bielefelds Chefmarketer Holtkamp mindestens schon 51 mal die extra besorgte Großleinwand vor der neuen Osttribüne der Arena an und aus gemacht. An und aus. An und aus. Zwischendurch biß er in ein Sponsorbrötchen. Dann wieder. An und aus. Soll doch schließlich alles klappen heute Abend, wenn Tapas auf Sauerkraut treffen. Sind Sie reif für ein bißchen Paplik Juhink?

Derweil kneten sie die Ballacksche Wade. Im Kanzlerbüdchen in Berlin-Mitte hat sich die Kanzleuse noch einen Löffel Templiner Hinterwaldhonig auf die Stulle geträufelt, derweil der Bundeshorst in seinem Schloß Bellevue die Bielefelder JAB-Anstoetz-Vorhänge vorgezogen hat und mit seiner Frau Eva vor dem hauseigenen Altar eine letzte Ansprache in zwei Versionen übt. Version 1: „Liebe deutsche Gewinner….“, Version 2: „Liebe tapfere deutsche Verlierer…..“. Der Gesetzentwurf, Badisch zur deutschen Amtssprache zu machen, ist allerdings schon unterzeichnet. Da isch der Horscht schnell. Draußen in Schönefeld stehen schon Bundeswehr Nummer 1 und Bundeswehr Nummer 2 zum Abflug nach Wien bereit. Beide persönlich von Hochstirn Steinbrück mit den letzten billigen deutschen Benzinreserven vollgetankt und durch erhöhte Nettokreditaufnahme im Haushalt 2009 bezahlt.

Um 19 Uhr wird dann St. Angela Dorothea persönlich das Coaching der deutschen Kicker übernehmen und die Ballacksche Wade noch mal richtig durchkneten. Da hat sie ja nach den öffentlichen Wegbissen von Bimbes-Kohl, Anwalts-Merz, Steuer-Kirchhof und Rolli-Schäuble viel drauf. Vielleicht benutzt sie auch die Handkante. Wie bei allen Entscheidungen gegen das deutsche Volk. Sie setzt auf eine Taktik der „bürgerlichen Mitte“. Also mittendurch da, wo die Toreros am massiertesten stehen. Das hat sie kürzlich in Toledo beim Stierkampf gesehen, als ein dünner Mann ein rotes Tuch schwang und schließlich den schwarzen Stier mit einem langen Dolch tötete. Oder war das Tuch schwarz und der Stier rot? Der Metzger aus der Innenstadt, der ihn verwurstete sagte, er habe Beck-Lafontaine geheissen. Seltsam.

Los gehts um 20.45 Uhr. Falls die ARD nicht ausfällt. AlmSchüco macht um 19 Uhr auf und wird ebenso rappelvoll wie der Ravensberger Park und andere öffentliche Kuckereien. Falls es nichts wird mit dem Pottgewinn ist ab Montag wieder Alltag in Deutschland angesagt. Fähnchen runter, malochen und die Klappe halten. Das Opium fürs Volk wäre dann aufgebraucht.

Bachmann-Preis an gebürtigen Bielefelder

Der in Berlin lebende Autor Tilman Rammstedt hat in Klagenfurt den 32. Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. Der 1975 in Bielefeld geborene Autor erhielt am Samstagabend die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für einen Auszug aus seiner Familiengeschichte „Der Kaiser von China“. Darin beschreibt er eine problematische Beziehung zu seinem Großvater. Die Jury lobte den Text als hochkomisch wie traurig und brillant.

Der Bachmann-Preis gilt seit seiner Gründung 1977 als einer der wichtigsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Er ist nach der im österreichischen Klagenfurt geborenen Dichterin Ingeborg Bachmann (1923-1973) benannt. Bei dem Wettbewerb lesen jedes Jahr bisher noch eher unbekannte Autoren aus unveröffentlichten Prosatexten, über die dann öffentlich diskutiert wird. (FAZ.net)

Glückwunsch von hier!

Zweimal in BI öffentlich gucken, wenn Iniesta nass gemacht wird

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Lange vor der EM gab es in der Metropole ums öffentliche Gucken riesige Diskussionen. Dann schaute man den Jahnplatz aus, der zu klein wurde, als die Deutschen dank der übersinnlichen Kräfte einer Templiner Datschenbesitzerin ins Finale rumpelten. Jetzt gehts also auch im Ravensberger Park, der nochmal 3000 Guckern Sonntagabend Platz bieten wird. Kann aber auch sein, das das Spiel „Spaniens Iniesta naß machen“ ins Gegenteil verkehrt wird. Immerhin begleitet der Horst die Angela. Deutschlands Politmuppetshow nimmt Formen an.

„Angela Merkel ist das Rückgrat der deutschen Mannschaft“. Auaaaaaaaaaaaaaahhh

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Das NW-Redakteure nicht zu den Hellsten im Lande gehören können, haben wir ja immer vermutet. Was aber dem Schreiber der Zeilen auf der heutigen Titelseite in den Tee getan wurde und ihn die Zeilen „Angela Merkel ist das Rückgrat der deutschen Mannschaft“ und „Die international anerkannte Krisenmanagerin wird auch an diesem Sonntag triumphieren“ schreiben ließ, kann man nur vermuten. Das ist nicht nur sachlich falsch sondern unterste journalistische Socke. Als im Titel sich selbst ausgewiesen „Überparteilich – Unabhängig“ zu benamsen und dann die Templiner Datschenbesitzerin auch nur annähernd als verantwortlich für die Finalteilnahme der deutschen Elf zu bezeichnen und schließlich die „international anerkannte Krisenmanagerin“ noch drauf zu setzen, ist ein Affront gegen die meisten Leser. Welche Krise hat die kräftige Dame denn gemeistert? Die Clownerie von Heiligendumm wurde im nachhinein als Verfassungsfeindlich abgemahnt, der gegen die EU-Völker gerichtete Vertrag von Lissabon wurde ihr um die Ohren gehauen, im Innern Deutschlands kriselt es gewaltig und ansonsten weiß man nur von „1000 deutschen Soldaten mehr für Afghanistan“.

Wer devotes Käseblatt sagt, muß NW Bielefeld meinen.

Beim Nachdenken über Jena und Weimar

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Nun gestern also Termine in Jena und ein Abstecher nach Weimar. Bewies der Termin in Jena im Dunstkreis der Carl Zeiss AG, das sich in bestimmten Unternehmenskonstellationen durchaus Gutes und auf dem Weltmarkt Konkurrenzfähiges entwickelt hat, wenn klares Marketing dahintersteht, galt ein Blick auch den Infrastrukturmaßnahmen und der Entwicklung der Immobiliensubstanz. Es mag jetzt seltsam klingen, aber unser Bielefeld mit seinen gigantischen Brachflächen, vielen defekten Straßenbelägen und in manchen Bezirken erschütternden Zustand der Bausubstanz, schneidet wahrlich nicht günstig ab. Die Dichte der Baukräne – und Tätigkeiten ist erheblich höher als in unserer Gegend.

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Dazu muß man sich in Weimar gar nicht in die von Touristenmassen besonders aus China, Japan oder USA bevölkerten Dunstkreise von Belvedere, Anna-Amalia-Bibliothek, Elephant, GoetheSchiller-Denkmal, Goethes Gartenhaus oder Goethes Haus am Frauenplan begeben. Auch Abseits der Devotionalstätten sah der größenmäßig durchaus mit hiesigen Städten wie Herford, Detmold oder Lemgo vergleichbare Hort der deutschen Klassik, aber auch Sinnbild Versagens deutschen Bürgertums und Kapitulation vor einem gewissen Hitler rundum erneuert aus.

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Natürlich gibt es abseits der Hauptblickachsen noch DDR-Charme. Aber das gibt es hier bei uns auch. Heißt nur anders. Erinnert sei an Amerika-Haus, Kesselbrink, Alte Hauptpost, Neue Hauptpost.

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Zurück auf der Autobahn gen KasselPaderbornBielefeld. Am Kirchheimer Dreieck blockierte ein Tanklastzug mit gefährlicher Ameisensäure querstehend alle vier Fahrspuren und sorgte für einen Gigantostau von 40 Kilometern Länge. Was mich fatal an jenen Tag des WM-Spieles in Dortmund erinnerte, als dem deutschen Einzug ins Finale auf Rasen und der Autobahn ein Zambrotta im Weg lag. Der Ameisensäuretransporteur hatte allerdings 2 Promille getankt….

Schlagbar?

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Zumindest nicht als Favorit geht Deutschland nach dem heutigen zweiten Halbfinalspiel zwischen Spanien und Russland ins Finale am Sonntag. Aber es muß schon eine Leistung wie gegen den damaligen Favoriten Portugal her, um Europameister zu werden.

Nun nach Jena

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Der schwarze ostwestfälische Maybach macht sich am morgigen Freitag – hoffentlich unbehelligt von Autobahnenden Urlauberströmen – auf den Weg nach Jena und das benachbarte Nationalheiligtum Weimar. Der kleine Schmuck an der Heckantenne bleibt natürlich. Schade, wenn er abgemusst hätte. Goethe, Schiller, schlagt schon mal die Glocke.

Gönüllerin Sampiyonu*

Die, die in Deutschland immer aufjaulen, wenn es um die Integration zB. der türkischen Mitbürger geht, haben gestern Abend nach dem EM-Spiel ziemlich eine auf den Deckel bekommen. Wer die Bilder nach dem Spiel auch hier in Bielefeld sah, miterlebte wie die eigenen Kinder von ihren türkischstämmigen Mitschülern beglückwünscht und umarmt wurden, der hat nichts von den Bildern gesehen die uns gewisse Scharfmacher so wahnsinnig gerne geliefert hätten.

Für Heinz Reinders, Bildungsforscher an der Uni Würzburg ist die Jubelstimmung keine Überraschung. Bereits seit Jahren stellt Reinders in Langzeitstudien eine zunehmende Integrationsbereitschaft bei Jugendlichen türkischer Herkunft fest. Im Gegensatz zu den Gerüchten, die dritte Generation sei für Deutschland praktisch verloren, erweise gerade die sich als der eigentliche Motor der Integration, sagt Reinders.

Bei der Ausfahrt aus dem Parkplatz querte eine kleine Gruppe junger Türken mit riesigen deutschen und türkischen Fahnen unseren Weg. Als wir den Daumen hochreckten skandierten sie: „Deutschlaaaaaaahm, Deutschlaaaaaaaaaahm. Deutschland kommt gleich nach der Türkei. Jetzt drücken wir Daumen für euch“.

* „Sieger der Herzen“. Das waren gestern Abend wirklich alle. Mal abgesehen von den braunen Rechtschaoten im sächsischen Dresden, die meinten, Dönerbuden zur Zielscheibe ihres Hasses machen zu müssen. Als wir bei „unserem“ Türken heute die vier Lahmacun bezahlen wollten, winkte er ab: „Schenk ich Euch. Ihr habt verdient das Finale erreicht“.

Tanzende Quelle-Kinder

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Der zweite Kreisel im Zuge der Carl-Severing-Straße in Brackwedes Ortsteil Quelle hat jetzt auch einen Schmuck bekommen. Über dem verunkrauteten Rund tanzen drei Figuren aus Metall – wohl spielende Kinder – einen ablenkenden Tanz. Vielleicht hat es aber auch mit dem Hotel Büscher oder der nahen Queller Grundschule zu tun. Dort sollte man tunlichst die 30 km/h aus dem Kreisel beibehalten, weil sehr gerne geblitzt wird. Wer die Figuren geschaffen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Und Schnitzel-Helmut, der das sicher weiß, ist in Urlaub.

Im Zuge der Strassensanierung kann man nun auch beiderseits auf dem roten Strich radeln, wie hier Höhe Büscher.

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Ein furioser Abend

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Noch schnell zum Bielefelder Hauptbahnhof, jemand vom ICE aus Hannover abholen. Am Bahnübergang Quelle versucht eine junge Dame ihre Riesenfahne geschickt auf dem Rad zu plazieren….

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… deutsche und türkische Schlachtgesänge hallen durch den Bahnhof, wo selbst die Regionalzüge Flagge zeigen….

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… und „Sex mit dem Ex“ gegenüber vom Cinemaxx lockt, die nächsten Stunden aber wohl alle Fußballverrückten kalt läßt, denn es geht weiter zur SchücoAlmArena, öffentlich gucken….

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… sitzen Abermillionen vor dem TV und erleben, wie das ZDF in die Steinzeit der Übertragung zurückfällt. Was hätte man da für Radiokoniferen vom Schlage Manni Breuckmann oder Werner Hansch gegeben. Oder Franz Beckenbauer: Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage.Und auf der Alm kriegen sie die Großleinwand auf dem Lastwagen nicht zum Laufen. Machte den 18.000 aber nichts. Sie guckten auf den beiden Arminia-Anzeigetafeln. So weit man hören konnte, ein friedliches fröhliches deutsch-türkisches Fußballfest.

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Und lieber guter Andrej Arschawin, Sonntagnacht werdet Ihr Euch die russische Seele aus dem Leib heulen. Nachen Spiel.

Noch Platz für ne weitere Karte?

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Vater Staat sagt dem Papierkrieg den Kampf an. Das ist an sich eine gute Idee. Und wie schaffen wir das? Natürlich auf die bewährte Art: mit einer neuen Behörde – in diesem Fall einer neu zu schaffenden Zentraldatenbank. Man könnte den neuen elektronischen Einkommensnachweis und die damit
verbundene Lohndatenspeicherung also als ein weiteres Kapitel in der unendlichen Geschichte um den Kampf gegen die deutsche Bürokratie abtun. Wäre da nicht die gerade erst aufgedeckte Computerpanne in den Einwohnermeldeämtern. Ungezählte Datensätze von vollkommen unbescholtenen Bürgern konnten online eingesehen werden – zum Teil sogar mit Passbild. Die Datenschützer haben also Recht, wenn sie die geplante Speicherung aller Einkommensdaten mit Argwohn beobachten. Für die in der Lohndatenbank erfassten Bürger wäre es verheerend, wenn ihr Einkommen und die Höhe der bezogenen Sozialleistungen ausgespäht werden könnten. Und warum sollen auch die Daten jener Bürger gesammelt werden, die gar keine Sozia – lleistungen in Anspruch nehmen? Deshalb: Ja zum Bürokratieabbau. Aber bitte nicht auf Kosten des Datenschutzes.

So weit ein Kommentar des Westfalen-Blattes zu Bielefeld. Was nicht da drinsteht: Hinter dem ganzen Zinnober steht mal wieder Deutschlands (un)heimlicher Demokratievernichter aus dem Nachbarkaff Gütersloh, die Bertelsmann-Stiftung. Deren „Denker“ hocken ja bereits den willfährigen Beamten und bereitwilligen Politikern in den Ministerien auf den Schreibtischen und diktieren diese genialen Gesetze. Natürlich gibt das ganz viele Aufträge (Druck/Abwicklung) für Bertelsmann-Tochter Arvato und die nächste Chance, den Bürger bis auf die Unterhosen transparent zu machen. Für deren Durchleuchtung basteln die Provinzschwachköpfe grad Klobrillenwebcams. Man kann gar nicht mehr so laut „Sch…..e“ schreien, wie die Gütersloher Mischpoke mit dem Pack in Berlin-Mitte gemeinsame Sache macht. Dieser Staat darf sich nicht wundern, wenn sich immer mehr Bürger mit Grausen abwenden und dem Affentanz verweigern. Weimar hatten wir schon mal. Republik Mohn muß wirklich nicht sein.

Ab 1. Juli…..

Der 1. Juli steht vor der Tür. Jetzt wirds ernst mit dem Rauchverbot in NRW und damit natürlich auch in der Metropole und der Region. Hierzu eine Pressemeldung mit Erklärung der Vorgehensweise des „Amtes für Ordnung“:

Das Ordnungsamt weist darauf hin, dass ab Dienstag, 1. Juli, in Gaststätten nicht mehr geraucht werden darf. Dies gilt für alle Arten von Gaststätten, wie Speisegaststätten, Bierkneipen, Discotheken, Imbisswirtschaften, Cafés, Eisdielen, Gastronomiebereiche in Sonnenstudios, Sportstudios und Internet-Cafés. Das Rauchverbot gilt auch für Spielhallen, Kinos, Theater und sonstige Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Sofern eine Gaststätte über mehrere Gasträume verfügt, hat die Gastwirtin oder der Gastwirt die Möglichkeit, einen komplett abgetrennten Raum als Raucherraum einzurichten. Dieser als Raucherraum genutzte Teil der Betriebsfläche muss kleiner sein als der des Nichtraucherbereichs. Die Gaststätten müssen im Eingangsbereich mit einem Rauchverbotsschild gekennzeichnet werden, Raucherräume sind ausdrücklich als solche kenntlich zu machen. Außerhalb von Gebäuden, zum Beispiel im Biergarten, ist das Rauchen weiterhin erlaubt.

Das Ordnungsamt wird anlassbezogen, zum Beispiel bei Beschwerden, kontrollieren. Für die Einhaltung der Rauchverbote ist die Betreiberin oder der Betreiber der Gaststätte verantwortlich. Wer sich als Gastwirtin, Gastwirt, Raucherin oder Raucher nicht an die neuen Vorschriften hält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen.

Durch die Regelungen des Nichtraucherschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen sollen Nichtraucherinnen und Nichtraucher wirksam vor den Gefahren des Passivrauchens geschützt werden. Das Gesetz ist bereits zum 1. Januar in Kraft getreten und gilt seitdem in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, wie zum Beispiel Krankenhäusern, Schulen und öffentlichen Gebäuden. Für die Gaststätten läuft die Übergangsfrist nun am 1. Juli ab.

Welch tolle Nachricht….

Die Löhne und Gehälter in Deutschland werden in diesem Jahr voraussichtlich um durchschnittlich 3,3 Prozent steigen. Die Tarifabschlüsse im ersten Halbjahr seien mit 4,6 Prozent im Schnitt deutlich höher ausgefallen als im vergangenen Jahr, teilte das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in Düsseldorf mit. Bei der Umrechnung der Abschlüsse mit ihren verschiedenen Laufzeiten und unter Berücksichtigung auch der länger laufenden Abschlüsse aus dem Vorjahr ergebe sich eine Steigerung von 3,3 Prozent. Im vergangenen Jahr waren die Löhne und Gehälter um durchschnittlich 2,2 Prozent gestiegen.

Zieht man die Inflationsrate ab, haben die Leute weniger denn je. Man kann aber auch nicht jeden Tag DVD-Rekorder kaufen. Die sind nämlich billiger als jemals zuvor. Autos auch. Aber die kauft kaum einer, obwohl sich auf Bielefelds Automeilen Herforder und Detmolder die %-Schilder überschlagen. So ist das, wenn „Wirtschaftsexperten“ wie zB. unserer Bielefelder MdB Rainer Wendt, meinen „die 3% Mehrwertsteuer haben die Verbraucher schnell verkraftet“. Jaja….

Es dräut am Himmel

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Egal, wer heut Nacht feiert, es könnte – schaut man zum Himmel um 9;30 Uhr – ein Tanz in Blitz und Donner werden. Für die Region Bielefeld sagen die Wetterfrösche allerdings was anderes:

Sonnenaufgang 05:05
Sonnenuntergang 21:49
Sonnenstunden 6,6 Std.
Mondphase moonphase
UV-Index 4
Ozon: 90 µg/m³
Niederschlagswahrs. 0%
rel. Luftfeuchtigkeit 56%
Luftdruck 1011 hPa
Windgeschwindigkeit 9 km/h
Windrichtung West-Südwest
gefühlte Temperatur 15°C

Na gut. Wir werden sehen, Herr Kachelmann.

Unweigerlich: Es geht auf Weihnachten zu

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Wenn Hydrangea („Wasserschlürferin“) ihre bunten Bälle entfaltet, beginnt die zweite Hälfte des Jahres. Midsommar ist vorüber. Ab September dann – oh Freude – stapeln sich wieder Lebkuchen in den Einzelhandelshallen, schlurfen erste Stanniolweihnachtsmänner auf die Eurorampen und beginnen die Kinder, erste Wunschzettel zu entwerfen.

Heute Nacht hats so oder so ein Ende

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Ich hoffe immer noch, das es lediglich die bekannt mangelnde Kritikfähigkeit, fehlende Größe und naive Begeisterung ist, was die NW umtreibt, Seiten über Seiten mit dem hochstilisierten „Schicksalsspiel“ der EM zwischen Deutschland und der Türkei zu füllen. Von der Titelseite bis zum Innenteil Deutschland, Türkei, Türkei, Deutschland. Menschen werden quälend befragt, eine türkisch verheiratete Redakteurin singt das Hohe Lied und am Ende der ausufernden Lektüre hofft man gequält, das keiner gewinnen möge. Geht aber leider nicht. Deutschland gewinnt 3:1. Weitere Vorhersagen werden noch angenommen.

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Endlich: Kai Diekmann redigiert auch die NW

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Na endlich. Überjournalist und Boulevardschmierfink Kai Diekmann von der BLÖD hat jetzt auch die Regie beim lokalen Blatt NW Neue Westfälische übernommen. Was allerdings nicht sonderlich schwer war. Dieses Bild zierte gestern bereits nebst hämischem Kommentar aus der neoliberalen Seeheimer SPD-Ecke die Titelseite des bekloppten Massenblattes.

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Was den Lipper Steinmeier angeht, darf man – in genauer Kenntnis seiner Person – annehmen, das er es auch nicht wesentlich besser kann. Selbst wenn er beim Parteikonvent am Wochenende in Stimme, Habitus, Ärmel aufkrempeln eine schlechte Schröderkopie gab. Was ihn für viele Konservative SPDler auszeichnet, ist die Nähe zu „Größen“ wie Struck, Steinbrück, Schröder und dem Seeheimer Kreis. Also den Totengräbern der SPD. Wer unter Gazgerd braver Kanzleramtsrobotnik war, unter Merkel nicht so richtig Fisch noch Fleisch ist, der wird auch keine Kanzlerwahl gegen die „Kaiserin“ aus Templin gewinnen. Da unterscheidet er sich wenig vom oft ungeschlachten Kurt Beck. Aber der ist der neoliberalen Hetzkampagne aus Richtung SpringerBertelsmannMohnSpiegel ohnehin schon zum Opfer gefallen. Es lebe die gleichgeschaltete Presse. Neuestes Mitglied: NW Bielefeld.

Nur Freude in Augustdorf?

Tausend zusätzliche deutsche Soldaten sollen nach Afghanistan, heißt es heute aus Berlin. Die Bundesregierung will das deutsche Truppenkontingent in Afghanistan deutlich aufstocken. Verteidigungsminister Jung hat angekündigt, tausend zusätzliche Soldaten in den Einsatz am Hindukusch zu schicken.

Ob sich die Truppe im nahen Senneörtchen Augustdorf auf diese Aussichten freut? Die Templinerin, der hessische Winzer Jung (eigentlich Verteidigungsminister…. Gegen wen?) und die ganze Horde der sich in den blauen Reichstagssesseln Lümmelnden müssen ja auch nicht an den Hindukusch. Dem Seeheimer Pfeifenkreisel Peter Struck allerdings hätte ich einen Platz in der ersten Reihe gegönnt. Da könnte er dann mal den bundesrepublikanischen Aufschwung, der ein Abschwung ist, verteidigen.

Vorsicht. Betrügermail.

Sehr geehrter Kunde, sehr geehrte Kundin!
Ihr Abbuchungsauftrag Nr. 344791314062 wurde erfullt.
Ein Betrag von 2591.00 EURO wurde abgebucht und wird in Ihrem Bankauszug als „Paypalabbuchung “ angezeigt.
Sie finden die Details zu der Rechnung im Anhang

PayPal (Europe) S.224; r.l. & Cie, S.C.A.
22-24 Boulevard Royal
L-2449 Luxembourg

Vertretungsberechtigter: Brent Bellm
Handelsregisternummer: R.C.S. Luxembourg B 118 349

Vorsicht vor dieser Mail, die viele Bielefelder und Ostwestfalen heute in der Früh erhielten. Und vor allem den Anhang nicht öffnen! In der Bezugszeile steht übrigens: „Ihr neuer Arbeitsvertrag. Hahahahahaha…