Archiv für den Monat: April 2008

Globalisierung einmal anders

Werbeflyer citibank, türkisch

Weite Teile der Metropole wurden heute mit Werberamsch der „citibank“ beglückt. Soweit nicht ungewöhnlich, nur ist das Machwerk bis auf die Anschrift komplett auf Türkisch abgefasst. Nun könnte man sagen, egal, muss ich den Quatsch wenigstens nicht lesen. Allerdings klingen noch die Worte des geschätzten Ministerpräsidenten Erdogan in vielen Ohren, der vor einigen Wochen bei seinem Besuch in Deutschland interessante Thesen über „Assimilation“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vorbrachte. Während unsere Volksvertreter über Integration nachdenken und Islamgipfel veranstalten, ist die globalisierte US-Finanzwirtschaft jedenfalls schon einen Schritt weiter und betrachtet ganze Straßenzüge als kulturelle Enklaven, in denen man auf Deutsch niemandem mehr einen Ratenkredit andrehen kann.

Was Güters Kuh kann…

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In Gütersloh-Pavenstädt, einem Vorörtchen des Bielefelder Nachbarstädtchens Gütersloh, steigt am 1. Mai die „Kuhscheiss-Party“. Wie´s genau geht, schreiben wir hier nicht. Ist so schon abgehoben genug und von einem gelbblauen holländischen Möbelhaus geklaut.

So gehts weiter an der Obersee-Schlammfront

Zum Thema „Obersee-Entschlammung“ gibt die Stadtverwaltung der Metropole bekannt:

Ein schlammfreier Obersee und ein leise plätschernder Johannisbach unterhalb des Seekruges sind die Ziele, denen das Umweltamt in diesem Jahr deutlich näher kommen will. Gut für die Ökologie der Gewässer und gut für die Attraktivität des Erholungsgebietes.

Im November letzten Jahres mussten die Bauarbeiten für die Spülpolder wegen starker Regenfälle unterbrochen werden. Ab Mittwoch, 7. Mai, wird die Baustelle am Jerrendorfweg voraussichtlich wieder in Betrieb genommen. Zwei Raupen, ein Bagger und ein Personalcontainer werden dazu angeliefert. Wie das Umweltamt mitteilt, werden die Spülpolder je nach Witterungsverlauf etwa Mitte Juni funktionsbereit sein.
Danach kann die Entschlammung mit einem Saugbagger beginnen. Etwa 120.000 Kubikmeter Schlamm müssen gelöst und mit Wasser verdünnt in die Polder gepumpt werden. Nach der Abtrennung der Feststoffe fließt das Überschusswasser in den Johannisbach.

Die Entschlammungsaktion wird etwa bis zum Jahresende dauert. Sie beginnt am Nordufer, wo die Spundwand für die Abtrennung von Johannisbach und Jölle auf etwa ein Kilometer Länge gerammt wird. Ab Juli wird der Kampfmittelräumdienst die Trasse in 1,5 m Teilschritten sondieren, um sicherzustellen, dass nicht Fliegerbomben aus dem 2. Weltkrieg zu einer tödlichen Gefahr bei der Niederbringung der Spundwand werden.

Die Bezirksregierung in Detmold hat mitgeteilt, dass die beantragten Fördermittel für die Bypasslösung bereitstehen. Für den Monat Mai wird der offizielle Förderbescheid in Aussicht gestellt. Erst dann darf mit den Ausschreibungen begonnen werden. Im ersten Schritt werden die Baustraße von der Talbrückenstraße und die Ertüchtigung der Brücke über den Johannisbach in Angriff genommen. Mit der Fertigstellung kann nach derzeitiger Kalkulation im November gerechnet werden.

Mit dem Rammen der Spundwand wird nach Angaben des Umweltamtes erst im Frühjahr 2009 begonnen. Dies hat nach Aussage des Amtes zwei Ursachen: der erst für Mai avisierte Förderbescheid des Landes und der angespannte Weltstahlmarkt. Inzwischen ist mit etwa 20 Wochen Lieferzeit für die Stahlprofile zu rechnen. Bei Frosttemperaturen ist das Rammen der Spundbohlen nicht möglich, weil das Material zu spröde wird und die Bohlen sich nicht mehr wasserdicht verbinden. So ergibt sich zwangsläufig ein Baubeginn im Frühjahr 2009.

Uni macht die Zähne dicht!

Asbest-Rest und Rest-Asbest: Was die Putzfrau liegen ließ, führte heute dazu, dass Teile der Universität vorerst dicht gemacht wurden. Ratlosigkeit macht sich breit in den Gängen und Korridoren: „Wie kommen wir denn nun an unsere Bücher?“ fragt sich das betroffene Volk und erinnert sich an Parallelitäten zum Palast der Republik …

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Was sagt Barbara* dazu?

Beim zweiten Durchgang des Zentralabiturs in NRW hat es mehr Probleme gegeben als bislang bekannt. Das berichtet die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post (Mittwochausgabe) unter Berufung auf den Philologenverband in Nordrhein-Westfalen. Es gebe immer mehr Beschwerden aus den Gymnasien über die schriftlichen Abiturprüfungen, schreibt die Rheinische Post. Die Prüfungen seien etwa in Mathematik, in den naturwissenschaftlichen Fächern, in Erziehungswissenschaften und in Niederländisch so umfangreich, dass auch die guten Schüler reihenweise Probleme bekommen hätten, zitiert
die Zeitung den NRW-Philologenverbandschef Peter Silbernagel.

Die Aufgabenstellungen waren nach Einschätzung vieler Lehrer in naturwissenschaftlichen, aber auch in sprachlichen Fächern deutlich länger als im vergangenen Jahr. Im Biologie-Leistungskurs etwa hätten die Schüler Seiten Material sichten müssen, um sich dann für die Bearbeitung von zwei von drei Aufgaben zu entscheiden. Für diese Auswahlphase seien 30 Minuten vorgesehen. Dies sei zu knapp, so der Philologenverband. Der Philologen-verband befürchtet nun, dass auf die Schulen eine Welle von so genannten Abweichungsprüfungen zukommt. Sie werden fällig, wenn die Abiturnote von der Vornote um vier Punkte (eineindrittel Note) abweicht. Um dies zu verhindern, fordert der Philologenverband von Schulministerin Barbara Sommer (CDU), gebenenfalls die Bewertungsgrundlage für die Benotung zu ändern. Dies sei in den sprachlichen Fächern weniger problematisch, in den
naturwissenschaftlichen aber nicht ohne grünes Licht aus dem Ministerium machbar.

* Barbara Sommer, NRW-Schulministerin aus Bielefeld.

…und das gibts auch auf „Kijiji“

Liebespaare aufgepasst ! Keine Treffmöglichkeit fürs „Date“ ??

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Region: Bielefeld
Erstellungsdatum: 12.04.08

Diskretes, gemütl., möbl. Appartment, mit Bad, Raum OWL, stunden-tageweise an Liebespärchen usw.zu vermieten, wenn das Treffen z.B. zuhause nicht stattfinden kann …….
Tagsüber, Abends oder Nachts.

Das Bild dazu ist Klasse. Schon vorab reichlich verwackelt…..

Welche Sie hat lust mit mir Tanz in den Mai zuverbringen

Welche Sie hat lust mit mir Tanz in den Mai zuverbringen

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Region: Bielefeld Bielefeld Brackwede
Erstellungsdatum: 29.04.08

ich bin 31 Jahre jung bzw. alt 188cm gross schlank sportlicher gepflegter Typ und suche auf deiesm wege eine nette Lady (alter egal) die mit mir am 30.04.2008 feiern geht über eine antwort freue ich mich sehr (Bielefeld oder umgebung) alles kann nichts muss

Heute gesehen auf „Kijiji“ unter Kleinanzeigen…….

Mal gucken, was Piet Clausen will

Peter „Piet“ Clausen von der SPD ist bekanntlich Kandidat für die Wahl zum Oberbürgermeister 2009 in der Metropole. Jetzt hat er die Kinder entdeckt. Auf der Website der SPD stellt er seine Leitideen vor:

„Kinderfreundlich“ soll die Stadt werden. Dabei sollen die Stadtbezirke eine entscheidende Rolle spielen. Der Grundsatz der Kinderfreundlichkeit müsse in alle Politikbereiche Einzug halten, sagte Clausen. Der Spitzenkandidat nannte das Beispiel Dormagen, wo die Betreuung schon in der Schwangerschaft beginne. Clausen forderte eine Schulentwicklungsplanung, die sich nicht nur mit der Verteilung von Schulraum beschäftige, sondern auch inhaltliche Akzente setze. Das gleiche müsse ebenfalls für die Sportstätten in der Stadt gelten.

Ausdrücklich warb der SPD-Kandidat um das Engagement der sozialdemokratischen Bezirksvertreter: »Ihr seid nahe an den Menschen.«.
Die Quartiersentwicklung werde künftig immer kleinteiliger werden. »Die konkreten Bedürfnisse und Wünsche der Kinder, Jugendlichen und Eltern können in Baumheide anders aussehen als in Brackwede oder Jöllenbeck.« In den Bezirken müsse die Teilhabe der Bürger an den Entscheidungsprozessen besser organisiert werden. Dies könne zum Beispiel in Form von Stadtteilkonferenzen geschehen. Ausdrücklich forderte Clausen eine »deutliche Vervielfachung« der bisher eher dürftigen Bezirksbudgets.

Seine Leitideen, zu denen Clausen auch die Integration der Migranten und einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs nach dem Konzept »Mobiel 2030« zählt, gehörten nicht zu einem fertigen Wahlprogramm. »Sie sind ein Vorschlag, kein Basta à la Schröder«, sagte Clausen. Der CDU warf der SPD-OB-Bewerber vor, in einen Schmuddelwahlkampf einzutreten. Der Bielefelder Unions-Vorsitzende Marcus Kleinkes hatte beim Kreisparteitag der CDU Clausens unklare Haltung zur Linkspartei scharf kritisiert. »Distanzieren Sie sich von diesem Stil«, wandte sich Clausen an seinen CDU-Mitbewerber um das OB-Amt, Bernd Landgraf.

In der anschließenden Diskussion ging Clausen auch auf die Zukunft der Johannisbachaue ein. Solange es keinen Investor gebe, habe ein Untersee in diesem Bereich keine Chance. Den See durch zusätzliche Bebauung in dem Areal zu finanzieren, lehnte Clausen ab. Aus seiner Sicht solle das Gelände behutsam für eine Freizeitnutzung weiterentwickelt werden. Er habe den Sennesee für realistischer gehalten, doch der sei an Schwarz-Grün gescheitert.

So Piet. das haben wir jetzt mal hier ins Web gemeißelt. Mal sehen, was davon dann wirklich umgesetzt wird. Die SPD ist ja bundesweit bekannt dafür, vor der Bundestagswahl gegen die „Merkelsteuer“ (Erhöhung der Mehrwerstetuer) gewesen zu sein und nach der Wahl münteferingsch das Gedächtnis verloren zu haben. Hier im Kleinbiotop unter der Sparrenburg werden wir allerdings mit ganz wachen Ohren und Augen hingucken und hinhören, was die Lokalpolitiker so von sich geben.

David Odonkor zur Fußball-EM?

Nö, ich schreibe jetzt nicht das Kennzeichen von David Odonkors schwarzem Audi Q7 Einkaufsstäschchen hierhin, mit dem seine Frau (Steinhägerin) und er ab und an hier in der Region beim Sprudelwasserholen im Jibi gesehen werden. Aber es freut uns, wenn der kleine Flügelflitzer für die EM in Österreich/ Schweiz wieder eine Alternative sein sollte. Was 2006 mit pfeilschnellen Läufen auf Außen Klasse aussah, das könnte ja auch in den Alpenarenen für Furore sorgen. Zumindest beis einem Club Betis Sevilla ist er wieder gut in Form.

Ostwestfälischer Bildungsbürger

Natürlich weiß der gebildete Ostwestfale von Kindesbeinen an, was der Unterschied zwischen dem gewöhnlichen Dehnungs-r und echter Bildung ist. Das trichtert man ihm schon inne Juchend ein. Bielefelder gehen nicht in den Chaaten, machen aber die Gachtenpfochte auf, tragen einen Kochb mit Kachtoffeln und haben 100 Machk innen Pochtmonneh. Un ann Samtach schlachen se Bocchumm. Kannse für kucken.

Der Brüller des Tages

Wie eben auf Radio Bielefeld verlautet, erwartet die Bundesregierung schon für September 2008 einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen auf unter 3 Millionen. Ursache für dieses Wunder soll die anhaltend gute Konjunktur sowie der traditionell immer sehr starke Monat September sein!

Wirkt Gehirnwäsche seitens Berlin-Mitte auch bei Zahlen, die seit Jahren bewußt und falsch veröffentlicht werden?

Vom Umgang mit dem Steuerbürger

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Beamte denken anders, handeln anders und haben ihre eigene Logik. Ein Fall behördlicher Schildbürgerei geht derzeit nicht nur durch die Bielefelder Gazetten. Es handelt sich um den 57 jährigen Bernd Hanel, der seine 22.000 Euro Schulden – darunter auch Verbindlichkeiten beim Finanzamt – mittels eines durchdachten Planes tilgen wollte. Alle Gläubiger stimmten zu. Das Finanzamt nicht. Der Arbeitgeber entließ den Kraftfahrer verärgert, stellte ihn aber später mit Nettobezügen unter der Pfändungsgrenze wieder ein. Zwangsläufig gehen die Gläubiger leer aus, weil die Pullunderträger von der Steuerfront nicht rechnen können. Aus ihrer Sicht könne er „mehr bezahlen“. Ach ihr lieben Sesseldrücker. Wäre es nur ein Einzelfall, man könnte Bernd H. bedauern und zur Tagesordung übergehen. Ist es aber leider nicht, sondern Ausdruck einer grandiosen Borniertheit und Weltfremdheit. Das Verbraucherinsolvenzgesetz sollte auch für diesen Fall gelten, immerhin hat man keinen Aufschrei seitens des Finanzamtes gehört, als seinerzeit Lars Windhorst seine 80 Mio. Schulden auf ein paar Kröten zusammenstrich…..

Aber wie ist das bei beamteten Tätern? Niemand klagt sie an. Niemand greift sie. Niemand zieht sie für Fehlentscheidungen zur Rechenschaft……

Mehr Form oder mehr Function?

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„Form follows function“. Der Begriff ist Teil eines berühmten Ausspruchs des amerikanischen Architekten und Hauptvertreters der Chicago School, Louis Sullivan, einem der ersten großen Hochhausarchitekten. Buchstabengetreu könnte dieser Schüco-Bau das neue Zentralgefängnis von Bielefeld sein…..Kommen wir zum heute präsentierten Zahlenwerk des Namensgebers der Bielefelder „Alm“:

Die Schüco International KG konnte das Geschäftsjahr 2007 mit einem Wachstum von 12,2 Prozent abschließen und steigerte den Umsatz auf 1,8 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter weltweit stieg erstmals auf über 5.000 (2006: 4.700). Die Weichen für weiteres Wachstum sind bereits gestellt: viele herausragende Projekte wurden in den letzten zwölf Monaten begonnen.

Die Schüco Gruppe investierte 2007 weltweit rund 50 Millionen Euro (2006: 37 Millionen Euro). So wurde am Standort Bielefeld das neue Schüco Technology Center (STC) mit einem für Bürogebäude einzigartigen Energiekonzept errichtet und die Osttribüne der SchücoArena mit einem außergewöhnlichen Solardach gekrönt. Am Standort Groß-Rohrheim entstand eine Photovoltaik (PV)-Freiflächenanlage mit einer Leistung von einem Megawatt (MW). Damit leistet Schüco auch einen Beitrag zur Senkung des Kohlendioxid (CO2)-Ausstoßes: Allein diese drei Anlagen sparen pro Jahr rund 620 Tonnen CO2 ein.

Wie praktisch. Ulla liest ab, was Bertelsmann (will) formuliert

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Gestern schruben wir hier bereits über die unappetitlichen Praktiken des in letzter Zeit sehr oft und mit gutem Recht kritisierten Konzerns aus dem Nachbarstädtchen. Heute nun ist Kim Otte, einer der beiden Autoren des Buches „Der gekaufte Staat“, in der Metropole. Im ARD-Magazin „Monitor“ hatte er die unter Gazgerd Schröder eingerissenen und unter Merkel verfeinerten Praktiken der Einflussnahme der Wirtschaft auf die Politik aufgedeckt. Hunderte von Mitarbeitern aus DAX-Unternehmen sitzen direkt in den Ministerien und formulieren die Gesetze so, wie sie es wollen. Und nicht, wie sie „das Volk“ via gewählte Abgeordnete am Ende benötigt. Bertelsmann tut sich bei dieser Praxis offensichtlich besonders hervor. Eine Mitarbeiterin der Bertelsmann-Stiftung schreibt unter anderem Reden für Ministerin Ulla Schmidt. Kein Wunder, das die Gesundheitsreform ein Abbild jener seltsamen Einstellung ist, die die ehemaligen Wehrmachtsbuchdrucker aus dem kleinen Städtchen tagtäglich manifestieren: „Für uns täglich Mohnkuchen. Der Rest kann sich an den Tafeln ernähren“.

Ach ja, die Gütersloh-Connection

Da fiel mir doch mehr oder weniger zufällig die Diplomarbeit „Universität Bremen, Fachbereich 11, Studiengang Sozialpädagogik
Untersuchung der politischen und gesellschaftlichen Einflussnahme der Bertelsmann Stiftung auf die Reformen im öffentlichen Bereich. Diplomarbeit. Erstellt von: Susanne Schiller. Bremen, August 2007“ in die Hände.

Immer wieder interessant, die Analyse der „guten Menschen aus Gütersloh“ zu verfolgen. Versuchen doch diese, über massive Einflußnahme zu Gazgerd Schröders Zeiten („u.a. Hartz 4, Gesundheitsreform, etc.“) und heute der Merkel-Kanzlatur mehr oder weniger die Geschicke der Republik in ihrem Sinne zu beeinflussen und zu verändern. Wobei anzumerken ist, das die Bertelsmann-Ideen nicht das Papier taugen auf dem sie stehen, aber ihrem eigentlichen Zwecke sehr wohl dienen: Einflußnahme, Wichtigtuerei, frömmelnde Interessendurchsetzung. So liest man über die Stiftung in der Diplomarbeit:

3.1.1 Operative Reformwerkstatt mit guten Kontakten

Der Schwerpunkt der Arbeit der Stiftung liegt darin, Reformen des politischen,
wirtschaftlichen und sozialen Systems voranzutreiben. Mehr als 300 hoch qualifizierte
AkademikerInnen testen in Modellversuchen, was die öffentliche Hand landes-, bundesund
europaweit auf den Weg bringen soll. Große Teile der deutschen Gesundheits-,
Hochschul- und Arbeitsmarktreformen werden von ihnen konzipiert. Die Bertelsmann
Stiftung war eine der ersten ,Ideenagenturen für Politik und Öffentlichkeit‘ in Deutschland
und versteht sich als „Deutschlands führende Reformwerkstatt“ mit dem Ziel, die Republik
aus ihrer ,Sackgasse‘ heraus zu führen Wernicke und Bultmann zeigen auf, dass es derzeit kaum
ein gesellschaftliches Feld gibt, an dessen Umstrukturierung die Denkfabrik des Medienimperiums nicht
mitarbeitet. Sie ist in den Bereichen Arbeits- und Sozialpolitik, Bildungs- und Hochschulpolitik,
Gesundheitspolitik und Demografische Entwicklung, Außen- und Verteidigungspolitik
tätig.

Wer aufmerksam die Politik verfolgt, kann sich ein zynisches Grinsen nicht verkneifen. Allzu groß ist der politische Mist, der da in in unserem Nachbarstädtchen Gütersloh ersponnen und von den immer gleichen TV-gepinselten Mietmäulern gegen Kohle propagiert wird. Bertelsmann hat sich wahrlich um die Spaltung der Gesellschaft verdient gemacht.

Doppeltes Arminenglück

Erst erkämpfte sich Arm. Bielefeld beim 1. FC Nürnberg einen Punkt und dann hatten sie Glück, weil der ICE mit der kompletten Mannschaft kurz vor dem schweren Unglück den Tunnel passierte, ebenfalls mit Schafen kollidierte, dann aber langsam weiterfahren konnte. Überhaupt muß man konstatieren, das ein gütiges Schicksal weitaus Schlimmeres dort verhinderte.

Gemischte Ansichten

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„Nachtansichten“ in Bielefeld am Samstagabend. Die sozusagen unterste und einfachste Stufe eines funktionierenden Stadtmarketings. „Gebt den Häusern Licht, dann staunen Sie“, hat schon immer funktioniert. Das Volk flaniert durch die Weltmetropole, ergötzt sich an bunten Farben auf alten Gemäuern. Auf dem Alten Markt im Herzen der Bielefelder Altstadt prangt unübersehbar auf der Lampebank-Zeile das Logo der Stadtwerke. Damit alle wissen, wers bezahlt hat und wer ab dem heutigen Montag dem blöden Stromkundenvolk wieder erzählt, wie, wo, wann und warum es Strom zu sparen hat. Mittendrin im Gewühl, NW-Reporterin Doreen Koschnick, die hunderte Fotos ohne Logo machte. Aber als „unabhängig überparteiliche Presse“ bringt man auf der Lokalseite lieber das mit dem Stadtwerke-Logo. Ein Schelm, wer da an Tiefkühlpizza aus Bielefeld denkt……

Könnte man nicht demnächst Schildesches Viadukt nachts mit dem Volksbank-Logo „Wir öffnen Horizonte“ anstrahlen?

Der Putsch einer Demokratie. So gehts.

11. Schaffen Sie Möglichkeiten, die Menschen zu überwachen. Am besten zerstören Sie die Informationsfreiheit, wenn das Land, das Sie putschen wollen, als Demokratie gilt. Dadurch halten Sie sich den Protest vom Leib, denn Ihr zerstörerisches Treiben dient ja „unser aller Sicherheit“. In einer Diktatur dient die Beschneidung der Informationsfreiheit in der öffentlichen Wahrnehmung unmittelbar Ihren Interessen; in einer Demokratie können Sie Ihre wahren Beweggründe kaschieren. Und durch die öffentliche Debatte über die Sicherheitsfrage lassen die oberflächlichen Medien nicht das eigentliche Thema aufkommen: dass Sie durch die eine oder andere Schönheitsoperation an der Rechtslage Ihren diktatorischen Entscheidungen den Weg bereiten.

Kann man einen demokratischen Staat putschen? Kann man daraus eine Art Diktatur machen? Es geht. Wie, das zeigt Thilo Baum in einem lesenswerten Blog mit diesem Beitrag. Hat zwar mit Bielefeld direkt nichts zu tun, betrifft uns aber dennoch alle.

Der kluge Rainer….

Montagsausgabe „Leipziger Volkszeitung“. Unser klügster MdB (SPD) sagt was:

In der Debatte um staatliche Eingriffe zur Senkung
der Energiepreise hat der wirtschaftspolitische Sprecher der
SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, scharfe Kritik an den zum
Wochenende gemachten Vorschlägen geübt. „Sie sind an Populismus nicht
mehr zu überbieten. Eine solche Politik verachte ich“, sagte der
Sozialdemokrat der Leipziger Volkszeitung (Montagausgabe).

Eine Entlastung durch einen reduzierten Mehrwertsteuersatz, wie es
FDP-Parteichef Guido Westerwelle fordert, so Wend weiter, würde nur
dazu führen, dass die Gewinnspanne der Konzerne steige, weil sie
dadurch höhere Marktpreise durchsetzen könnten. „Außerdem reißt dies
Löcher in die Rentenfinanzierung, weil diese zu einem großen Teil
durch die Ökosteuer gedeckt wird“, sagte Wend.

Als undurchführbar bezeichnete er auch die Forderung des
saarländischen SPD-Vorsitzenden Heiko Maas, den Benzinpreis zu
deckeln. „Eine Obergrenze ist Unsinn, weil Preisobergrenzen in einer
freien Marktwirtschaft nicht zu regulieren sind.“ Eine Deckelung
werde allenfalls dazu führen, dass verstärkt Benzin in andere Staaten
verkauft wird, wo es kein Limit gebe. Wend: „Zudem können einzelne
Länder auch nichts gegen den weltweit anziehenden Ölpreis tun.“

Klar. Ein Neoliberaler hat was gegen Eingriffe, weil die Energie-Monopolisten ihn natürlich anders gebrieft haben.

Jammertal traute die Oetkers

Aufatmen bei der Yellow Press uind Springers BILD. Endlich gibts wieder ein deutsches Paar, über das man ständig, stetig, immer, wahr oder unwahr schreiben kann, ja muß: Ehrendoktor August O. und Oldtimerexpertin Nina Esdar sind seit Samstag nun tatsächlich ein (Ehe)paar. Getraut wurden sie in Baden-Baden von Dekan Thomas Jammertal. Gut, das die Show nicht in Bielefeld-Deppendorf stattfand.

Tja, warum?

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Die im Rat der Stadt Bielefeld vertretene BfB hat heute den Sonntagszeitungen eine einfach gemachte Beilage beilegen lassen, in der sie brisante Themen der Kommunalpolitik aufgreift. So wird auch die allein unter Machtkalkulatorischen Gesichtspunkten verstehbare Aufstockung des Rates um 6 Sitze auf 66 aufspießt. Ob der Bürger das gut heißt, ist letztlich egal, oder?

Baudezernent Moss: „Es boomt“

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Der städtische Baudezernent Gregror Moss muß einen ganz besonderen Kaffee haben, aus dessen Satz er wie in einer Kristallkugel wunderbare Dinge liest. So verstieg er sich jetzt zu der Aussage, das „Bielefeld boomt“. Nachdenklich zieht man sich diesen nahezu seherischen Satz rein und zählt – wie es die NW heute getan hat – die Brachflächen, Baustellen, Maroditäten der Metropole auf. Unabsehbar lang ist die Liste, deren Absurditäten wie Nichtbau des Sennesees, Theater um den Untersee, Kesselbrinkeleien und schleppende Planungen sozusagen das Sahnehäuptchen städtischen Planens bilden. Es mag aber sein, das der Herr Stadtplaner bereits da einen „Boom“ sieht, wo vergleichbare Städte allenfalls Bauvoranträge aus früheren Jahrhunderten mild belächeln. Offensichtlich alles eine Frage des Blickwinkels . Aus dem Rathaus am Niederwall guckt man offensichtlich um die Ecke und sieht, was die Bielefelder nicht sehen: „Boom“.

Noch Stille an der Spargelfront

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Wer dachte, an diesem Wochenende starte die heimische Spargelsaison, sah sich enttäuscht. Noch ruhen die Köpfe des weißen Gemüses unter schwarzen Plasteplanen. Aber bald. Bald sind sie am Morgenlicht…… Schreiben Sie doch schon mal Ihre Lieblingsrezepte auf.

Was 24 Jahre lang nicht klappte….

… klappt auch am morgigen Samstag nicht. Abstiegsknüller Teil 1: Das 1:0 im Nachholspiel gegen Wolfsburg soll beim Vorletzten aus Nürnberg neue Kräfte freisetzen. Allerdings muss Mintal wieder Misimovic ersetzen. Ausgerechnet seinen auf Platz 15 liegenden Ex-Klub Bielefeld könnte Club-Coach von Heesen wieder auf einen Abstiegsrang befördern. Doch Arminia ist unter Frontzeck im Aufwind und hat in Franken eine gute Bilanz: Der letzte Bundesliga-Heimsieg gegen Bielefeld gelang Nürnberg vor 24 Jahren.

Ja wo laufen sie denn?

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Der letzte Sonntag im April steht bevor. Zeit für den Hermannslauf. Über 7000 Teilnehmer werden die Schuhe schnüren und vom Hermannsdenkmal bei Detmold bis zur Bielefelder Sparrenburg laufen. 31,1 Kilometer, die von den Besten in etwas über 2 Stunden bewältigt werden. Veranstalter ist der TSVE 1890 Bielefeld e.V.

Propagandazauber wirkt nicht mehr

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Gradezu impertinent versuchten die gekauften Mietmäuler und „Experten“ der Nation uns weis zu machen, was für einen tollen Aufschwung doch die Republik erlebt. Dabei fühlten die Allermeisten nichts, außer sich immer rasanter leerenden Taschen. Das war und ist hier in der Region nicht anders als anderswo in Deutschland. Dazu passt dieses interessante Interview:

Der Geschäftsführer einer Personalvermittelungsagentur äußerte sich in einem Interview :

„Die offiziellen Zahlen geben 3,434 Millionen Arbeitslose an, wie kommen Sie bitte auf mehr als 9 Millionen Arbeitslose ?

Antwort: Das ist ganz einfach. In den aus Nürnberg veröffentlichten Zahlen fehlen z.B. die 350.000 Rentner zwischen 60 und 65 Jahren, die aber ja durchaus noch arbeiten sollen, wenn es nach unserem ebenfalls bankrotten Rentensystem geht.

Es fehlen die 480.000 Vorruheständler nach § 428 SGB III, die, mindestens 58 Jahre alt und meist unfreiwillig in den Vorruhestand gegangen, völlig entnervt am Arbeitsmarkt kapituliert haben. Weiterhin fehlen 1.200.000 Maßnahmeteilnehmer. Es fehlen ca. 80.000 krank gemeldete Arbeitslose und etwa 3,8 Millionen geringfügig Beschäftigte in sogenannten Minijobs untergebracht.

Wenn man das alles zusammenrechnet, waren damit über 9,5 Millionen Menschen ohne einen richtigen Arbeitsplatz. Darin sind noch nicht einmal die befristeten Jobs erfasst und die min.400.000, die irgendwie zwischen die Ritzen nicht abgeglichener Zahlen von Arbeitslosengeldempfängern und arbeitslos Gezählten geraten sind. Man spricht hier gern von der sogenannten stillen Reserve. “

Quelle : News4Press.com

Einsam rufen unsere MdB´s Brandner, Wend, Strothmann: „Aufschwung, bitte bleib“. Allein, man glaubt ihnen nichts mehr.