Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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März 2008
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Sa
15
Mrz '08

Arm. BI erreicht “Platz im Abgrund”

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Kein Glück und dann kommt noch Pech dazu. Arm. Bielefeld verspielt nach guter erster Halbzeit noch einen durchaus möglichen Sieg bei Hannover 96. 2:2 hieß es am Ende, aber weil Cottbus sensationell die Bayern 2:0 schlägt, steht Arm. Bielefeld nun auf einem Abstiegsplatz.

Nebenbei erfährt man auf der Homepage, das der Verein sich mit Ernst Middendorp finanziell geeinigt hat. Über die Summe schweigt man.

Stellen Sie sich dazu Philadelphia-Torte vor

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Ok, ich weiß. Ist nicht die angesagte Torte. Mindestens Lattemacchiato an Maccadamianußchilli mit jenem Hauch “wilder Mohn” muß es sein. Hat aber ihre Mutter gemacht. Ihr Besuch aus dem hohen Norden wird sie aber goutieren. Er zieht sich dezent zurück und verfolgt das Geschehen in der Hannoveraner AWD-Arena.

Petrus auf der Außenbahn

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Da sag noch einer, der März öffne keine Horizonte. 18 Grad in der Sonne Ostwestfalens. Petrus ist auf der Außenbahn immer für schöne Temperaturen gut. Sagt mal bitte jemand dem Spargel Bescheid?

Romantisches Bielefeld. Windels Turm

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Wer den Weg zur Autobahnabschlußstelle Sennestadt nicht über den Südring sondern vorbei an Windelsbleiche wählt, bemerkt selten den hohen Turm rechterhand. “Windels Turm”. Ein weithin sichtbares Wahrzeichen einer verblichenen (verbleichten?) Textilepoche Bielefelds.

Beim Rösten des Toastes

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Wer es seit nahezu “ewigen Zeiten” gewohnt ist, seinen gerösteten Toast nicht nur mit der Lektüre einer einzigen lokalen Zeitung sondern auch BILD, FAZ und Handelsblatt zu begleiten, kommt nicht umhin, sich immer häufiger die Augen zu reiben. “Was ist bloß aus Deutschland geworden?” . Das wir hier im Provinzkaff Bielefeld schon keine besonderen Fortentwicklungen mehr erwarten, mag mit der Grabesstille zusammenhängen, die aus der Ratsgruft am Neuen Wall strömt. Was aber Deutschland betrifft, war doch eine “Große Koalition” unter einer Kanzlerin Merkel vor über 2 Jahren angetreten, alles zum Besseren zu wenden. Fortgesetzt werden sollte Gerhard Schröders grandioses Alterswerk der “Systematischen Verarmung breiter Schichten”, genannt “Agenda 2010″. Die NW Bielefeld unternimmt heute auf Seite 2 unter “Pro & Kontra” den interessanten Versuch, den stellvertretenden Chefredakteur Carsten Heil (Pro) und die Redakteurin Nicole Hille-Priebe (Contra) kontrovers kommentieren zu lassen. Heil resümiert, die Agenda 2010 habe “Die deutsche Krankheit auskuriert” und Die Nachbarn blickten wieder neidisch auf die Deutschen. Das Schrödersche Machwerk mit Unterstützung des verurteilten Kriminellen Hartz sei “Alternativlos für Deutschland”. Dem hält Nicole Hiolle-Priebe entgegen, die “unter dem Euphemismus “Reform” verkaufte Strategie “sei von Jobhoppern entwickelt worden, von “Politikern, die mit einem Bein schon im Aufsichtsrat stehen und von Beratern, die Lobbyarbeit für die Wirtschaft machen - ohne rot zu werden”.

Ich weiß nicht, auf welchem einsamen Stern Carsten Heil lebt und denkt, aber seine Betrachtungsweise ist so meilenweit weg von der Wirklichkeit, den geschönten Arbeitslosenstatistiken, den Jobs, die nur per Hartz-Lohnausgleich und Staats-Sponsoring anständiger Löhne verweigernden Firmen grad mal zum Leben reichen, der unverhüllten Gier der managenden Zugreifer, der galoppierenden Inflation, dem ungezügelten Abzocken durch das unkontrollierte Energiekartell, das man sich fragt, was der junge Mann auf dem Stuhl enes stellvertenden Chefredakteurs macht. Offensichtlich ist seine Meinung aber “offizielle Meinung” der SPD-Zeitung…….

Meine Meinung: Es wäre ganz locker auch ohne “Agenda 2010″ gegangen, ohne die Krake “Hartz 4″, ohne eine ebenso dümmlich wie wirkungslose “Gesundheitsreform”, usw. Aber das alles stand nicht auf der Agenda von Neoliberalen, die nur eines im Sinn haben: den Umbau der Gesellschaft zugunsten Weniger. Neben der unrühmlichen Rolle, die die CDU-Kanzlerin spielt, spielt die SPD die noch unrühmlichere: Ausverkauf des sozialen Gewissens einer Partei. Nicole Hille-Pribe zumindest bleibt bei der Realiät. Und die ist bitter genug.

Hürriyet macht Panik in Brackwede

Wikipedia schreibt zu dieser Zeitung: Hürriyet (”Freiheit”) ist eine türkischsprachige Tageszeitung mit Redaktionssitz in Istanbul. Sie befindet sich heute im Besitz von Aydin DoÄŸans Pressekonzern DoÄŸan, an der auch die Deutsche Axel Springer AG mit 25% beteiligt ist. Mit täglich 550.000 gedruckten Exemplaren (2004) ist sie eine der drei auflagenstärksten Zeitungen der Türkei.

Hürriyet ist eine Boulevardzeitung, die sich heute selbst als „liberal-konservativ“ einordnet und eine EU-Mitgliedschaft der Türkei befürwortet. Im Kopf der Zeitung befindet sich neben dem Schriftzug Hürriyet in weißer Schrift auf schwarz-rotem Grund ein Bild des Staatsgründers Atatürk und das Motto Türkiye Türklerindir (”Die Türkei gehört den Türken”).

Eben diese Zeitung hat nun auf ihrer Titeklseite über “angebliche fremdenfeindliche Vorfälle im Bielefelder Stadtteil Brackwede” berichtet und erinnert damit unangenehm an die unappetitliche Kampagne, die anläßlich der Brandkatastrophe in Ludwigshafen von dem Boulevardblatt losgetreten wurde. Angeblich hätten sich, so Hürriyet, in Briefkästen von Angehörigen der muslimischen Gemeinde Brackwedes “Bedrohliches wie Streichholzbriefchen” gefunden. Die Türken in Brackwede “seien in Panik”, so das Blatt weiter. Nachforschungen der Polizei und auch der muslimischen Gemeinde brachten absolut nichts zum Vorschein. Es gab lediglich einen Werbeflyer der NPD, der im Umfeld der Moschee verteilt wurde. Aber auch der enthalte, so die Polizei, “keinerlei Tatbestände”. Brackwede, war da nicht was mit dem gewünschten Bau eines Minarettes?

Nun darf man gespannt sein, ob Hürriyet - wie schon öfter - Gegenstand einer Rüge des deutschen Presserates wird. Wohl eher nicht. Das werden die “Brüder im Geiste” vom Springer-Verlag, der ja auch die ähnlich operierende und polemisierende BILD herausgibt, schon zu verhindern wissen. Wie sagte doch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip ErdoÄŸan in Ludwigshafen zur Presse: „Schreiben Sie nichts, was den Frieden dieser beiden Länder zerstören könnte“. BILD und Hüriyet haben damit wohl leichermaßen Problem. Was bespricht die Kanzlerin bloß mit ihrer Freundin Friede Springer beim Kaffeeplausch? Ach ja, die für Deutschland lebensnotwendige “Mittelmeerallianz” und die “größte Rentenanpassung aller Zeiten”.