Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mi
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Mrz '08

Bei Arminia wirds saftig

Kein Tag ohne Posse bei unserem Fubabuli-Verein Arm. Bielefeld. Heute nimmt H.-H. Schwick Stellung zum Thema “Vertrag Reinhard Saftig”. Man liest:

DSC-Präsident Hans-Hermann Schwick äußert sich wie folgt zum Vertragsverhältnis des freigestellten Geschäftsführers Reinhard Saftig:

“Trotz der verabredeten schriftlichen Fixierung der Vertragsverlängerung hat Herr Saftig auf die mehrfache Bitte das schriftliche Angebot des Vereins seinerseits zu unterzeichnen und zurückzusenden, nicht reagiert. Die jetzt von Herrn Saftig vertretene Auffassung, es liege eine mündliche Einigung und Vertragsverlängerung vor, teilen wir schon aus diesem Grunde nicht. Der Verein steht deshalb auf dem Standpunkt, dass der Vertrag am 30.06.2008 endet.”

Wie kann ein Vertrag enden, dessen Verlängerung vollmundig am 27.11.2007 im Fußballmagazin “Kicker” mit: “…zu verbesserten Konditionen bis zum Jahre 2010 verlängert” bezeichnet wurde? Oder nur ein neues Stück aus der unendlichen Geschichte “Tollhaus an der Melanchthonstraße”?

Iglo-Zander auf der Haut

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Der Mann der Freundin der besseren Hälfte gehört zu der Sorte, die selbst Wasser bei 180 Grad anbrennen lassen. Hat wahrscheinlich damit zu tun, das er von dem Ruf zehrt, der erste gewesen zu sein, der Fontanemäßig die Senne durchwandert hat und schwungvolle Verse darüber schrieb. Leider fand sich kein Verleger, der “Diretissima westlich Augustdorf” von links nach rechts und auf Papier verlegen wollte.

Eben jener Dichterfürst fragte an, wie man denn “Fischstäbchen anbrate”. Klare Antwort: “Tiefgefroren. Aber immer auf der Haut. Ist eine Art Zander”. Das “Perfekte Dinner” wird dem schönen Haus in Sennestadt wohl auf ewig verschlossen bleiben. Oder er kauft alles en bloc beim Klötzer auf der Obernstraße.

Arm. BI erfindet “Ablenkungsmarketing”

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So, dat isset nun, das neue Logo von Arm. Bielefeld. Auf der Website des um den Abstieg aus der 1. Fubabuli kämpfenden Vereins heißt es dazu:

Der DSC hat deshalb zusammen mit einer namhaften Markenagentur eine strategische Markenpositionierung für den Verein erarbeitet. Einen Bruch mit der Tradition bedeutet das keineswegs. Es geht vielmehr darum, „Arminia” mit allem Positiven, was den Verein in seiner langen, wechselvollen Geschichte ausmacht, ab sofort – auch überregional – noch stärker in den Fokus zu stellen.

Aha. Deshalb der immer noch altrömische Heepener Lorbeerkranz um das Fähnlein der Aufrechten und der typographische Gag mit dem kleinen “i” in der versalen Arminia. Aber weiter auf der Website des Clubs:

Fakt ist, dass sich heutzutage der Erfolg längst nicht mehr ausschließlich auf dem Platz entscheidet. Vielmehr gilt es, auch abseits des grünen Rasens stets nach neuen Wegen und Möglichkeiten zu suchen, die eigene Position zu stärken und zu verbessern.

Aha. Wer eine Ewigkeit mit Fußball zu tun hat, kommt immer wieder auf das Wesentliche zurück: Tabellenstand. Klassenerhalt. Tordifferenz. Punkte. Siege. Max. Unentschieden. Alles Andere ist niedliches Drumrum. Mehr nicht. Lenkt im Zweifelsfall nicht ab vom Desaster, das da heißt: von Heesen, Middendorp, Geideck, Frontzeck, Saftig. Weiter auf der Clubseite, nachdem wir bei den Begriffen “faszinierender, dynamischer, lebendiger, innovativer, ehrgeziger Verein” heftig geschluckt und mit den Tränen gekämpft haben:

Der Verein möchte die Fans mitnehmen auf dem Weg zu einer neuen, identitätsstiftenden Entwicklung. Um den Prozess der Markenpositionierung abzuschließen, gilt es, einen neuen Slogan zu finden. Hier ist die kreative Mitarbeit von Euch Fans gefragt. Kurz und griffig sollte er sein, auch sollte er geeignet sein, eine gewisse Aufbruchstimmung zu vermitteln. Natürlich muss er zu dem passen, was Arminia ausmacht: Ein faszinierender, dynamischer, flexibler, lebendiger, innovativer und ehrgeiziger Verein.

Den Slogan könnt Ihr haben: Arm. Bielefeld. Die Fahrstuhlbesetzer. Für ewig.

Ansonsten ist das schon heftiger Tobak, was da – natürlich strategisch angesichts der miesen Lage grad jetzt auf die Rampe geschoben – angeleiert wurde. “Leidenschaft”, dieses von Arminia immer wieder strapazierte Wort, wird von den Fans nur goutiert und mitgelebt, wenn auf dem Platz nicht elf Halbtote stehen, die Spiel für Spiel durch dusselige individuelle Fehler und taktisch mangelnde Einstellung verlieren. Da helfen weder neues Logo noch neuer Slogan noch vollmundige Marketing-Elegien.

Gewonnen wird auf dem Platz. Es sei denn, Arm. Bielefeld beweist das Gegenteil. Für den Marketing-Pipifax, die superteure Tribüne und das ganze Chichi um Trainer und Sportdirektor hätte man schon ein paar Jungs mit starken linken oder rechten Füßen bekommen, die keine Lust haben, 2. Liga zu spielen. Bochum, Karlsruhe und selbst Wolfsburg und Hannover zeigen zumindest, wie sowas geht.

Jawoll, Herr Amtmann. Gehorsamst, Herr Amtmann.

Zu Zeiten von Preußens Gloria machten Karikaturen die Runde, die Bürger beim stramm stehen vor Obrigkeiten zeigten. Soll es ja heutzutage auch noch geben. Besonders, wenn ARGE-Manager ihre “Macht” bei der Durchsetzung der “Hartzer Roller” zeigen. In dieser Zeit müssen im Bielefelder Ordnungsamt auch die Schreiberlinge ihr Schreibwerk gelernt haben, die solche Meldungen formulieren:

Das städtische Ordnungsamt weist auf den besonderen Schutz der Feiertage in der Karwoche hin. Nach dem Gesetz über Sonn- und Feiertage sind dann in Nordrhein-Westfalen bestimmte Veranstaltungen verboten.

Am Gründonnerstag (20. März) ist öffentlicher Tanz nach 18.00 Uhr nicht erlaubt.

Für Karfreitag (21. März) gelten drei zeitliche Schutzzonen, die teilweise über Mitternacht hinaus Bestand haben:

Von Karfreitag, 0.00 Uhr, bis Ostersamstag, 22. März, 3.00 Uhr, sind Großmärkte nicht gestattet.

Außerdem sind am gesamten Karfreitag und am Ostersamstag bis 6.00 Uhr folgende Aktivitäten untersagt: Der Betrieb von Spielhallen und ähnlichen Unternehmen, die gewerbliche Annahme von Wetten, Märkte, gewerbliche Ausstellungen, Zirkusvorstellungen, Volksfeste und sportliche Veranstaltungen. Verboten sind auch musikalische und sonstige unterhaltende Darbietungen jeder Art in Gaststätten und in Nebenräumen mit Schankbetrieb sowie alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen einschließlich Tanz. Weiterhin sind auch alle nicht öffentlichen unterhaltenden Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen unzulässig. Schließlich dürfen Filme nur dann vorgeführt werden, wenn sie vom Kultusminister oder den von ihm bestimmten Stellen als dafür geeignet anerkannt sind.

Während der Hauptzeit des Gottesdienstes zwischen 6.00 und 11.00 Uhr sind am Karfreitag Theater und musikalische Aufführungen, Filmvorführungen, Vorträge und sonstige Veranstaltungen jeglicher Art verboten, selbst wenn sie ernsten Charakters sind.

Jawoll. Stramm stehen. Grüßen. Seitkehrt. Marsch. Tadarammtatdammtadammtara…… Und deshalb hat es dieses Schildbürgerstädtchen im Gegensatz zu fast allen deutschen Großstädten auch so schwer, “Public viewing” zur Fußball-Europameisterschaft zu genehmigen. Merke: nicht die Bielefelder sind seltsam sondern die, die aus den Fenstern des Rathauses nach außen gucken.

Orkanböen über OWL

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Nicht nur heftige Böen fegen über unseren Landstrich, auch Hagel begleitet sie und Schauer. Dem Hund klappts die Ohren nach vorne und seinem Herrchen die Rockschöße hoch.

Was nun, Rainer?

Die aktuellen Umfragewerte der SPD gleichen sich dem Tabellenplatz der Arm. Bielefeld an: gegenwärtig würden nur 23% der Wähler bei einer Bundestagswahl die SPD goutieren. Kein Wunder nach dem hessischen Affentanz und den Verminungen durch den rechten “Seeheimer Kreis” der SPD, zu dem neben so exzellenten Persönlichkeiten wie “Pfeife” Struck auch Hochstirn Steinbrück gehören. Wo genau Bielefelds MdB-SPD Rainer Wend steht, wird aus seiner Bundestagsrede in der “Aktuellen Stunde” vom 7. März nicht ganz klar. Aber lesen Sie selbst. Nach dieser Aussage wäre er Mittelständler: “Wenn nicht mehr die Arbeitnehmer und die Region, in der man produziert, ins Auge gefasst werden, sondern nur der kurzfristige Anstieg des Aktienkurses, ist nicht mehr das vorhanden, was Ludwig Erhard und Müller-Armack sich unter sozialer Marktwirtschaft vorgestellt haben. Das ist nicht in Ordnung”.

Bleibt die Frage offen, wo die SPD in den Umfragen stünde, würde sie sich den “Linken” weiter öffnen, anstatt zu versuchen, sie tot zu schweigen…..

Nach Puddingtown nun Deutschlands Tortenstadt No. 1

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Das Bielefeld eine überaus süße Stadt ist, belegen die Tausende von Tonnen an Vanillezucker und anderen süßen Dingen, die hier in einem einschlägigen Unternehmen produziert werden. Weniger bekannt ist, das die Metropole “Deutschlands Tortenstadt No. 1″ ist. Mit 17 Konditoren-Fachbetrieben belegt die Teutostadt bundesweit den Spitzenplatz. Das weitaus größere Bremen soll es auf lediglich zwei, Stuttgart auf gar keinen Betrieb bringen. Bevorzugt werden – so die Innung – “Schwarzwälder Kirsch und Käsesahnetorte”.

“Siehste”, sagt die Stimme aus dem Off, “Torten könnt Ihr in Massen fressen, aber das macht dick und träge”. Was für eine böse Stimme. Gleich wechtun.

Er rollt und rollt und rollt

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Aus dem Jahre 1953 stammt dieses Bild eines Vaters, der sich liebevoll über einen Kinderwagen beugt. Da die beiden betreffenden Damen, die den Wagen einige Jahre später belegten, nach eigenen Aussagen noch zu Brackwedes “Kinder auf Rädern” gehörten, muß er schon stabil konstruiert worden sein. Die Damen jedenfalls haben es zu ansehnlicher Größe gebracht. Die 5 Jahre Jüngere überragt ihre Schwester sogar um Haupteslänge. Ob das Gefährt ein “Teutonia” war, ist nicht sicher belegt. Jedenfalls gibts Kinderwägen dieser Marke aus dem ostwestfälischen Hidenhausen bereits seit 1947.