
So, dat isset nun, das neue Logo von Arm. Bielefeld. Auf der Website des um den Abstieg aus der 1. Fubabuli kämpfenden Vereins heißt es dazu:
Der DSC hat deshalb zusammen mit einer namhaften Markenagentur eine strategische Markenpositionierung für den Verein erarbeitet. Einen Bruch mit der Tradition bedeutet das keineswegs. Es geht vielmehr darum, „Arminia” mit allem Positiven, was den Verein in seiner langen, wechselvollen Geschichte ausmacht, ab sofort – auch überregional – noch stärker in den Fokus zu stellen.
Aha. Deshalb der immer noch altrömische Heepener Lorbeerkranz um das Fähnlein der Aufrechten und der typographische Gag mit dem kleinen “i” in der versalen Arminia. Aber weiter auf der Website des Clubs:
Fakt ist, dass sich heutzutage der Erfolg längst nicht mehr ausschließlich auf dem Platz entscheidet. Vielmehr gilt es, auch abseits des grünen Rasens stets nach neuen Wegen und Möglichkeiten zu suchen, die eigene Position zu stärken und zu verbessern.
Aha. Wer eine Ewigkeit mit Fußball zu tun hat, kommt immer wieder auf das Wesentliche zurück: Tabellenstand. Klassenerhalt. Tordifferenz. Punkte. Siege. Max. Unentschieden. Alles Andere ist niedliches Drumrum. Mehr nicht. Lenkt im Zweifelsfall nicht ab vom Desaster, das da heißt: von Heesen, Middendorp, Geideck, Frontzeck, Saftig. Weiter auf der Clubseite, nachdem wir bei den Begriffen “faszinierender, dynamischer, lebendiger, innovativer, ehrgeziger Verein” heftig geschluckt und mit den Tränen gekämpft haben:
Der Verein möchte die Fans mitnehmen auf dem Weg zu einer neuen, identitätsstiftenden Entwicklung. Um den Prozess der Markenpositionierung abzuschließen, gilt es, einen neuen Slogan zu finden. Hier ist die kreative Mitarbeit von Euch Fans gefragt. Kurz und griffig sollte er sein, auch sollte er geeignet sein, eine gewisse Aufbruchstimmung zu vermitteln. Natürlich muss er zu dem passen, was Arminia ausmacht: Ein faszinierender, dynamischer, flexibler, lebendiger, innovativer und ehrgeiziger Verein.
Den Slogan könnt Ihr haben: Arm. Bielefeld. Die Fahrstuhlbesetzer. Für ewig.
Ansonsten ist das schon heftiger Tobak, was da – natürlich strategisch angesichts der miesen Lage grad jetzt auf die Rampe geschoben – angeleiert wurde. “Leidenschaft”, dieses von Arminia immer wieder strapazierte Wort, wird von den Fans nur goutiert und mitgelebt, wenn auf dem Platz nicht elf Halbtote stehen, die Spiel für Spiel durch dusselige individuelle Fehler und taktisch mangelnde Einstellung verlieren. Da helfen weder neues Logo noch neuer Slogan noch vollmundige Marketing-Elegien.
Gewonnen wird auf dem Platz. Es sei denn, Arm. Bielefeld beweist das Gegenteil. Für den Marketing-Pipifax, die superteure Tribüne und das ganze Chichi um Trainer und Sportdirektor hätte man schon ein paar Jungs mit starken linken oder rechten Füßen bekommen, die keine Lust haben, 2. Liga zu spielen. Bochum, Karlsruhe und selbst Wolfsburg und Hannover zeigen zumindest, wie sowas geht.
2 Kommentare »