Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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März 2008
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Di
11
Mrz '08

Das neue Tagesschau-Gesicht aus OWL

Schauen Sie mal Mittwochabend die ARD Tagesschau um 20 Uhr. Die sollten von Judith Rakers, 32jährige studierte Journalistin aus Paderborn gesprochen werden. Die hübsche blonde Ostwestfälin arbeitete bereits für “Focus-TV”, schreibt Bücher und moderiert. Mal sehen, wie sich OWl auf der Mattscheibe macht.

Der Bielefelder Literat

“Ich schämte mich, so schwach zu sein. Ich schämte mich besonders, als ich mich übergab”.

Wer im 1. Kapitel auf Seite 6 zu dieser Textstelle gekommen ist, liest “Der Vorleser” von Bernhard Schlink. Es war das erste Buch, das den 1. Platz der Bestellerliste der New York Times erklettern konnte, verfilmt und in 39 Sprachen übersetzt wurde. Der 1944 in Bielefeld geborene Professor für Rechtswissenschaften ist weltberühmter Autor nicht nur von “Der Vorleser” sondern auch “Liebesfluchten” und “Die Heimkehr”. Auch eine Unmenge juristischer Fachbücher und – aufsätze stammen aus der Feder des an der Berliner Humboldt-Universität lehrenden Bielefelders.

“Bielefeld ist einzigartig”

Nun reiben Sie sich bitte nicht verwundert die Augen. Gesagt hat das der Münchner Publizist Hans-Michael Koetzle. Der Satz findet sich in einer Pressemeldung von Bielefeld-Marketing zu einer sehenswerten Ausstellung im Museum Huelsmann:

Das Mädchen im Rollkragenpullover verwandelt sich in Frau Merkel im karierten Blazer. Drei Nonnen mit sinnlich-roten Lippen räkeln sich hinter einer eisverfrorenen Glasscheibe. Und die Fußballhelden Pele und Beckenbauer teilten in den Siebzigern nicht nur den Erfolg, sondern auch die Dusche. Fotomotive unterschiedlichster Genre haben sich ins kollektive Bildgedächtnis eingebrannt. Rund 150 Schlüsselwerke der letzten 25 Jahre sind vom 6. April bis zum 20. Juli 2008 in Bielefeld zu bewundern. Anlass der Ausstellung im Museum Huelsmann – Kunst + Design ist das 25. Symposium des Bielefelder Vereins Fördergemeinschaft Fotografische Ausbildung (FFA). Hier war jeder der namhaften Aussteller schon einmal zu Gast.

„Bielefeld ist einzigartig“, schwärmte bereits 2003 der Münchner Publizist Hans-Michael Koetzle. „Gäbe es Bielefeld nicht, man müsste es erfinden.“ Immer im Frühjahr wird das Neue Rathaus der Stadt zum Treffpunkt für Wissenschaftler, Journalisten, Publizisten, Medienschaffende und Fotografen aus dem In- und Ausland. Glanzlicht einer jeden Veranstaltung sind die fesselnden Referate von bis zu acht prominenten Gästen. Ob Herlinde Koelbl oder Charles Wilp, Volker Hinz, Horst Wackerbarth, Art Kane oder Will McBride – die Referentenliste der Bielefelder FFA liest sich wie das „Who is Who“ der stilbildenden Fotografie.

Das eigenwillige Zweithandy

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Gestern bei Vodafone in der Obernstraße. Im Gepäck die aktuelle Rechnung und das Zweithandy, in dem auch eine aktivierte Karte steckt. Passend dazu die besagte Rechnung. Auf die Frage, warum ein Handy, das unbenutzt und ausgeschaltet rund anderthalb Monate in der Schublade lag, laut Rechnung “5 Stunden Verbindungsdauer” aufweist, wußte die junge Dame keine Antwort. Jetzt wird das in Düsseldorf im Headquarter der Mobilfunker untersucht……

Sekundensonne

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Nur für Sekunden lugte die Sonne durch die Jalousien. Jetzt ist der ostwestfälische Himmel wieder vormittäglich bleiig, der Wind frischt auf und es soll weiter ungemütlich bleiben.

Leidenschaft…

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Die NW Neue Westfälische Zeitung zitiert heute eine Reihe von Tageszeitungen, die das Spiel Arm. Bielefeld – Schalke kommentiert hatten….

Die Gütersloher Kriegsgewinnler

Nur Naivlinge denken immer noch, jener weltweit tätige Konzern in unserer kleinen Nachbarstadt Gütersloh – Bertelsmann, gehörend der Familie Mohn – verdiene sein Geld mit einem Buchclub, dem Druck von Produkten und Zeitschriften, der RTL-Group und dem Versand von Handies für zB. vodefone. Das richtig große Geld verdienen die Bertelsmänner und -frauen mit einem ganz anderen Produkt: Krieg. Dazu muß man sich klar darüber werden, das mehr und mehr Kriege auf der Welt angezettelt werden, damit private Dienstleister daran verdienen können. Hier der Hintergrund:

Profitieren von Unsicherheit und Krieg
http://www.heise.de 02.02.2008 – 12:17
Private Militärdienstleister wollen künftig ganze Armeen auf den Markt bringen

Bereits 2003 konstatierte die britische Tageszeitung The Guardian einen “point of no return”: Private Military Companies (PMC) hätten sich im Kriegsgeschäft so unentbehrlich gemacht, dass militärische Feldzüge ohne sie nicht mehr durchführbar seien. Mehr als ein Drittel der im US-Militärhaushalt vorgesehenen Mittel für die Operationen in Zentralasien inklusive Afghanistan und Irak fließen an private Firmen. Besonders seit dem 11.9. boomt die Branche. PMCs übernehmen zunehmend militärische Kernaufgaben: Sie absolvieren logistische Aufträge, sichern militärische und zivile Transporte, sind in der Aufklärung tätig, eskortieren verletzte Soldaten aus Kampfgebieten, assistieren bei Kampfhandlungen, bedienen Waffensysteme, verhören Gefangene und bilden Soldaten, Geheimdienste sowie Polizeibeamte aus. Die Angebotspalette reicht mittlerweile bis zu der Offerte, ganze Kampftruppen aufzustellen und für Kriegszwecke zu vermieten.

Und genau da mischen unsere überaus freundlichen Nachbarn aus dem Provinzkaff mit dem guten Draht zur Politik in Berlin fleißigst mit. VAW-Arvato heißt der Unternehmensteil. Aber lassen wir andere berichten:

Aktuell bewirbt sich Arvato um einen Großauftrag der Bundeswehr. Mit diesem bislang größten Privatisierungsprojekt will die Bundeswehr große Teile ihrer sogenannten Basislogistik auslagern. Der Vertrag soll über zehn Jahre laufen und ein Volumen von vier bis fünf Milliarden Euro umfassen. Über die Vergabe soll im Sommer 2008 entschieden werden.

Mit diesen Privatisierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen bereitet sich die Bundeswehr auf vermehrte weltweite Kriegseinsätze vor.

Dazu berichtete der Tagesspiegel (Berlin) am 04.01.2008:

“Das bedeutet, dass neben dem Personal auch immer mehr Material in die oft tausende Kilometer entfernten Einsatzgebiete geschafft werden muss – eine Aufgabe, der die Bundeswehr mit ihren logistischen Strukturen aber oft nur teilweise gerecht werden kann. Beispielsweise verfügen die deutschen Streitkräfte über kein weltweites Netz von Niederlassungen wie etwa international tätige Speditionen. Diese könnten bei Bedarf rund um den Globus auf Mitarbeiter zurückgreifen, die sich um Zollangelegenheiten oder die Verladung von Gütern kümmern. „Die sind in fast jedem Ort der Welt vertreten“, sagt General Ueberschaer. „So etwas können sich die Streitkräfte aber nicht leisten.”

Anläßlich eines Arbeitskampfes in Spanien bei der dortigen Bertelsmann-Tochter liest man:

Barcelona: Arbeitskämpfe bei deutschem Militärdienstleister Bertelsmann

Die CNT-IAA in Barcelona führt seit Ende August 2007 einen Arbeitskampf gegen den zur deutschen Bertelsmann-Gruppe gehörenden Betrieb VAW-Avarto. Die Bertelsmann-Tochter arbeitet seit über 30 Jahren für die Bundeswehr und andere NATO-Partner. Mit privaten Dienstleistern versucht die deutsche Bundeswehr derzeit, sich ein weltweites Logistik-Netz zur Unterstützung von vermehrten Auslandseinsätzen aufzubauen. Unterdessen fordert die Bertelsmann Stiftung die „Entwicklung einer kohärenten Lateinamerika-Strategie der Europäischen Union“ und zeichnet das Bild einer zukünftigen, militärisch aufgerüsteten EU, die auch in lateinamerikanischen „Krisen“-Regionen einsatzfähig wäre.

Ach ja. Die heile, heile Welt der Familie aus Gütersloh. So machen die Kaffeetafeln bei Frau Kanzlerin doch wirklich Sinn. Halliburton von Bush-Spezi Cheney beliefert die US-Armee im Irak und verdient sich dumm und dämlich. VAW-Arvato beliefert die Bundeswehr in Afghanistan und noch zu schaffenden Kriegsbrennpunkten und verdient sich ebenfalls dumm und dämlich….

Wo die Kohle steuerfrei herkommt? Bitteschön:

Ihre Studien finanziert die Bertelsmann Stiftung aus ihren Aktiengewinnen, die sie Dank staatlich anerkannter Gemeinnützigkeit steuerfrei einstreicht. Kontrolliert wie die Stiftung jedoch von der Eigentümerfamilie Mohn, die ihr 1993 die Mehrheit der Kapitalanteile übertrug. Die Stimmrechte an diesen Aktien werden wiederum von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft ausgeübt, die ebenfalls von der Eigentümerfamilie kontrolliert wird, gemeinsam mit mehreren Spitzenmanagern des Konzerns, die jedoch erfahrungsgemäß nach Belieben der Familie auch schnell gefeuert werden können.