Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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März 2008
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Do
6
Mrz '08

Hätte ich Zeit

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Ja, hätte ich Zeit, ich würde mich auf einen der neuen blauen Osttribünensitze fletzen, in der Halbzeitpause beim 0:0 eine Haskenhoff-Bratwurst essen, ein Krombacher trinken und dann die nächsten 45 Minuten “Bi-le-feld, Bi-le-feld” still mitklatschen. Noch gibts rund 1000 Karten für das Fubabuli-Spiel gegen die müden Portoschläger vom FC Schalke 04. Ich würde mich auch freuen auf die 88. Minute, wenn Jonas Kamper einen Freistoß aus 22 Metern Entfernung hinter Klassetorwart Neuer zum 1:0-Endstand einschlagen läßt. Arm. Bielefeld ist zwar meistens ein richtiger Chaosverein, aber wenns um die Wurst geht, dann ist eben “Bi-le-feld”. Wobei der Vergleich ja irgendwie stimmt. Schalke-Präses Schnusenberg steuerberatet Aufsichtsratschef Tönnies und der haut mit Billiglöhnen billig Fleisch für Billigwurst. Das ist die Chance, die Billigstschnitzel aus Rheda-Wiedenbrück mal so richtig zu verwursten. Indirekt natürlich. Bielefeld – Schalke. Das ist so wie gegen einen New Yorker den Bielefelder Neumarkt als architektonisches Kleinod zu verteidigen. Obwohl man weiß, das das Ding nicht mal Bezirksliga ist.

Also am Samstag “Bi-le-feld”.

Ziemlich Aprilig

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Regentränen am Teuto bei dürftigen 4 Grad. Die Natur kümmerts nicht, sie treibt und läßt die Forsythien bereits gelb blühen.

Deutschlands Milliardäre verarmen rapide

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Ein Flüstern, Wispern, Raunen und Barmen ging heute Morgen durch Deutschlands Milliardärsenklaven in Liechtenstein, Luxemburg, dem Tessin oder auf den Bahamas. ” Deutschland ist dramatisch abgestiegen. Wir verarmen”. Selbst der Maximum Leader dieser Kaste in Deutschland, ALDI-Süd Anführer Karl Albrecht, nur auf Rang 10 der neuesten Forbesliste der Superreichen dieser Erde. Noch hinter Spanplatten-Mann Ingvar Kamprad vom holländischen IKEA-Konzern. Da wir ein ganz klein wenig Umsatzbrosamen aus dem großen Geizgeprägten Einkaufsvolumen der Vierbuchstabler saugen, fragten wir uns natürlich, ob wir die Hand denn beißen sollen, die da huldvoll Brosamen streut. Doch, doch. Wir dürfen. Diese Hand merkt es ganz sicher nicht und Blogs liest sie auch nicht in ihrem geheimen Verlies irgendwo zwischen Mülheim/Ruhr und dem steuergünstigen Tessin. Aber weil wir ein schlechtes Gewissen bekamen, haben wir grad mal Umsatzrechnisch nachgelegt und den schrecklichen ALDI an der Gütersloher Straße gegenüber dem real-Markt heimgesucht. Gehört zwar Bruder Theo aus Essen-Krey (Da, wo “Atze” wechkommt), aber bleibt ja wohl in der Familie.

Dann noch mal zum Mitschreiben. Die Forbes-Liste 2008 weist 1125 Mitmenschen aus, die zusammen ein Vermögen von 4,4 Billionen Dollar besitzen. Na Peer Steinbrück, wann läßt Du Dir von denen eine CD mit Daten schicken? Andersrum: Sind deutsche Milliardäre nicht extrem bescheiden? Nicht mal auf Listenplätze legen sie großen Wert.

Ach deshalb kleben die nicht

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Nein, das ist keine Werbung für die Ostereierförmigen süßen Bomben im Wickelpapier sondern der Versuch, zu ergründen, warum so viele Bielefelder selbst beim Blogschreiben das Zeug nicht aus den Fingern bekommen. Die Inhalte:

Vollmilchschokolade 50% (Zucker, Vollmilchpulver, Kakaobutter, Kakaomasse, Emulgator Sojalecithin, Vanillin), Zucker, Magermilchpulver, pflanzliches Fett, Haselnüsse 5,8%, Butterreinfett, Halbbitterschokolade, Überzugsmittel Gummi Arabicum, Schellack, Glukosesirup, Emulgator Sojalecithin, Aroma, Vanillin.

Gummi Arabicum! Klebt Papier und trennt die Finger voneinander. Oder so…..

Das rote Buch und Rainer Wend

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Sie kann ihn einfach nicht mehr sehen, den Stapel roter Bücher mit dem eingeprägten “SPD”. Parteibücher, nichts als Parteibücher. Rote Parteibücher. Wenn die SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD Bielefeld, Helga Giesselmann, durch die Räume in der Bielefelder Arndtstraße 6 – 8 geht, versucht sie immer, den Stapel mit den roten Büchern weiträumig und mit dem Rücken zu ihm gewandt, zu ignorieren. Aber täglich bringt die Post neue, frische oder auch ganz Alte. Menschen kommen vorbei, die das rote Parteibuch von 1933 bis 1945 aus Angst vor den braunen Schergen vergraben hatten, zu sehr war es Symbol eines “anderen Deutschland”. Jetzt, zu Zeiten der Schäubleschen “Demokratie” haben sie die Nase endgültig voll. Manch einer trägt das rote Buch persönlich in die Arndtstraße, seufzt und bemerkt verbittert: “Willy wäre auch aus seiner Partei ausgetreten”. Als Gerhard Schröder 1998 anfing mit dem Ende, hatte die SPD noch 755 000 Mitglieder, Ende 2006 waren es noch 565.000. Als ein gewisser neoliberaler Menschenverleiher gegen Billiggeld, Clement heißt er, hier noch Ministerpräsident und später Schröders Superminister war, gab es allein in NRW 40% Parteiaustritte mehr. Die Wähler reagierten. Aber die SPD hat nichts gelernt.

Wie auch, wenn man heute Morgen in der NW liest, was sich “Wirtschaftsexperte” MdB/SPD Rainer Wend im Interview mit der Berliner NW-Korrespondentin Alexandra Jacobsen zurechtgelegt hat. Es geht um die Tolerierung der Frau Ypsilanti durch die “Linke” in Hessen. Da ist dann in schönster neoliberaler Diktion die Rede von der aus “früheren Kommunisten, aus Sektierern und frustrierten Sozialdemokraten” bestehenden Partei “Die Linke”. Das Wendsche Pamphlet, dessen dümmliche Details wir hier nicht bis ins Kleinste erörtern wollen, endet mit den Worten “Dieses Bundesland (NRW) muß verlässlich geführt werden. Das geht mit den Linken nicht”. Nein, lieber Rainer, das geht mit all den Menschen nicht, die bei neoliberalen Ansichten einen dicken Hals kriegen. Und davon sind die wenigsten Mitglieder der “Linken” sondern einfach nur denkende, aufmerksame Bürger, die sehr genau verfolgen, welchen Haufen Mist Ihre Partei im Verein mit der Union und Sie in den letzten Jahren angehäuft haben. Ihre und Ihrer Geistesgenossen Tiraden gegen “Die Linke” sind leicht durchschaubar: Die Argumente sind ausgegangen, die stocksauren Bürger beginnen die “Abstimmung mit den Füßen”. Die findet in den Streiks und später in den Wahllokalen ihren Niederschlag.

Was macht man mit Mist? Ausmisten.

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Und aus einem Esel wird ein?

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(Anzeigenteil NW vom 06.03.2008)