Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mo
25
Feb '08

“Pefektes Dinner”. 1. Tag

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Screenshot: VOX Website

29 Punkte erkochte die kühle Anästhesieschwester Geli im unterkühlten Ambiente ihres Hauses. Leicht angehaucht das Dinner, mit Hecht in der Spinatrolle, Lamm an Gemüse mit Safranreis und einem scharf – süß – sauer-Dessert. Der sich körperlich umfangreiche zeigende Agenturbesitzer Marc und Geli kannten sich. “Bielefeld ist halt ein Dorf”. Naja, kommt drauf an, in welcher Ecke man sich so rumtreibt unter der Sparrenburg, auf dem Alten Markt oder im Bernstein. Unvermeidlich der Feinköstler Klötzer in der Obernstraße und der kleine PR-Besuch bei der Ausstatterin der Dame. Morgen kocht das männliche Nesthäkchen der Runde, ein 22 jähriger Student. Seit der ersten Bielefelder Runde in 2006 tendiert “Das perfekte Dinner” eindeutig zum “chicen” Lifestyle-Magazin. Nun ja, wer weiß, was und wie mit welchen Sponsoren hinter den Kulissen vor sich geht, wundert sich allerdings nicht. Thats entertainment auf dem Kochsender.

“Deutsche Zustände”. Diskussion über Integration und Migration

“Zwischen Integration und Ausgrenzung – Einwanderer in Bielefeld” lautet der Titel eines Podiumsgesprächs am Montag, 3. März, um 19.30 Uhr, in der Altstädter Nicolaikirche. Es nimmt Bezug auf die Fotoausstellung “Ich integriere mich von frühmorgens bis spätabends – Vom Wegmüssen und Ankommen” von Hermine Oberück und Gertraud Strohm-Katzer, die dort noch bis zum 17. März gezeigt wird.

Teilnehmen werden Einwanderer aus Bielefeld sowie Vertreterinnen und Vertreter des Amtes für Integration und interkulturelle Angelegenheiten. Für das Einführungsreferat konnte der Leiter des Zentrums für interdisziplinäre Gewalt- und Konfliktforschung an der Uni Bielefeld, Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, gewonnen werden, der unter anderem durch seine Schriftenreihe “Deutsche Zustände” bekannt ist. Die Moderation übernimmt der Bielefelder Journalist Uwe Pollmann.

Im Vordergrund stehen dabei die persönlichen Erfahrungen der Einwanderer jenseits der allgemeinen Debatten und der Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit Migration und Integration vor der “eigenen Haustür”, auch und gerade in Bielefeld.

(Quelle: Pressemitteilung Stadt Bielefeld)

“Warten mit ausgefüllten Schecks”

Ab und zu darf man mal den Blick über den Rand des kleinen Bielefelder Tellers richten, der sich in Schildesche ebenso minimal aufwölbt wie in der fast flachen Senne. Die Schreiber unserer Lokalzeitungen werfen darin ja häufig mit Bonmots und Kleinkariertem um sich. Aber wenn man liest, was eine Zeitung wie die Münchner “Süddeutsche” mit bundesweitem Renommee losläßt, ist das auch nicht von verbaler Pappe.

Aufgrund der Unterlagen aus dem Bestand der LGT wurden nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung” bisher die Wohnungen von mehr als einhundert Verdächtigen durchsucht. Zentrum sei der Großraum München mit etwa 40 Verfahren gewesen.

In einigen Fällen hätten die Verdächtigen noch vor der Ankunft der Fahnder Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet. Morgen will die Staatsanwaltschaft Bochum, bei der die Ermittlungen zusammenlaufen, eine erste offizielle Zwischenbilanz ziehen.

In Erwartung der Steuerfahndung haben viele Steuerschuldner nach einem Bericht der “SZ” Blitzüberweisungen an die Finanzämter geschickt. Wie die Zeitung berichtet, wurde die Staatsanwaltschaft Bochum bei ihren Razzien in der vergangenen Woche vielfach schon erwartet. “Manche hatten die Schecks schon ausgefüllt”, sagt ein Ermittler dem Bericht zufolge.

Wer ein klein wenig Einblick in Finanzämter, die Steuerfahnung und die Abläufe hatte oder hat, wer Steuerberater und Wirtschaftsprüfer kennt, der kann ein Lächeln nicht unterdrücken. Lassen sich die Ermittler einen bankbestätigten Scheck geben oder bekommen sie die PIN-Nummer mit oder wie stellt sich die Zeitung, an der ich immerhin in jungen Jahren mal gearbeitet habe, das so im Ablauf vor ? Dieser Satz des zitierten Ermittlers passt nahtlos zur stupiden Fernsehvorführung des Steuerdelinquenten Zumwinkel seitens der Bochumer Staatsanwaltschaft. Kann aber auch sein, das da so ein nebenbei erwischter kleiner Fisch in vorauseilendem Gehorsam “einen Scheck hingehalten” hat. Neoliberalo Peer Steinbrück sprach am Wochenende übrigens von “sehr wenigen Selbstanzeigen”. Heutige Journalisten scheinen aber schneller andernorts abzuschreiben, als sie zuhören können….

Alles Globalisierung. Oder was?

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Auch in Bielefeld gibt es eine ganze Menge Industriebrachen. Aufgegeben, allein gelassen. Interessiert niemanden mehr. Abgehängte auf dem Marsch in die Globalisierung. Denkste. Wer sich mit Firmenuntergängen in unserer Region beschäftigt, entdeckt eine vorwiegend mittelständische Struktur. Guckt man genauer hinter die Kulissen, sind es viele unternehmerische Fehler, Mißmanagement, Griffe in die Kassen.

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Eine Soziologin von der Uni Bielefeld meinte neulich: “Zeig doch lieber die positiven Beispiele der Industrie in unserer Stadt”. Würde ich ja gerne. Aber erstens sehen sie nicht annähernd so fotogen aus, zweitens gibt es ziemlich wenige davon und drittens können solche Industrieruinen auch mahnend wirken.

J. Delius: “Fürsorgestaat allein macht Menschen unmündig”

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Betende Hände alleine machen leider nicht satt….

Johannes Delius sitzt für die BfB (Bürgergemeinschaft für Bielefeld) im Rat der Stadt. In einem Interview mit der NW Neue Westfälische äußert er sich zu diversen Knackpunkten, unter anderem der gestiegenen “Ausgabenfreudigkeit” der Politik der Metropole. Einigen Punkten könnte man zustimmen, anderen nicht. Das ist ist nun mal mit Politik so. Zweifel kommen aber auf, wenn der aus einer der ältesten Bielefelder Familien und den Stoffverlag Delius leitende 53 jährige Unternehmer zum Abschluß sagt:

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Ob das in der “Hauptstadt der Barmherzigkeit” (Bodelschwingh/Bethel) wirklich gut bei allen Menschen ankommt? In Gütersklo dagegen wird man das in einer bestimmten Stiftung aber besonders gerne hören. “Du bist Deutschland”. Ex cathedra und von hoher Warte sieht vieles anders aus, als von unten in spitzem Winkel nach oben betrachtet.

BI-Grüne nach der Wahl

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Die Wahl zur Hamburger Bürgerschaft ist geschlagen. Verluste bei der CDU und den Grünen, die FDP gar nicht im Parlament. Prozentuale Gewinner sind SPD und Die Linke. Auf der Bielefelder Website der Grünen/Bündnis 90 gibt es zwar eine Grußbotschaft von der Vorsitzenden Claudia Roth. Die läßt aber keinerlei Schlüsse zu, ob sich Schwarz und Grün gegenseitig an die Brust werfen. Sollte man es tun, wäre es ein erneuter Beweis, wie politische Chamäleons unter dem Deckmäntelchen “Wir Demokraten tun das nur für unsere Stadt” auch völlig konträre Positionen so kompatibel machen, das der Wähler sich an der Basis fragt, was das denn mit seinen Kreuzchen auf dem Wahlzettel zu tun hat. Aber warten wirs ab. Irgendwann werden auch Die Linken ihr Personal den Standards angepaßt haben und programmatisch auftreten müssen, wollen sie langfristig in den Parlamenten bleiben. Und die alte Tante SPD wird begreifen müssen, das der allzu sehr hochgetrommelte Kurs “gegen die Kommunisten” auf Dauer fade, langweilig und unglaubwürdig ist.

Perfektes Dinner in BI. 1. Tag

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(Quelle: Website VOX)

Heute Abend ab 19 Uhr könnte man sich ja die nach immer gleichem Muster bei VOX abgespulte Amateurkochshow “Perfektes Dinner” mal wieder anschauen. Weil es um Bielefelder geht, die in den Mauern der Metropole antreten. Wer diese 5 sind und wo sie in unserer Kapitale wohnen, verrät VOX uns allerdings nicht auf Anhieb. Deshalb also der abgedroschenste Spruch von allen: Schaun mer mal.