Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
19
Feb '08

Saftig sauer

So richtig genervt ist Reinhard Saftig, Sportdirektor von Fußballbundesligist Arm. Bielefeld. Die von der ARD – Sportschau lancierte Meldung, Arminia würde sich “nach einer Niederlage in Berlin schon nach einem neuen Trainer umschauen”, entbehre jeglicher Grundlage. Reinhard hat in seinem Notizblock unter “Trainerentlassungen” einen Satz, den er immer in ähnlichen – weil öfters wiederkehrenden -Situationen hervorholt: “Der Verein steht geschlossen hinter dem Trainer”. So war es bei Uwe Rapolder. So war es bei Thomas von Heesen. So war es bei Frank Geideck. So war es bei Ernst Middendorp. Richtig glauben können wir das erst, wenn sich der Verein (Wohl der Vorstand oder?) mal vor einen Trainer stellt…. Wer hinter jemand steht, setzt ihn den Diskussionen aus, die er hinter seinem Rücken entfacht. Reinhard, uns graut ein wenig vor Ihnen. In die 2. Liga wollen Sie doch aber nicht mit runter, oder?

Schwachsinnige Allianz

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Ob die Lokalgröße NW von Kai Dieckmanns BILD abschreibt oder umgekehrt, wissen wir nicht. Beide Blättken bringen aber heute dieses herrliche Zitat eines der 37 durch Deutschland wieselnden Fahnder. Dabei steckt dahinter wohl der immer gleiche Quatsch, den da einer der Kistenraustrager absondert. Wer jemals mit diesem Personenkreis zu tun hatte, weiß sie einzuschätzen. Tut mir leid, wenn wir dieses Thema auch hier im Blog immer wieder aufgreifen. Aber wir sind nun mal gespannt, ob denn die Leute mit der Steuermarke “Fahnder” auch mal bei den Mohns, den Springers oder unserem Liebling Kai D. aufkreuzen, die in die bereitwilligst von den Politikern aufgestellten Hörner pusten oder pusten lassen, was das Zeug hält. Pogromstimmung vom Feinsten, dem man nichts mehr abgewinnen kann, wenn man das BILD-Interview mit dem einschlägig verurteilten Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann liest. Genial, wie sich da einer über die erhebt, die er eventuell kürzlich noch selbst beraten hat.

Wie Politiker denken und handeln, wenn sie sich mal in den weichen Sesseln der Macht suhlen, läßt sich an dieser Headline auf der Titelseite der NW von heute ablesen:

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Wenn wir schon von Korrektheit reden, Herr Ministerpräsident, dann bitte auch in allen Dingen. Oder erhielten Sie ihre – gemessen an der eher relativ moderaten Tätigkeit, die Sie ausüben – ziemlich hohe Vergütung diesmal unpünktlich?

Ronald MaC DU

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Das ist Ronald Po falla, Generalsekretär des CDU, also sowas wie das Sprachrohr seiner Herrin, der Mecklenburg-Vorpommerschen VorbeterinKanzlerin Deutschlands. Ronadl Po falla ist ein Geschenk von Bernhard Josef Schönmakers, Entsorgungs – und Umweltunternehmer in Kleve, an die CDU und an Deutschland. Der Mann, der immer aussieht, als ob ihn die nächste Mauer frontal aufgehalten hätte und dessen Stimme eher an Muppetshow denn seriöse Politik erinnert, hat jetzt der NW Bielefeld eine AudienzInterview gegeben. Die für “ebenso blendende wie scharfzüngige” Analysen bekannte Alexandra Jacobson befragte ihn in Berlin nach bewährter Wattebäuschchen-Manier.

Wer als Kind eine gute Erziehung genossen hat, der weiß, das man mit Fingern nicht auf Menschen zeigt. Egal, was sie tun. Ronald Po falla hatte diese Erziehung nicht. Und so wechselt das vom Volk gut bezahlte und heute schon ausgesorgte politische KamelChamäleon nahtlos von einer Volksbeschimpfung zur nächsten. Waren es kürzlich noch die “Schmarotzer von Hartz 4″ sind es nun die “Schmarotzer von Steuerflüchtigen”. Nun sind Partei-Generalsekretäre meist noch ein wenig weniger hell als ihre Vorsitzenden und Vorstände. Aber wir finden, man muß Ronald Po falla helfen. Auf den Kopf fallen tut weh, mindert das Denkvermögen, fördert aber die Lust am Pöbeln. Im Interview von Alexandra gab es nicht ein einziges Wort zum Bankenskandal, nicht ein einziges Wort zur Verantwortung des Aufsichtführenden Staates, nicht ein einziges Wort zur Versenkung von Milliarden an Steuergeldern, die keine Steuerfahndung der Welt jemals wieder hereinholen kann. Kein Wort zu den 30 Mrd. Euro jährlich, die durch unfähige Haushaltsführung der Öffentlichen Hände und des Staates vergammelt werden. Aber es ist heutzutage wohl politisch Usus, mit Fingern auf Menschen zu zeigen, sich eines Vokabulars der Gosse zu bedienen und sich dann noch im Glanz der willig hingehaltenen Prekariats-TV-Scheinwerfer und gleichgeschalteten Presse vom Schlage Springer/Bertelsmann/Mohn zu sonnen und Geifer abzusondern. Was Po falla und andere seines Schlages tun, ist der Versuch des “Reinwaschens” seiner Kaste, indem man dem dämlichen Volk eine “Hydra ganz anderer Dimensionen” vorspiegelt. Nein, lieber Freund von Niederrhein, die Versager sitzen zunächst mal in den Parteien, den politischen Führungsgremien und in den Regierungen. Da gälte es, ebenso aufzuräumen wie in Liechtenstein. Und da der offensichtlich pervertierte Staat ja keine Hemmungen hat, auch nicht rechtsstaatliche Mittel anzuwenden, warum soll es noch der Wähler tun, der jede Sekunde zehnmal belogen wird?

Nun zu Bernhard Josef Schönmakers. Der finanzierte mehrere Jahre mit “1200 bis 1300 DM monatlich” das Jurastudium des jungen Po falla. Dafür revanchierte der sich mit “politischen Kontakten” und “politischer Unterstützung des Aufbaues und der Erweiterung des Betriebes”. Man nennt das auch bezahlten Lobbyismus, wo der Abhängige dem Geber in die gebenden Hände arbeitet.

Nun seien sie aber nicht ungeduldig, der Clou kommt ja noch. Am 11. Mai 2000 wurden staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Angela Merkels Schoßhündchen bekannt. “Verdacht der Steuerhinterziehung”. Seine Immunität wurde aufgehoben und insgesamt elf Durchsuchungs – und Beschlagnahmungsbeschlüsse vollstreckt. August 2000 wurde – nach massiver politischer Einflussnahme – das Verfahren gegen ihn wegen “mangels an Beweisen” eingestellt. Bis heute flüstern vorgehaltene Hände im Düsseldorfer NRW – Landtag aber von “700.000 DM undeklarierten Gewinnen aus Immobil – und Kapitalgeschäften aus den Jahren 1993 bis 1997″. Das ist es, was wir meinen: Politische Mistschleudern verkünden ex cathedra das “Steuerflucht schlimmer als Kindestötung” sei und kehren ihre Hände nach innen, damit man die dreckigen Innenflächen nicht sieht.

Es war ein Leichtes, das zu recherchieren. Warum gab es in der NW von heute keinen “Hintergrundkasten ” mit Informationen dieser Art? Hätte wohl das Po fallasche Fingerzeigen in ein etwas anderes Licht getaucht. Vielleicht kann man das von einer Heimatzeitung, die ihre vornehmste Aufgabe wohl in der Vereinsberichterstattung und Trainerwahl bei Arm. Bielefeld sieht, nicht erwarten.