Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Sa
16
Feb '08

Niederlage durch Dämlichkeit

In der 94. Minute schießt eine relativ schwache Hertha noch das 1:0 gegen eine bis dahin wacker kämpfende Arminia. Wer treibt den Arminen die “Last Minute”-Dämlichkeit aus? Es ist “Zecki” Frontzecks Niederlage Nummer 4…. Nur 32.000 wollten die Arminia sehen, ein Negativrekord. Thomas von Heesen landet mit Nürnberg auch bereits Niederlage No. 2, schließt man den Europacup mit ein.

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Alles relativ. Oder?

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Herrliches Wetter. 1 Grad über Null. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, hier draussen im Speckgürtel von Bielefeld. Wenn man Menschen im Dorf Steinhagen hat, sagt man da gerne mal “Guten Morgen” und läßt sich das Neueste aus dem seinen Einwohnern gegenüber so überaus penible Schnapsdorf erzählen. Hier ist ja noch “heile Welt”, glaubt man der gemeinen Fama.

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Diesen Schriftzug und diese Farbgebung kennen sie sicher vom Fußball. Die finden sie nämlich an den Spielfeldrändern der Vereine und bei Länderspielen an den Banden. “Hörmann. Tore, Türen, Zargen“. Riesenfirma, der wohl mal ein Marketingmann gesagt hat, wie genial das sei, am Fußballrand dabei zu sein. Seitdem pumpen sie Millionen in die Schriftzüge und in Vereine, die damit wieder Kickerbeine kaufen.

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Die Menschen hier draußen sehen das aber durchaus differenzierter und haben nicht nur den starren Blick der sich ständige Denkmäler setzenden Gemeindefürsten auf gehobenes Gewerbesteueraufkommen. Sie sehen ein viele Hektar großes Gelände, vom Schnapsdorf fein erschlossen. Da stellen die Zargenleute ihre Lkw´s und Auflieger ab. Lassen die Fahrer schon mal ein bißchen Scheisse rechts und links fallen, werfen ihre alten Socken weg, entsorgen alte T-Shirts und Polos, lassen die leeren Matjesgläser, Plastikverpackungen von Würstchen, entleertes Altöl, Motorenfilter, leere Pizzenbehältnisse und jede Menge andere Nettigkeiten da liegen, wo´s grad hingefallen ist. Interessiert weder die Zargen-Leute noch die Gemeinde, die sich sonst über buchstäblich jeden Scheiss erregen kann, wie die Menschen da draußen erzählen. So heil ist die Welt im Speckgürtel dann wohl doch nicht.

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Obwohl dieses Bauernhaus doch für westfälische Langsamkeit, Ruhe und provinzielle Denke steht. Aber das ist nur Fassade. Dahinter sehen sie auch auf ihrem DSL-Anschluß, das ein Bundesfinanzminister einem Kriminellen 5 Millionen in die Hand drückt, wenns denn dazu dient, aus einer Bank geklaute Listen von “Steuersündern” in die Hand zu bekommen. Und von da bis zum “versehentlichen” Abschuß eines Flugzeuges mit angeblichen Terroristen durch einen Innenminister-Befehl ist es ja auch nicht weit. Das Berliner Irrenhaus läßt grüßen.

Aber ansonsten ein schöner, sonniger Tag. Mal um 15:30 Uhr gucken, was die Arminen im blauen Tartanrund des Olympiastadions so machen…..

Alles relativ. Oder?

Beim Bloggen gewinnen

Ist jetzt nicht unbedingt so thematisch zu Bielefeld, aber da wir ja alle Blogger sind interessiert es euch ja vielleicht auch.
Bei der Bloitzeljagd 2008 gibt es wieder tolle preise zu gewinnen!
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Mohnblumen für Gütersloh?

Es klingt ganz harmlos, was man aus Bielefelds trantütiger Nachbarschaftsstadt Gütersloh - Sitz des Bertelsmann-Konzerns und der ihn beherrschenden Familie Mohn - hört: “Die zum Konzern gehörende Firma Arvato und die Stadt Gütersloh prüfen, welche nichthoheitlichen Aufgaben Arvato übernehmen kann”. Klingt zunächst mal Klasse, wenn Arvato neben der Abwicklung der Serviceaufgaben für Handyverticker Vodafone, Logistikaufgaben für die Nato und die Bundeswehr auch noch “nichthoheitliche Aufgaben” übernimmt. Familie Mohn ist alles recht, was Kohle bringt. Selbst die Verluste bei Sohn Christophs Internetportal “Lycos”, das er seit Jahren nicht gebacken bekommt, spielen da eher keine Rolle. Der Bub muß ja beschäftigt sein. Weniger gut ist, was man von der “Bertelsmann-Stiftung” weiß und noch viel weniger gut ist die Denke der Familie, die dahinter steckt. Nicht “so wenig Staat wie möglich” ist das Ziel sondern pure Machtgier. Und so passt es ins Bild, wenn sich Kanzleuse Merkel mit Liz Mohn zum Kaffeetrinken trifft und Friede Springer, zu deren Konzern die BILD gehört, “mal so eben” dazustößt. Wenn die Damen bei Laune sind und grad mal kein Onkel Zumwinkel was gemacht hat, was sie schon lange wissen und hinter vorgehaltener Hand “äußerst clever und perfekt” nenen, darff auch Kai Dieckmann, Lohnschreiber von BILD im Eckchen sitzen und notieren, was man ihm aufgibt.

Von Thomas Middelhoff, heutiger KarstadtQuellechef und damals von Patriarch Reinhard Mohn geschasst, weiß man, das er Bertelsmann demokratisieren wollte, indem er auf die Börse und den Kapitalmarkt als Gegengewicht zur Familie Mohn setzte. Die Familie Mohn will aber ein Medien- und Verlagsunternehmen in dieser Größenordnung als Familiensache verstehen und hat Middelhoff gefeuert. Der Steuerzahler - so Insider - musste durch entgangene Steuereinnahmen dafür sorgen, das sich die Familie Mohn, die Bertelsmannanteile von 25,1 Prozent wiederholen konnte, die an Albert Frère, Herrscher über die Groupe Bruxelles Lambert (GBL) gegangen waren und die dieser an die Börse bringen wollte.

Natürlich sagt das Arvato, also die Familie Mohn und Bertelsmann, nicht klipp und klar und offen. “Als Serviceunternehmen wollen wir nur die Dienstleistungen erbringen, die sonst der Staat erbringen müsste. Natürlich billiger als der Staat”. Das wiederum ist natürlich Blödsinn und Augenwischerei. Wie die private Müllentsorgung wird es um ein Vielfaches teurer. Mohns haben noch nie etwas verschenkt, sondern wollen neben simpler Machtgier Ertrag und Mitspracherecht.

Gehen wir einfach im Falle des Worst-Case, also der Übernahme von staatlichen Aufgaben, davon aus, das über kurz oder lang Personen, die nicht “in das Arvato/Mohn-Schema” passen, keine Ausweise mehr bekommen werden, nicht mehr beim Kindergeld oder der Rente berücksichtigt werden. Natürlich nur zufällig. Einzelschicksale unter Augenhöhe. Nicht aussagekräftig. “Kann passieren”. Tatsächlich aber wird die Familie Mohn die Macht übernehmen und die Macht mit RTL und n-tv auch noch zementieren können. Wer jemals ein handy bei Arvato zum Service hatte weiß, wie mies das Ganze abläuft. Warum solll es bei staatlichen Aufgaben, die die Familie Miohn einen Dreck angehen, anders sein. Nicht “weniger Staat” muß die Devise sein sondern “weniger Bertelsmann/Bertelsmann Stiftung/Mohn/RTL/ Spiegel/stern/diverse Adressenverlage” . “Gemeinnützig” ist an der Bertelsmann-Stiftung, der die Regierungen der letzten Legislaturperioden willfährig an den Lippen hängen, nur eines. Das “Gemein”. Der breiten Masse, die Prekariats-TV a la RTL guckt, sind diese Zusammenhänge verborgen und bleiben sie verborgen. Wer die handelnden Personen und ihre Denkweise kennt, nimmt schreiend Reißaus.

Aber für die Trantütenstadt Gütersloh wird es wohl schon zu spät sein. Demokratie im Sinne der Bertelsmänner heißt: “Du bist Deutschland”. Also sieh mal gefälligst zu, das Du selbst auf die Beine kommst. Du schaffst das, ist doch ein Klacks. “Onkel Mohn hat selbst das 3. Reich gut überstanden”. Leg los, kein Problem. Das dieser Jemand aber Eltern haben muß, die im Zuge der von Bertelsmann empfohlenen Einführung von Schulgebühren auch für Hauptschüler, Gymnasiasten und Unis in der Lage sind, zu blechen, das geht in Provinzhirne mit dem Globalanspruch nicht hinein.

Peer im Glashaus

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Die Gazetten der Metropole sind heute voller Zumwinkel. Seitenweise lässt man sich über die Steueraffäre aus, wälzt sie von oben nach unten, beleuchtet sie seitlich, läßt alle “Wichtigen” etwas dazu sagen. Vermisst werden allerdings Befragungen von “Otto und Emma Normalverdiener”. Aber was gehts Volk auch an, der Kongreß tanzt ohnehin weiter. In einem Kommentar aus Berlin erörtert Alexandra Jacobson von der NW die Regierungserklärung von FinaMi Peer Steinbrück. Der ebenso grandios wie arrogant zunächst als NRW-Finanzminister, dann als Ministerpräsident gescheiterte neoloiberale Lautsprecher der Genossen verkündet ex cathedra Binsenweisheiten, deren Grundlagen spätestens nach der vollmundigen Regierungserklärung der Meck-Vop-Kanzlerin vor über 2 Jahren bis heute hätten geschaffen sein können. Bei eigenen Diätenerhöhungen, Rentenstopp, Drangsalierungen, Kürzungen, Beschnüffelungen und Datensammlungen war man ja auch immens schnell. So klingt die Heuchelei des Berliner Ministers wie Hohn, wenn er kein Wort über die Bestrebungen verliert, die Bahn für “nen Appel und nen Ei” zusammen mit seinem stillen, blassen, hilflosen Kumpelminister Tiefensee zu verscherbeln. Kein Wort auch darüber, das der Herr Bundesfinanzminister seit Anfang 2008 den Vorsitz des Verwaltungsrates bei der schiefliegenden staatlichen Bank KfW und einen Sitz im Aufsichtsrat der fast pleitenen IKB hat und dank doch eigentlich perfekt ausgebauten Schnüffelapparates Bescheid hätte wissen müssen. Kontenabgleiche bei Hartz4-Beziehern gehen Arge-Sachbearbeitern wie geschnitten Butter von der Hand. Aber jemandem, dessen flapsige neoliberale Sprüche meist meilenweit dem eigenen Denken vorauseilen, kann man nur Denkzettel bei einschlägigen Wahlen verpassen. Öffentlich redet er zwar anders, als jene, die auf dem Golfplatz und anderen feinen Orten auf den “Staat” hetzen und tunlichst nichts mit dem gemeinen Volk der “Schmarotzer” zu tun haben wollen, aber wirklch etwas ändern? Wirklich etwas anpacken? Etwas ändern, was Deutschland und der Masse der Bevölkerung wirklich aus der Misere hilft, in die die Politik unfähiger Menschen uns hineingeritten hat? Fehlanzeige auf breitester Front. Deshalb sind die Krokodilstränen und die öffentlichen “Pfuiiiiiiii-Ruife” nichts anderes als das, was sie sind: Pure Heuchelei. Glaube keinem Minister, den Du nicht selbst abgewählt hast.