Der Berliner SPD-Finanzsenator Thilo Sarrazin ist kein Unbekannter, wenn es um skurrile, oft wirklichkeitsferne Ausssagen und Handlungen geht. Jetzt schoß er allerdings den Vogel ab und brachte auch CDU-Altgestein Heiner Geissler auf die Palme: “Provokateur, der verantwortlich ist, falls Massenarmut in Wut und Aggression umschlägt”, betitelte er des Senators seltsame Aktion. Der stellte einen Speiseplan für die Arbeitslosen der Stadt zusammen, demzufolge man sich für 3,76 € pro Tag mit “drei vollen Mahlzeiten” versorgen könne. Nun ist zwar grundsätzlich größte Skepsis angebracht, wenn Damen oder Herren aus den Etagen der Pullunderträger zu solchen Themen vom hohen Roß herab Stellung nehmen, aber machen wir mal die Probe aufs Sarrazin-Exempel und durchstreifen einen Laden des Bielelefelder Kultnahversorgers Jibi. Das heutige “perfekte Dinner” für 3 Personen:
2 Päckchen Lachs, tiefgefroren 5,40
2 Päckchen “Spinat mit Gorgonzola” tiefgefroren 3,89
1/2 Packung Reis parboiled 0,49
Strom/Wasser 0,12
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Ergibt nach Thilo Sarrazin 9,90
Thilo würde jetzt sagen: “Da müssen Sie billiger einkaufen”. Klar, man kann auch einen Ring durch die Nase ziehen, einen Papagei reinsetzen, schaukeln lassen und im Zirkus auftreten.
Jetzt würde es einfach mal interessieren, wie eine H4-Familie ein derartiges Mittagessen gestaltet. Also ab zu einem Discounter:
2 Päckchen Lachs tiefgefroren 5,20
2 x Spinat “Blubb” tiefgefroren 1,40
1/2 Packung Reis parboiled 0,44
Strom/Wasser 0,12
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Ergibt nach Thilo Sarrazin 7,16
Der überaus kluge Wolkenkuckucksheimbewohner Sarrazin würde nun sagen: “Dann müssen Sie aus Bielefeld wegziehen. Da ist es ist zu teuer”.
Womit Lieschen Müller mal schnell per Ein-Daumen-an-der-Hand-Rechnung beweist, das Thilo Sarrazin das ist, was immer schon bekannt war: Ein Spinner, der nur provozieren will, aber mit 10.000 Euro Monatsgehalt sicher häufiger mal von Frau oder Gesandten in der 6. Etage des Berliner Kaufhauses Kadewe einkaufen läßt. Am besten verbietet man Leuten solchen Schlages einfach den Mund. Aufmachen nur gegen Zahlung einer Schweigegebühr erlaubt. Im Falle Sarrazin ließe sich aber auch ein Spruch seines Bosses Klaus Woweit abwandeln: “Ziemlich doof. Und dazu noch unsexy”.








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