Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mi
13
Feb '08

Tierparkparkknöllchen vermeiden

Der Tierpark Olderdissen hat eine große Zugkraft. Deshalb hier die Pressemeldung der Stadt. Bitte letzte Zeile beachten:

Am vergangenen Wochenende hat das schöne Wetter wieder unzählige Besucher in den Tierpark Olderdissen gelockt, so dass die eigenen Parkplatzkapazitäten des Tierparks ausgeschöpft waren. Etliche Fahrzeuge parkten dann verbotswidrig an der Dornberger Straße. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass Busse diesen Bereich nicht beziehungsweise nur mit erheblichen Verzögerungen passieren konnten.
Da für das kommende Wochenende wiederum gutes Wetter vorhergesagt ist, wird der Tierpark wieder ein beliebtes Ausflugsziel sein. Aus diesem Grund weist die Stadt erneut auf die zusätzlich ausgewiesenen Parkmöglichkeiten auf dem großen Parkplatz auf dem Johannisberg hin. Dieser ist nur etwa 500 Meter vom Tierpark entfernt. Ein ausgeschilderter Fußweg führt von dort direkt in den Tierpark. Soweit möglich, sollten auch die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt werden.

Falschparker müssen zukünftig allerdings mit einem Knöllchen rechnen. Sollte es die Situation erfordern, müssten auch Abschleppmaßnahmen eingeleitet werden.

Mausebärchen in Zugzwang

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Morgen ist wieder der Tag, den Blumenanbieter, Süßkramverkäufer und andere Tändler so gern mit dem Ohr an der klingelnden Kasse verbringen: 14. Februar. Valentinstag. Stressig wird es für alle Mausebärchen, Onepack-Besitzer, Großmäuler, Vorstadtmachos und “Einfach-den-Tag-angelnd-am-Mauseteich”-Aussitzer: Präsentieren sie dem/der Liebsten ein wunderschönes “Nichts”, gibts Ärger. Da reißt auch keine vorgefertigte und aus dem Web gezogene SMS raus, was herzmäßig nicht kommt. Also Leute, anstrengen. Blumen sagen mehr als eine Torte oder 1000 Worte. Wir bevorzugen allerdings Torte.

Leben in der DDR

Es gibt entgegen aller Unkenrufe nicht nur Bielefeld als Stadt sondern auch sowas wie ein gesellschaftliches Leben darin. Der rege “Salon d´esprit” der Bielefelder Unternehmensberaterinnen Christiane Raspe und Alexandra Busch beschäftigt sich heute ab 19.30 Uhr in der Thomaskiche an der Westerfeldstraße mit dem Thema “Im Auge des Taifunns: Leben in der DDR”. Referentin ist die 1955 in der DDR geborene Beraterin für Transportlogistiik und Gastdozentin an der Hochschule Ulm, Frauke Baumgärtel.

Ausgewindelt?

Windelsbleiche, Rieselfelder Windel, Windel-Textil. Kaum ein Bielefelder Stadtteil ist so mit dem Namen eines Unternehmens verwoben wie Windelsbleiche. 1872 gegründet, steht der ehemals mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigende Textilveredler nun vor dem “Aus”. 93 Mitarbeiter sind betroffen, innovative Produkte fehlen und der Preiskampf in der Branche setzte schließlich den Deckel auf das Ganze. Ein riesiges Firmengelände in Windelsbleiche und architektonische Auffälligkeiten sind es, was diesen Bielefelder Ortsteil prägten. Die Zukunft liegt im Nebel.

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Kulissen wie für einen Krimi. Das riesige Windel-Areal wurde bisher aber von Regisseuren noch nicht entdeckt.

Von -3 auf +3

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Die Nacht war kalt am Teuto. Der klammen Autoscheibenkratzfinger heute Morgen Viele. Noch darf man sich der Illusion nicht hingeben, der Frühling sei leibhaftig da, obwohl es heute Mittag sicher wieder so um die +7 haben wird. 2 Minuten im Schatten lassen das Blut heftig abkühlen. Probieren Sie´s mal.

Hammerjournalimus

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Kai D., Bielefelder und dienstältester deutscher SchülerzeitungsredakteurChefredakteur der BILD, liebt diese Tage im Monat. Früh steht er auf, haut noch mehr Gel ins Haupthaar, herzt Gattin Katja und die Kleinen und fährt dann unter strenger Beachtung aller deutschen Verkehrszeichen (BILD weiß, warum die da stehen) im Dienstkleinwagen R vom Daimler in die Hauptstadt Berlin oder eben mal um den Block in Hamburg. Manchmal aber auch nach Gütersklo, da gibts nämlich immer Mohnkuchen. In Berlin tischt Tante Angela “Kuchen aus Meck-Vop für den großen Jungen aus Bielefeld” auf und Stiefmutter Friede Springer hat immer einen “sssteifen Grog” für den “sympathisch-jugendlichen Kohl-Biografen” parat. Ihr verstorbener Mann, BILD-Gründer Axel-Cäsar, mochte den immer so, wenn er sich neue Revolvergeschichten für sein Käseblatt ausdachte. Auf die Mischung kam es bedröhnt an: Sex, Crime, Sensation, Schleim, Tod und Teufel, Hauptsache, die Kohle stimmte. Wer Springers “Welt” kennt, braucht sie nicht mehr zu erklären: schwarz und weiß.

Wie gesagt, Kai liebt diese Termine. Zwar lassen ihn die drei Damen immer lange draußen warten, wenn sie die neuen BILD-Themen ausarbeiten. Aber das macht ihm nichts. Kai ist das als Diener der “Großen” ja gewohnt. Manchmal darf er bei Kaiserin Angela I. aus dem Kanzlerinfenster politischen Nebel (“Seit mein Freund Georg W. Bush da rausgeschaut hat, wird das nicht mehr geputzt”) im 6. Stock gucken. “Gänsehautgefühl” erzählt er Katja Alleinzuhaus dann immer mit glühenden Wangen und betoniertem Gelhaar, wenn er das aus der Kanzlerinnenkantine mitgebrachte Restessen für die Kleinen auspackt. Wenn er dann ins Allerheiligste darf – egal ob Berlin, Hamburg oder Gütersklo – ist er immer ganz aufgeregt. Was ihm die Tanten da wohl wieder mit auf den Weg geben, ihm dem so begabten “Jungen mit dem Gelhaar” aus der westfälischen Provinz, wo die Versmolder/Peckeloher Schinken größer sind als die Köpfe der Hauptschulkinder mit NRW-Sommer-Pisapaß?

Diesmal ist die Freude besonders groß. Tante Angela hat sich das Thema “Mißbrauch von Hartz 4″ ausgesucht. Sie will ein bißchen von den Schweinereien ablenken, die in letzter Zeit Manager durch (“Hach, wat sind die doch gerisssen, die Buben”) korruptiven Zugriff so veranstaltet haben, ablenken von der NOKIA-Scheisse, die das Werk endgültig dicht machen und bereits das Werk hinter dem Ural planen, Erdogan und ihre “gewaltige Reaktion” da drauf hatten wir gestern. “Mißbrauch von Hartz 4″. Das ist das Thema vor der Hamburger Wahl um Nochkapitän Olé von B. Kai schreibt eifrig mit, spitzt den Blaustift für die ganz einfachen Worte manchmal mit den Lippen an (Dann schimpft Katja zuhaus: “Dudu, ich schreib meine Geschichten aus gespeicherten Versatztextstücken doch auch mit dem Komputta”). Allsogleich hat Tante Angela aus dem Fundus von Wolfgang S.´ens BKA-Nachforschungen schon drei Namen parat. “Arbeitsvermittler berichten: Wir werden jeden Tag betrogen”, diktiert ihm die Bertelsfrau im weißen Escada-Dress in den Block. “Hat unsere Stiftung auch festgestellt. Wir dulden sowas ja auch wohlwollend in den eigenen Reihen. Und zahlen mehr”.

Schreiben muß Kai da nicht viel. Das BKA hat hervorragend gearbeitet. Morgen werden den Deutschen vom ehemaligen Bielefelder mal wieder die Augen geöffnet. Wo kommen wir denn dahin, wenn bei Siemens, der WestLB, der IKB, NOKIA und, und, und Milliarden verschleudert werden und die politischen und beamteten Aufseher sich kaufen lassen oder tief pennen (Steinbrück sitzt im Aufsichtsrat der IKB). Das sind doch Peanuts gegen die Sorgen der Arbeitsunvermittler. “Jeden Tag werden die betrogen”, schäumt die Mächtige, das der 3-Knopfmontur fast die Halterungen springen. “Jeden Tag” und zeigt mit dem unberingten angewinkelten Ringfinger hinüber zu Klaus Wowereits Berliner Agentur, wo die Jammerer barmen. 3 Bilder wird er zeigen, aber so verstecken, das man sie nicht erkennt. Ja, Laienschauspieler aus dem Kanzleramt werden die Models. Dazu 3 Bilder von offen gezeigten Leuten, die sagen “Wozu Arbeiten? Hartz IV reicht doch”. (Ob sie das wirklich selbst sagen, ist bei BILD nicht so wichtig. Hauptsache, 8 Millionen Leser treffen vor Empörung zu spät am Arbeitsplatz ein und verpassen den Morgenkaffee und um halbzehn die furchtbaren Knoppers aus Halle/Westf. ).

Es ist schon der Hammer, wie der Kai das wieder hinbekommt. Gelernt ist gelernt und viel geholfen hat das Leben in der Metropole der Brachflächen unter der Sparrenburg und als Studi in Münster mit einer komischen Verbindung. Träumen tut er allerdings nachts heimlich mit dem Daumen im Blaustiftgefärbten Mund von was Anderem: Chefredaktor der FAZ werden. Und die tut ihm den Gefallen und passt sich inhaltlich und textlich seinen Gepflogenheiten immer mehr an: Einfache, hammermäßige Sprache. Möglichst nicht mehr als 500 Worte. Keine schwierigen grammatikalischen Konstruktionen. Nebensätze so schreiben, das sie auch was anderes bedeuten können.

Hammerjournalismus. Wer ihn einmal auf den Kopf bekommen hat, ist für das ganze Leben gezeichnet. Der “Völkische Beobachter” hat seine würdige Nachfolge gefunden. Und Blockwarte werden sich millionenfach finden. Das sitzt “in deutschem Blute”, wie ein kleiner hinkender Propagandaminister mal gebrüllt hat. Air Berlin hat übrigens die Kotztüte bei Flügen über Deutschland abgeschafft. Die Deutschen würden sie schon lange nicht mehr benutzen und sich lieber die 20 Cent Aufschlag sparen.

Ob Thommy weiß, was er da tut?

Anscheinend sind Thomas von Hessen, ehemaliger Arm-Bielefeld-Profi und Trainer die Bilder seines unrühmlichen RauswurfesAbschiedes aus der AufundAbstiegs-Kathedrale des deutschen Berufsfußballs, der Alm, nicht mehr gegenwärtig. Jetzt, als neuer Cheftrainer des 1. FC Nürnberg, hat er einen noch heißeren Schleuderstuhl an der Bundesliga-Seitenlinie erklommen. Gleich mit hochgeklettert ist der körperlich kleine Michael A. Roth, seit Oktober 1994 Napoleon Präsident des Clubs. Verschlissen hat der dank Teppichverkaufsfilialen in ganz Deutschland Begüterte bis heute 15 Trainer. Darunter Felix Magath, Wolfgang Wolf, Klaus Augenthaler und jetzt Hans Meyer. Zum Dank für den Gewinn des DFB-Pokals und damit Eintritt ins internationale Fußballgeschäft bekam der gestern noch einen “Tritt a la Roth” mit, der sich gewaschen hatte. Obwohl die Vereinsführung Sonntagabend schon wußte, das sie Meyer rauswirft, schickten sie ihn gestern noch zu einer Pressekonferenz. Begründung: “Der Nachfolger stand noch nicht fest”. Dabei pfiffen die Dienste Thomas von Heesens Namen schon längst durch die Ticker. Nun also Thommy am ReichsparteitaggeländeValznerweiher. Man kann ihm nur raten, aufzupassen. Denn der kleine Roth zieht den ausgerollten Teppich schneller unter den Trainerfüßen weg, als der es sich träumen lassen kann.