Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Sa
9
Feb '08

Fach weg

Beim SC Paderborn, jenem letztplätzigen Fußballzweitligisten aus der benachbarten Bischofsstadt, hats gestern furchtbar gerappelt. Trainer Holger Fach und Geschäftsführer Sport Michael Born wurden mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Neuer Trainer ist Pavel Dotchev, der seinerzeit 2005 das Paderteam in die 2. Liga führte, aber seltsamerweise keinen Vertrag verlängert bekam. Seltsam auch, wie Möbelunternehmer Finke, Präses des SC, so lange zuguckte. Passt aber irgendwie alles zu einem Club, der sein Stadion nicht fertiggebaut bekommt, bis heute in der 2. Liga lediglich einen Sieg einfuhr und sich wie ein Ertrinkender an Holger Fach klammerte.

Hoffen wir mal, das das bei Arm. Bielefeld alles schneller geht, wenn sich nicht langsam für Zecki Frontzeck Erfolg einstellt. Auf einen neuen Trainer mehr oder weniger in 2007/2008 kommts wirklich nicht mehr an. Und Peter Neururer ist ja nun immer eine Option :-)) Vergessen wir nicht, das Tante Hertha (Herta BSC Berlin) heute beim Deutschen Meister VfB Stuttgart gewonnen hat. Arm. Bielefeld :-(((

Jetzt gehts lohos……

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Heute gab es kein Entrinnen mehr. Der strahlendblaue Teutohimmel und milde Temperaturen ließen ihre Stimme leicht überkippen. Dabei hatte er bereits vor dem Mitbringen der morgendlichen Brötchen zugesagt, heute die Gartenarbeit in Angriff zu nehmen. Zwar schützte das Mutterherz mal wieder den komatös nach nächtlichem “Boulevard”-Besuch (Wer geht bloß in dieses Bahnhofskonglomerat?) tiefschlafenden 18jährigen und sie übersah geflissentlich, das bereits alte Jeanshose, Gummistiefel, Harke, usw. bereitgestellt waren.

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Dann legte er los. Füllte grünen Gartenbeutel um grünen Gartenbeutel mit Geschnittenem, Geharktem und Aufgesammeltem. Den Hund freute es, konnte er doch ungestört um Teich und Flur rasen. Als er fertig war, zeigte der Garten erstmals seit dem Winter wieder ein ansprechenderes Gesicht. Fertig ist er noch lange nicht. Und die Gedanken, die er bei der stupiden Arbeit (O-Ton Nachbarin: “Käaa, ich wühl so chern innen Dreck”) hegte, verrät er hier lieber nicht. Sie hatten mit einer dunkelhaarigen ostwestfälischen Antreiberin zu tun, den vielen Dingen, die entdeckt und repariert werden müssen (Hasse nen Haus, hasse nen Garten, schwingst du ewig den Spaten), Arminia und dem Leben an sich. Nö, ein Kindergeburtstag war und ist das nicht,.

Ein Spaßmacher wird 80

Helmut Steiner wird 80. War mal Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bielefeld und macht jetzt nur noch, was ihm “Spaß” macht. Er wettert über die Banker von heute, geißelt ihren Umgang mit Milliardenbeträgen und kritisiert die Globalisierung und ihre Folgen.

So weit, so gut, so weit richtig. Aber ist es nicht die Generation der heute 65 bis 80jährigen, die seinerzeit Pandora aus der Büchse ließen, zu eines Helmut Kohls Spendeneskapaden nur wohlwollend nickten und eines Industriellen Flicks Steuergaunereien heimlich im Golfclub “raffiniert” nannten? Ist es nicht die Generation, bei denen die heutigen Ackermanns, Essers, Kleinfelds, NOKIAS etc. pp. lernten, wie das alles so geht, wie man das vertuscht, wie man verschiebt, korrumpiert?

Korrigieren Sie mich bitte, wenn ich irren sollte….

50 Euro zu wenig

Ein mittelständischer Unternehmer aus Ostwestfalen -schon lange über das Kundenverhältnis hinaus zum Freund geworden - zeigte mir einen Brief von der Sparkasse Bielefeld. Da schrieb die Zentrale aus dem Bunker an der Schweriner Straße (hinter BMW-Cloppenburg und dem real-Markt): “Sie haben auf Ihre Betriebsdarlehen XY EUR 50 zu wenig bezahlt. Wenn Sie nicht bis zum XX. zahlen, dann aber …..”.

Das Schreibendatum deutet just auf den Tag hin, an dem die WestLB von seinen Haupteigentümern - unter anderem Sparkassen -wieder (Steuer)(Zinsen)(Kundengelder) Milliarden zugeschanzt bekommen hat und ein paar Tausend um ihren Job bangen müssen. Hurra. Ich freue mich darauf, ihm dieses Antwortschreiben, um das er gebeten hat, aufsetzen zu dürfen. Gezahlt hat er bis heute. Zigtausende. Zigtausende Zinsen. Steht mit allem grade, was er hat. Glaubte den hohlen Sprüchen der Berater. Und der allergrößte Teil wurde in Düsseldorf verjuxt. Weil die Nieten in Nadelstreifen mal wieder versagt haben und ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkamen, nicht nachkommen wollten oder ganz begeistert waren ob des “Wagemutes” der in fallierte US-Immoblien investierenden Hasardeure. Aber der Spaß geht ja in die nächste Runde. Bei der IKB, einer Tochter der Kreditanstalt für Wiederaufbau, sind die Symptome nicht anders. Schwachköpfige 1ser Bankwirte im chicen mittelgrauen Brionianzug (Unsere Besten. Unsere Hoffnungen) investierten wie beim Roulette Kundengelder. “Schwarz oder Rot”. Dann hieß es “Nichts geht mehr” und das war wörtlich gemeint. Das Spiel ist aus, Kunden und Steuerzahler die Dummen. Aber “50 Euro zu wenig” schreiben, das kriegen sie noch hin.

Ich kann eine klammheimliche Freude über Menschen, die in die Geldbomben statt Euro ein bißchen Schwefelwasserstoff geben, nicht verbergen.

Der Arschlochfaktor

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Das ist der “Didda”. Der macht DSDS. Bei RTL. Dahinter steht Bertelsmann in Gütersklo. Und dahinter die Familie Mohn. Der gehört Bertelsmann. Und RTL. Und die bezahlen auch den “Didda”. Wenn man sagt, “Didda, Du Arschloch”, lacht der “Didda”, haut sich auf die Mallorcabraunen Beinchen und fühlt sich super. Blöd nur, das der “Didda” zu denen, die bei DSDS (Deutschland sucht den Suppenstar) ihre Stimmchen erheben, in die Klampfe hauen oder bei seinen ebenso dummen wie primitiven Sprüchen Kameragerecht zusammenbrechen, Sprüche sagt, die er das ganze Jahr über eifrig in seinem Klo an der Wand aufgeschrieben hat. Jetzt hat er Druck und muß die los werden. Deswegen haben die Medienwächter nun die Finger gehoben. “Dudu, Didda, das geht so aber nicht”. Da es vorher schon 4 DSDS mit “Didda”, RTL und Kai Diekmanns Käseblatt mit den vier Blockbuchstaben gegeben hat, wussten die Medienwächter natürlich, das “Didda” jetzt noch mehr aufdreht. Flugs waren sie pünktlich zur Stelle. “Gossenjargon”. Das freut die Einschaltquote, das freut “Diddas” Konto.

Unser Lokalblatt NW Neue Westfälische widmet “Didda” und “DSDS” nun fast die ganze Seite 3, befragt Hirntote 15 bis 70jährige. “Dieter ist obercool”, “Dieter ist ein abgedrehter Opa”. Aber Kritik lassen die Leute eher selten los. Sie sitzen bei Knabberchips, Biermischgetränk und halbstarrem Blick davor und weiden sich an “Didda”. Dem NW-Autor Jörg Heinrich könnte man ins Stammbuch schreiben “Alles richtig gemacht”, wenn da ein wenig
mehr Kritik an den pervertierten Gestalten hinter dem Ganzen angeklungen wäre. “Didda” ist nur das Vorzeigearschloch. Richtig Quote und Kasse machen RTL, dahinter Bertelsmann, dahinter die Inhaber Mohn. Wie das allerdings zu den hehren Grundsätzen passt, die per “Bertelsmann-Stiftung” in offensichtlich ziemlich leere deutsche Hirne posaunt werden, das wissen die Teutoburger Götter allein.

“Du bist Deutschland”, Du folgst dieser Bertelsmann-Idee. So doof wie Du möchte ich nicht sein. Guck Deinen “Didda” alleine. Ich wünsch Dir und ganz vielen anderen dummen Guckern allerdings mal einen Auftritt vor “Didda” und dann so eine richtige Tötenser-Gassenabfuhr. Vielleicht wachst Du dann endlich auf.

Mark Medlock, zuletzt von “Didda” verwursteter Superstar, trat laut NW gestern Abend in München in einer dumpfen Halle hinter dem Ostbahnhof auf. Nur ein paar verirrten sich dahin, den 29jährigen zu hören. “Didda” war natürlich nicht da. Er muss ja heute wieder Menschen verachten, zur Sau machen und sich an seinen eigenen dummen Sprüchen weiden. “Didda” Du passt in diese Welt. Du bist ein adäquater Kumpel von Roland Koch, nur erfolgreicher. So wie Du möchte Deutschland sein. So wie Du möchten ganz viele Jugendliche sein. Auf Schwächere eintreten. Die Sehnsucht, “Arschloch dieser Welt” zu werden ist hammermäßig tief. Erfüllt sie Ihnen. Gebt Ihnen die Kante. Lasst die Maschine 24 Stunden laufen. Das freut die Bertelsmänner, die Springers, die Aldis, die Lidls. Weiter so. Prekariat war gestern. Heute ist Arschloch angesagt. Gehts nicht um 20.15 Uhr los? Schnell Chips, billiges Mischbier vom Aldi und starren Blick besorgen. Und Hirn abschalten.

Ach Du Scheisse, was für ein hammermäßiger Stress. Aber Du bist im Recall! Gänsehautfeeling. Knusprig.

Ich weiß ja nicht, ob sie’s wussten …

… und dem unaufmerksamen Bielefeld-Blog-Leser mag es bisher entgangen sein, aber in der sogenannten Blogroll auf der linken Seite (hier: “Links”) wurde unter dem Titel “Neues aus der Berliner Anstalt” die Propaganda-Webseite von Rainer Wend eingefügt. Da diese Linkliste vom Betreiber der Städteblogs eingestellt wird, zeigt sich, wie weit die Drähte des Herrn offenbar reichen. Vielleicht wurde der Laden aber auch schon längst von dem hinter Rainer Wend stehenden Konzern gekauft …