Wer denkt, unsere Bielefelder Sparkässler, Volks – und andere bänkler hätte schon dank Mantelhaus-Eskapade, Skala-Kauf und WestLB-Zuschusspflicht hohen Unterhaltungswert, hat sich gründlich getäuscht. Was die Stuttgarter Volksbank sich jetzt geleistet hat, toppt hiesige Verhältnisse und Vorkommnisse doch schon um Einges. Wir lesen bei “heise.newsticker“:
Passiert ist das sicherlich jedem schon einmal: Ein unachtsamer Tritt – und schon hängen am Schuh die Reste eines säuberlich abgelegten, vom Tierhalter aber nicht beseitigten Hundehaufens. Diese Erfahrung musste jüngst auch die kleine Matilda machen. Einem Artikel der Stuttgarter Zeitung zufolge stapfte das dreieinhalbjährige Kind vor einer Filiale der Volksbank in Degerloch in einen solchen Haufen, ohne es zu bemerken, und betrat anschließend mit ihrer Mutter den Geldautomatenbereich der Bank.
Nachdem der Abhebevorgang beendet war, entdeckte die 34-Jährige, dass ihre Tochter schmutzige Fußspuren auf dem dortigen Steinboden hinterlassen hatte und eilte in einen nahegelegenen Drogeriemarkt, um mit frischen Feuchttüchern die Spuren des Malheurs zu beseitigen – zumindest beim Kind. Wegen Zeitnot sei sie dann nach Hause gerast, um die Tochter vor dem anstehenden Arztbesuch umzuziehen, heißt es in der Zeitung.
Eigentlich habe sie in der ganzen Hektik auch noch an einem der Bankschalter Bescheid sagen wollen, sagt die Mutter. “Aber meine Tochter wäre mir mit Sicherheit hinterhergelaufen und hätte auch noch Abdrücke auf dem Teppich hinterlassen.” Kurzum, der Vorfall im Dezember wurde als Lehre für das Kind (Pass auf, wo du deine Füße hinsetzt) abgehakt und angesichts der doch recht geringen Tragweite schnell vergessen.
Doch vor wenigen Tagen erhielt die Frau Post von der Stuttgarter Volksbank. “Sehr geehrte Frau Herre”, heißt es darin, “aufgrund der Videoüberwachung in unserer Filiale konnten wir feststellen, dass es resultierend aus Ihrem Besuch unseres Geldautomatenbereichs zu einer fäkalen Verunreinigung kam. Wir bitten Sie daher, für die entstandenen Reinigungkosten aufzukommen.” In Rechnung gestellt werden 52,96 Euro für “eine Stunde Arbeitszeit Meister/Obermonteur”. Zahlbar innerhalb von 14 Tagen.
Wie die Volksbank selbst einräumt, wurden die Aufnahmen der installierten Videokameras, die vor allem Räuber und Trickbetrüger abschrecken sollen, unmittelbar nach dem Vorfall ausgewertet. Über den Transaktionsvorgang am Geldautomat ermittelte die Bank dann den Namen und die Adresse der Kundin. Ein unerhörter Vorgang, meint die 34-Jährige: “Ich ärgere mich wahnsinnig über die Art und Weise, wie mit Kunden umgegangen wird”. Das Mindeste sei doch gewesen, vorher anzurufen, um das Ganze in einem persönlichen Gespräch zu klären.
Also Vorsicht, Ihr Bielefelder, wenn Ihr die hehren Marmorhallen Eurer Sparkassen und Banken betretet. Sie zeichnen alles auf und sitzen nach Dienstschluß vor den Monitoren, wo sie sich anämisch schief lachen. Den Kaugummi, den wir neulich unter den Schreibtisch unseres Fondverwalters in Pinguindunkelblau mit Nadelstreifen nach der letzten WestLB-Pleite klebten, habt Ihr allerdings noch nicht entdeckt. Hahahahahahahaaa
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