Archiv für den Monat: Februar 2008

Das perfekte Dinner als Spiegel Bielefelder Eitelkeiten

Das perfekte Dinner, so erfolgreich wie auch eins der diesbezüglichen Foren, macht manchmal Spaß, manchmal aber dringt der Selbstdarstellungstrieb der einzelnen Mitspieler so stark durch, dass eigentlich das Abschalten die einzige Lösung ist. Der erste und der zweite dieser Woche waren als Mensch schwer zu ertragen. Also weiterlesen hier und andere Dinner in anderen Städten mit angenehmeren Menschen erleben.

Das perfekte Dinner. Finale

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33 Punkte für @friends-Mitchef und Versace-Schönwohner Marc. Nach dem wohl unvermeidlichen Einkauf bei Klötzer in der Obernstraße gabs was Leberiges, dann was Maishuhniges und am Ende ein von Maximilian Schimmack angeekeltes Parmesanighoniges. Der junge Mann, der die Bielefelder Runde gewann, setzte seinen ungeheuren Sympathiewerten noch eins drauf mit der finalen Bemerkung: „Es kam genau so, wie ich es erwartet habe“. Da ist der Apfel wahrlich nicht weit vom elterlichen Stamm gefallen. Jenseits von Schweden auch Marcs Gesangseinlage…. Schwamm drüber. Es gab schon weitaus bessere und sympathischere Runden in anderen Städten. Klötzers Feinschmecker – und Hochpreis“paradies“ bleibt natürlich allen 1,7 Millionen Zuschauern im Gedächtnis. Aber Bielefeld war schon immer die Toscana Ostwestfalens :-)) Vor allem wegen der vielen Feigen im Stadtrat. Salute.

Beim Schwadronieren des Capuccino

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„Wissen Sie, „tönte er am Nachbartisch von Café Knigge in der unteren Obernstraße, „wissen Sie“ und unterstrich das noch einmal mit wedelnden Bewegungen seiner schwarz umwandeten Arme, „ich als Mitglied der Bielefelder Universität habe das schon immer gesagt. Schon, als es den Begriff per se, sozusagen als Impetus des weltweiten Denkens, noch gar nicht gab. Ich, habe ich gesagt“, die um ihn versammelte Runde Scheinabhängiger Studiosi schaute ehrfürchtig auf den Erleuchteten, der nun den Satz preßte wie ein Dreijähriger beim ersten Mal auf dem Topf, bis es ihm kam: “ die Globalisierung geht immer weiter nach Osten. Immer weiter. Einmal rund um den Erdenball. Und dann kommt sie bei uns wieder an“ Sprachs, segnete noch einmal die Scheinabhängigen und ließ den Satz im schwach gefüllten Café hängen.

Wir schauten uns an. Wortlos. Winkten die Bedienung herbei, zahlten unseren Capuccino incl. Trinkgeld und sahen zu, ganz schnell in die Jacken zu kommen. Falls uns die Globalisierung doch noch auf der Treppe zum ersten Stock einholen sollte.

Das perfekte Dinner. 4. Tag

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32 Punkte für Vertrieblerin Göknur. Ein rundum gelungener türkischer Abend bei einer sehr aufmerksamen Gastgeberin, der die Runde vor dem TV mehrmals zu der Bemerkung veranlasste: „Könnt ich jetzt auch essen“. Türkisches Essen ist hier sehr beliebt. Morgen ist final nun Belcanto Marc dran. Hoffen wir mal, das er Mäxchen toppt 🙂

Rüdiger Lamm?

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Die NW Neue Westfälische wirft in ihrer heutigen Spitze „Leineweber“ die Frage auf, was eigentlich Rüdiger Lamm, einer der umtriebigsten, zwielichtigsten und großfressigsten HolzmichlManager („Was will der kleine Schneider von Halle (Anm: Gerhard Werber / „Gerry Weber“ aus Halle/Westf. einer der Sponsoren) denn?“), den Arm. Bielefeld je hatte, so macht. Und ob er vieleicht sogar noch auf der Gehaltsliste des Vereins mit der großzügigen Kassenführung und den lukrativen Abfindungen nach kurz zuvor erfolgter Vertragsverlängerung steht. Bitteschön:

Lamm ist „Berater“ und Feldherr und eigentlich das, was er immer war beim Oberligisten SV Waldhof Mannheim. Im Forum des Vereins findet sich ein Interview aus der Rhein-Neckar-Zeitung mit ihm:

Waldhof will nach oben und ins Guiness-Buch der Rekorde

Wie hat sich der Ex-Walldorfer Matteo Monetta beim SVW eingelebt?

Lothar musste sich zunächst im Trainigslager in Side an die größere Trainigsbelastung gewöhnen, denn bei uns wird auch zu Hause zweimal trainiert. Wenn er voll belastbar ist, wird er für uns im Angriff eine deutliche Verstärkung sein.

Wieso Lothar?

Matteo ist für mich zu kompliziert, man denkt unwillkürlich an Matthäus. Der heißt Lothar und so heißt er halt bei uns jetzt auch.

Mussten Sie für den Transfer tief in die Tasche greifen, denn immerhin waren auch die Zweitligisten Paderborn und Fürth an Monetta dran?

Keineswegs. Lothar wollte unbedingt zu uns, passt in den Gehaltsrahmen und hat nur eine geringe Ablösesumme gekostet.

Zunächst hieß es, der SV Waldhof wolle in der Winterpause überhaupt nicht nachlegen. Jetzt wird auch noch der Deutsch-Italiener Giovanni Speranza kommen.

Das ist richtig. Wir haben Geschäftsführer Andreas Laib nach Frankfurt geschickt, um kurz vor Ende der Transferperiode die Sache perfekt zu machen. Giovanni hat bei Eintracht Frankfurt das Fußball-ABC gelernt, hat dort in der 2. Liga und Regionalliga gespielt. Ferner bei Mainz 05 und Slavia Sofia. Zuletzt war er in Italien, möchte aber wieder nach Deutschland zurück.

Der Marktwert von Speranza liegt bei 300.000 €. Sicher nicht einfach, ihn in der Oberliga zu finanzieren?

Doch. Berater Klaus Gerster hat ihn uns angeboten, da er sich bei uns für höhere Aufgaben empfehlen will, so dass wir kein finanzielles Risiko eingegangen sind.

Auch Tobias Leis war im Gespräch.

Das ist richtig. Der Mittelfeldspieler wurde uns vom SV Sandhausen angeboten, doch unsere Transfers sind abgeschlossen.

Wie sind Sie auf Keeper Benjamin Kirsten von Bayer Leverkusen II gekommen?

Nach der Verletzung von Marius Todericiu mussten wir handeln. Vater Ulf Kirsten hat mir gesagt, dass seinem Sohn ein Wechsel in die Fremde gut tun würde und Benjamin will den Kampf mit Stammtorhüter Daniel Tsiflidis aufnehmen.

Der SV Waldhof ist unter Alexander Conrad seit zwölf Spielen bei neun Siegen und drei Unentschieden ungeschlagen. Da hätten Sie beim Trainerwechsel ein glückliches Händchen.

Das kann man wohl sagen. Alexander Conrad ist auf dem Trainingsplatz eine Rakete. Ich behaupte, dass er auch unter Jürgen Klinsmann den Co-Trainer hätte machen können.

Wie lauten die Ziele für die kommenden eineinhalb Jahre?

In diesem Jahr natürlich die Qualifikation für die Regionalliga, wobei ich auf Platz eins laden will. Im nächsten Jahr muss die neue dritte Liga angestrebt werden, denn wir bleiben ja viertklassig und auf Dauer sind wir in der Regionalliga nicht überlebensfähig.

Dann heißt es, das Team noch einmal zu verstärken?

Drei bis vier Neue müssen dann her.

Wie sieht es denn finanziell in dieser Runde aus?

Sehr gut. Wir werden eine dicke schwarze Null schreiben, wobei den Verein noch die Schulden der Vergangenheit belasten. Statt der veranschlagten 3500 Zuschauer, werden wir in dieser Runde auf einen Schnitt von 4000 kommen. Und mehr.

Wieso noch mehr?

Wir wollen den Zuschauer-Rekord (14020) der vierten Liga brechen, um in das Guiness-Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. Mit der deutschen Reaktion sind wir bereits in Kontakt und ich bin mir sicher, dass wir im letzten Heimspiel gegen Linx 15.000 bis 20.000 Besucher ins Carl-Benz-Stadion locken könne, da wir gleichzeitig die Regionalliga feiern wollen.

Siehste. Mit Klaus Gerster, dem „Schwarzen Abt“ arbeitet er also auch noch zusammen….. Fußball-Fans wissen, was gemeint ist.

Dubai, Schumi und ein Fond aus Gütersloh

Liechtenstein? Monaco? Andorra? Schweiz? Bahamas? Cayman-Island? Vergessen Sie´s, die Sie grad mal „vagabundierendes Kapital aus ehrlicher Arbeit Hände“ (Absicht!) unterbringen wollen. Dubai ist in, Dubai ist Klasse. Sagt eine Firma namens Alternative Capital Invest aus unserem freundlichen, langgezogenen Nachbardorf Gütersloh. 5 Mio. Euro ist es den Jungs aus der Hauptstadt der Bertelsmann-Bewegung wert, sich den Namen des Rennfahrrentners und in der Schweiz Niedrigststeuern zahlenden Idols deutscher Rotkäppchen (40 € das Stück) Ferrari-Fans für ein Bürobauwerk bzw. Fond zu sichern. Das Leib- und Magenblatt deutscher Verblödung, BILD, jubelt ausführlich darüber. Erstaunlich, wo es doch vor kurzem noch „Asoziale Schmarotzer “ waren, die vom Kanzlerin-Steueradjudanten Steinbrück vollmundig ebenso angeprangert wurden wie Steuerflüchtlinge a la Beckenbauer oder Schumacher. Aber was interessiert das Geschreibsel von gestern. Heute gilt:

„Zwar hat er seine Formel-1-Karriere vor 16 Monaten beendet, doch als Geschäftsmann kommt Michael Schumacher langsam aber sicher richtig in Fahrt. Denn in Dubai wird gerade ein 29 Stockwerke hohes Bürogebäude gebaut, in den fünf obersten Etagen soll ein Edel-Businesscenter entstehen. Und wie die „Bild“-Zeitung berichtet, wird der Komplex den Namen „Michael Schumacher Business Avenue“ tragen. „Den Deal habe ich eingefädelt“, verrät Schumis Manager Willi Weber gegenüber der „Bild“-Zeitung. Die Idee dahinter ist recht simpel: Schumacher gibt seinen Namen für das Gebäude her und bekommt Geld dafür – und das nicht zu knapp.

Apropos Manager Willi Weber, ehemals in Stuttgart legal „Rotlicht-Weber“ genannt. Der steckt nämlich mal wieder dahinter, weil Michael S. sowas nicht kann, dafür mehr handwerklich und im Drehen von Lenkrädern begabt ist. Da gibt es viele hübsche Geschichten über den immer etwas zwielichtigen Mann, darunter eine in „brandeins„, dem Wirtschaftsmagazin.

Aber eigentlich wollte ich Ihnen ja erzählen, das Liechtenstein nicht mehr in ist und Dubai angesagt und die Jungs aus Gütersloh da ungeheuer rege sind. Aber beeilen Sie sich ein wenig, der BND hat auch da eine Niederlassung mit DVD-Kopiergerät.

Freude bei Bielefelder FoeBud

„Es ist ein Unding, dass Landtags- und Bundestagspolitiker Gesetze beschließen, von denen klar ist, dass sie vom Bundesverfassungsgericht gekippt werden — austesten, wie weit sie gehen können.“

„Rechtsstaat“ sollte nicht heißen, dass nur noch durch das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsmäßigkeit unserer Gesetze garantiert / gewährleistet / verteidigt werden kann und Gesetze erstmal „auf Verdacht“ beschlossen werden.“

„Bürgerinnen und Bürger wollen den dauernden Terror-Alarmismus und die immer weitergehende Einschränkung ihrer Freiheitsrechte nicht mehr hinnehmen. Viele haben an den FoeBuD gespendet, um diese Verfassungsbeschwerde zu ermöglichen.“

Diese bemerkenswerten Sätze entnehmen wir der Homepage des Bielefelder Vereins FoeBud, der jetzt vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einen Erfolg gegen NRW-Innenministers Wolf und Schäubles Datensammlerparanoia und schleichenden Abbau des Rechtsstaates erstritt. Zur Erklkärung noch einmal auf die Homepage:

Der FoeBuD in Bielefeld…

…heißt mit ganzem Namen „Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V.“ und bevor Sie nach einem tieferen Sinn suchen: Es handelt sich um eine Parodie auf die skurrilen und komplizierten Abkürzungen der Deutschen Bundespost, als diese in Deutschland noch für die Telekommunikation zuständig war. Diese Zeiten, wo das Anschließen eines Modems ohne Postzulassungsstempel als Straftat verfolgt wurde, sind nun schon eine Weile her. So können Sie aus unserem Namen schließen, dass es unsere Organisation schon recht lange gibt, genau gesagt: seit 1987. Im FoeBuD-Logo erkennen Sie einen stilisierten Computer und auch ein bisschen Albert Einstein, der die Zunge rausstreckt – es steht für Freude an der Technik ebenso wie für Neugier, Kreativität und Fähigkeit zu kritischem Denken.

Tragisch, das wir in Deutschland schon wieder so weit sind, das klare Bürgerrechte vor dem Bundesverfassungsgericht erstritten werden müssen und es eine Menge Politiker gibt, die keinerlei Unrechtsbewußtsein und Gefühl für das haben, was das Grundgesetz einmal wollte. Aber einem Staat, der einem Kriminellen Unterlagen gegen Steuermillionen abkauft, dem ist noch Anderes zuzutrauen.

Heidi. „Tu Glas. Macht das Leben schöner“

Drei Kerle in einer Bielefelder Kneipe beim Pilsken. Draußen stackert eine langbeinige Blondine vorbei. Einer: „Äh, wie Heidi K. Super. Auf die steh ich“ (Zu spät, mein Sweetie, Flavio und Seal waren viel, viel schneller und haben mehr auf dem Konto). Typ Heidi K., soso. Das ehemalige Katjes-Testimonial. Model. Es entspann sich ein Disput um das zackige Mädel, das immer „Tu Glas. Macht das Leben schöner“ in jede bereitgestellte Kamera schnarrt, unglaublich glaubhaft Dickmacher von McBlöd futtert, mit ihrem Hausangestellten Weichspüler Seal in VW´s Autorennen macht, Kinder kriegt wie ein Weltmeister und ein paar Minuten später schon wieder über den Catwalk tackert. Sie merken, da mag jemand das Heidi nicht gar so gern.

Die nächste Stufe des deutschen Prekariatsfernsehens zündet heute auf Pro 7, wenn ab 20.15 Uhr jenes Heidi wieder „Germany´s next Topmodel“ sucht. Eine junge Bielefelderin Studentin der Mathematik und Pädagogik, man nennt sie „Anna Vanessa“, wird heute Abend vor Deutschlands weiblicher Inkarnation eines preußischen Feldwebels auch über den Steg geschickt, der Tausenden junger Mädchen die Welt bedeuten muß. Wenns keine Bielefelderin wäre, wäre alles, was Heidi K. betritt, eher nicht der Rede wert. Es sei denn, Sie lesen beim Friseur begeistert die BUNTE, wo die Schönen, Reichen, Neureichen und leider bereits insolventen Flachbildschirmverteiler a la Franjo P. Wahres aus ihrem ach so tollen Leben erzählen.

Wenn man dann noch weiß, wie der Vater vom Heidi der wo ihr Manager ist, gegen Blogger vorgeht, die ihren Namen in einem ihm unpassenden Zusammenhang erwähnen, lassen wir das zackige Mädel dann mal allein mit ihren hundert armen Geschöpfen, die in die zweite Runde gekommen sind und nun von ihr taxiert werden. Der Laberer „Bruce“ mit seinen „entzückenden“ Radebrechungen ist ja nicht mehr dabei. Ihm gab die ARD eine eigene Vorabend-Show, die aber alles Andere als ein Renner ist.

Heidi. No, no, no.

Perfektes Dinner. 3. Tag

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32 Punkte am heutigen Abend für Elektrotechniker Deniz. Nach einem Einkaufsgang über den Siegfriedplatz ohne Geldbörse zauberte er in einer Miniküche zunächst „Flädlessuppe“, also klare Gemüsebrühe mit EinlaufAnlauf. Danach ein rosa gebratenes Kalbsfilet an Mangotagliatelle, die er auf völlig neue Art fabrizierte. Schließlich schloß er das auf erfrischend „normale“ Art gegenüber den beiden Eröffungsdinners andere Mahl mit einer ebenso sauren wie süßen Kombination aus Crepes mit Zitronencreme ab. Auch beim Zuschauen ein Dinner mit Unterhaltungswert, das Deniz in locker-aufgeweckter Art präsentierte. Wann sieht man schließlich schon mal die Entstehung eines 3-gängigen Dinners auf der Fläche eines Bügelbrettes: In Bielefeld natürlich.

Karlsruher Bedenken gegen NRW´s online-Schnüffelei

Soeben veröffentlicht: „Das Bundesverfassungsgericht hat Online-Durchsuchungen an hohe rechtliche Hürden geknüpft. Das heimliche Ausspähen der Computerfestplatte ist nur zulässig, „wenn tatsächliche Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut bestehen“, heißt es in einem Urteil vom heutigen Mittwoch.

Eine entsprechende Befugnis des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes verletzt das Grundgesetz und ist damit nichtig. Damit gab der Erste Senat den Verfassungsbeschwerden einer Online-Journalistin, eines Mitglieds der Partei Die Linke und dreier Rechtsanwälte statt, darunter der FDP-Politiker Gerhart Baum.

Mit seinem Grundsatzurteil habe das Karlsruher Gericht erstmals ein „Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme“ geschaffen, sagte Gerichtspräsident Hans-Jürgen Papier bei der Verkündung in Karlsruhe. Dieses neue Grundrecht sei aber nicht schrankenlos.

Weil mit dem heimlichen Zugriff auf den Computer aber besonders intensiv in das Grundrecht eingegriffen werde, sei er nur bei drohenden Gefahren für Leib, Leben und Freiheit zulässig sowie bei Bedrohungen, die den Bestand des Staates oder die Grundlagen der menschlichen Existenz berührten.“

Na, wenigstens ein kleiner Schritt, dem Moloch Staat auf die Pfoten zu hauen.

Beim Schälen vonne Kattoffeln

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Heinrich Viersenkötter isn starken Mann. Beim Schälen vonne Ssandkattoffeln ausser Senne hat er so seine Chedanken. Aber übersetzen wir lieber sein Bielefeld-ostwestfälisches Geknöttere ins Hochdeutsch:

Beim Schälen der Sennekartoffeln für die westfälische Bohnensuppe kommt Heinrich Viersenkötter ins Sinnieren. Letzte Nacht hatte er einen starken Traum. Ständig fuhr er auf dem Fahrrad durch Versmold. Warum Fahrrad, warum Versmold, konnte er nicht verstehen. Wo er doch Bielefelder durch und durch ist. Hoch oben im Norden, wo der Frühling später beginnt, in Jöllenbeck, da kommt er her. Also, er lag in seinem Bett und träumte. Seine Frau Erna war nicht zu sehen. Und er fuhr und fuhr durch Versmold. Eine Stimme im knallbunten Radlertrikot rief: „Komm mit nach Bielefeld“. Heinrich legt sich in die Pedale, die rechte Hand am Griff des Bowdenzuges zum Hinterrad. Da reißt das Ding aus seiner Verankerung, die Straße geht bergab Richtung Bielefeld, Viersenkötter will bremsen….. da piept es an seinem rechten Ohr. Was nun? Er hört die Stimme des Bielefelder Oberbürgermeisters David durch ein Megaphon: „Bürger dieser Stadt, die Welt schaut auf Euch“. Wie, die Welt? Wieso David? Bis er begreift, das sich sein Radiowecker eingeschaltet hatte und Radio Bielefeld eine Eilmeldung durchgab: „Die Zukunft soll bereits Gütersloh eingenommen haben und noch 7 Kilometer vor Bielefeld-Ummeln stehen.“ Fanfaren, die Meldung wird von der „Internationalen“ unterbrochen. Dann gehts weiter mit der Übertragung vom Süsterplatz auf Radio Bielefeld: „Der Rat der Stadt fordert alle Bürger auf, sich in Sicherheit zu begeben. Die Tiefgarage unter dem Kesselbrink ist dafür bestimmt. Die besseren Leute werden auf die Hühnenburg gefahren“. Heinrich V. reibt sich die Augen, fährt mit der rechten Hand über die Linke, zählt die Finger. Alles noch dran. Schlagartig ist er wach: „Die Zukunft steht vor der Stadt. Gütersloh ist schon eingenommen“. Nichts wie weg……

„Zukunft. Das ist das Letzte, was wir hier brauchen können“, murmelt er, als sich die schweren Brandtore der Kesselbrink-Garage hinter ihm schließen. Geschafft. Bloß keine Zukunft. Schon gar nicht hier.

„Perfektes Dinner“ schlägt Wellen

Der gestrige, sehr blasierte Auftritt des 22 jährigen Bielefelder Studenten Maximilian kam in den einschlägigen Foren weitaus weniger gut an, als wir mit „Bielefeld-Bonus“ annehmen wollten. Beispiel von „Kräutersuse“ aus dem Forum zur Sendung auf VOX:

Eigentlich ist ziemlich viel über den gestrigen Abend geschreiben worden. Die Aufgabenteilung in der Familie wurde durchgezogen, für Sauberkeit und Nachschenken gibt es „Frauen“, Männer fahren den Ruhm ein. Dem jungen Mann wünsche ich bei seinen nächsten Klausuren mal einen richtigen Reinfall, sowas erdet gewaltig. Habe ich bei meinen Kids auch erfahren. Was mir auffällt, wir haben nun schon einige Tage hintereinander recht ansprechende Menues gesehen ( meine auch die letzte Woche ). Da haben wir schon ganz andere Wochen. Ob diese Truppe anschließend einen gemeinsamen Ausflug macht, glaube ich nicht.

Irgendwie kommen mir die ersten beiden Tage vor, wie eine Werbeveranstaltung der ostwestfälischen Küchenbetriebe und eines bekannten Küchengeräteherstellers aus dieser Gegend. Habe ja 17 Jahre lang dort verbracht. Aber in so einem Kochclub, evtl. gesponsert von einem bekannten Lebensmittelbetrieb in ebenfalls diesem Ort, kann man wohl doch schon Einiges lernen.

@ Rudi: Bislang mußte noch keiner zum Einkaufen nach Düsseldorf fahren

LG
Kräutersuse

Dann gucken wir doch mal in unser sehr gut sortiertes Archiv. Und wen finden wir da ganzseitig am 11. November 2000? Richtig, der Papa kocht die „Grand-Maitre de Chuci“ des „CC Club der kochenden Männer in der Bruderschaft Marmite e.V.“ Allerdings hat er weder die Finger abgeleckt noch Teller ausgeschlürft, sicher auch keine Weinflasche umgeworfen und das Menu mit Mundabgeschleckten Fingerchen betastet und eine Menge selbstkritischer als Sohnemann war er auch. Wie war das noch mit dem Ferrari und dem Porsche?

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Thats Entertainment. Baby. Auch wenns in Bielefeld ziemlich provinziell rüberkommt.

„Lachnummer“ Bielefeld

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Bielefeld arbeitet weiter an seinem Image als Lachnummer“, sagt Bürgermeister Horst Grube (SPD) und geißelt damit die unsägliche Diskussion in der Stadt des (Noch)Fußballerstligisten Arm. Bielefeld in Hinblick auf „Public viewing“ zur Fußball EM in der Schweiz und Österreich. Rats – und Bezirkspolitiker fetzen sich, wie so gut wie immer, wenn es um etwas breitere Themen in der schlafmützigen Metropole geht. Hier Ravensberger Park, da Droop & Rein-Brachfläche, da Boulevard am Hauptbahnhof. Die Stadtverwaltung „prüft“. Was sie seit Jahrzehnten tut und so gut wie nicht weiterkommt. Jetzt kommt aus heiterem Himmel – wer wußte hier schon, das Bielefeld ein großes Fußballstadion hat? – die Schüco-Arena, also Alm, ins Gespräch. Donnawetter, möchte man da ausrufen: Gemerkt? Was in anderen Städten absolut kein Problem verursacht, ist in Bielefeld ein Politikum unter „Politikern“, die diesen Namen wohl kaum verdient haben, geht es doch nur um eigene Interessen, Pfründe und Pöstchen. Das versteht kein Bürger mehr und wendet sich mit Grausen von der Laienspielerschar im Rathaussaal ab. Wenn man allerdings einen OB hat, der lieber auf Tauchstation geht, anstatt mal dazwischen zu schlagen, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Wenn man sich dann noch vorstellt, das die CDU einen „glänzenden Verwaltungsfachmann“ als OB-Kandidaten für 2009 aufstellt, ist das Grausen komplett.

Brandaktuelle SPD Bielefeld

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Das ist die Startseite der Homepage der SPD Bielefeld am heutigen 27. Februar 2008. Kein Hinweis auf die Hamburg.-Wahl, kein Satz zu Kurt Becks „Öffnung nach links“. Sollte die alte Parteitante vollends eingeschlafen sein? Oder sind das nur die normalen Symptome allgemeinen Bielefelder Tiefschlafes?

DSC „Deutsches Sport Chaos“ Arm. Bielefeld

„Unter den Fans gibt es zwar Bedenken, ob Frontzeck nach seinem Abstieg mit Alemannia Aachen in der Vorsaison der richtige Trainer sei, doch werde sich der neue Coach selbst bei seinem Einstand am 4. Januar allen Fragen stellen. Ein „Trainer-Schleudersitz“ sei die Arminia nicht, so Kentsch, trotzdem müsse man auch Frontzeck in einem halben Jahr hinterfragen, falls der Klassenerhalt nicht geschafft werden sollte.“ Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch am 16.12.07 in einem Interview mit „sportgate 2.0″

In der gestrigen Aufsichtsrat – und Vorstandssitzung, die die Entlassung von Sport-Geschäftsführer Reinhard Saftig zur Folge hatte, enthielt sich Kentsch der Stimme. Ist ja auch eine Scheiss-Situation: Tribünenbau am Bein, teurer geworden. Middendorp-Vertrag bis 2010, hohe Abfindung. Saftig raus, Vertrag vor 3 Monaten bs 2010 verlängert, Abstieg in die 2. Liga droht.

Wat nu, Herr Kentsch?

Perfektes Dinner. 2. Tag

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34 Punkte für Marketingstudent Maximilian Schimmack. Die Nervosität war dem jungen Mann deutlich anzumerken, ebenso aber auch die Schule,die ihm der weit über gehobenem Amateurniveau kochende Papa Wolfgang hat angedeihen lassen. Es gab als Vorspeise Loup de Mer mit was Kaviarknödeligem, dann Rinderfilet mit Rotweinschalotten und Bulgur – etwas abenteuerlich – und final Basilikumeis mit einer Cassisbirne. Da der Schreiber fasziniert abgelenkt von den Möbeln in der elterlichen Wohnung des Jungkochs war, die er schon einmal in einem weitaus größeren Kontext gesehen hat, bekam er nicht jede Nuance des Dinners haarklein mit. Man möge das ebenso verzeihen, wie den Nichtverrat von Einzelheiten. Morgen ist Deniz dran……

Sex und Kohle für ne 1

Ein Juraprofessor der Uni Hannover sitzt vor dem Landgericht Hildesheim auf der Anklagebank. Weil er gute Noten für Sex und Geld vergeben haben soll. Interessiert uns hier in Bielefeld normalerweise nicht, weil es hier gegen Geld und Sex nur Spargel und Kartoffeln aus der Senne gibt. Interessiert uns aber doch, weil seine ehemalige Bielefelder Kollegin Britta Bannenberg – nein, nicht was Sie jetzt denken, Bielefelds Uni ist frei von 6 – in einer Ringvorlesung zum Thema „Käufliche Wissenschaft“ ausführlich aus der Anklageschrift berichtete und wörtlich zitierte. Das ist vor einer öffentlichen Verlesung vor Gericht verboten. Die Kriminologin, die jetzt an der Uni Gießen lehrt, dazu: „Ich habe die Anklageschrift anonymisiert und ohne Namens – und Ortsangaben zitiert“. Das Gericht wies den Antrag der Verteidigung, die sich darauf berief, aber zurück. Wat Staatsanwälte doch allet so machen. Nicht lange her, da zogen sie mit Riesenposaunen und Narrhalla-Rufen aus der oberen Politik auch in einen gewissen Zumwinkel, weil es angeblich Milliarden seien, die da in Liechtenstein versteckt sein. Bis jetzt sinds grad mal 200 Millionen an unversteuertem Stiftungskapital und darauf wurden bis jetzt 27,8 Mio. Euro bei Kaffee und Kuchen gezahlt. Wie unterschiedlich zu normalen Ansichten doch die Ansichten der Pullunderträger sind. Lenkt aber wunderbar von den im Bankenskandal versenkten Steuermilliarden ab…..

Unerschütterlicher Arminia-Fan

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Da kann kommen was will. Und es kommt Jahr um Jahr um diese Zeit. Einen echten Arm.-BI-Fan bringt das nicht um. Er wirft sich seine blaue Decke über, kaut ein wenig an einem SAFTIGen Knochen, schmeißt den Südtribünen-Turbo an und geht in die Sturmspitze, wo die Leckerchen gegen Schalke, Werder, Hannover und Bayern warten. Selbst das eine oder andere „Zecki“ kann ihn nicht aufhalten. Rausziehen, weiter. Aber kann Arm.-Blau Rockstock-Blau am Samstag schlagen?

Aufschwung angekommen: Siemens schmeißt 6800 Leute raus

„Die Niederlassung Bielefeld ist ein wichtiger Siemens-Vertriebsstandort im Wirtschaftsraum Ostwestfalen-Lippe und steht für Lösungen aus den Themenfeldern Energy, Automation, Healthcare, Transportation und Informationtechnology. Siemens in Bielefeld ist einer der größten Arbeitgeber und ein erheblicher Wirtschaftsfaktor.“ So steht es auf der Homepage des unter Kanzleuse-Berater Ex-Vorstand von Pierer und seinem Ziehkind PengKuhKleinfeld („Genialer Kopf“, so führende Unternehmensberater) im schummrigen Korruptions – und Skandalzwielicht versunkenen Münchner Konzern, ehemals Wunscharbeitgeber aller deutschen angehenden Betriebswirte, Ingenieure und Personalsternchen.

Inwieweit die vollmundige Konzernankündigung aus München auch Mitarbeiter in Bielefeld trifft, war noch nicht zu erfahren. Deutlich macht sie aber, das jetzt wohl auch Hein Blöd kapiert haben sollte, was die Wirtschaftswasserstandsmeldungen aus Berlin-Mitte bedeuten, wenn die rührige PropagandaPresseabteilung der Kanzleuse unter dem DDR-gestählten Thomas de Maiziere verkündet: „Aufschwung jetzt bei allen angekommen“. Ist er. Aber in der Richtung hat man sich wohl geirrt.

Saftlos

Hingehen, Vertrag machen, nix leisten, rausgeschmissen werden, reich sein:

Bei Arminia geht das.

(Erst saftige Gehaltserhöhung, dann Rauswurf … klare Sache vor jedem Arbeitsgericht.)

Notwehr! Arm. Bielefeld entsaftet

Lassen wir die Meldung von Arm. Bielefeld einfach mal so stehen und wirken:

Saftig freigestellt

Das Präsidium des DSC Arminia Bielefeld hat sich in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat dazu entschlossen, die kommende Spielzeit mit einer neuen sportlichen Leitung zu planen. Aus diesem Grunde wurde Reinhard Saftig mit sofortiger Wirkung von seiner bisherigen Tätigkeit freigestellt. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Reinhard Saftig war seit Juni 2005 für Arminia Bielefeld als Sport-Geschäftsführer tätig. Der Verein bedankt sich bei ihm für seine bisherige Arbeit und wünscht ihm für den weiteren Weg alles Gute.

Lieber Marc…..

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Gobetto (rechts) mit Ex-Wirtschaftsminister und „SPD-Stänkerer“ Clement anläßlich der Überreichung der Urkunde „100 beste Arbeitgeber im deutschen Mittelstand“ (Foto: Website @friends-bielefeld)

In der vergangen Woche präsentierte ein Augsburger Immobilienhändler – und bauherr im „Perfekten Dinner“ so „ganz zufällig“ seinen neuen Ferrari, kaufte „ganz zufällig“ bei seinem Metzgersbruder Kobe-Rind (Teuerste wo gibt) und protzte mit einer Sammlung teurer Weine. In diversen Foren stieß das nicht unbedingt positiv auf, hatte es doch sehr wenig mit dem Wettstreit zu tun, wer „bester Koch und Gastgeber“ ist. Also „Das pefekte Dinner“ präsentiert. Im Forum der Zeitschrift Brigitte schließlich wurde das Geheimnis um den Ferrarifahrer noch ein wenig mehr gelüftet: „Vor Gericht hatte er eine viel höhere Stimme“. Vor Gericht? In einem weiteren Forumsbeitrag schließlich wurde verraten, das der an Franz-Josef Strauß erinnernde 35-jährige Dinnergewinner aus einer früheren Insolvenz wohl noch Gelder schuldig geblieben sei…..

Augsburg ist ja nicht Bielefeld. Denkt man. Aber unter der Sparrenburg läuft die Show dann doch zu ungeahnten Höhen auf. „Marc“ zum Beispiel ist Marc Gobbetto, einer der Inhaber des „Call Center“-Betreibers @friends-bielefeld. Wenn Sie also wieder einmal in der unsäglich mit kesser Musik unterlegten Warteschleife einer „was kann ich für Sie tun?“-Aktion mit steigender Wut im Bauch hängen bleiben, könnte es sich um die Bielefelder handeln. Marc ist dann grad mal für seinen Kunden Dr. Oetker Pizza testen. Also, mit „Werbeagentur“ hat Marc herzlich wenig zu tun, wenn man sein „Werben“ in der Sendung mal als etwas aufdringlich charakterisiert. Das liegt wohl an dem unvermeidlichen Schal in der Brusttasche des Sakkos, ohne den ihn so gut wie keiner kennt.

Aber auch der unscheinbare 22-jährige Marketing-Student Maximilian Schimmack ist nicht ohne. Ist er doch der Sohn des Inhabers einer kleineren Bielefelder Werbeagentur, der sich vor allem durch Kochkünste hervorgetan hat. Maximilian – heute von der NW in den Mittelpunkt eines größeren Berichtes über das „Pefekte Dinner“ gerückt – dagegen fiel vor vielen Jahren in einer Befragung der NW Neue Westfälische anläßlich eines Streiks der Verkehrsbetriebe auf, als er noch im zarten Teenageralter meinte: „Ich bin heute mit dem Ferrari meiner Mutter in die Schule gebracht worden, weil der Porsche meines Vaters in der Werkstatt ist“. Pikant: Damals konnte sich der Vater noch Porsche leisten…

Ach ja. Das „Perfekte Dinner“. Vielleicht sollte es der Sender in „Fegefeuer der Eitelkeiten am heimischen Herd“ umtaufen. Aber wie bringt man eine Yacht in einem Kochtopf unter? Und Sie sind mir nicht wirklich böse, wenn ich keinen Link auf Marcs G´s Butze setze? Da kommt nämlich ziemlich viel „Rainer Wend“ drin vor ……

„Pefektes Dinner“. 1. Tag

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Screenshot: VOX Website

29 Punkte erkochte die kühle Anästhesieschwester Geli im unterkühlten Ambiente ihres Hauses. Leicht angehaucht das Dinner, mit Hecht in der Spinatrolle, Lamm an Gemüse mit Safranreis und einem scharf – süß – sauer-Dessert. Der sich körperlich umfangreiche zeigende Agenturbesitzer Marc und Geli kannten sich. „Bielefeld ist halt ein Dorf“. Naja, kommt drauf an, in welcher Ecke man sich so rumtreibt unter der Sparrenburg, auf dem Alten Markt oder im Bernstein. Unvermeidlich der Feinköstler Klötzer in der Obernstraße und der kleine PR-Besuch bei der Ausstatterin der Dame. Morgen kocht das männliche Nesthäkchen der Runde, ein 22 jähriger Student. Seit der ersten Bielefelder Runde in 2006 tendiert „Das perfekte Dinner“ eindeutig zum „chicen“ Lifestyle-Magazin. Nun ja, wer weiß, was und wie mit welchen Sponsoren hinter den Kulissen vor sich geht, wundert sich allerdings nicht. Thats entertainment auf dem Kochsender.

„Deutsche Zustände“. Diskussion über Integration und Migration

„Zwischen Integration und Ausgrenzung – Einwanderer in Bielefeld“ lautet der Titel eines Podiumsgesprächs am Montag, 3. März, um 19.30 Uhr, in der Altstädter Nicolaikirche. Es nimmt Bezug auf die Fotoausstellung „Ich integriere mich von frühmorgens bis spätabends – Vom Wegmüssen und Ankommen“ von Hermine Oberück und Gertraud Strohm-Katzer, die dort noch bis zum 17. März gezeigt wird.

Teilnehmen werden Einwanderer aus Bielefeld sowie Vertreterinnen und Vertreter des Amtes für Integration und interkulturelle Angelegenheiten. Für das Einführungsreferat konnte der Leiter des Zentrums für interdisziplinäre Gewalt- und Konfliktforschung an der Uni Bielefeld, Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, gewonnen werden, der unter anderem durch seine Schriftenreihe „Deutsche Zustände“ bekannt ist. Die Moderation übernimmt der Bielefelder Journalist Uwe Pollmann.

Im Vordergrund stehen dabei die persönlichen Erfahrungen der Einwanderer jenseits der allgemeinen Debatten und der Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit Migration und Integration vor der „eigenen Haustür“, auch und gerade in Bielefeld.

(Quelle: Pressemitteilung Stadt Bielefeld)

„Warten mit ausgefüllten Schecks“

Ab und zu darf man mal den Blick über den Rand des kleinen Bielefelder Tellers richten, der sich in Schildesche ebenso minimal aufwölbt wie in der fast flachen Senne. Die Schreiber unserer Lokalzeitungen werfen darin ja häufig mit Bonmots und Kleinkariertem um sich. Aber wenn man liest, was eine Zeitung wie die Münchner „Süddeutsche“ mit bundesweitem Renommee losläßt, ist das auch nicht von verbaler Pappe.

Aufgrund der Unterlagen aus dem Bestand der LGT wurden nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ bisher die Wohnungen von mehr als einhundert Verdächtigen durchsucht. Zentrum sei der Großraum München mit etwa 40 Verfahren gewesen.

In einigen Fällen hätten die Verdächtigen noch vor der Ankunft der Fahnder Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet. Morgen will die Staatsanwaltschaft Bochum, bei der die Ermittlungen zusammenlaufen, eine erste offizielle Zwischenbilanz ziehen.

In Erwartung der Steuerfahndung haben viele Steuerschuldner nach einem Bericht der „SZ“ Blitzüberweisungen an die Finanzämter geschickt. Wie die Zeitung berichtet, wurde die Staatsanwaltschaft Bochum bei ihren Razzien in der vergangenen Woche vielfach schon erwartet. „Manche hatten die Schecks schon ausgefüllt“, sagt ein Ermittler dem Bericht zufolge.

Wer ein klein wenig Einblick in Finanzämter, die Steuerfahnung und die Abläufe hatte oder hat, wer Steuerberater und Wirtschaftsprüfer kennt, der kann ein Lächeln nicht unterdrücken. Lassen sich die Ermittler einen bankbestätigten Scheck geben oder bekommen sie die PIN-Nummer mit oder wie stellt sich die Zeitung, an der ich immerhin in jungen Jahren mal gearbeitet habe, das so im Ablauf vor ? Dieser Satz des zitierten Ermittlers passt nahtlos zur stupiden Fernsehvorführung des Steuerdelinquenten Zumwinkel seitens der Bochumer Staatsanwaltschaft. Kann aber auch sein, das da so ein nebenbei erwischter kleiner Fisch in vorauseilendem Gehorsam „einen Scheck hingehalten“ hat. Neoliberalo Peer Steinbrück sprach am Wochenende übrigens von „sehr wenigen Selbstanzeigen“. Heutige Journalisten scheinen aber schneller andernorts abzuschreiben, als sie zuhören können….

Alles Globalisierung. Oder was?

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Auch in Bielefeld gibt es eine ganze Menge Industriebrachen. Aufgegeben, allein gelassen. Interessiert niemanden mehr. Abgehängte auf dem Marsch in die Globalisierung. Denkste. Wer sich mit Firmenuntergängen in unserer Region beschäftigt, entdeckt eine vorwiegend mittelständische Struktur. Guckt man genauer hinter die Kulissen, sind es viele unternehmerische Fehler, Mißmanagement, Griffe in die Kassen.

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Eine Soziologin von der Uni Bielefeld meinte neulich: „Zeig doch lieber die positiven Beispiele der Industrie in unserer Stadt“. Würde ich ja gerne. Aber erstens sehen sie nicht annähernd so fotogen aus, zweitens gibt es ziemlich wenige davon und drittens können solche Industrieruinen auch mahnend wirken.

J. Delius: „Fürsorgestaat allein macht Menschen unmündig“

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Betende Hände alleine machen leider nicht satt….

Johannes Delius sitzt für die BfB (Bürgergemeinschaft für Bielefeld) im Rat der Stadt. In einem Interview mit der NW Neue Westfälische äußert er sich zu diversen Knackpunkten, unter anderem der gestiegenen „Ausgabenfreudigkeit“ der Politik der Metropole. Einigen Punkten könnte man zustimmen, anderen nicht. Das ist ist nun mal mit Politik so. Zweifel kommen aber auf, wenn der aus einer der ältesten Bielefelder Familien und den Stoffverlag Delius leitende 53 jährige Unternehmer zum Abschluß sagt:

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Ob das in der „Hauptstadt der Barmherzigkeit“ (Bodelschwingh/Bethel) wirklich gut bei allen Menschen ankommt? In Gütersklo dagegen wird man das in einer bestimmten Stiftung aber besonders gerne hören. „Du bist Deutschland“. Ex cathedra und von hoher Warte sieht vieles anders aus, als von unten in spitzem Winkel nach oben betrachtet.

BI-Grüne nach der Wahl

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Die Wahl zur Hamburger Bürgerschaft ist geschlagen. Verluste bei der CDU und den Grünen, die FDP gar nicht im Parlament. Prozentuale Gewinner sind SPD und Die Linke. Auf der Bielefelder Website der Grünen/Bündnis 90 gibt es zwar eine Grußbotschaft von der Vorsitzenden Claudia Roth. Die läßt aber keinerlei Schlüsse zu, ob sich Schwarz und Grün gegenseitig an die Brust werfen. Sollte man es tun, wäre es ein erneuter Beweis, wie politische Chamäleons unter dem Deckmäntelchen „Wir Demokraten tun das nur für unsere Stadt“ auch völlig konträre Positionen so kompatibel machen, das der Wähler sich an der Basis fragt, was das denn mit seinen Kreuzchen auf dem Wahlzettel zu tun hat. Aber warten wirs ab. Irgendwann werden auch Die Linken ihr Personal den Standards angepaßt haben und programmatisch auftreten müssen, wollen sie langfristig in den Parlamenten bleiben. Und die alte Tante SPD wird begreifen müssen, das der allzu sehr hochgetrommelte Kurs „gegen die Kommunisten“ auf Dauer fade, langweilig und unglaubwürdig ist.