Archiv für den Monat: Januar 2008

Gedanken beim Frühstück

„OWL am Sonntag“, jenes Anzeigenblatt aus dem Hause der anderen Bielefelder und ostwestfälischen Provinzpostille Westfalenblatt, lieferte heute zum Frühstück die Steilvorlage aus Bayern. Dabei hätte bereits genügt, das Hessen heute wählt:

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Warum gehen eigentlich solche Massen von Idioten ausgerechnet in die Politik und glauben, uns sagen zu können, wie „das Leben“ geht? Die Gedanken schweifen beim Stichwort „Politiker“ ab. Nach Hessen. Wo seit anderthalb Stunden die Wahllokale geöffnet sind und sich auch für die bundesdeutsche Politik eine wichtige Richtungsentscheidung vollzieht. Kochs rechtsradikales Populistengeschwätz als Maßstab für die ganze Republik würde noch mehr Schäuble, noch mehr Drangsalierung, noch mehr Kameras, noch mehr rechtes Geschwafel über „Sicherheit“ bedeuten. Was doch letztendlich nur ein Zementieren des latent rechten Gedankengutes in den meisten Konservativen beinhaltet. Nicht „Vorfahrt durch Intelligenz und neue Ideen“ sondern dumpfes Trommeln auf latent in vielen Deutschen vorhandenen angeblichen „Ängsten“ vor „Ausländern“, „Überfremdung“ und „Kommunisten“, wie es der hessische Agitator so trefflich formulierte. Hessen grenzt an Nordrhein-Westfalen und wer über den Tellerrand des Landes schaut weiß, das da jemand mit Kloparolen -die sich eine ziemlich blasse Kanzleuse zu eigen machte („Roland Koch ist der Baumeister unsere Wirtschaftspolitik“. Danke, sagen die Essers, Ackermanns, Nokias und bei den deutschen Sozialgerichten liegen ein paar Hundertausend Klagen gegen Hartz 4, von denen über 50% von den Richtern „pro Angeklagten/Verarschten“ entschieden werden) mangels eigenem Denken – seine miese Regierungsbilanz verschleiern will. Hoffen wir mal, das sich Intelligenz gegen Dumpfheit durchsetzt. Was nicht heißt, alles gut zu finden was von Y und A-W kommt.

Vorsichtshalber sollten Sie heute nicht so viel essen, damit sie um 18 Uhr nach der ersten Hochrechnung nicht so viel k…..n müssen. Aber zum Glück kann das schwarz, rot, grün, gelb und braun gleichermassen passieren.

Wo wir schonmal dabei sind, nehmen wir uns auch noch die zeitgeistige wohlfeile kaufbare Journaille unserer Tage vor. In der „Süddeutschen Zeitung“ (Immerhin verbrachte der Schreiber eine Zeit seines jungen Studiosus-Lebens in ihren hehren Räumen) gab es einen widerlichen Kommentar zur ebenso absurden wie idiotischen Anzeige gegen die rauchenden Schmidts (Ja, Helmut und Loki), den der Blogger „Don Dahlmann“ aufgriff und der von einer Leserin kommentiert wurde:

kathleen, Fr, 25.01.2008, 19:39
Für mich passt diese schäbige Geschichte vollkommen zum aktuellen … Zeitgeist. Unterwegs in den Überwachungsstaat, der Bürger unter Generalverdacht, und die Journaille liebedienert sich an den ganzen Scheißdreck heran, indem sie den Blockwart aller Blockwarte gibt. Auf daß das Blockwarttum gesamtgesellschaftlich salonfähig gemacht werde. [Vor wenigen Wochen gleich von drei Nachbarn böse, wirklich böse, handschriftliche Briefe bekommen, weil ich Ihnen zur Unzeit beim Vögeln zu laut war. Das gehört vielleicht nicht hierher, vielleicht aber doch, weil es ins Bild passt.]
Seid wachsam, seid laut, seid wehrhaft, denn hier soll ein Frosch gekocht werden – auf allen denkbaren Ebenen, die so etwas wie eine Gesellschaft konstituieren.

Sind die Blockwarte erst wieder vollzählig, stehen die Blogwarte bereits auf der Matte. Nicht nur die Schmidts fragen sich, was aus Deutschland von den letzten 3 Kanzlern gemacht wurde. Birne – Hartz – Spitzelstaat. Ich vergaß das morgendliche Stück Mohnkuchen aus unserem Nachbardorf Gütersloh auf der Kanzleuses Schreibtisch, garniert mit Kai Diekmannschen Devotadressen.

War einfach überfällig

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Danke. „Die Prinzen“

Ich war immer freundlich , lieb und nett
Kriegte nie irgend’ne Frau ins Bett
Und dann auf Macho- cool und arrogant
Plötzlich kamen sie angerannt

Und wieder seh‘ ich , wie’s im Leben läuft
Wer hart ist, laut und sich besäuft
Kommt bei den Frauen besser an
Wer will schon einen lieben Mann?

Daraus ziehst du Konsequenzen
Und du schaltest um auf schlecht
Die Welt ist ein Gerichtssaal
Und die Bösen kriegen Recht

Du mußt ein Schwein sein in dieser Welt
Schwein sein
Du mußt gemein sein in dieser Welt
Gemein sein
Denn willst du ehrlich durchs Leben geh’n
Ehrlich
Kriegst’n Arschtritt als Dankeschön
Gefährlich

Weil ich weiß, daß ich’s mir leisten kann
Stell‘ ich mich überall vorne an
Und ist einer sanft und schwach
Hör mal, wie ich drüber lach‘
Bei den freundlichen Kollegen
Halt ich voll dagegen
Obwohl mich keiner mag
Sitz‘ ich bald im Bundestag

Fiel mir nur grad so ein angesichts eines kackgrauen, mancher Leute Frustpotenzial offensichtlich rasant vermehrenden ostwestfälischen Himmels. Der Hund spürts, stupst mit der Nase an, als ob er sagen wollte: „Schlucks runter. Du änderst die Menschen nicht. Nimm sie, wie sie sind….“. Hunde können wortlos klug sein.

Wenn Weiber fast nachten

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Da werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz,
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
Zerreißen sie des Feindes Herz.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
Sich alle Bande frommer Scheu,
Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
Und alle Laster walten frei.

Schiller „Lied von der Glocke“

Na ja, ganz so schlimm wirds wohl am Donnerstag, 31. Januar nicht werden, wenn hier im Ostwestfälischen Weiberfastnacht angesagt ist. Obwohl, aus Rietberg und Stukenbrock hört man ja gar schröckliche Kunde. Also, Selbstbinderträger, passt auf Eure Dingens auf….. Schnippschnapp. Hat irgendwie Symbolcharakter.

Bielefeld freut sich

… auf den Wahlkampf 2009 um den Posten des Oberbürgermeisters der Teutostadt. Schade, das wir solche Kommentare dann dennoch hier nicht schreiben können:

oswald, Freitag, 25. Januar 2008, 17:23
Eine Wahl Ypsilantis hätte vor allem langfristig Folgen, weil es bedeuten würde, dass schon wieder ein Bursche von einer Frau vermöbelt wird. Gut, dieser hier hat damit bereits Erfahrung, aber bei dieser Wahl ist er in der Vorhand. Vielleicht ist er ja anständig und begeht nach seiner Abwahl Selbstmord.

Gefunden als Antwort auf einen Beitrag bim Blog „Rebellen ohne Markt“ zum Thema „Abwahl Kochs am Sonntag?“

Prekariatissimo

Unsere Freunde vom Bielefelder „Sparrenblog“ griffen gestern anläßlich des Startes der hirnfreien Singdohlenstaffel „DSDS“ ein Thema auf, das in der unappetitlichen Koland Roch-Debatte um „gewalttätige ausländische Jugendliche“, (Ahmet, geboren in Bielefeld, mit deutschem Paß, fährt Dreia) wenig thematisiert wurde: Prekariatsfernsehen. Nach dem dramatischen Handballspiel mit vielen Toten Verletzten „Lemgo mit Freunden gegen Schweden“ (31 : 29 gewonnen und im Halbfinale gegen Dänemark) dann rübergeswitcht zu Dieter Bohlens Quackstimme und – nach Reinschaustation Hässlicher Rundfunk und „Roland Kochs Märchenstunde“ – schließlich „Dschungelcamp“. Nein, nicht die hübsche Schwedin Isabel Edvardsson musste das Camp verlassen, sondern der Dortmunder Sangesbruder Eike Immel. Da sieht man mal wieder, wie fair doch die Deutschen Prekariatssendergucker sind. Welche Einschaltquoten haben derlei Sender hier eigentlich? Wahrscheinlich ganz hohe, ist doch die „Konzernmutter aller Prekariatssender“, Bertelsmann, in Gütersloh beheimatet. Immer öfter fragen wir uns allerdings beim Gläschen Grappa, wie die Sendungsinhalte von RTL & Co. und BILD mit den hohen, hehren, gutmenschlichen Zielen der Provinzvordenker aus der Nachbarstadt vereinbar sind. Aber Tochter Arvato hätte sicher auch keinerlei Probleme Präsident Horst Köhler als nordirischen Sambatänzer in einer Bohlenschen Recall-Show zu vermarkten. Hauptsache, das Remidemmi stimmt und das Prekariat sitzt glücklich bei Chips davor. In der „Zeit“ fand sich dazu ein ausführlicher Artikel.

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Hilft, Dieter Bohlen zu „doppeln“

Mövenpick geht

Das weiße Haus am Hauptbahnhof bekommt ab 2011 einen neuen Pächter. Der Konzern hat den Vertrag mit dem Inhaber, „Bielefelder Hof KG“, nicht verlängert. Es soll aber bereits Verhandlungen über ein Nachfolge-Hotel geben. Gewöhnlich schlecht unterrichtete Kreise an der benachbarten „Tüte“ (Starachitekt Gerkans Designwunder, nach dem die „Tüten“ der neuen Jahnplatzabgänge gestaltet werden sollen) sprachen bereits von einem Umzug des „Ritz“ nach Bielefeld.

NOKIA die Meinung sagen

Der Schreiber hat kein Handy der Finnen. Der Anhang noch. Dennoch hat er den Finnen seine Meinung gesagt. Wenn Sie auch NOKIA die Meinung sagen wollen, geht das hier. . (Nutzen Sie es, bevor Goldbeckchen beginnt, Gildemeisters neue Fabrik in Bukarest zu bauen).

Einfach Lemgo Daumen drücken

Heute frühabend spielen die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Norwegen gegen Schweden um den Einzug ins Halbfinale. Nur der Sieg zählt für die Weltmeister. Da kann man doch einfach mal hier in Westfalen die Daumen drücken, wo doch so viele Lemgoer dabei sein….

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Ob das als Ziel reicht?

Gestern also dann dieses Spiel der Arm. Bielefeld gegen die Dänen aus Esbjerg. Nicht viel passiert. Ein 0:0. Dann aber „Zecki“ Frontzeck nach dem Spiel:

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Es soll ja Bundesligatrainer geben, die „Siege“ als Ziel ausgeben. Viellleicht gehölrt Zecki aber auch zu der Sorte, die „Wir hatten Pech. Und dann fehlte uns auch noch das Glück“ sagen. Wenn die Squadra aber „auf´s Wort gehorcht“ ist sie ja bald fit für´s Stöckchen apportieren. „Schnapp, Sibu, schnapp“….

Angebrannte Tortellini

Diese ostwestfälische Landschaft. Weite. Grüne. Toskanische Sanftheit in Mikrodosis. Sture Menschen. Verwurzelt im Gestern, verharren im Jetzt, dem Morgen misstrauisch entgegensehend. Dennoch: solche Landschaften laden Träumer ein, sich weit weg zu träumen. Und dann diese verdammten Tortellini auf dem Herd. Zu wenig Milch in der Masse, zuviel Power auf dem Schalter. Minutenlang abgelenkt sein von dieser Weite. Grüne. Dieser toskanischen Sanftheit in Mikrodosis. Angebrannt stinkt es durch den Westen. Besorgter Anruf der Berufsfeuerwehr: „Es raucht bei Ihnen?“. Er: „Nein, nein. Wir räuchern nur Forellen virtuell“. Parfum versprühend schiebt er durch das Haus. Ein ostwestfälischer Patrick Süskind. Aber der junge Mann muß nun auf die neue Tortellini-Fuhre warten …..

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Toscana ostwestfälisch. Riechen Sie die angebrannten Tortellini?

Den Wald vor lauter Bäumen…..

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„Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“ ist ein schönes altes deutsches Sprichwort. Und ziemlich wahr. Liebe Bielefelder Politiker, die ihr Euch CDU-seits mit zwei OB-Kandidaten herumschlagt, die beide kein Charisma haben, liebe SPD-ler, die Ihr es immer noch nicht geschafft habt, Euren Bünemann zu „entsorgen“, liebe sonstwelcher Fraktion angehörigen: Wir verraten Euch gerne, wo in Bielefeld dieser Wald anfängt und wo er aufhört. Fahrt hin und lernt daraus. Falls Ihr dazu überhaupt imstande seid.

Praktikantin findet im Rathaus 500.000 Euro

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„Ja denn nur einmal im Jahr ist Karneval“, singen sie am Rhein. In der schildaeskesten Stadt Deutschland ist das anders. Da ist immer Karneval. Lustig tanzen die Pappnasen durchs Rathaus. „Kamelle, David, Kamelle“, ruft die Opposition. Und so ganz nebenbei findet eine Praktikantin 500.000 Euro. „Versteckt“ in einem Haushaltstitel namens „Sonderrücklage Landschaftseingriffe“. Nun fanden zwar amerikanische Praktikantinnen schon ganz andere Eingriffe, aber Schilda lässt hier dauergrüßen. Dem Chefkämmerer der Verwaltung hätte das doch nach amateurhaftem Bürgerdenken auffallen müssen. Aber der arbeitet ja noch nicht mit Computern. Und wenn dann mal so eine Karteikarte umgeknickt in der Kämmererschublade mit den eingesammelten Parkgeldmünzen liegt, ja dann kann das schon mal vokommen.

Wir haben die Situation mal mit unserem vierpfotigen Praktikanten nachgebaut. Mit aufer Schublade fand er die 500.000 in 0,4 Sekunden, mit zuer dauerte es auch nicht länger als 1ne. Wir sind jetzt dafür, eine Praktikantin zur nächsten Oberbürgermeisterin zu machen. Kamelle………

2 Stimmen

Wie alle so fleißig berichten, geht dem Roko so langsam die Puste aus. Herrlich blöd finde ich es, das Dr. Birne, Clement(ine) und das Joschilein kräftig mitrühren. Das kann man fast damit vergleichen, hmm, mal überlegen, oh ja, das die Torgranate Müller von damals, auf den Putz haut beim FC Bayern, weil er irgendwann mal dort gespielt hat. Naja, ob Yps gewinnt, weiß man noch nicht. Aber genauso wie das Originale Yps-Heft, hat das Politiker Yps kräftig etwas zu basteln, falls, ja falls RoKo abgelöst wird. Jetzt mal unter uns. Die BRD hat auch mal verdient etwas besseres als RoKo zu bekommen …. da war doch irgendetwas mit Bundesrat, deshalb lasse ich mal NRWs Nachbarn Hessen als Bundesland außen vor. Ich meine damit, so von meiner Warte aus betrachtet, als Bielefelder Schlumpf vom Südrand der etwas weiter blicken wollte als bis zum Teuto oder nach Gütersloh oder bis nach Hessen.

Aber dieses eben erwähnte herrlich blöde Spektakel erinnert mich zu sehr an Bielefeld. Es geht alles drunter und drüber und jeder weiß es besser und im Endeffekt geht alles daneben. Das einzige was noch unterscheidet ist, das die Rathausmäuschen sich ducken wenn es duster wird und keiner will es gewesen sein. Und in Hessen strahlen noch alle ins Blitzlicht auch wenn es schon viel zu spät ist. Sozusagen „Ende im Gelände“, „Aus die Maus“, „Schicht im Schacht“.

Abrechnung folgt bald und man kann nur hoffen das sich ganz Deutschland ein Beispiel daran nimmt, wie man seine Unzufriedenheit äußert. Das geht auch innerparteilich, wie gesehen, äh, wer war noch mal Edmund Stoiber?

Ist noch ein bisschen hin, bis sich in Bielefeld die Wahlurnen öffnen, war das Bergfest schon? Naja, nicht zuviel Freude aufkommen lassen, erst einmal ordentliche Kandidaten präsentieren die sich nicht von der Wirtschaft zwangserpressen zu lassen und nicht dabei schwach werden, umkippen und alles so weiter läuft wie gehabt. Wäre Schade für alle. Faule Eier gibt es auch im Rathaus, nehme ich an.

Damit wünscht ein Bielefelder Provinzler den Hessen alles Gute. Macht was draus! Sie haben 2 Stimmen.

Finnischer In-die-Tasche-Lügner

Tageland schwieg der Oberboss der finnischen Handyschmiede NOKIA. Jetzt endlich, als die Proteste überschwappten, machte er den Mund auf.

In dem Interview mit dem „Handelsblatt“ von heute nannte Nokia-Chef Kallasvuo für die Schließung insbesondere drei Gründe: „Die gesamten Kosten in Bochum im Verhältnis zum Output dort stimmen nicht mehr. Wir produzieren in Bochum etwa sechs Prozent aller unserer Handys. Dagegen steht aber Bochum für rund 23 Prozent unserer gesamten direkten Lohnkosten in den Fabriken.“ Zudem habe sich die Nachfrage verändert, erklärte Kallasvuo. „Wir müssen heute viel mehr und sehr unterschiedliche Modelle und Varianten gleichzeitig produzieren. Das bedeutet, dass der Arbeitskostenanteil steigen wird. Außerdem sind die Maschinen in Bochum mittlerweile alt und hätten erneuert werden müssen.“ Eine Teilschuld gab der Nokia-Chef zudem seinen Zulieferern. Das Unternehmen habe versucht, seine Zulieferer nach Bochum zu holen. „Aber sie wollten nicht“, sagte der Nokia-Chef in dem Interview. „Eigentlich wären wir lieber dort geblieben, wenn es irgendwie möglich gewesen wäre“.

Da lügt sich einer gewaltig in die Tasche. Maschinen, die zu veralten drohen, erneuert man steuerfreundlich sukzessive. Dafür hat der Finanzminister das Instrument „Abschreibung“ erfunden. Von den gewaltigen Subventionen, die in die westfälische Stadt flossen, mal ganz abgesehen. Aber der Vorwurf an die Zulieferer richtet sich natürlich auch an Balda, den Handyschalenhersteller aus unserer Fastnaachbarstadt Bad Oeynhausen, der dank Lars Windhorstens unermüdlichen Heuschreckeneinsatzes nun in China produziert. Die kleinen Schalen nach Bochum zu karren, wird doch wohl kaum das Problem gewesen sein. Und 23% der gesamten direkten Lohnkosten von NOKIA in Bochum? Wer soll denn den Quatsch glauben? Letztes Jahr hiess es noch seitens der Skandinavier: „Bochum produziert ziemlich produktiv“.

Ja, wenn sich da nicht Goldbeck(chen) noch mal so richtig einen abfreut in Ummeln? Ob er schon eine neue Gildemeisterfabrik in Bukarest plant?

8 x KIK in Bielefeld……

Eigentlich gings im Blog von „Herrn Paulsen“ weder um Bielefeld noch um KIK, als er das Thema „Gänsestopfleber“ thematisierte. Dann stiessen wir auf einen Kommentar von „loco en la cocina“ und recherchierten auf der Website von „KIK der Textildiskont“, wo Kinderhosen für 2 € angeboten werden, zusammengestichelt in den ärmsten Regionen der Erde:

Bei „KIK Textil-Diskont“ verdienen die Verkäufer 5,2 Euro (brutto) die Stunde. Ein Hühnerbauer kriegt etwa 4-7 Cent pro Huhn.
Solange die Kunden bereit sind so etwas zuzulassen, nur um beim Essen Geld zu sparen, das sie dann in eine X-Box investieren können, solange sehe ich keine Hoffnung.

8 x, so die Website der Ramscher, gibts „KIK“ in Bielefeld. 8 x min. 5 „Kunden“ für Hartz 4.

Arme Würstchen

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Wir machen hier jetzt mal ein Experiment. Machen Sie mit? Also, das sind drei westfälische Bratwürste in einer Bielefelder Pfanne. Anstechen, Pfanne erhitzen, Würstchen braun grillen. Kamera holen, anvisieren, Blitz. Und fertig. Von der Idee bis zur Umsetzung ungefähr 6 Minuten. Dann stellen wir das Bild auf einen Blog, der eine Menge Kochrezepte sammelt, die er angeblich alle selbst geschrieben und fotografiert haben will. „Mit erheblichem geistigem Aufwand und daher absolut urherberrechtlich schützbar“. Das Ganze jagen wir bei Google (Aha!) mal schnell per Superverlinkung hoch in den Charts.

Dann clickt irgendjemand daher, sucht was zum Thema Grillwürstchen und findet bei der Bildersuche über Google (Aha!) das Bild, kopiert es und stellt es auf seine Ameteurwebsite. Eine Weile danach flattert unserem Amateurwebseitenbetreiber eine „Strafbewehrte Abmahnung“ einer Anwaltskanzlei ins Haus. So rund 700 Euro solll er für das amateurhafte 6-Minuten-Würstchenbild berappen.

„Gibt es nicht“, sagen Sie? Gibt es hoch. Auf die Idee gebracht hat uns hier ein Kommentar, in dem „Marions Kochbuch“ erwähnt wurde. Genau diese Leute arbeiten nach dem geschilderten System. Haben rund 3000 angeblich „alle selbst erprobte, gekochte und fotografierte“ Gerichte im Web. Klar, Tag und Nacht haben sie gekocht und dann „mit geistiger Urheberschaft“ stundenlang Pixibilder von Würstchen gemacht.

Der Bielefelder Fachanwalt des Vertrauens für Urheberrecht sagt: „Dürfen die rechtlich. Aber moralisch ist das Scheisse“. Da man aber mit Scheisse kein Geld verdient, sparen wir uns den Link auf „Marions Kochbuch“ und ihre sehr nervösen, weil lukrativ abmahnenden Anwälte. Die hinter dem Auftritt verlinkten Seiten zeigen allerdings, „wes Geistes Kinder“ da am Werke sind.

Was gibt es doch für arme Würstchen. Nicht nur hier im Westfälischen.Unsere Bilder hier erheben übrigens keinen Anspruch auf tiefgreifende „geistige Urheberschaft“. Wer sie verwenden möchte, schicke bitte einfach eine kurze Anfrage und nenne die Quelle. Wir wollen die Villa unseres Anwaltes im Johannistal nicht noch vorschiebend grösser und teurer machen als sie dank reichlicher Abmahnungen pro Jahr schon ist. Kann man nicht an der Bielefelder Uni auch Jura studieren? Und den Roland-Koch-Gedächtnisschmiß bringen wir uns notfalls mit Arm-Bielefelds Würstchenlieferant-Haskenhoff-Messern selbst bei.

Hatten wir bereits erwähnt, das wir den nach der hiesigen Namenspatronin benannten „Bielefelder Petra-Puddingblog“ demnächst herausbringen werden? Bilder machen wir grad mit „erheblichem geistigem Aufwand“.

Das Google-Monster

Das hat mal nicht unbedingt etwas mit Bielefeld zu tun, obwohl das Ding sicher auf jedem zweiten Rechner jeden Tag, jede Stunde, jede Minute zur Suche im Internet angeclickt wird: Die nette buntige Konstruktion mit den sechs Buchstaben „Google“. Google findet alles. Schnell wie ein Windhund. Flink wie ein Wiesel. Hart wie Kruppstahl. Oder so ähnlich. Findet auch via „Google-Earth“ den schönen Bielefelder Ort „Kesselbrink“. Und wenn Sie Glück haben und die Google-Findekamera erfasst Sie schräg, kann man Sie im Internet auch in Timbuktu sehen. So weit. So schön. Web 2.0. Niedlich? Nein. Eher ziemlich gefährlich.

Aber Menschen wie Robert Basic, der das Weblog „Basic Thinking“ betreibt und ein ziemlich kluger Kopf ist, wenn es ums Internet und besonders um Google geht, sieht das weitaus differenzierter.

Robert Basic hat jetzt die DLD (Europe’s conference for the 21st century, covering digital innovation, science and culture and bringing together thought leaders from Europe, the Middle-East, America and Asia. The three-day event is chaired by publisher Hubert Burda and investor Joseph Vardi and hosted by Stephanie Czerny and Marcel Reichart) in München besucht. Was er dort vorfand, beschreibt er auf seinem Blog, insbesondere eine abartige Neugründung namens „DNA-to-go“, hinter der – raten Sie mal…. ein Google-Gründer bzw. dessen Frau stecken. Wenn Ihnen angesichts der Schilderung des Start-ups Gedanken an Heinrich Himmler, Euthanasie, Nazi-Rassenthema, usw. kommen, sind Sie schon auf der richtigen Spur. Hier eine Leseprobe von Robert Basic:

Am erschreckendsten fand ich “DNA-to-go” (Di, 12:00 Uhr). Dort durfte Anne Wojcicki (Frau von Sergey Brin, Google-Gründer, der ihre Firma finanziell backtupt) zusammen mit Linday Avey (Mitgründerin) und Esther Dyson (Financier) ihre Firma 23AndMe vorstellen. Was diese Firma macht? Für rund 1000 USD kann man sein Genom analysieren lassen. Golem:

23andMe will Nutzern die Möglichkeit geben, anhand der eigenen Gene mehr über die eigene Herkunft sowie genetische Veranlagung zu erfahren. Nutzer sollen das eigene Genom entdecken und durchsuchen können oder erfahren, was aktuelle Forschungsergebnisse für die eigene genetische Veranlagung bedeuten. Zudem kann das eigene Genom mit denen anderer Familienmitglieder oder Freunden verglichen werden, sofern diese auch 23andMe nutzen. Zudem will 23andMe anhand der Gene aufzeigen, wo die eigenen Wurzeln liegen und Nutzern die Möglichkeit geben, aktiv an neuen Forschungsprojekten teilzunehmen.

Erschreckend war die grundpositive Darstellung des Projekts, man wolle ja nur helfen. Immerhin könne man damit erkennen, wer mit wem verwandt ist (promt hatte sich nachher einer aus dem Publikum als Macher einer Stammbaumseite geoutet und gefragt, ob man denn sowas auch auf seiner Seite anbieten und einbauen könnte, was ein Zufall…), welchen gesundheitlichen Risiken man ausgesetzt ist, man könne personalisierbare Medikamente herstellen und individuelle Werbung wäre auch denkbar. Durch den Aufbau einer umfassenden Gendatenbank wird man besser das Genom verstehen lernen. Und damit bessere Services anbieten können. Ich weiß nicht warum ich in dem Moment wie ein Genterrorist dachte, aber vor meinem geistigen Auge formte sich der Slogan “das vierte Reich”. Immerhin checkt zB die Firma nicht, ob die Probe nun von dir oder einer anderen Person sei. Dass dabei auch rauskommen könnte, dass man nicht der Vater des Kindes sei, wäre noch nicht vorgekommen, aber denkbar *Schulterzucken bei Linday*. Insgesamt handelt es sich ja nicht um Kreditkartendaten, sondern um den Menschen in seiner Grundform. Wer die Blaupause eines Individuums besitzt, der macht ein tolles Geschäft. Da wurden wohl einige anwesenden Investoren feucht im Schritt. Mir war auf jeden Fall ziemlich unwohl bei diesen drei Gestalten auf dem Panel. Und dem Gedanken, dass die Entschlüsselung, Analyse und Vermarktung des Genoms unaufhaltsam sein wird. Huxleys “Traum” von Alphas und Gammas ist nicht so weit weg. Die Personaler wirds ebenso wie die Werber, Militärs, Webstarter und Schäubles freuen. Und ich reservier schon mal “DNSr.com”:)

Danke, lieber Hubert Burda, das Sie neben allem BUNTE-Gesumse auch solchen hohen, hehren Gedanken eine Bühne geben. Die Wiederanknüpfung an grandiose Zeiten fehlte schmerzlich. Hat Kommissarin Lindholm, (im TV gespielt von Burdas Frau Maria Furtwängler ) denn Ihre DNA-to-go immer dabei? Jede Wette, das in Gütersloh bei Bertelsmann an eine Nutzung dieser „Idee“ gedacht wird? Der alte Traum: Die ganze Welt ein Mohnkuchen. Verwaltet von der Bertelsmann-Tochter Arvato. Liz schneidet den Kuchen an und entscheidet anhand der DNA, wer ein Stück bekommt und wer nicht. Herrenmenschengetue. Ganz sicher dabei sind Topgene wie Friede Springer und Kanzleuse Merkel, die hier und heute mal wieder von unserer Prachtzeitung NW („Nur Wahrheiten“) gefeiert werden. Gut, das man sich trotz Google immer noch seine Meinung BILDen kann…. Noch.

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Männergesundheit?

Diese Pressemeldung der Stadt Bielefeld fanden wir unter unseren Mails:

Die Kommunale Gesundheitskonferenz lädt zum World-Café „Männergesundheit“ ein. Hintergrund ist ein städtischer Gesundheitsbericht, der sich mit dem Thema Männergesundheit beschäftigt. Eklatante Mängel und ungenutzte Möglichkeiten wurden in Bezug auf die Prävention und Früherkennung festgestellt, so dass diese Ergebnisse, aber auch andere Aspekte der Männergesundheit, für männerspezifische Gesundheitsmaßnahmen sprechen. Das World-Café „Männergesundheit“ bietet die Gelegenheit, Maßnahmen für eine bessere Gesundheit von Bielefelder Männern vorzubereiten – gegebenenfalls auch zwischen einzelnen Gesundheitsbereichen übergreifend. „World-Café“ ist eine neuere Form der Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung sowie der Expertinnen- und Expertenbeteiligung.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 30. Januar, von 14.30 bis 18.30 Uhr im Rochdale-Raum des Alten Rathauses, 2. Etage, statt. Anmeldungen nimmt Dirk Cremer (Telefon: 0521 / 51-5022, Fax: 0521 / 51-3406, E-Mail: dirk.cremer@bielefeld.de) bis zum 26. Januar entgegen. Er steht auch für weitere Informationen zur Verfügung.

Neugierig geworden, schauten wir mal in einer sehr neugierigen Suchmaschine nach und können so ein wenig Licht in das Dunkel der „Männergesundheit“ bringen. Man weiß ja nie, wieviel Prozent Gütersloher Bertelsmann-Stiftung hinter solchen Meldungen stecken. Beim Siemens-Konzern jedenfalls scheints bezüglich Veränderungsmanagement angesichts drohender 4 Milliarden EUR. Strafzahlungen wenig ge-oder bewirkt zu haben. Aber Bielefeld ist ja ein gaaaaanz anderes Pflaster. Hier gibts nur kleine Gildemeister-Dimensionen. Ach so, da fällt mir ein: Wir haben schon lange nichts mehr von der Affäre gehört? Windei? Ofenschuß?

Manche Zeitungsartikel sind nur noch Müll

Beim Westfalenblatt ticken die Uhren anders. Naja, bei der NW aber auch. Man nehme einen x-beliebigen Artikel und probiert diesen mal nicht zu überfliegen, sondern mit offenen Augen zu betrachten. Dabei ertappt man sich selbst beim Kratzen des Resthaares. Manche Artikel sind einfach nur blanker Unsinn und absolut fremd jeglicher Wirklichkeit.

Nehmen wir einen aktuellen Artikel aus dem Blog und schauen auf die Online Seiten des WB: „Angesichts von Energieabrechnungen, Versicherungen und häuslichen Nebenkosten halten die Verbraucher die Geldbörse geschlossen. Allerdings: Höhere Löhne und gesenkte Sozialabgaben sorgen auch für etwas mehr Geld im Portemonnaie, analysiert Markus Lehrmann.“ Ok, soweit so gut. Wenn der Herr Lehmann (Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes OWL) selbst einkaufen würde und weniger gut verdienen würde, nur soviel wie der normalo Verbraucher, dann würde man auch auf die Idee kommen, das Essen und Trinken immer noch überlebenswichtiger sind, als ’nen paar neue Hosen um alte auszurangieren. Lebensmittelpreise sind fast alle gestiegen. Nicht nur Käse, Milch und Brötchen. Das Westfalenblatt sollte nicht versteckte Werbebotschaften für den Einzelhandel abdrucken, sondern eher mal kundschaften warum die Deckungsbeiträge bei Textilien auf reguläre Ware auf über 100% und mehr gesetzt sind, wo doch die Ware aus dem fernen China für ’nen Appel und Ei gefertig wird. Auch sollte man in BI die Arbeitslosenquote zur Hand nehmen und wenn das noch nicht reicht, auch die der kleineren Städte ringsrum.

Mir fehlt bei den Zeitungen Biss. Es geht mir nicht um den Enthüllungsjournalismus oder Paparazzi Fotos. Ich will aber auch keine Artikel lesen wie z. B.: „Der Bummel durch die City offenbart: Komplett neu eingekleidet für weniger als 50 Euro – kein Problem. Beispiel C&A: Cord-Sakko für 25, Hose für 12 und ein Oberhemd samt Krawatte für neun Euro. Macht zusammen schlappe 46 Euro. Da sind sogar noch vier Euro für ein Paar Socken übrig.“

1. ist es für mich versteckte Schlussverkauf Werbung
2. gibt es Läden, da bekommt man noch ein Schlüpper und ein T-Shirt dabei und bleibt unter 50 EUR
3. keine kritischen Artikel mehr, also nur noch rosarote Brille
4. man kommentiert nur noch was passiert ist, manchmal im Stil einer Bild-Zeitung

Tja, soll das etwa heißen, Journalisten sind nichts weiter als Blogger und werden dafür bezahlt? Ich weiß es nicht, machen sie sich ihr eigenes Bild.

Arm. Bielefeld testet gegen Dänen

So langsam geht die fast fußballlose Zeit ihrem Ende entgegen. Arm . Bielefeld testet am morgigen Mittwoch (Anstoß 18 Uhr) im Versmolder Kurt-Nagel-Stadion den dänischen Erstligisten Esbjerg fB. Torwart und Kapitän Mathias Hain ist nach seiner im Bayern-Spiel erlittenen Verletzung wieder fit. Die dänische Meisterschaft geht erst im März weiter, momentan ist man dort noch in der Winterpause. Momentan ist das Team von der Küste unter 12 Mannschaften Tabellenachter.

Auf der Homepage von Arm. Bielefeld heißt es:

Mathias Hain dürfte sich beim Test gegen Esbjerg im Kurt-Nagel Stadion zu Versmold hingegen nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen. Der Esbjerg fB schießt scharf, die Kicker von der Nordseeküste erzielten ligaintern die zweitmeisten Treffer (35). Anfällig dagegen ist die Defensive mit 33 Gegentoren in 18 Spielen.

Der Anstoß im Kurt-Nagel Stadion im Caldenhofer Weg in Versmold ist um 18 Uhr. Karten sind im Vorverkauf in der DSC-Geschäftstelle für 4 Euro (ermäßigt) und 6 Euro erhältlich.

Armer Einzelhandel

Sie ringen die Hände gen Himmel. „Herr, schick Umsatz“. Die Bielefelder und Umländler tun ihnen aber nicht den Gefallen und reissen Ware aus den Läden. Warum auch? Nur weil „heimlicher WSV“ ist? Die Leute haben doch um und an Weihnachten ihre Bunker gefüllt und gut gekauft. Leute, da müßt ihr durch. Wir werden nicht mehr kaufen, als die Geldbörsen hergeben. Und an denen zerren momentan ganz gewaltig Vater Staat, das staatlicherseits ungebremste Energie-Abzockerkartell und noch ne Menge andere. Also wartet einfach. Müssen wir auch. Oder zockt ein wenig. Was die WestLB konnte, könnt Ihr auch.

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Bielefeld braucht einen Knut

Was hat die Stadt nicht, was andere haben? Richtig. Keine Berge. Kein Wasser. Viel Schulden (Haben andere aber auch). Und sie hat keinen Knut. Und keine Flocke. Trotz Olderdissen (Ein Tierpark). Also? Wenn wir schon keinen Knut bekommen können, dann sollte es wenigstens was entfernt Knutähnliches sein. Dazu taugt aber kein Oetkerpudding und kein Rathaus-David. Und der Arm-Bielefeld-Lohmann hat auch eher was Almkuhartiges. Dann machen wir doch einfach dieses, den Textexter-Schlaf bewachende Schaf zum Bielefeld-Star. Passt doch wunderbar zur 330.000 köpfigen Herde der übrigen Bielefelder.

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Clown gefrühstückt

Der NW Neue Westfälische zu Bielefeld merkt man an, das die Karnevalszeit auch in der ostwestfälischen Provinz angekommen ist. Darauf ein dreifach: „Pickert Jölle, Pickert Jölle, Pickert Jölle“. Aber sehen Sie selbst, was dem Überschriftenmacher da eingefallen ist:

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Behaupte bitte keiner jemals wieder, Ostwestfalen hätten keinen Humor. Schauen Sie sich bloß die Narreteien unserer Lokalpolitik an.

Einträgliches Abzockgeschäft

Was die Stadt so im Jahr 2007 an „Knöllchen“ für sogenannte „Falschparker“ kassiert hat, geht jetzt aus einer Pressemeldung hervor:

Im Jahr 2007 sind in Bielefeld insgesamt 195.774 Autofahrer für falsches Parken verwarnt worden. Im Vergleich zum Vorjahr wurden somit 1.750 Verstöße weniger registriert. Aus der Statistik des Ordnungsamtes geht hervor, dass im vergangenen Jahr für die Parkverstöße rund 2,38 Millionen Euro fällig wurden; im Jahr 2006 waren es etwa 2,51 Millionen Euro.

2,38 Millionen €, Das muß man sich einmal vor Augen halten. Fest im Etat eingeplant. Was würden die Pullunderträger im Rathaus eigentlich ohne die spendenfreudigen Autofahrer machen?

Hamse noch Hack?

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Wer sich einigermaßen bei der Rallye zwischen den Regalen des Bielefelder Kultnahversorgers Jibi auskennt, der weiß auch um die Preise. Also rechnen wir mal für heutige 3 Portionen „Spaghetti Bolognese“ nach:

604 Gramm gem. Hack 1,81 EUR
500 Gramm Spaghetti 0,79 EUR
1 Gemüsezwiebel 0,59 EUR
Div. Dosentomaten 1,20 EUR

Also Hack ist seit Tim Mälzers Kochshow billiger geworden, Spaghetti früher 0,58, Gemüsezwiebel 0,41. Der „statistische Warenkorb“ muß irgendwie eine ministerial gewollte Schieflage haben, denn außer Hack ist alles teurer geworden. Alles.

La cage aux folles

„Ein Käfig voller Narren“ saß gestern in Düsseldoof bei der WestLB zusammen. Große Wägen mit vier Ringen vorne und einer stehenden „8“ hinten am Bürzel rollten hektisch in die Tiefgarage an der Herzogstraße. Einige auch mit „BI“ oder „GT“ am Heck. Mittendrin auch die heiße Truppe der Stellenkiller Sparkasse Bielefeld. Behuf der Zusammenkunft der Bankeigentümer war das Zusammenkehren eines selbst verursachten Scherbenhaufens aus Gier, Verzocken, Mißmanagement und simpelschlichter Dummheit, wie sie vielen Bankern offensichtlich besonders in höheren Etagen zu eigen ist. 2000 Mitarbeiter sollen gehen müssen, heißt es aus dem Käfig in der Landeshauptstadt. Die Obernarren, die sicher jeden Monat in Aufsichtsratssitzungen beim Nägelfeilen vom aktuellen Stand der Zockerparty erfuhren, dürfen bleiben. Die Zeche zahlen die Abgekochten und natürlich die Kunden der Sparkassen, Miteigentümer der SpielbankWestLB. Hier das hehre Leitbild, das sicher von genialen Beratungsstrategen und Allwissenden a la McKinsey oder Roland Berger gegen reichlich Kohle ausgetüftelt wurde:

Neue, erstklassige Finanzdienstleistungen sind unsere Antwort auf die wachsenden Herausforderungen unserer Kunden. Ganzheitliches Denken, nachhaltiges Handeln und gesellschaftliche Verantwortung bestimmen unser Tun.

Wenn ich hier jetzt wieder das Beispiel des kleinen Unternehmers bringe, der nach allen Regeln der Nieten in Nadelstreifen Banker zerlegt wurde und am Ende keinen kleinen Kredit bekam, bekomme ich bald eine „Einstweilige Vergnügung“ auf den Schreibtisch. Erstaunlich, wie solche Menschen über andere urteilen, aber im eigenen Haus noch nicht mal das kleine Einmaleins des Geldanlegens beherrschen. Aber wir haben ja bald Karneval. Der „Käfig voller“ Narren ist bereits jetzt mehr als überfüllt. Gier schlägt Geist. Auch wenn der nur ziemlich klein war. Wie immer.

Und Sonntagabend kommt noch ein gewisser Roland Koch aus Wiesbaden dazu, dem Bimbes Kohl – ausgerechnet – zum Thema „Jugendkriminalität“ die Stange zu halten versucht. Selten wurden nach einer Wahl, so wird es Sonntagabend heißen, so viele vollgekotzte Stimmzettel ausgezählt. Schweißen wir den Käfig doch einfach zu.

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Wie gehen Sie die Woche an?

Von wegen, Westfalen starten Montagmorgen mit einer Knifte Pumpernickel, bedeckt von westfälischer Mettwurst. Plus ein Körnken. Sowas verbreiten nur Rheinländer über die Westfalen. Also: Jede Menge Zeitungen, auch die lokalen Provinzblätter. Dazu ein Pott Kaffee und ein Müsli mit Milch. Weil einem beim Lesen der diversen Schwachsinnigkeiten alles wieder hochkommt, ist das besser als ein Körnken. So weit wie Kate Moss in London sind wir ja noch nicht, die an ihrem 34. Geburtstag einen winzigkleinen Teil ihrer überdimensionierten Gage mal wieder für eine Kokainparty ausgab. Würden wir wohl auf dem Kesselbrink auch gar nicht bekommen. Die Menge meinen wir. Obwohl, das hätte was. Der kleine David in Jöllenbeck mittenmang vor den Kameras der Weltblätter in einer Kokainparty……

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Der Mann, der lächelte. Gedanken über Goldbeckchen

Überall, wo eine Kamera lauern könnte, ist Goldbeck(chen) da. Ortwin Goldbeck, Präses der Zwangsveranstaltung IHK Ostwestfalen zu Bielefeld. Klar, das ihn auch durchsickernde „moralische Bedenken“ der Mitarbeiter in Ummeln zum Bau des NOKIA-Bochum-Killerwerkes in der rumänischen Walachei so gut wie nicht berühren. Man kann den freundlichen Kameragucker mit dem großen Herz für Osteuropa („Da liegt auch Ostwestfalens Zukunft“) ja auch gar nicht verdammen, hat er sicher auf allerkorrektestem Wege schon vor ein paar Jahren bereits, als die Steuersubventionen noch reichlich nach Bochum zwecks Arbeitsplatzsicherung flossen, die internationale Ausschreibung gewonnen. Unter der Hand ist den Mitarbeitern am Firmensitz in Ummeln dennoch anzumerken, mit einem mulmigen Gefühl durch die Gegend zu laufen. Braucht Ihr nicht, liebe Goldkehlchen. Wenn´s im Osten der EU dank reichlichst von Deutschland seinen Bürger abgepressten und dahin fliessenden Steuern interessant wird, seinen Firmensitz in Cernavoda zu haben, wird Goldbeckchen auch das machen. Immerhin verdienen ja Rumänen „nur ein Zehntel“ die Stunde. So wird jede Milchmädchenrechnung interessant. Selbst die der ehemaligen Gummistiefelproduzenten NOKIA, deren Lohnanteil in der Fertigung nicht mal 5% beträgt. Und da ist es auf gut Deutsch scheissegal, wer die Dinger zusammenschraubt. Wir freuen uns aber heute schon auf die Produkte aus der Walachei und ihre Fehlerquote. Vor allem in der Übergangsphase, wenn rumänische Pferdebauern an die Schraubstöcke kommen. Macht aber nichts. Wenn die finnischen Subventionsabgreifer weiterziehen an den Ural, wird auch Goldbeckchen dabei sein. Lächelnd natürlich. Denn da gibt es auch Kameras.

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Da ersäuft die nächste Lebensmittelpreiserhöhung die Äcker

Mit „gemütlich durch die Äcker“ wandern ists heut wahrlich nichts. Die unaufhörliche Wasserflut vom ostwestfälischen Himmel läßt auch das letzte Wintergetreide aussehen wie italienischen Reis in gefluteter Poebene. Der Hund mutiert zur überdimensionalen Wasserratte und am notwendigen Schirm zerrt ein kleiner Kyrill. Da setzt man sich doch besser mit einer guten Tasse Kaffee vor den heimischen gedeckten Apfelkuchen vom westfälischen Handwerksbäcker, der noch keinen Ofen in Rumänien betreibt.

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