Beim Westfalenblatt ticken die Uhren anders. Naja, bei der NW aber auch. Man nehme einen x-beliebigen Artikel und probiert diesen mal nicht zu überfliegen, sondern mit offenen Augen zu betrachten. Dabei ertappt man sich selbst beim Kratzen des Resthaares. Manche Artikel sind einfach nur blanker Unsinn und absolut fremd jeglicher Wirklichkeit.
Nehmen wir einen aktuellen Artikel aus dem Blog und schauen auf die Online Seiten des WB: “Angesichts von Energieabrechnungen, Versicherungen und häuslichen Nebenkosten halten die Verbraucher die Geldbörse geschlossen. Allerdings: Höhere Löhne und gesenkte Sozialabgaben sorgen auch für etwas mehr Geld im Portemonnaie, analysiert Markus Lehrmann.” Ok, soweit so gut. Wenn der Herr Lehmann (Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes OWL) selbst einkaufen würde und weniger gut verdienen würde, nur soviel wie der normalo Verbraucher, dann würde man auch auf die Idee kommen, das Essen und Trinken immer noch überlebenswichtiger sind, als ‘nen paar neue Hosen um alte auszurangieren. Lebensmittelpreise sind fast alle gestiegen. Nicht nur Käse, Milch und Brötchen. Das Westfalenblatt sollte nicht versteckte Werbebotschaften für den Einzelhandel abdrucken, sondern eher mal kundschaften warum die Deckungsbeiträge bei Textilien auf reguläre Ware auf über 100% und mehr gesetzt sind, wo doch die Ware aus dem fernen China für ‘nen Appel und Ei gefertig wird. Auch sollte man in BI die Arbeitslosenquote zur Hand nehmen und wenn das noch nicht reicht, auch die der kleineren Städte ringsrum.
Mir fehlt bei den Zeitungen Biss. Es geht mir nicht um den Enthüllungsjournalismus oder Paparazzi Fotos. Ich will aber auch keine Artikel lesen wie z. B.: “Der Bummel durch die City offenbart: Komplett neu eingekleidet für weniger als 50 Euro - kein Problem. Beispiel C&A: Cord-Sakko für 25, Hose für 12 und ein Oberhemd samt Krawatte für neun Euro. Macht zusammen schlappe 46 Euro. Da sind sogar noch vier Euro für ein Paar Socken übrig.”
1. ist es für mich versteckte Schlussverkauf Werbung
2. gibt es Läden, da bekommt man noch ein Schlüpper und ein T-Shirt dabei und bleibt unter 50 EUR
3. keine kritischen Artikel mehr, also nur noch rosarote Brille
4. man kommentiert nur noch was passiert ist, manchmal im Stil einer Bild-Zeitung
Tja, soll das etwa heißen, Journalisten sind nichts weiter als Blogger und werden dafür bezahlt? Ich weiß es nicht, machen sie sich ihr eigenes Bild.







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