Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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So
13
Jan '08

13:32 Uhr-Kondens

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Es treibt die Bielefelder und Ostwestfalen an diesem heutigen 13. Januar raus. Zwar zeigt das Thermometer nur 6 Grad, aber Margot Kleinekötter und ihr Mann haben schon mal den Volkswagen EOs enthauptet und rollen mit rotem Nummernschild vor uns Richtung Ströhen (Heide/Waldgebiet bei Steinhagen, nur wenig hinter der Stadtgrenze).

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Köstlich amüsieren wir uns, als wir alle im Konvoi an diesem Richtungsschild vorbeidefilieren…

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und Kleinekötters unisono den Kopf von ehedem rechts abrupt nach links schwenken. “Hemmann, ob dat juchendfrei is?”. Hemmann, das sieht man von hinten, sacht im offenen EOs nichts. Der Fahrtwind rupft an seinen Dritten und am Toupet. Während wir am Wegesrand parkieren und den Hund ausladen, fahren sie weiter.

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Jetzt ist die hohe Zeit des Mauselochens und Maulwurfwerfens. Ob das am Klima liegt? Ob die Erde einfach zu warm ist und die Viecher zu verstärktem Erdwerfen animiert? Wir wissen es nicht, aber der Hund schaut begeistert nach.

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Die ostwestfälische GrabesStille umfängt uns. Nirgends ein Hahn, der auert. Kein Reh, das sich über dem letzten Loch eins pfeift. Auch auf den vereinzelten Bauernhöfen ist es still. Keine Kuh brüllt, keine Sau grunzt. Man sitzt wohl um diese Zeit bei Grünkohl, Kohlwurst und Kartoffeln mit finalem Steinhäger.

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Tschüss, befreundte Scharen, die uns auf dem Lande Begleiter waren….

Als wir das ganze Elend dieser Welt in einer Headline, einem Kommentarkasten – ach sorry Zecki, Dich und die Arminchen meinten wir noch nicht – aus dem Zeitungskasten ziehen….

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… geht sie wortlos an den Obstkorb und legt ein Bild zusammen.

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“Du erinnerst Dich vorhin an den VW EOS, Kleinekötters (heissen die wirklich so?) und die Reaktion am Schild “Deckstation”? Jetzt wirds aber Zeit zu schreiben, das dieser/s Blog für unter 18 jährige nicht geeignet ist.

Was macht eigentlich Elmar Brok?

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Wenn man so sinnierend an seinem Schreibtisch sitzt, über den politischen Amoklauf eines Roland Koch (“Gegen die Wand”. Aber mit dem Schädel)nachdenkt und die heimischen Politiker durchgeht mit ihren Ansichten, Aussagen und Auftreten, fällt einem auch immer wieder ein Mann aus der Verler Nachbarschaft (Volksfest “Verler Tod”) ein, der auf das Engste mit dem Thema Mohn/Bertelsmann aus dem piefigen Nachbarstädtchen Gütersloh verkettet ist: Elmar Brok.

Der 1946 geborene “Senior Vice President Media Development Bertelsmann AG” ist seit 1980 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Lesen wir mal nach in Wkipedia:

Brok wurde wiederholt vorgeworfen, die Interessen seines Arbeitgebers Bertelsmann anstatt die seiner Wähler zu vertreten. So war er maßgeblich am Zustandekommen der EU-Richtlinie zum Urheberrecht beteiligt, die nach Aussage eines Bertelsmann-Managers die Position der Medienunternehmen stärke.[2] Im Entwurf für den Vertrag über eine Verfassung für Europa setzte Brok durch, dass das Recht auf „Geistiges Eigentum“ im Verfassungsentwurf absolut gesetzt wurde und keiner sozialen Verpflichtung unterliegt (Art.II-77 Abs. 2).[3] Hans Herbert von Arnim bezeichnete Broks Tätigkeit mehrmals als „legale Korruption“.

Broks Angaben, er trenne Mandat und private Geschäftsinteressen „messerscharf“, wurde von Brüssel-Korrespondenten bezweifelt, die interne Bertelsmann-Papiere zugespielt bekamen. Es wurden Vorwürfe laut, er habe seine Beziehungen genutzt um einen Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Hajo Friedrich, der zuvor kritisch über ihn berichtet hatte,[4] an zukünftiger Berichterstattung zu hindern. Hierzu habe Brok bei FAZ-Herausgeber Günther Nonnenmacher angerufen. Nachdem Nonnenmacher daraufhin mit dem Brüsseler FAZ-Büro gesprochen habe, hätte Friedrich nicht mehr für das Politikressort schreiben dürfen, wie er es vorher gelegentlich getan hatte.[5]

Ach ja. Geht “Trennung von Mandat und privaten Geschäftsinteressen” bei Bertelsmann denn? Wohl kaum. Deshalb wurde der dicke Elmar auch mehrfach hoch geehrt und dekoriert:

Brok wurde das Bundesverdienstkreuz I. Klasse und das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. 2002 wurde er als Komtur des Gregoriusordens geehrt

Die schönste Ehrung aber erhielt er 2007:

PfeifePfeifenraucher des Jahres!

Wie das wohl zum Brüsseler Tabakverbot passt???

Ein Käppi, auf dem “Bielefeld” stand …

“Richtige” Bielefelder gucken den Krimi “Wilsberg” aus Münster im ZDF (“Mit den Zweiten kaut man besser, wenn die Dritten schon drin sind”) mit ganz anderen Augen und warten gespannt auf den in jeder Folge eingebauten “Bielefeld”-Satz. Gestern Abend brauchte es nicht lange, bis der Protagonist zum angeblichen Mörder wurde und auf die Frage “Was hatte er an?” der Satz fiel: “….ein rotes Käppi, auf dem Bielefeld stand”. Ach ja. Aufjauchzen. Bielefeld und Münster, das ist wie Feuer und Wasser, wie Skylla und Charybdis. Und überhaupt. Nüchtern betrachtet, ist Münster mit seinem Prinzipalmarkt und den Bogengängen rund um St. Lamberti zugegebenermassen schon schöner. Zusätzlich hats dann noch die viel größere und berühmtere Universität, einen See und atmet den Hauch der Münsterländer Provinz mit hunderttausenden Fahrradklingeln. Weltstädtisch wird Bielefeld, denkt man an Fußball. Arm. Bielefeld – 1. Liga – gegen Preussen Münster – welche Liga noch? Bielefeld hat Pudding. Das hat Münster nicht. Welche Stadt wird in deutschen Krimis schon so explizit erwähnt wie eben Bielefeld? Während draussen leise surrend die Bürgersteige hochgezogen wurden, brachten die Bielefelder einen Toast auf ihre Stadt aus: “Du kennst nicht das Ende der Welt, warst Du noch nie in Bielefeld”. Dummes Zeug. Warnse mal in Osnabrück?

BI-Brackwede und Nachtleben

Meiner einer ist Bielefelder, Urbrackweder, also Quirkendörper (neee, wir sind keine Buslinie, man nennt uns nur so) bin nach einigen Monaten mal wieder die Hauptstraße entlang geschlendert. Das mache ich zwar bei Weihnachtseinkäufen auch, aber da weiß ich normalerweise, was ich haben will und schaue mir nicht explizit alle Geschäfte an. Einst das größte Dorf Europas (ich glaube sogar offiziell) ist Brackwede nichts anderes als Bielefeld, nur ein bissel kleiner halt. Wenn man von unnötigen Beschlüssen ausgeht bis hin zu Vermietungen von Immobilien und Ladengeschäften etc. graust es einem nicht nur in Bielefeld City. Siehe textexter’s herrlich zu lesende Artikel bzgl. Jahnplatz und Lichterketten in unserer kleinen Großstadt. Auch in Brackwede geschieht merkwürdiges, kurioses und manchmal soviel Blödsinn, das es für 3 Vororte reicht.

Da höre ich doch glatt in einem Gespräch mit meinem Onkel heraus, das keiner mehr an der Hauptstraße, an Ausländer vermietet. Eeerm, bitte was, verhört? Ok, mein Onkel redet sehr viel, wenn der Tag lang ist, daher kann ich es kaum glauben. Nachfragen an den Stellen die es wissen müssten geht auch nicht, wer gibt da schon Auskunft, jeder Ausländer könnte gegen die Vermieter klagen, wenn wirklich herauskommt, das Ausländer bei der Wohnungs- und Ladensuche benachteiligt werden. Ich lass es mal so dahingestellt. Irgendwer hat den Schuss nicht mehr gehört, entweder mein Onkel oder die Immobilienbesitzer. Ich entschuldige mich hiermit für meine labernde Verwandschaft. Ich konnte sie mir nicht aussuchen. Ok, ok, keiner braucht noch ein türkisches Reisebüro an der Hauptstraße, genauso wenig einen 5. oder 6. deutschen Drogeriemarkt. Damit ist das Zentrum Brackwede schon bedient genug. Bedient ist es auch mit Cafes und Bäckern und ich würde sagen auch Kneipen.

Apropos Kneipen. Mein El Dorado war damals das Pendel. So in der Art wie Kolck _der_ Mittelpunkt für Omis und Mütter ist bzgl. Wolle, Kopfkissenbezüge, schicke Blusen oder nur eine paar Gardinenstangen-Ösen-Blah einzukaufen, war das Pendel für mich der Treffpunkt der 16-jährigen Brackweder Ende der 80er und noch Jahre später. Dort konnte man zwar nicht einkaufen, außer Alkohol tanken, aber Leute treffen. Ob Zapfhahn oder Pendel, war eigentlich egal. So ganz ohne Schulkram im Kopf zu haben. Ach herje, was für schöne Zeiten das waren.

Da lese ich in der NW das die tatsächlich vorhaben Mitte Februar das Pendel (seit 2006 geschlossen) als Dance-Club Tronix im neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Ich zitiere mal die NW “Events, Gastspiele bekannter DJ’s, elektronische Musik sollen neue Maßstäbe für das Nachtleben setzen.” Brackweder Nachtleben, gerade das Hauptstraße Nachtleben beschränkte sich nomalerweise auf Bier und Korn und ab nach Hause. Das Problem in Brackwede ist immer nach Hause zu kommen. Bürgersteige sind ja spätestens um 21 Uhr hochgeklappt. Besoffen und ohne Bürgersteig ist ein Abenteuer. Das einzige Geräusch was da noch in den späten Abendstunden gehört wurde, war die S-Bahn. Die hilft nicht wirklich bei der Orientierung.

Noch zu nett umschrieben. Ich probiere es mal so: Wenn ich Dance-Club in Brackwede höre, gepaart mit Nachtleben in Brackwede, bekomme ich einen Lachanfall. Ich wünsche mir so sehr, das ich total falsch liege. Schon alleine der Kultkneipe Pendel und der alten Zeiten wegen, alles Gute dafür. Aber eine S-Bahn Haltestelle direkt an dem geplanten Tronix heißt noch lange nicht, das dort Erfolg vorprogrammiert ist.

Abschließend will ich noch eins bemerken. Man kann über McDonalds sagen und denken was man will, eines passt bei denen immer – die absolut präzise und knallhart kalkulierte Standortanalyse. Das sollten sich einige Lebensmittelhändler, Drogerien, Kneipen, Cafes und ähem Dance-Clubs in Brackwede mal durch den Kopf gehen lassen.

Bielefeld im Zeichen des Kreuzes

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