Der Lärm und ich. Wir werden nie dicke Freunde werden. Ich mag keinen Lärm, und wenn er noch so leise ist. Häh? Wie geht das denn? Leiser Lärm? Es gibt den leisen Lärm, den man um sich hat, wenn z. B. Leute diskutieren. Der laute Lärm wäre dann Disco bis Anschlag 120 dB oder so ähnlich. In Berlin gibt es extrem viel Lärm, lauten und leisen. Der nervigste leise Lärm dort ist das ewige surren, brummen, tuckern, beepen. Ob das nun Autos sind oder nicht, die Stadt scheint nie zu schlafen. Dann doch lieber in Bielefeld, spät nachts auf der Straße am Jahnplatz, probieren seinen Namen zu pinkeln bevor ein Auto kommt. Klappt 100%. Noch ein Beispiel. Im Zimmer meiner Nichte ist es nur laut. Die hat die Kopfhörer angeschlossen, ohne Boxen und trotzdem kann ich ihre Musik in Zimmerlautstärke hören. Mit 30 ist die bestimmt schwerhörig, aber keiner will auf mich hören, wie denn auch, bei der Lautstärke.
Nochmal zurück zum leisen Lärm. Ob es nun in der eigenen Wohnung ist oder beim Kaffee bei den Eltern. Ständig ist irgendetwas leise laut. Ich rede jetzt nicht vom TV oder vom Samstag’s Radio Bielefeld, wenn der DSC spielt. Im allgemeinen, es rumpelt hier, es bullert da, es knistert und raschelt, es wird gellend gelacht oder ein ernstes lautes Wort fast geschrien wie z. B. Vorsicht oder Achtung. Diskussionen sind am nervigsten. Artet immer so leicht in Streitgespräche aus (Politik u. Sport sind exzellent geeignet um laut zu werden) und der am Lautesten ist, hat meist immer das Gehör und weniger Recht. Kann dem der am Lautesten ist, überhaupt nicht stören, 5 Minuten Ruhm oder wie war das. Genau, 5 Minuten Ruhm, weil dir die ganze Straße zuhört, obwohl du am Kaffeetisch sitzt, hinter 2 geschlossenen Türen und trotzdem hören dich alle.
Gerade wenn einer keinen Spaß versteht, kann das auch mal wieder in einer Diskussion enden, einer fängt dann immer fast an zu heulen. Heulen kann auch ziemlich laut sein. Man versteht die heulenden oder eingeschnappten Leute dann immer so schlecht. Entweder nuscheln die oder rotzen in ein Taschentuch. Nase putzen ist auch laut. Dann gibt es noch die Nachbarn, wenn die Renovieren. Ist nicht so laut, halt eher leise laut. Man hört die schon Tapeten abkratzen, meist Samstags in der Früh, wenn man denkt, man könnte sich nochmal bis 10 Uhr umdrehen. Sonntags geht es natürlich weiter. Überbleibsel vom Samstag. Eindeutige Überschätzung der renoviertechnischen Fähigkeit, so in der Art “Tapeten hab ich in 4 Stunden runter, die kompletten 80 qm, und abends hängen alle Tapeten wieder”, solche Nachbarn kennt bestimmt jeder.
Meine ad-hoc Top 5 der leisen Laute:
1. Mit Gabel oder Löffel: Auskratzen von Speisen aus einem Edelstahltopf – Das ist so widerlich. Sehr viel unangenehmer wie Kreide auf Tafel quietschen und ein wahrer Konzentrationsbrecher.
2. Chipstüten – Warum kommt die Holde nicht auf die Idee eine Schüssel zu nehmen, Chips dann dort hinein zu kippen, genauso wie sie es macht, wenn Besuch da ist. Aber nein, warum einfach, wenn es auch nervig geht und lauter als die Lautstärke vom TV.
3. Etwas gläsernes mit Wucht auf etwas hölzernes knallen – Beabsichtigt oder nicht. Für mich nervig, weil ich immer denke es ist etwas schlimmes passiert, da der Ton sich anhört, als würde wer mit dem Kopf auf eine Tischkante aufschlagen und dieser Jemand dringend Hilfe benötigt. Schreck lass nach.
4. Waschmaschine im Bad anstatt im Keller. Trotz geschlossener Tür. Sagt wohl schon alles.
5. Kaffeeumrührer. Also nichts gegen Kaffee und umrühren, aber bitte nicht eine halbe Minute lang und dann so eintönig. Wenn sich der Zucker aufgelöst hat, reicht es normalweise, wenn man max. 10 mal umrührt.
Aber was schreibe ich da. Die meisten die mich nerven sind ja Bielefelder. Das gehört bestimmt zu unserem Credo. Genauso, wie sich aufregen über Dinge die keinen interessieren … nämlich über leise Laute.
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