Zeitung machen treibt ja an sich schon manche Blüte. Zeitung ohne Korrektoren zu machen, treibts auf die Spitze. So schleicht sich heute in die Überschrift eines Berichtes der NW zur schleppenden Sanierung des Land/Amtsgerichtes Bielefeld eine “Feindstellung” ein. Wie das? War Schreiber Peter Johnsen müde? Spielte ihm die Autokorrektur des Redaktionssystems einen Streich? Wie dem auch sei. Die Sanierungsbemühungen um das markante Gebäude am Niederwall entwickeln sich zu einer ähnlichen Posse wie die jahrelange Sanierung des Bielefelder Hauptbahnhofes. Die Stadt scheint das in ihren “Feindstellungen” anzuziehen…. Welcher Handwerker will an einem sollchen Ort schon arbeiten?
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Eiderdaus, da saß er nun vor 25 CDU-Mitgliedern in den Schildescher Stiftsstuben, der stille, blasse Kandidat für den PräsidentenOberbürgermeisterposten der bedeutenden Stadt SchildaBielefeld. Bernd Landgraf, angeblich “brillianter” Verwaltungsfachmann im Rathaus. Er traue sich zu, sagt er im Bericht der NW Neue Westfälische, “mit den Leuten zu sprechen”. Welch Einsicht mit Donnerhall. Ja schickt er denn derzeit nur “stille Post” oder wie kommuniziert so ein OB-Kandidat? Der Marsch durch die CDU-Basisstationen der gewaltigen Stadt mit ihren Riesenproblemen wird weitergehen. Ein visionärer Gestalter, wie ihn Bielefeld dringend nötig hätte, ist der 48jährige ganz sicher nicht. Obwohl er “am Image von Bielefeld arbeiten” will. Jetzt sind wir mal gespannt, wie der vom CDU-Kreisvorstand nicht auf den Schild gehobene Detlef Helling (58) sich in der !”Tour der Kandidaten” macht.
Gefragt, wen wir denn favorisieren, gabs eine klare Antwort: “Weder noch”. Beide sind blasse stille Wesen. Sowas, was heute an der Spitze steht. Verwalter, keine Gestalter. Mehr nicht.
Für die Klosterpassage, eines der vielen städtebaulichen Sorgenkinder der Metropole, ist jetzt ein “Farbkonzept” vorgelegt worden, das die zur Zeit weißen Fassaden des großen Komplexes brechen soll. Also ehrlich: Die Farbe ist uns bisher wenig aufgefalen. wohl aber das verschlossene Rolltor der Passage und die endlos leerstehenden Geschäfte und Wohnungen. Ob die mit ein wenig Tünche wieder gefüllt und investitionsfreudige Einzelhändler begeistert werden können? Immerhin ändert ja Farbe noch wenig am Umfeld des Klotzes an der Ritterstraße, Bielefelds teuerstem Parkhaus. Wenn doch: streicht doch mal Amerikahaus bis Neuer Markt rosarot an und leuchtet sie strahlend an. Das wäre der Beginn der wundervollen “Miami Night BI-Nächte”.
Gestern Abend bei “Bloch” in der ARD. Die erst 20jährige Bielefelderin Paula Kalenberg spielt in der “Blauen Stunde” neben Arrivierten wie Dieter Pfaff und Katharina Wackernagel die Sina. Ein in psychischen Zwängen gefangenes Mädchen. Sie spielt intensiv, hautnah, eindringlich. So wie seinerzeit in Schillers “Luise Miller”, von Theatermann und Regisseur Leander Hausmann als Film aufbereitet. Über ihre Beziehung zu Bielefeld äussert sich das auch in Berlin wohnende junge Talent unprätentiös. Das Angebot der Metropole am Teuto sei Abends “überschaubar. “Ich hänge wirklich an der Stadt. Man kann alles mit dem Fahrrad erreichen und weiß abends immer, wo man hingeht. Und wenn es da, wo man hingeht, scheiße ist, geht man eben schlafen. Anders in Berlin: Da hast Du jeden Abend einen unendlichen Katalog an Ausgehmöglichkeiten. Und am Ende gehst Du nirgendwo hin, weil Dich die Auswahl erschlagen hat”.
In einem Intervew mit Greenpeace sagte sie vor einiger Zeit etwas Bemerkenswertes:
Greenpeace: Welche Verantwortung haben die Energieversorger?
Paula Kalenberg: Gute Frage. An den Menschenverstand und an moralische Grundwerte zu appellieren, scheint hier nichts zu nützen. Ich wüsste zum Beispiel gerne. ob ein Eon-, RWE-, Vattenfall-, EnBW-Konzernvorstand schon einmal nachts, vor lauter Gewissensbissen schweißgebadet aufgewacht ist und sich Sorgen um die eigenen Kinder gemacht hat. Vielleicht hat er anschließend die Nacht wach gelegen und sich Gedanken gemacht, wie er sich und seine Sprösslinge, für den Fall eines Supergaus in Deutschland, außer Landes bringen könnte. Und vielleicht hat er panisch in seinen Unterlagen nachgesehen, wo das AKW eigentlich liegt, in das sein Konzern gerade erst Gelder hat fließen lassen …
Ich denke, dass wir mit dem Film Die Wolke die Möglichkeit haben Augen zu öffnen, bevor uns ein wirklicher Super-GAU dazu zwingt. Wir sind von diesem Thema alle betroffen und haben eine gemeinsame Verantwortung, es erst gar nicht zu diesem Albtraum kommen zu lassen.
Greenpeace: Welche Verantwortung haben die Energieversorger?
Paula Kalenberg: Gute Frage. An den Menschenverstand und an moralische Grundwerte zu appellieren, scheint hier nichts zu nützen. Ich wüsste zum Beispiel gerne. ob ein Eon-, RWE-, Vattenfall-, EnBW-Konzernvorstand schon einmal nachts, vor lauter Gewissensbissen schweißgebadet aufgewacht ist und sich Sorgen um die eigenen Kinder gemacht hat. Vielleicht hat er anschließend die Nacht wach gelegen und sich Gedanken gemacht, wie er sich und seine Sprösslinge, für den Fall eines Supergaus in Deutschland, außer Landes bringen könnte. Und vielleicht hat er panisch in seinen Unterlagen nachgesehen, wo das AKW eigentlich liegt, in das sein Konzern gerade erst Gelder hat fließen lassen …
Ich denke, dass wir mit dem Film Die Wolke die Möglichkeit haben Augen zu öffnen, bevor uns ein wirklicher Super-GAU dazu zwingt. Wir sind von diesem Thema alle betroffen und haben eine gemeinsame Verantwortung, es erst gar nicht zu diesem Albtraum kommen zu lassen.
Weiter so….

Unheimliche Heimliche in der “Blauen Stunde”: Paula Kalenberg (hinten)
Nein, watt sind die Bielefelder doch für ein undankbares Volk. Da kommt aus Israel ein Investor daher, kauft mal grad den Jahnplatz mitsamt aller Architekturdenkmäler und stellt sein Konzept vor. Das natürlich kein Bielefelder niemals nie vorher gesehen hat. Nun kommen die Kritiker auf den Plan. Und kritisieren vor allem die gläsernen Monumentalbauten an den Abgängen zum Jahnplatztunnel. Richtig. Ist es ohnehin schon ein Skandal, das die früheren Besitzer - vor allem Advocaten - jahrzehntelang so gut wie kein Geld in die Hand nahmen für Investitionen und jetzt Kasse machen, ist es noch skandalöser, wenn “am Einfallstor zur Stadt” (O-Ton Sparkasse Bielefeld, die das ehemalige “Skala” gekauft hat und niemand sagt, was sie damit vorhat) so richtig verschlimmbessert wird. Andernorts werden Architektenwettbewerbe ausgeschrieben. Hier wird einfach gemacht. Zack. Basta. Fertig. Heute 17 Uhr ist ein Dringlichkeitsantrag von der Bezirksvertretung Mitte zu verhackstücken, der die Stadt verpflichten soll, erst einmal Eckpunkte fest zu legen. Aber mal hallo: Sollte die Stadt nicht schon lange “Eckpunkte” für ein künftiges Jahnplatzaussehen in der Schublade haben? Hallo, Herr Baudezernent, hallo. Aufwachen!





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