“In OWL sind zurzeit noch keine Umweltzonen geplant”, schreibt der WDR. Das wäre _der_ Witz überhaupt, wenn so etwas gemacht würde. Ja, es würde auch gar nicht funktionieren. Wie denn auch ohne wirkliche Umgehungsstraßen.
Nehmen wir mal einen Brackweder der nach Herford will. Fiktive Annahme natürlich.
Er hat einige Möglichkeiten in den Norden zu gelangen. OWD, aber nur bis Adenauerplatz, da der weitere Verlauf des OWDs durch die City geht. Ab Adenauerplatz geht es dann wie weiter? Richtung Landgericht oder Jahnplatz?
Ist doch auch Käse. Das ist ja schon Innenstadt. Ach wie denn jetzt, fahren wir halt nicht über den OWD.
Wir nehmen die gute alte Strasse über den Berg. Ach ja, wie herrlich ist es auf der Bodelschwinghstraße. Alles so grün und schön …. so dämlich kurvig. Naja, im Winter sollte man den Pass lieber meiden. Hoffentlich kein Sonntagsfahrer vor mir. Herje, hier ist 50 km/h, gib endlich Gas, aber bitte über 30 km/h. Hinter einem staut es sich schon bis auf 15 Autos … vor mir auf geschätzte 30. Die Natur hier beruhigt mich nicht wirklich. Ganz Brackwede, Ummeln und Quelle nimmt nun diese Strasse. OWD geht ja nicht mehr. Ich möchte gar nicht wissen wieviel GT-Nummernschildern darunter sind. Hoffentlich sind wir bald “übern Berg” und können die Detmolder Strasse überqueren. Otto-Brenner-Strasse weiter und immer weiter bis zur Heeper Straße. Toll, es ist nicht mehr weit bis zur Herforder Strasse. Hat ja auch nur knapp 45 Minuten gedauert, damals, ja damals ohne Umweltzone war ich an der gleichen Stelle in maximal 15 Minuten. Nie wieder den “ollen” Pass.
Probieren wir die Autobahn aus. Südring verstopft, Autobahn ist dort ja noch nicht fertig und IKEA hat ja andere … längere Öffnungszeiten. Halb OWL versammelt sich auf dem Südring. Prima. Ich will gar nicht wissen was für ein Chaos es gibt, wenn die Autobahnausfahrt steht. Lecker von der A2 auf die A33 direkt bis zu IKEA, fast genau auf den Parkplatz. Der McDonalds an der Ecke wird sich freuen. Ach, nehmen wir halt die ganzen roten Ampeln mit bis wir in der Nähe RATIO auf die A2 können. Die Ampelschaltungen sind ein Witz auf dem Südring. Auf die “ewige Baustelle A2″ wollen wir ja, wohlgemerkt, das wird schön. Noch gibt es ja keine Autobahngebühr für Normal-Sterbliche. Noch nicht … noch nicht. Warum musste ich eigentlich soweit in den Osten fahren um in den Norden zu gelangen. Damals wäre ich schon längst hinter Brake gewesen, in der gleichen Zeit.
Ok, fahren wir halt in Richtung Steinhagen, genau, Richtung Peter auf’m Berg. Wollen wir heute mal die “Reichen Bielefelder” ärgern und in Hoberge Uerentrup ein paar Abgase loswerden. Denn Richtung Tierpark geht es Richtung City. No go. Also quer durch in Richtung Dornberg und dann entweder über die Babenhausener Strasse oder Richtung Uni und Voltmannstraße. Egal was wir nehmen, spätestens in Schildesche ist Schluss mit lustig. Das ist heftiger als die Bodelschwinghstraße.
Eigentlich bin ich unheimlich weit abgetrieben worden in den Westen von Bielefeld, ich wollte doch nur nach Herford. Schade eigentlich, egal welche Strecke ich nehme, es sind immer mindestens 30 Minuten mehr die ich das Auto benutze. Ist das für die Umwelt allgemein besser? Geht mir weg mit dem Zug. Es wurde irgendwann mal gesagt das Züge nicht wirklich umweltschonender sind, außerdem streiken diese unpassend oder sind eh nicht pünktlich. Mit Kindern unterwegs sein ist ein Abenteuer für sich. Kofferraum auf, Klamotten rein, Kofferraum zu. Autotür auf, Kinder rein, selbst rein, Autotür zu, Zentralverriegelung regelt den Rest. Kein Entkommen diverser Anhängsel wie es im Zug möglich wäre. Ja, Kinder mögen auch nicht ihre eigenen Sachen schleppen – so ist das eben.
Keiner hat gesagt das die Umweltzone am Adenauerplatz anfängt. Vielleicht wird sie schon beim Marktkauf, kurz vor Bethel beginnen. Bielefeld hat keine Ringstraßen um die City. Der Berg ist Schuld. Hoppla. Wir werden doch nicht den Berg abholzen und neue Strassen bauen der Umweltzone wegen?
Fiktives Fazit: Geht mir weg mit Umweltzone in Bielefeld.
1 Kommentar »