Archiv für den Monat: Dezember 2007

Diät

halten wir erst wieder in 2008. Und wenn heute Abend die dicke Frau Ihnen im Fernsehen verspricht, das Sie den Gürtel „noch enger schnallen müssen“, weil „Arbeit ja Vorfahrt hat“, machen Sie sich nichts draus. Das hat ihr nur jemand aufgeschrieben. Das Meiste, was sie sagt, meint sie eigentlich ganz anders. Oder auch nicht. Und über Bielefeld wird sie garantiert kein Wort verlieren. Sie haben also auch wirklich nichts verpasst, wenn sie sich an ihren schön gedeckten Tisch setzen und die Ohren zuhalten. Am 1. Januar beginnt dann übrigens das letzte finale Kapitel das neuen Überwachungstaates, wenn die Vorratsdatensspeicherung einsetzt. Also: Handies aus, Telefon ausstecken, Fernseher aus, Rolladen runter und vor allem: auf der Straße leise flüstern, es könnten Männer in schwarzen Ledermänteln und dunklen Limousinen mithören und alles dem paranoiden Rollifahrer weiterpetzen. Aber die dümmsten Kälber wählen bekanntlich ihre Henker immer selbst und geben ihnen noch Sympathiepunkte bei gefakten Umfragen. In diesem Sinne….

30122007-009.jpg

Is noch was, 2007?

So langsam wird es Zeit, das wir Dir Deinen finalen Abgang bereiten. Hast ja mal wieder Einiges in petto gehabt, als Du am 1. Januar des Licht Ostwestfalens erblicktest. Große Vorsätze hattest Du. Vieles wolltest Du verändern. Was hast Du davon geschafft? Ziemlich wenig. Schauen wir mal nach:

– Sennesee? Nichts
– Kesselbrink-Ideen? Nichts
– Containerbahnhof. Ideen? Nichts
– Arm. Bielefeld? Trainer: von Hessen, Geideck, Middendorp, Frontzeck. Tabellenplatz? Wie immer
– Politisch? Nichts Neues im tumben Westen
– Wetter? Ach ja, es wandelte sich das Klima. Jedenfalls von oben verordnet
– Ansonsten? Wie immer. Eben „typisch Bielefeld“

Schauen wir in die Glaskugel, wo schon 2008 lauert. Erwartungen? Siehe oben.

3012007.jpg

Captain Hucks Lehrstunde

Es war alles so schön bereitet am gestrigen späten Abend. Die ARD waberte verbal aus der Bielefelder Seidenstickerhalle. Ringsum nagte die chice Sparreria am günstigen Rosinenpickert und nippte vom herrlichen Warsteiner aus Herfords Felsenkellerei. Grazien fidelten die Nationalhymne im Dämmerlicht. Bielefelds Boxmatador Huck wirkte gegen den austrainierten Weltmeister wie ein Pennäler im Sparringsring. So geriet denn auch der Kampf zu einer Lehrstunde für den jungen Mann. In der letzten Runde warf sein Trainer das Handtuch: Technischer Ko.

30122007.jpg

Die Altherrenriege klagt an:

Gurkenweise Wucherpreise!

gurkenpreis2.jpg

Die liebevolle Einzelpreisauszeichnung an der Kleingurke kann nicht darüber hinwegtäuschen:
Hier wird das arme Verbraucherlein mal wieder brutalstmöglich über den Tisch
und sein sauer Verdientes ihm aus der Tasche gezogen!

(Vorgefunden bei REWE)

Huck(e) voll?

Heute Abend. Seidenstickerhalle Bielefeld. Und gegen 22 Uhr im Öffentlich-rechtlichen TV, das immer so „korrekt“ ist (ARD). Faustkampf in der Metropole. Huck gegen , ja gegen wen? Ach so, den Weltmeister seiner Klasse. Huck ist der Lokalmatador und hoffen wir mal, er macht es besser als weiland Axel Fallobst Schulz, der im Haller Gerry Weber-Stadion vermöbelt wurde. Nur zur Erinnerung: Diese Zitrone widmeten wir damals KäppiAxel.

29122007-002.jpg

1. Januar 2008

Wie man dann hier wohl an der Brackweder Hauptstraße das Rauchverbot handhaben wird? Diese Frage beschäftigt derzeit wohl alle Bielefelder Wirte und ihre Stammgäste. Ob sie schlagartig am 31. Dezember um 0 Uhr den Glimmstengel fallenlassen müssen? Ob die Bielefelder Dunkelblauen ausrücken und „den vorauseilenden Gehorsam der Bundesbürger“ überprüfen werden? Fragen über Fragen, die nur ein Nichtraucher stellen kann. Oder?

tannebaum-005.jpg

Bielefeld. A Moveable Feast. 28. Dezember 2007.

Sie guckte ihn aus dem Augenwinkel an. So, wie sie es immer machte, wenn sie ihn nah am Rande zum Übergang in den Teutoburger Wahnsinn wähnte. „Bielefeld. Ein Fest für´s Leben? Hemingway am Südring?“ Er antwortete nicht. Er kannte diese Reaktion. „Hej, wach auf. Du stehts vor dem holländischen blaugelben Möbelhaus“. Er kam wieder zu sich und schaute auf die Uhr. „Nicht mal 9 und schon stehen Hundertschaften Rentner vor dem IKEA-Eingang“, moserte er. Was sogar stimmte. Sie schlossen sich dem Pulk an und schlichen die Treppe zum Restaurant hoch. Am Småland vorbei, wo er diesmal nicht zwischen bunten Kugeln, aufgeregten Jungmüttern und abgeklärten IKEAnerinnen warten mußte. Umgeben von beigen Windjacken und „KIK“-Discontjacken („Nur nackt ist billiger“) im polyesterfarbenen China-Chic gings hoch. Überall duzte man sie: „Danke, das Du uns hilfst“. Ja, wobei denn? Dann begann die Jagd auf IKEA´s Frühstückspreziosen. Sie entschieden sich beide für Gravad Lax und viel Kaffee. Ringsherum brodelten die beigen Windjacken und die grauen Polyester, balancierten Bretter mit 1,50-Eurofrühstückchen nebst glimmenden Ernte23. Für Sekunden fuhr es ihm durch den Kopf und er erinnerte sich an einen kürzlich gesehenen schwedischen Wallander-Krimi im TV. „Midsommar-Mord. Jetzt“, grummelte er. Sie versprach ihm, ihn nie wieder frühmorgens um 9 Uhr ins holländische Möbelhaus zu schleppen.

28122007-004.jpg

Sie fuhren in die Innenstadt und parkierten in der Cinestar-Tiefgarage. Natürlich auf einem „Frauen“-Parkplatz. Da kannte er nichts, wenn sie dabei war. Gings um gute Parkierplätze, konnte er ungemein das Weibchen raushängen lassen. Was von außen auch an der Art der Einparkung abzulesen war. Den kurzen Weg in die Citypassage schaffte man leicht und entdeckte „Last Christmas“ zum Sale-Preis. Der Weihnachtsmann hatte ausgedient. Jetzt gab es ihn zum Schleuderpreis.

28122007-011.jpg

Überhaupt City-Passage. Vor zwei wohlfeilen Zelten, in denen WahrsagerInnen um die Wette die Zukunft weissagten („Schwingen Sie mit im Aufschwung, gehen Sie zuvor aber über Los“) und die Karten legten, standen Schlangen. Am Kaffestand neben Metzger Damisch hatte sich ganz Antalya versammelt und schaute auf das bunte Treiben. Eifrig stimmte Schostakowitsch ein älterer Pianoplayer ein schwarzdunkel glänzendes Geflügel. Am Boden harrte ein ermordetes Cello seines Einsatzes.

28122007-009.jpg

Der Sushi-Stand machte auch bereits seine frühen Übungen in einfacher deutscher Grammatik, hatte aber wohl nur falsch den TV-Spot von „Praktiker“ kopiert: „20% auf allem. Auch Tiernahrung“.

28122007-001.jpg

Für ein paar Atemzüge trennten sich ihre Wege. Sie schlug sich in die Büsche besuchte die Galeria Kaufhof, um nach Dessous zu schauen. Er drückte auf den Auslöser der Digicam.

28122007-002.jpg

Und nochmal:

28122007-014.jpg

Er konnte seine Blicke nicht vom Basar lösen und fing hochwertigste China Billiguhren ein:

28122007-015.jpg

Sie verspürte Durst. Warum nicht das „Vitaminchen“ heimsuchen und ein Glas feinsten Obstsaftgemisches zu sich nehmen, meinte sie.

28122007-017.jpg

Allzu schnell stürzte sie den „Miami-Traum“ hinunter. Er hielt sich ein wenig zurück mit seinem „Caribean-Dream“.

28122007-003.jpg

Auf der Bahnhofstraße kurz vor H & M kernten sie grade den ausgedienten „Ihr Platz“ aus. Wer wohl den Platz demnächst einnimmt? „Starbucks“?

28122007-008.jpg

Ach ja. Bielefeld am 28. Dezember 2007. „Ein Fest für´s Leben“. Verzeihung, Hemingway, alter Säufer. Aber James Joyce hat „Ulysses“ noch nicht auf die Metropole am Teutoburger Wald umgeschrieben.

Sie verdrehte schon wieder die Augen….. Ob sie ihm noch schnell einen Eiltermin verschaffen sollte?

28122007-012.jpg

Ein Grundig, der kein Loewe war

Weil, wäre er ein Loewe in seinem aktiven Leben als Farbfernseher gewesen, er hätte gekämpft. Anders als dieser Grundig, der eines Tages einfach gegen die asiatische Konkurrenz aufgab und sich an einer Bielefelder Glassammelstelle abstellen ließ. Bildschirm dunkel, Röhre kaputt. Fertig. Nichts mehr mit RTL 2, Super-RTL, Ohren-Kerners GerichtsEnthüllungssoapshows (mit Andrea Kiewel im schönen Dorf Inflagranti. nahe der Ligurischen Steilküste), nichts mehr mit ZDF-schen Schleichgummibären in „Wetten, naß?“ Und überhaupt, als dieser Grundig geboren wurde im Fränkischen – ganze nahe bei den Clubberern – da gab es noch den König der Elektronik, den Grundig-Max. Da haben die Menschen im Ostwestfälischen nicht einfach ihre abgeliebten Showschirme neben die Glascontainer gestellt. Nein. Da nahmen Fachhändler – sie waren ja nicht blöd wie heute die meisten Käufer – die alten zurück und lieferten neue. Loewen zum Beispiel. Aber die meisten Menschen wollen ja was Flaches. Sowas für die Wand. Damit der TV-Blödsinn noch flacher daherkommt als er ohnehin ist. Schon GEZahlt?

tannebaum-003.jpg

Bitte „geordnet ablegen“

Wohin mit dem grünen Prachtstück, dessen grüne „Blätter“ immer so schnell zu garstigen trockenen Nadeln werden? Dazu gibt eine Pressemeldung der Stadt Bielefeld Antworten:

Auch im neuen Jahr fährt der Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld wieder von zahlreichen Sammelplätzen im gesamten Stadtgebiet die Weihnachtsbäume ab. Bis einschließlich Montag, 7. Januar, können die Bielefelder Bürgerinnen und Bürger ihre ausgedienten Weihnachtsbäume kostenfrei zu den Sammel-stellen bringen. Der Umweltbetrieb bittet um ein geordnetes Ablegen der Bäume, um Störungen und Behinderungen der Anwohner und Passanten zu vermeiden.

Wie gewohnt können die ausgedienten Weihnachtsbäume auch bei den Wertstoffhöfen des Umweltbetriebes angeliefert werden. Bis einschließlich Montag, 7. Januar, ist die Abgabe von Weihnachtsbäumen kostenlos, danach ist das übliche Entgelt von zehn Euro pro Kubikmeter, wie bei der Anlieferung von Strauch- und Baumschnitt, zu zahlen. Tipp: Entsprechend zerkleinert, kann der Baum auch über die Biotonne entsorgt werden.

Egal, wie der Weihnachtsbaum entsorgt wird: Der Baumschmuck muss komplett entfernt werden, denn die Tannenbäume werden kompostiert beziehungsweise weiterverwertet. Lametta und Co. würden hier stören.

tannebaum-001.jpg

Nun ist´s fast schon wieder vorbei

Weihnachten 2007 in der Metropole am Teutoburger Wald. An Heiligabend 3,78 Kilo Partyschinken aus dem hessischen Bad Nauheim:

bild-008.jpg

Dazu klassischer Kartoffelsalat. 8 Leute wurden wunderbar satt.

bild-009.jpg

… und für den Vierjährigen ihrer Schwester gabs einen Eisenbahntraum in Spur I. Jetzt hat sein Vater im Frühjahr eine grosse Aufgabe: Legen der Schienen durch den ganzen Garten. In memoriam Mehdorn 🙂

Der 3-jährige Hovawart verzog sich lieber in den Wintergarten, wo er weich, warm und mollig träumen konnte:

bild-005.jpg

Die Umtauschaktionen im Einkaufsgewühl der Metropole werden sie wohl in blauer Begleitung machen:

wickblau.jpg

Danke, Bielefelder Flaneure

Die Bielefelder Bloginstitution der Flaneure greift gestern unter „Keine schöne Weihnachtsgeschichte“ den Fall „Eddie von der Bielefelder Ostschänke“ auf, der angeblich 12.000 € gespartes Geld ergriffen und das Weite gesucht haben soll. Nicht ohne ein gewisses Verständnis für die mißliche Lage von Wirten zu haben, denen das anstehende Rauchverbot die letzten Gäste von der Theke scheuchen wird. Dabei brechen die Bielefelder Gastrokritiker keineswegs einfach den Stab über ihm. Denn: „Ebenezer Scrooge“ wandelte sich in Charles Dickens´Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ auch vom Kontenfüller zum Gutmenschen. Vielleicht ist Eddie grad auf einem solchen Trip? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Eine Geschichte vom Herrn Stopka

canoneos1-231207.jpg

Fährt man die Detmolder Strasse stadtauswärts liegt linkerhand das Autogeschäft vom Herrn Stopka. Senior Ottfried und Junior Alexander. Das vertritt so bedeutende und vom Marktanteil her „wichtige“ Marken wie Alfa Romeo, Jaguar und Maserati. Ab Januar hat sich ein gewisser Herr Nagel 51% der Firma unter denselbigen gerissen übernommen. Womit sein Autoimperium auf 13 Häuser in der ganzen Republik angewachsen ist.

Da der Schreiber dieser Zeilen mal vor langer Zeit einen nicht ganz billigen Alfa-Sportwagen bei den Stopkas gekauft hat, hier eine kleine Geschichte. Als der Rabatt für das kohlrabenschwarze Fahrzeug ausgehandelt, alles unterschrieben und ein von einer hiesigen Großbank bestätigter Scheck auf dem Tisch lag, kam Stopka senior in den Raum. Griff sich den Scheck und meinte zum Entsetzen seines damaligen Verkaufsleiters: „Bevor Sie die Schlüssel übergeben, muß ich mal nachfragen, ob der Scheck auch gut ist“. Er war nicht nur gut sondern summa cum laude. Der zuständige Bankdirektor dann später: „Hat der Alte Probleme oder was sollte das?“. Die Services und Inspektionen am Rabenschwarzen, der eines Tages – wie so viele Alfa – mit gebrochener Schaltgabel am Kamener Kreuz liegenblieb und alsbald abgeschoben wurde, erledigte ein anderer Betrieb.

Blitzeis

Erst tröpfelte es in den Morgenstunden nur auf die Dachpfannen, dann bildete sich in Sekunden auf den Straßen der Metropole und Ostwestfalens ein Eisfilm. Schlagartig bekam der Verkehr Probleme, selbst Hunde rutschten auf ihren Pfoten aus.

canoneos1-161207-063.jpg

Schöne Bescherung

Kurz vor Weihnachten hat es im Dachgeschoss eines Hauses im westlichen Bielefelder Speckgürtel gebrannt. Das Löschwasser leistete gründliche Arbeit und verwüstete die im Erdgeschoß liegende Arztpraxis. Seit das Feuer erloschen ist, schweben Hubkanzeln über dem Eisglitzernden Bau.

canoneos1-161207-052.jpg

„Weltgewandt & bodenständig“

„GT“ – der Bielefeld benachbarte Kreis Gütersloh – hat sich ein neues Logo nebst Slogan zugelegt: „Weltgewandt & bodenständig“. Bittascheen:

dachmarkegutersloh_neu.jpg
(Quelle: Kreisverwaltung Gütersloh)

Nun denn, was lernen wir daraus? Selbst erwiesenermassen provinziellere Kreise schwingen sich zu ungeahnten Deutungen auf, wenn sie Logos gestalten sollen. So hat die im westfälischen Kleinstädtchen Halle neben einem Großdiscounter beheimatete Logoschöpferin „KonText“ bedeutungsschwanger zugeschlagen. Da ist es schon sehr böse, wenn ein weit über die kleinen Stadttore Bielefelds bekannter Gestalter trocken kommentiert: „Ein paar rote Punkte über grüner Scheisse“ ……. Nein, so weit würden wir nie gehen. Niemals. Wir sehen in den roten Punkten über dem grünen Wiesenstreifen die hoffnungsschwangeren „extrem menschenfreundlichen “ neoliberalen Ziele der im Kreis GT beheimateten, da „gemeinnützig, weil Meinungsbeeinflussend“ (Klasse Idee!) steuerfrei agierenden Bertelsmann-Stiftung (Verfechter des „Public private Partnership“ – also am liebsten von allen Deutschen bei Bertelsmann-Arvato alle Ausweise fertigen, die Daten verwalten und bei dringendem Bedarf dann darauf zugreifen. Also „im Ernstfall“. Wie es Wolfgang S. verfolgt und wünscht).

„Freistaat Ostwestfalen“

Mischa Verollet vom Bielefelder „Sparrenblog“ ist nicht nur ein flitziges Kerlchen, er hat auch bahnbrechende Ideen. So rief der von ihm betriebene Blog am 6. Dezember den „Freistaat Ostwestfalen“ aus und stieß damit eine Diskussion beim so überaus erfolgreichen Ostwestfalen-Marketing an. So charmant die Idee auch sein mag, sie hätte keinen Bestand in der Wirklichkeit. So wenig wie die Stadt Bielefeld eine winzigkleine Imagekampagne auf die Rampe bekommt, so wenig wird es jemals einen „Freistaat Ostwestfalen“ geben. Und so werden wir weiter mit Verbundschwester „-Lippe“ leben (müssen), die bestimmte Eigenschaften in das Gebilde „Ostwestfalen-Lippe“ eingebracht hat, deren Wirkung ziemlich bremsend sind: Lippische GeizigkeitSparsamkeit, Bezirksregierungssitz Detmold, usw. An der „Lippe“ leben, heißt eben auch „an der Scholle kleben“. Manchmal bringts einen Ex-Kanzler wie Gazgerd hervor, der es allerdings in 7 Jahren Regentschaft nicht schaffte, diese lippischen Wurzeln abzustreifen, seine eigenen aber tunlichst vergaß. Wahlspruch: „Anderen Alles zumuten. Mir selbst aber nur das Angenehme, Nützliche, Gute“. Darüber kann man dann schon mal den klaren Blick für die lupenreine Demokratieverbundenheit russischer Zaren Präsidenten verlieren.

freistaat-ostwestfalen.jpg

Zum Jahresausklang eins aufs Maul

Einer der meistzitierten deutschen Bundesminister bekommt zum Jahresende noch mal richtig per Leserbrief in der NW Neue Westfälische eins auf´s Maul. Von wegen „Vorratsdatenspeicherung“, „Verlängerung der Lebensarbeitszeit“ und was sonst an Blödsinn im paranoiden Verbalstakkato aus ministerlichem Mund kam. Dem Schreiber des Briefes kann man zu seiner Treffsicherheit nur gratulieren.

schauble20.jpg

Nachdenken über 24 Plätzchensorten

Bald schlägt Weihnachten ein. Und die Zahl der Berichte in den Medien, die sich mit den Gebräuchen der A -, B -, C – Promis Nordrhein-Westfalens befassen, nimmt die alljährlichen Formen und Umfänge an. So erfährt der geneigte Leser denn auch, das die in Bielefeld beheimatete und mit fünf Kindern gesegnete NRW-Schulministerin Barbara Sommer zum Krippenfest gleich 24 Plätzchensorten backt. 24 Sorten! Komisch, hier gibts nur 2 Kinder und 2 Bleche in einem Backherd. Und 0 Sorten. Ob MinsterInnen zaubern können? (In diesem Zusammenhange schweifen die Gedanken zu Bundesfamilienministerin „Röschen“ von der Leyen, die um den heimischen Herd 7 Kinder versammelt. Wie viele Sorten gibts da? Antwort: Das ganze Sortiment eines Hannoverschen Keksherstellern, dem ihr Vater einst innig verbunden war). Ach, was sind wir doch von fleißigen Politikern umgeben. Wären sie es doch auch nur beim Regieren und vernünftige Gesetze backen.

canoneos1-161207-012.jpg

Das niedliche Beamtendeutsch

Schade, das Bielefeld keine echte Stadt mit einem echten Grafen oben auf der Burg ist. Was das Presseamt so formuliert, glänzt aber immer noch in wunderschönem Ravensberger Beamtendeutsch. Bitteschön:

Alle Jahre wieder werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltbetriebes der Stadt Bielefeld (UWB) vor eine besonders arbeitsintensive Aufgabe gestellt: Die Bielefelder Straßen und Grünanlagen müssen von den Überresten der Neujahrsnacht befreit werden.

Bereits in der Nacht des Jahreswechsels rücken die ersten Kehrmaschinen aus, um die Reste der Feierlichkeiten zu beseitigen. Feuerwerksmüll, Plastikbecher und -flaschen sowie leider auch Glas und Glasscherben zieren in Mengen die Straßen und Gehwege, aber auch die Grünflächen.

Der Umweltbetrieb möchte daher alle Bielefelderinnen und Bielefelder bitten, dem UWB unterstützend zur Seite zu stehen und die Überreste der Silvesterfeier zeitnah selbst zu beseitigen, um den Aufwand zu senken.

Denn: Wer feiert, der kann auch fegen und säubern.

Satzungsgemäß sind dabei nach dem Verursacherprinzip nicht nur die Gehwege zu reinigen, sondern – bei außergewöhnlichen Verunreinigungen – auch anliegende Straßen. Und unsere Grünanlagen sind schneller wieder sauber, wenn sich Abfälle, die von der Silvesterknallerei übrig bleiben, nicht erst durch Feuchtigkeit und andere Einwirkungen in kleine Bestandteile auflösen können.

Die Abfälle können über die graue Restmülltonne entsorgt werden. Natürlich sollte darauf geachtet werden, dass Böller & Co. beim Einwerfen in den Behälter komplett erloschen sind. Glasreste gehören selbstverständlich in die Sammelcontainer, um Menschen, Tiere sowie Auto- und Fahrradreifen nicht zu gefährden.

„Unorganisierte“ Silvesterfeiern mit städtischen Anweisungen

Damit auch in diesem Jahr auf der Sparrenburg und der Promenade in der Silvesternacht „richtig“ gefeiert werden kann, begleitet die Stadtverwaltung das unorganisierte Treffen mit folgenden Maßnahmen:

Die Auffahrten zur Sparrenburg werden an fünf Stellen durch Autosperren abgeriegelt. Anwohner der entsprechenden Straßen können die Sperren unter Aufsicht des Wachpersonals passieren. Eine spezielle Verkehrsregelung gewährleistet den Verkehrsfluss in dem betroffenen Bereich. Mit diesen Maßnahmen, die in Absprache mit der Polizei erfolgen, wird sichergestellt, dass Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr bei Notfällen jederzeit das Sparrenburggelände erreichen können.

Das Sparrenburg-Areal ist aufgrund der dortigen Sanierungsarbeiten insbesondere auf der Nordseite (Stadtseite) zum Teil ein durch Zäune gesicherter Baustellenbereich. Das Überklettern der Bauzäune ist verboten. Es besteht Lebensgefahr. Der Baustellenbereich wird zusätzlich von einem privaten Sicherheitsdienst überwacht. Den Anweisungen des Sicherheitspersonals ist Folge zu leisten.

Auf dem Sparrenburggelände kann die öffentliche Toilettenanlage benutzt werden, sofern kein starker Frost herrscht. Bei Frost bleibt die Anlage geschlossen, da dann die Gefahr des Zufrierens und der Zerstörung besteht. Die Behindertentoilette dagegen ist frostsicher ausgebaut und ganzjährig benutzbar.

Im Bereich der Sparrenburg und der Promenade werden mehrere Müllcontainer aufgestellt. Die Stadt bittet eindringlich darum, diese zu benutzen und den Abfall nicht in die Landschaft zu werfen.

Wenn es die Witterung zulässt, werden am Neujahrsmorgen die Straßen rund um die Sparrenburg mit einer Kehrmaschine gereinigt, der Burghof wird per Hand gesäubert. Die Grünflächen auf dem Gelände der Sparrenburg werden am ersten Werktag des neuen Jahres gereinigt.

Soweit die Pressemeldung der Stadtverwaltung. Also Bürger, haltet Euch gefälligst daran. Sonst gibts „Stockhiebe“ und „Karzerhaft“.