Die Currywurst im B66-Bratwurstrondell am legendären Bielefelder Jahnplatz ist richtig lecker. Da muß Bielefeld den Vergleich mit Berlins angeblich Bester von Konnopke wahrlich nicht scheuen. Zwei ältere Herren hinter den runden Scheiben arbeiten Hand in Hand. Brötchen auf, Teller her, Wurst durch den Zerkleinerer, Sauce drauf, Spieß rein: 2,30 €. Isse wert, isse. Und wenn man linkerhand um die Ausgabelucke geht, hängt da der “Altersruheplan” der Beiden, der sich auf einem Aida-Schiff abspielen soll. Lesenswert. Sie zu ihm: “Duhu, das könnte doch glatt die Altherrenriege sein”. Bei genauem Hinsehen. Klar. Outet Euch!
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Da vergeht einem doch total die Lust aufs Tank befüllen: Parallel zum Bahnstreik hat man mir nichts dir nichts 2 Cent aufgeschlagen. So treibt man die Bielefelder auf die Rollerblades.
Erstmal die Pressemeldung der Stadt Bielefeld:
Am Samstag, 17. November, werden die Abbrucharbeiten an den Häusern der Detmolder Straße Nummer 63 bis 65 ab den frühen Morgenstunden bis voraussichtlich 16 Uhr fortgesetzt. In diesem Zeitraum ist der rechte Fahrstreifen der Detmolder Straße stadteinwärts nach der Teutoburger Straße gesperrt. Fußgänger können den Bereich über die Teutoburger Straße und die Bandelstraße umgehen.
Und jetzt der Kommentar, wegen dem wir bald aus dieser Metropole gewiesen werden:
Aus gewöhnlich gut untersuchten Quellen verlautet, Bauderzernent und Brachflächenverwalter Moss habe ganz nahe an der Abbruchstelle ein Catering- und Übernachtungszelt aufbauen lassen und Bielefeld-Marketing einen maßgeschneiderten Event – Party mit Wichtigen – weltweit ausgelobt. Zu Kaviarschnittchen und Lachstartariertem seien nun statt 60.000 Touristen täglich 61.000 in der Stadt. Man muß unter der Sparrenburg eben nur Ideen haben. Hat man ja auch. Besonders für Imagekampagnen. “Besuchen Sie PompejiBielefeld, so lange es noch steht”.
Ein Bekannter aus dem an Bielefeld grenzenden Kreis Gütersloh brachte ein Elaborat mit. Eine Art Zeitung, herausgegeben vom Kreisverband der CDU in Gütersloh. Auf 24 Seiten blicken die Macher in den November 2020. Welch wunderschöne Idee, welch grandioser Weitblick, welch Marketingleistung. Man liest, schmunzelt und fragt sich dann, ob der Kreisverband zu viel Geld hat. Wer´s gestaltet und gedruckt (150.000 Stück) hat, hält das Impressum verborgen. Aus der ganzseitigen Anzeige auf Seite 24 läßt sich aber schließen, das die Gutmenschen aus dem Hause Bertelsmann mit ihrer Tochter Arvato (“the spirit of solutions”) irgendwie dahinter stecken. Ach ja, die grüne Provinz. Halten die ICE ins Ruhrgebiet da eigentlich noch?
Die Bielefelder Tagesblätter befördern häufig eine Beilage, in der die Stadt Bremen und ihr Seenahes Pendant Bremerhaven intensiv für sich werben. Das macht auch die Stadt Hannover. Eigentlich nicht vorstellbar, das der Touristenmagnet Bielefeld (“Über 60.000 Touristen täglich. Mehr als Barcelona”) in Bremen, Bremerhaven und Hannover für Sparrenburg, Obersee, Senne, Museum Hülsmann, Kunsthalle, Oetkerhalle, SchücoArena und Altstadt für sich ähnlich wirbt. Apropos werben: Was macht eigentlich die phantastische Imagekampagne der Metropole? Wir wüßten eine Handvoll Leute in dieser Stadt, die es wirklich könnten…..
Bielefeld tut etwas für Radfahrer. Wobei das jetzt mal nicht doppeldeutig gemeint sein soll. Aus einer Pressemeldung der Stadt:
Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS) hat am vergangenen Freitag ihre jährliche Jahreshauptversammlung abgehalten. Wichtigster Punkt war neben der Entlastung des Vorstandes die feierliche Verleihung von 28 Urkunden zur Verlängerung der Mitgliedschaft in der AGFS durch Staatssekretär Günter Kozlowski für das Ministerium für Bauen und Verkehr NRW.
Die Mitgliedskommunen müssen in regelmäßigen Abständen einen Antrag zur Verlängerung der Mitgliedschaft in der AGFS stellen, der mit einer Überprüfung durch die Auswahlkommission des Landes NRW endet. Erfreulich ist, dass alle 28 Kommunen, die den Antrag gestellt haben, für weitere sieben Jahre Mitglied in der AGFS sind. Hierzu gehören: Aachen, Bielefeld, Brühl, Bünde, Dormagen, Dülmen, Essen, Euskirchen, Gladbeck, Hamm, Herford, Ibbenbüren, Iserlohn, Kempen, Köln, Krefeld, Leverkusen, Marl, Minden, Mülheim an der Ruhr, Münster, Pulheim, Rhein-Erft-Kreis, Soest, Troisdorf, Unna, Wesel.
Die Stadt Bielefeld ist seit fast zehn Jahren Mitglied der Arbeitsgemeinschaft und hat nun ihre Mitgliedschaft zum ersten Mal erfolgreich verlängert. In den vergangenen Jahren wurde eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, den Radverkehr in der Stadt systematisch zu fördern. Die weitere Mitarbeit in der AGFS wird als Lohn für die bisher geleistete Arbeit aller Akteure gewertet. Außerdem wird die Auszeichnung als Aufforderung empfunden, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und die Radverkehrssituation weiter zu optimieren. Wichtig ist dabei, dass neben einer funktionierenden Infrastruktur ein fahrradfreundliches Klima im täglichen Verkehrsgeschehen geschaffen werden muss.







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