Archiv für den Monat: November 2007

Groschenoper

Als Geringverdiener für 3 Euro ins Theater oder städtische Veranstaltungen in der Oetker-Halle besuchen können? Ja. Das beschloß jetzt der Stadtrat einstimmig. Der Haken: kurz vor Beginn der Veranstaltung müssen noch Plätze frei sein. Ob das Wolfgang Clement, ehemals versagender NRW-Politiker, Zeitarbeitskönig, ehemaliger „Superminister“ unter Gazgerd und Erfinder der ungestraften Volksbeschimpfung a la „Sozialschmarotzer“ gefällt? Wahrscheinlich ist ihm nicht bewußt, das die Zuschüsse aus Steuergeldern auch Zugang zur Kunst für arme Bevölkerungsschichten ermöglichen muß. Und diese Schicht wächst, wächst und wächst.

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Arminen-Gegner schwach

Nur zu einem 1:1 mühte sich gestern Abend Bayern München im nicht standesgemäßen UEFA-Cup beim portugiesischen SC Braga. Dagegen hängt sich Arm. Bielefelds König Artur im Training voll rein. Und Rüdiger Kauf übt schon mal mit tanzenden Sandsäcken, wie man Dribbelkönig Frank Ribery stoppt. Alles wird gut am Sonntag, Jungs. Glück auf!

Peanuts gezählt

Die Steuerprüfer von SchildaBielefeld schwärmten aus und filztenbesuchten 12 Diskotheken. Hier die Pressemeldung, in der Stolz mitschwingt:

Am vergangenen Wochenende haben Mitarbeiter der Steuerabteilung des Amtes für Finanzen und Beteiligungen in insgesamt zwölf Bielefelder Diskotheken überprüft, inwieweit dort die Bestimmungen der städtischen Vergnügungssteuersatzung eingehalten wurden. Bei etwa der Hälfte der Prüfungen wurden hinsichtlich der Besteuerungsgrundlagen verschiedene Unstimmigkeiten und ordnungswidrige Verstöße festgestellt. Die Steuerabteilung wird in diesen Fällen weitere Ermittlungen anstellen und gegebenenfalls Bußgeldverfahren einleiten.

Nun könnte man natürlich als Steuerbürger sagen, „wie die Kleinen, so die Großen“… Pustekuchen. Das wird – wie zuletzt in großem Stil in diversen Prozessen – ausgewürfelt/gekungelt, ach nein, „verhandelt“. Das Lachen bleibt im Halse stecken.

Wird BI-CDU mutig?

Wohl kaum. Was in Jahrzehnten bundesrepublikanischer Wirklichkeit so viele Aufsichtsrats – und Wichtigtuer-Mandate hervorgebracht hat (Der öffentlich-rechtliche Rundfunk) wird wohl nicht wirklich von der Bielefelder CDU auf dem Samstag in Hannover beginnenden Bundesparteitag der CDU durchgesetzt werden. Liest sich aber gut. Und hätte verdammt viele Freunde in dieser Republik. Aber wie heißt es doch im Grundsatzpapier der Schwarzen unter der Sparrenburg? „Eine Grundversorgung solle aus Steuermitteln finanziert werden“…. Dehnbar wie altes Kaugummi. Am Ende sitzen wieder die „Verdienten“ auf den weichen Sesseln. Heißt dann nur anders.

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Der liebe Hans-Georg

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Das auf dem Bild ist der liebe Hans-Georg. Hans-Georg sitzt dem Vorstand der Sparkasse Bielefeld vor. Gestern zeigte Hans-Georg Schülern des Bielefelder Helmholtz-Gymnasiums (8. Klasse) das wirkliche Leben. So wie es Hans-Georg sieht. Extra dafür und für die Tageszeitung NW hatte Hans-Georg sein Büßerhemdsein mausgraues Sacco angezogen. Da sieht er dann viel freundlicher aus als im Scharfrichteranzug dunkelblauen Bankeranzug. Hans-Georg zeigte den Eleven die 6. Etage, da wo er ganz oft den Daumen unter Tränen und Fürbitten an Gott Mammon nach unten machen muß, wenn unvernünftige Unternehmer oder Leute, die entlassen worden sind und in Hartz 4 fielen, nicht so können, wie er will. Da ist Hans-Georg schon mal unbequem, bevor er zum Abendessen nach Hause fährt („Ich hör immer Deppendorf?“).

Immer aber hat Hans-Georg einen Blick auf das, wo „nicht allein der Gewinn zählt“. Wie neulich bei der Ersteigerung des Einfallstores von SchildaBielefeld, dem ehemaligen Skala am Jahnplatz. Das mag Hans-Georg. Hat er da doch sicher damals, so 1929, mit seiner großen Liebe in der letzten Reihe gesessen PopkornPickert gegessen und „Metropolis“ geguckt. So, träumte Hans-Georg bis heute, möchte er Bielefeld haben. Hat Hans-Georg ja auch fast geschafft. Kesselbrink, Neuer Markt, Alte Post.

Die Gebrüder Grimm sind ja schon lange tot. Aber wir haben ja Hans-Georg, der schöne Märchen erzählt. Und MdB Rainer Wend, der im Kreditausschuss der Sparkasse sitzt. Und damit alles so märchenhaft bleibt, wie Hans-Georg das sieht, hat Rainer auch für seine Diätenerhöhung gestimmt und für die Vorratsdatenspeicherung. Da kann er dann mal bei Wolfi S. anrufen und nachfragen, wo denn die, über die er im Ausschuss zusammen mit Hans-Georg den Daumen gesenkt hat, alles versteckt haben. Und bei der IKB-Schieflage, deren Gesellschafter Sparkasse sicher ein Engagement der Mittelstands-bank im amerikanischen Immobilienmarkt heiß befürwortet hatte (Rendite, Rendite, Rendite. Risikolos), waren sich Hans-Georg und Rainer auch einig. Sind doch nur Zinsen und Gebühren von niedrig bedienten Sparereinlagen, die flöten gehen, während sie ihren Kunden raten, „schlechtem Geld kein gutes hinterher“ zu werfen.

Im Hexenhaus, lieber Rainer, haben Eure bösen Ex-Klienten das versteckt. Aber das wird Hans-Georg auch noch finden. Gell, Hans-Georg? Du packst das schon. Aber dafür solltest Du Deine Brille abnehmen. Schärft den Durchblick.

Aikido. Aikido?

Kurz vor der Auffahrt zum Ostwestfalendamm, da wo die Jöllenbecker einen letzten Knicks vor der Metropole macht, liest man linkerhand „Aikido e.V.“. Eingegeben in einer Suchmaschine, wird Aufklärung geboten: „Japanische gewaltlose Kampfsportart“. Gibts also. Ein Blick ins Verzeichnis „Postleitzahl 3….“ eröffnet zwar weitere Zentren. Aber Bielefeld fanden wir nicht. Neues Wasser auf die Mühlen der „Bielefeld-gibts-nich-Theorie“.

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Kunst am Telebau

T-Systems heißt ein Unternehmensbereich des Magenta-Riesen auf tönernen Füßen. In Bielefeld residiert man an der Detmolder Straße und baut zur Zeit ein wenig aus. Zumindest stehen Baucontainer im Innenhof. Kann aber auch sein, das Vorstandschef (D)Obermann Platz braucht, um die Talk-Sendung seiner Gefährtin Maybritt Illner demnächst aus dem beschaulichen SchildaBielefeld produzieren zu lassen. Outsourcing als Managementallheilmittel ist ja zur Zeit in dieser Inflationsrepublik schwer in. Am beliebtesten bei DAX-Chefs, wenn Herr Hartz gleich 4 übernimmt. Aber herrlich glänzende „Kunst am Bau“ haben sie. Zumindest was die Abluftschornsteinchen betrifft.

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Billy-Buddha

Jöllenbecker Straße. Erst kommt Auto-Trayser. Dann ein chices Möbelhaus. Und kurz vor der Autowaschstraße sitzt er rechterhand. Billy. The Buddha. Billy, nach den berühmten Regalen aus dem blaugelben Möbelhaus. Umrahmt von Deutschlandfahnen. So gut behütet kann man die letzten Kilometer in den Bielefelder Norden sicher angehen.

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Die gelbe Gefahr

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Da lugt er gar nicht schüchtern bei einem der größen Bielefelder Volkswagenhändler um die Ecke, der chinesische Brilliance. Auf den ersten Blick ein 4,88 Meter langes angebliches „Schnäppchen“. Auf den Zweiten (nein, damit sieht man nur als Brillenträger besser) ein Auto, das beim Euro-NCAP-Test mit lediglich 1 von 5 Sternen (bei manchen Marken bereits Standard) als „gefährlich“ im Crashtest eingestuft wurde. Warum sich der Händler solche Fahrzeuge in den Hof stellt, bleibt sein Geheimnis. Ist doch ein gut ausgestatteter Wolfsburger ähnlicher Abmessungen kaum teurer. Oder ist da ein Hintergedanke, wird die Chinaschaukel doch in einem chinesischen Werk gefertigt, in dem BWM mitmischt? Wie dem auch sei, wir werden mit der gelben Gefahr rechnen müssen.

B 68 eingebaken

Wer auf der Tangente B 68 Brackwede/Quelle Richtung Osnabrück verläßt oder die Metropole umgekehrt anfährt. reibt sich verwundert die Augen. Großbaustelle B 68. Kilometerlang rahmen die Baken die Straße ein. Eine Riesenmaschine fräst den Seitenstreifen auf und Lastwagen um Lastwagen schüttet sein asphaltenes Gut in die entstandene Rinne. Moderner Straßenbau. Klar, wird ja auch noch eine ganze Weile dauern, bis die Autobahn A 33, die parallel dazu gebaut wird/soll fertig ist. Ach ja, man vergaß. Aus dem Tiefen see im fernen Berlin wurden ja „weitere Mittel“ für den Straßenbau angekündigt. Anscheinend sind sie schon angekommen. Früher nannte man das Schüttgut „Pech“.

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Arminia sorgt für Kurzweil

Derweil nun auch der Oberrang der neuen Haupttribüne der AlmSchücoArena ein geschlossenes Bild zeigt, ranken sich weitere Ereignisse rund um den Traditionsort. Der Club steht da, wo er meist steht, also nichts Neues von der Buli-Tabelle. In den Bielefelder Tageszeitungen lektürt man Leserbriefe, die nicht sehr freundlich mit dem Traditionsverein, dem Trainer und der Führung umgehen. Und ansonsten liest man von wohlfeiler Vertragsverlängerung der Führungsriege Kentsch/Saftig, ergänzt mit der Meldung, das der dienstälteste Bundesligapräsident H-H Schwick nach seinem Geburtstag Ende Dezember voll (zeitlich gesehen) für den Verein da sein wird. Er verläßt seine Anwaltskanzlei. Ansonsten trudelt alles auf das Spiel gegen Bayern am Sonntag hin, zu dem es noch überraschend 900 Karten mehr gibt, weil für die Sicherheit Verantwortliche Kapazität freigeguckt haben. Ach ja. Noch etwas. Eine der gewohnt ganz bösen Stimmen behauptet, die Fenster der Verwaltung seien so vernebelt, das der Blick mit dem Fernglas auf die schildaesk angelegte Gästetribüne einfach unmöglich sei. Und wer mutet schon 400.000 Euro/Jahr Salär Empfangenden („Stolze Anmerkung der NW: „Im unteren Drittel der Bundesliga“. Na, wo auch sonst, bei dem Tabellenstand?) einen Besuch zu Fuß auf der verlängerten Nordtribüne zu, die in anderen Stadien einfach zu einem Winkel verbaut worden wäre. Aber wir sind ja nun mal in SchildaBielefeld. Und da ticken die Uhren anders. Ganz anders. Glück auf!

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Kein Mon Cheri für Rathausinsassen

Auch wenn es Sie noch so drängt, den/die SachbearbeiterIn Ihres Vertrauens jetzt in der Vorweihnachtszeit mit Apfel, Nuß und Mandelkern, Mon Cheri (nur echt mit der Gadderbaum-Kirsche) oder Mandarinen aus Timbuktu als Dank für die gute Betreuung das Jahr über zu füttern, tun Sie es nicht! Sie bringen die Pullunderträger nur in Bedrängnis. Und das ist der Grund (Aus einer Pressemitteilung der Stadt Bielefeld):

Wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit macht die Stadt Bielefeld darauf aufmerksam, dass die Beschäftigten der Stadtverwaltung generell keine Geschenke annehmen dürfen. Die Stadt bittet deshalb ausdrücklich darum, von der Übergabe von Präsenten gänzlich abzusehen, da diese andernfalls regelmäßig aufwändig zurückgeschickt werden müssten.
Das generelle Verbot der Annahme von Belohnungen und Geschenken geht auf das Antikorruptionskonzept der Stadt Bielefeld zurück, das bereits im Jahre 1999 vom Rat der Stadt beschlossen worden ist. Es dient dem Schutz des Ansehens der öffentlichen Verwaltung und dem Schutz der städtischen Bediensteten.

Das Überreichen von Aufmerksamkeiten an Geschäftsfreunde, Kunden, Auftraggeber und weitere Partner ist im Geschäftsleben eine Gepflogenheit, die insbesondere in der Weihnachtszeit verbreitet ist. Wenn jedoch Dienststellen und Einrichtungen der Stadtverwaltung oder sogar einzelne Bedienstete begünstigt werden sollen, erscheint jegliche Übergabe von Geschenken in einem kritischen Licht. Die Stadt Bielefeld hofft deshalb auf Verständnis für die dringende Bitte, von jeder beabsichtigten Geschenkübergabe Abstand zu nehmen.

Und wir wollten der Stadt eigentlich den Neuen Markt zum beliebten Blitzabriß schenken. Na dann bleibt er, wo er ist.

Diesmal ganz klassisch

Es wird Zeit, den obligatorischen Kranz an die Eingangstür des Hauses zu hängen. Grünes Tannenrund, ein paar Meter rotes Band und eine Schleife sind gekauft. Vorbei die Zeiten echten Engelshaares, monochrom-bunten Anhängseln oder – Gipfel der Einfälle – eines baumelnden Stoffelches (Nein, nicht von IKEA). Um den übervollen Kassen von Mühlenweg am Bielefelder Südring zu entgehen, fuhren er und sie in den Speckgürtel der Metropole Richtung Osnabrück. Dortselbst gings schnell und problemlos. Eine Menge leere Parkplätze inbegriffen. Und was hängen Sie Weihnachten 2007 an Ihre Eingangstür?

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Windiger Windhorst macht lustig weiter

Wir schruben ja schon häufig hier über einen im ostwestfälischen Raum allseits bestens bekannten gewissen Lars Windhorst. Jenes Bübchen, das einst – da war er 17 – zu Helmut Kohls Vorzeige-Jungunternehmern (Kohl: „An dem muß sich Deutschlands Jugend ein Beispiel nehmen“) gehörte, dann aber nur noch mit Millionenpleiten, Betrug, Anklagen etc. zu brillieren wußte. 60 Gläubiger wurden um 78 Mio. gebracht, drei Firmen in die Pleite getrieben und eine Privatinsolvenz hingelegt. Die konnte der heute wieder in der Berliner Friedrichstraße Residierende nach nur 3 Jahren (Normal: 6 Jahre) und mit einem Mickymaus-Vergleich von 1,6 Mio. schnell abschließen, um sodann erneut sein einziges beherschtes Handwerk auszuüben: Tricksen, belügen, betrügen. Niemand legt ihm das Handwerk, niemand bringt ihn hinter Gitter, obwohl er jede Menge Verfahren und die Staatsanwaltschaft mit sich herumschleppt. Hier der vollständige Link zur Story eines Menschen, der exakt den Spiegel dessen darstellt, was heutzutage in Deutschland als „Erfolgreicher Manager“ von den Wenigen angeprangert wird, die noch Moral, Gewissen, Zuverlässigkeit als wichtige Werte ansehen. Der Masse scheints egal zu sein.

Tabuthema Zwangsarbeit in Bielefeld

Bielefeld hatte ja mal zu Zeiten des tausendsten aller Reiche ziemlich große Unternehmen. Nicht nur die Puddingkreateure, nein, da gab´s auch Dürkopp, Adler usw. Und es gab das Thema „Zwangsarbeit“. Bis heute ziemlich unter der Decke gehalten. Bis heute tabuisiert. Mit der Geschichte der Ravensberger Spinnerei soll auch dieses Thema aufgearbeitet werden. Aus einer Pressemeldung der Stadt Bielefeld:

Die Rolle und die Bedeutung der Zwangsarbeit ausländischer Beschäftigter in der Ravensberger Spinnerei stehen im Zentrum einer Kooperationsveranstaltung von VHS, DGB-Arbeitskreis „Zwangsarbeit in Bielefeld“ und „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ (Sektion Bielefeld). Die Veranstaltung trägt den Titel „Betriebsgemeinschaft – Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit: Die Ravensberger Spinnerei in der Zeit des Nationalsozialismus“. Sie beginnt am Donnerstag, 29. November, um 19.30 Uhr in Raum 240 der Ravensberger Spinnerei, Ravensberger Park 1. Der Eintritt ist frei.

Es waren fast ausschließlich Frauen, aus Polen und später dann aus der Sowjetunion, die hier während des 2. Weltkriegs Zwangsarbeit leisten mussten. Die Betroffenen selbst sind bisher nicht zu Wort gekommen. Jetzt ist es uns gelungen, Selbstzeugnisse von ihnen ausfindig zu machen und darüber hinaus Kontakt zu einigen wenigen der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen aus Polen herzustellen. Diese Selbstzeugnisse werden vorgestellt. Mit ihrer Hilfe und aus den vorliegenden Dokumenten wird ein Bild von den Bedingungen gezeichnet, unter denen die Zwangsarbeiterinnen eingesetzt wurden.
Dabei wird auch die wirtschaftliche Entwicklung der Ravensberger Spinnerei in dieser Zeit skizziert und danach gefragt, welche Bedeutung die damals herrschende Ideologie und Politik der „Betriebsgemeinschaft“ für den „Ausländer-Einsatz“ hatten.

Sicher, viele werden sagen „Was soll´s?“ und „Ist doch Geschichte“. Aber in einer Zeit, in der unsere Politiker wieder ohne Sinn, Verstand und angegriffenes Deutschland lustvoll deutsche Soldaten an die Fronten der Welt schicken, sei auch ein Blick auf die mit Krieg verbundenen Greuel gestatte. Geschichte widerholt sich bekanntlich. Grade Ostwestfalen hat militärische Standorte der Bundeswehr, in denen viele Soldaten mit der Vorstellung leben müssen, demnächst an den Hindukusch versetzt zu werden. Ach so, wir haben ja Krieg gegen die „Schurkenstaaten“….

Symbolisch?

Die AlmSchücoArena liegt im grellen Tiefstrahlerlicht. Die Arbeiten an der neuen Haupttribüne gehen ihren pünktlichen Weg. Alles ok. Alles im Plan. Was man vom sportlichen Bereich Arm. Bielefelds nicht sagen kann. 1:21 Tore und nur 1 Punkt aus den letzten sechs Auswärtsspielen. Und jede Menge persönliche Fehler der Spieler. Aber sind „Middendorp raus“-Rufe hilfreich? Würde ein Trainerwechsel neue Kräfte frei setzen? Wohl kaum, erinnert man sich an das Rührstück aus der vergangenen Saison, als es monatelang um Thomas von Heesen brodelte, Co-Trainer Frank Geideck dann das Zepter für kurze Zeit übernahm, grandios scheiterte und Ernst Middendorp Platz machte. Ergebnis: Klassenerhalt. Am Sonntag gegen die Bayern gilt es, mit einem Gewaltakt zumindest daheim das Zepter herum zu reißen. Freunde: Es wird schneien, die Bude ist voll und die empfindlichen Bayern-Beine mögen keinen Schnee. Glück auf!

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Eines langen Tages Reise in die Nacht

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Schon früh fuhr er gestern los, die Nebel lagen noch über der A 2 bei Bielefeld und später auf der A 33. Ziel war das Rhein-Main-Gebiet und da eine kleinere Stadt vor den Toren der Äbbelwoi-Metropole. Ein Staatsbad, das sich der größten Millionärsdichte der Republik rühmt und deren Einwohner häufiger beim Überschreiten ihrer Promenaden wegen zu hoch gehaltener Nasen ins stolpern geraten. Der Anlaß war ein trauriger, ein kurzer Abschiedsbesuch bei jemand schwer Krankem, den er schon Jahrzehnte kennt. Ein „güldenes M“ hielt ihn wegen knurrenden Magens in Höhe Kassel kurz auf. Nein, die amerikanische Bulettenbratkette hat ihre Qualität nicht erhöht. Keine Chance, dem Massengeschmack, der vom Zugucken bei Mälzer, Lafer und Co. (Satire!) geprägt und geformt ist, offenbar deckungsgleich kompatibel.

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Bevor er seinen traurigen Gang antrat, lenkte er die Schritte noch in einen Delikatessenladen. „Original Frankfurter Grüne Sauce“ sollte es sein. Die echte mit den sieben Kräutern der Saison, aus dem weißen Papier mit der grünen Schrift. An der Kasse fiel ihm einer jener in der Häufung typischen Einwohner des Mittelstädtchens auf. Wohl ein schnieker Anwalt oder Heuschrecken-Consultant, von Kopf bis Fuß auf Dresscode eingestellt, das Rezept „Hauchfein sautierte Wachteln an Wildlachs mit Kremonenjus von der laufenden Flugente“ schon innerlich repitierend. Eine Menge Spezereien lagen am Band vor der Kasse, die ein junger Mann bediente. Als die Forderung die 100 Euro weit übertraf, warf er drei Scheine aufs Band und maulte: „Verdammt teuer“, stopfte die Dinge in ein politisch korrektes Jutesäckchen, das so gar nicht zu seinen Ludwig-Reiter-Tretern passen wollte und stob vondannen. Nicht ohne eine eloquente ältere Badestädterin („Ei Bübscher, pass dochemol uff“ noch kurz vor der Rolltreppe rempelnd abzufangen. In diesem Ort, der einmal sein „Zuhause“ war, könnte er heute nicht mehr leben.

Das Treffen in einem altbekannten Café („Wir haben schon Königin Viktoria Torte serviert“) war kurz und gezeichnet von großer Körperschwäche und sichbarem Medikamentengebrauch des Gegenüber. Jener Mensch hatte sich durch die Krankheit innerhalb von nur 5 Monaten so dramatisch verändert, das er zunächst sogar am Ecktisch mit Blick auf den Staatswald vorbeiging. Er bekam keinen Bissen herunter, trank lediglich einen Kaffee. Der Gesprächspartner nippte am stilen Wasser. Früher konnte es um diese Zeit schon einmal ein kräftiger Bordeaux sein. Beim Abschied flüsterte dieser früher so starke, über allen Dingen selbstgerecht-erhabene Mensch nur leise: „Das war sicher unser letztes Treffen“. Leise ging er hinaus. Trotz aller Differenzen in all den Jahren konnte er ein paar Tränen nicht vermeiden. All das große materielle Gut, die finanzielle Versorgtheit und das Privileg, in dieser Hochburg des goldenen Kalbes feudal wohnen zu können, hatten die unheilbare Krankheit nicht aufhalten können.

Er mußte schnell weg von hier. Und doch hatte er sich geschworen, auf der Autobahn nach Bielefeld mit dem bewußt gewählten kleinen Fahrzeug nur max. 130km/h zu fahren. Was wiederum bedeutete, das die Riesenkühler mit den vier Ringen sich auf dem Weg nach Teutoland immer häufiger auf die hintere Stoßstange bohrten. Was war das doch für eine entspannte Zeit, als BMW-Nieren, Mercedes-Sterne oder Porsche-Embleme noch dezent lichthupten.

Er überquerte problemlos dank Schengener Abkommen die hessische Staatsgrenze nach Nordrhein-Westfalen irgendwo auf der Sauerlandlinie und schaltete den Kölner Sender ein. „Bundesliga-Reportagen“. Immerhin spielte ja Arm. Bielefeld beim VfL Bochum. Und der WDR spielte in der Pause Grönemeyers Hit:

weiss nicht wie mir geschieht
wärm mich an deiner stimme
leg mich zur ruhe in deinen arm
halt mich, nur ein bißchen
bis ich schlafen kann

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Nach wenigen Minuten bereits lagen die Blauschwarzen hinten und spielten als Team unauffällig und individuell fehlerhaft wie meist auswärts. Die Dunkelheit brach herein. Plötzlich stand der Mond hell und klar über dem blauen Schild, auf dem in weißer Schrift stand „Bielefeld“.

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Dann war das Spiel in Bochum aus. 0:3 verloren. Traurig wie meist. Er rollte langsam auf die heimische Garage zu. Der Hund stand am Gartentor und jaulte freudig. Drinnen hatte sie Gulasch und Klöße fertig. Als er in das Haus trat, dachte er etwas theatralisch: „My home is, where my heart is“. Und das ist hier. Wo Brachflächen, Schnellabriß und westfälische Eigenheiten das Leben prägen. Das aber wohl immer noch ziemlich normal ist gegen das, was das Städtchen am Taunus „zelebriert“.

Heute wird er die grüne Sauce bereiten mit gekochtem Fleisch und Salzkartoffeln. So, wie es schon Goethe mochte, der dem Hessischen auch für immer den Rücken gekehrt hatte. Ob der Dichterfürst das Badestädtchen intensiver kannte, weiß er nicht.

Es war wirklich „eines langen Tages Reise in die Nacht„.

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Veranstaltungstechnik in Bielefeld

Hallo liebe Bielefelder!

Web 2.0 und Blogs das sind die aktuellen Schlagworte (oder auch Tags) des Internet heute. Es gibt Weblogs die sich mit dem Kochen beschäftigen, mit Poesie, Weblogs zur Suchmaschienenoptimierung und welche wie den Bielefeld-Blog. Ein Portal für und um die Stadt-Bielefeld. Deshalb bieten wir jetzt auch unsere Website als Blog rund um Technik und Veranstaltungen für Bielefeld an. Einfach ein bischen aktueller und moderner im Auftritt findet Ihr unser Portal unter www.avltimmermeister.de .

Welche Weblogs betreibt Ihr selbst? Welche Informationen stellt Ihr regional zur Verfügung? Das Web ist groß und Social-Bookmark-Websites gibt es viele, aber wie stark sind diese im Regionalen? Wir sind gespannt auf Eure „Bielefeld-Blogs“ in den Kommentaren…

Was ein Möbelhaus kann, kann ein Stadtmarketing schon lange!

Damit die Alten in Ruhe shoppen gehen können … oder einen ordentlichen Schoppen nehmen können
gibts jetzt stundenweise Kinderbelustigung auf’m Weihnachtsmarkt, hurra!
Für 2 Euro Gebühr kann man die Blagen im Zelt abgeben und hat seine Ruhe.
Dieser Service ist ein weiterer Leistungshöhepunkt in der langen Reihe effizienter Maßnahmen zur überregionalen Imageförderung und damit nachhaltigen Stärkung der Fußgängerzone.

Darauf einen Eierpunsch!
So lockt man Touristen und Investoren an.