Archiv für den Monat: Oktober 2007

Der Flug der Gänse

Nicht nur über den Rieselfeldern Windel/Senne hört und sieht man sie, die keilförmigen Formationen der Gänse und Kraniche. Jetzt fliegen sie wieder dahin, wo es wärmer ist oder der Pfeffer wächst. M anchmal wollte man Nils Holgersson sein und sich ihnen anschließen. Von oben ein Blick auf Bielefelder Brachflächen und geplante Hoffungslosigkeiten. Oder die majestätischen Steelen der neuen Alm-Osttribüne.

canon041007-095.jpg

Das langsame Sterben der kleinen Textiler

75 Jahre gab es dieses Textilgeschäft direkt an der Buschkampkreuzung am Südring. Bis 2004 Schluß war. Bis heute hat sich kein Nachmieter für das Geschäft direkt an der großen Ampel gefunden. Tausende Autos fahren jeden Tag daran vorbei. Wo ihre FahrerInnen wohl ihre Klamotten kaufen? KIKen Sie einfach mal in das Etikett Ihrer Jeans. Na? „Made in China“. 8 Euro, Wühltisch. Von Kindern in China gestichelt. Geiz ist eben nach wie vor geil. Und passt in die Schiene „Lohndumping“, „Zeitarbeit“, „1-Eurojob“, „Heuschrecken“.

canon041007-097.jpg

Wen die NW liebt….

Gestern Katja K., heute Katja K. Jaja, die NW Neue Westfälische Zeitung liebt die Frau des aus Bielefeld stammenden Chefredakteurs der B..D-Zeitung, Kai „Gelhaar“ D. Und widmet der dreifachen Mutter (Aufgepasst, Eva H.), „Starreporterin“ und Neubuchautorin nach dem gestrigen Elaborat auch heute nochmal ein paar allerliebste Zeilen. Zusammen mit den Bielefelder Schwiegereltern schaut sie gar herzlich auf ihr erstes Buch. Den Titel sagen wir hier mal nicht. Bei der Douglas-Tochter Thalia (Wie schön, das es diese überall gleichen Kettenläden gibt. Man fühlt sich da auch in Moskau gleich heimisch) stellte sie es gestern vor und meinte neckisch, es gehe „schon ab wie eine Rakete“. Klar, bei dem NW-Rückenwind. Und so widmen wir uns denn mal lieber den ernsthaften Dingen hier in Ostwestfalen. Dem Wetter zum Beispiel. 4 Grad, hohe Regenwahrscheinlichkeit. Wenn Sie in den Teutoburger Wald wollen, ziehen Sie lieber gleich Intermediates auf.

Temporäres Mistwetter

Kurzer Ritt in die Senne bei mistigem Wetter. Nicht über Los, wohl aber an den Auffahrten zur BAB 2 vorbei. Fülliger Verkehr heute, wohl wegen der Lokführer-Ausstände. Dazu noch der Starkregen – sagt WDR 2 – , läßt manche heftiger vom Gas gehen als notwendig. Und eben grad gemerkt, das der Nachbar bereits Winterreifen auf seinen Ferrari aufzieht….. Vorauseilender Gehorsam oder Grönland-Wetter gesehen?

canon041007-096.jpg

Macht das Sinn ?

Heute früh rieben sich zehntausende Bielefelder Abonnenten der örtlichen Zeitung NW Neue Westfälische Zeitung die Augen. Die (Ausklapp)-Anzeige eines heute neu eröffenden Bielefelder Modehauses hatte die Titelseite und die erste Lokalseite okkupiert. Das vergnügte Schenkelklatschen von Chefredakteur Zimmer und Anzeigenleiter Appelt war bis Jöllenbeck zu hören. Und da belauschten wir das morgendliche Kaffee-Gespräch von Heinrich Horstmannkötter und seiner Frau Erna. „Kea, wat is dat denn?“, eröffnet Heinrich seinen Monolog, gleichzeitig am Kaffee schlürfend und sein Bütterken anbeißend. „Wat is?“, kontert Erna, der wegen fehlender Augenverstärkung das Neumodische der Zeitung noch gar nicht aufgefallen war. „Bisse nich auch Kunde da?“, murmelt Heinrich gen Ausfaltung des Deckblattes. „Ach die? Ja da geh ich heute hin. Mit meine Kundenkarte. Da gibt dat Wollmäntel, runnagesetzt“. „Aha“. Heinrich widmet sich nun dem Spochtteil und liest sich an Power-Ernstens Deutung der aktuellen Arminen-Situation fest, um schließlich final mit der deutschen Fußballnationalmannschaft abzurechnen, die gestern Abend ihr Qualispiel in München gegen Tschechien mit 0:3 in den Münchner Rasen setzte. „Ne, ne, dat wird nichs. Dat seh ich kommen“. Klar, er war vor dem dritten Tschechen-Tor eingeschlafen…..

canon041007-094.jpg

Ein Hort der 60er Jahre

Wer aufmerksamen Auges durch Bielefeld wandert, wird immer wieder Bauten entdecken, die typisch für die 60er Jahre sind: kantig, quadratisch, flache Dächer. Die Metropole unter der Sparrenburg ist voll davon. Hier die wunderschöne Feilenstraße:

canon041007-083.jpg

Blanke Nerven bei Power-Ernst?

Beim Arminen-Training gab es kürzlich einen Eklat, als Power-Ernst „Mehr Durchsetzungsvermögen“ forderte. Bollmann setzte das um und flog vom Platz. Nun gut. Schauen wir mal, was das psychologische Geplänkel beim kommenden Spiel bei den Karlsruher „Gelbfüßlern“ bringt. Der SC Paderborn jedenfalls schlug den „Bayernjäger Nr. 1“ in einem Testspiel deutlich.

Das scheint uns wichtig. Ein Nachtrag.

Die „Bielefelder Erklärung“:

Am 12. und 13. Oktober 2007 wurde Bielefeld zur deutschen Hauptstadt des Datenschutzes. Die Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD) veranstaltete anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens den Datenschutztag 2007. Am Abend desselben Tages verlieh der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (FoeBuD) die BigBrotherAwards 2007, die Oskars für Datenkraken. Tags darauf veranstaltete schließlich das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) seine 23. Jahrestagung unter dem Motto „Datensammelwut“. Die drei Nichtregierungsorganisationen geben aus diesem Anlass die folgende gemeinsame öffentliche Erklärung gegen den Datensammelwahn und die immer stärkeren Überwachungstendenzen von Staat und Wirtschaft heraus.

Gelesen auf der Hompage des Bielefelder FoeBud. Und an die Adresse jenes Wolfgang S. noch was richtig Scharfes, bevor er wieder auf die Idee kommt, Demonstranten mit Pfefferspray behandeln zu lassen:

canon041007-077.jpg

Kein Enzian mehr in Berlin-Kreuzberg

Das „Enzian“ im Berliner Stadtteil Kreuzberg war eine Institution. Dort in der Diaspora konnten verletzte Arminen-Seelen Nahrung finden, ostwestfälisch sprechen oder Bratwurst von hier genießen. Nun hat es geschlossen. Für immer, hört man. Wo gehen die Arminennfans nun nach dem Sieg ihrer Mannschaft im Berliner Olympiastadion hin?

Brittsommar

„Brittsommar“ – später Sommer, Birgitta-Sommer – nennt man in Schweden das, was bei uns „Altweibersommer“ ist. Also das späte, warme Ausklingen des Septembers. Dieser Oktober aber zeigt sich momentan in der westfälischen Natur von seiner sanften Seite. Er gibt noch mal große Circus-Vorstellung, läßt Rosen blühen und Spinnweben in der Sonne am blauen Himmel glänzen. Gesehen am Westrand der großen Stadt, bevor die grüne Wüste des Kreises Gütersloh die Herrschaft übernimmt.

canon041007-078.jpg

Christoesk

Sag keiner, Bielefeld hätte mit großer Kunst nichts am Hut. So verpackt präsentiert sich zur Zeit die Altstädter Nicolaikirche. Ja brauchts denn da noch einen gläsernen Aufzug? Einfach so lassen….

canon041007-053.jpg

Leica durchwandert die Metropole

Samstag, 13. Oktober. Kein Arminenspiel mit bitterem Ende zersiebt den Tag. Kein Regen. Stattdessen Sonnenschein und milder Herbst. Leica beschließt, der Metropole unter der Sparrenburg ein paar Bilder abzuringen.

In der Bahnhofstraße entdeckt sie das britische Kaufhaus Karstadt:

canon041007-049_shiftn.jpg

Der Jahnplatz, jenes architektonisch in den 60ern steckengebliebene Knotenpünktchen in Mitte ist bevölkert.

canon041007-051.jpg

Fast florentinisch – fast! – mutet die Szenerie auf dem Alten Markt vor dem Juwelier Böckelmann an, der seinen güldnen Leineweber wachen läßt.

canon041007-056.jpg

Es endet wie es enden muß: Leica, ihr Herrchen und Frauchen setzen sich bei Knigge in der Obernstraße an Capuccino, Käsemohnkuchen und den letzten Zwetschgenkuchen.

canon041007-054.jpg

canon041007-059.jpg

Bevor ich es vergesse: Leica ist kein Hund sondern eine Kamera.

Blätterkleid für den Eisernen

Da steht er, der Bismarck, auf seinem Sockel vor dem Ratsgymnasium zu Bielefeld. Die fallenden Blätter rieseln auf seinen Pickelbehaupteten, der Degen ist stramm auf teutsche Erde gestemmt. Was er wohl denken mag über die gegenwärtige Diskussion bezüglich des Mutterbildes einer Eva H., den inszenierten Rauswurf durch einen Kochsendungsmoderator und überhaupt, was in der Metropole so vor sich geht. Vielleicht klärt sich der Blick wieder, wenn alle Blätter am Boden sind?

bismarck.jpg

Wem gehört die Stadt?

Vorab eine Pressemeldung von Bielefeld-Marketing:

„Generation BI – Wem gehört die Stadt?“ lautet der Titel des Bielefelder Beitrages im Rahmen des diesjährigen landesweiten Wettbewerbs „Ab in die Mitte!“ der City-Offensive NRW. Vom 13. bis 28. Oktober möchte die veranstaltende Bielefeld Marketing GmbH nun gemeinsam mit den beteiligten Partnern Fragen aufwerfen, mit Alt und Jung diskutieren und mal auf spielerische, mal auf nachdenkliche Weise aktuelle Themen der Stadtentwicklung aufgreifen. Dabei geht es dann beispielsweise um „Chill-Out-Zonen“, der Suche nach dem „coolsten Ort der Stadt“, Schöner Wohnen, flotte Männer (und Frauen) oder auch Lebens(t)räume. Und es geht auch um Mode und Alter.

Ab wann ist man überhaupt alt? Und was heißt überhaupt modisch? Alter und Mode – passt das zusammen? Die Bielefelder Künstlerin Pia Regina Brechmann hat sich dieses Tabu-Themas angenommen und unter dem Titel „alt.modisch“ ein Projekt realisiert, in dem Senioren die Mode der jungen Generation tragen. Das Ergebnis sind „anziehende“ Fotografien, die alles sind, nur nicht altmodisch…

In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Ströer werden diese Bilder erstmals als großformatige Fotopräsentation im öffentlichen Raum gezeigt. Zu sehen sind die Bilder während des Veranstaltungszeitraumes auf der Verkehrsinsel am Niederwall (Höhe Rathäuser) sowie in der Niedernstraße (Ecke Altstädter Kirchplatz).

Wozu sind Plätze da? Wie werden sie genutzt und können hier Lebens(t)räume verwirklicht werden? Diese Thematik greift die Auftaktveranstaltung von „Generation BI – Wem gehört die Stadt“ am kommenden Samstag, 13. Oktober, auf.

„Die Große Reise“ so heißt die poetische Platzinszenierung, die zwischen 20.30 und 23.00 Uhr auf dem Klosterplatz zu erleben ist. Gemeinsam mit Kindern der Klosterschule Bielefeld realisiert das Theater Anu in Zusammenarbeit mit den Theatern Magica und Rostlicht einen beeindruckenden Irrgarten aus über 3.000 Lichtern. Mindestens eine Stunde sollte sich der Besucher dabei Zeit nehmen, wobei der Zugang über den Jodokus-Kirchplatz während des gesamten Zeitraumes möglich ist.

Nun die provokative Antwort: Den Brachflächen, dem Zerfall, den angeblich über 20 Millionen Touristen (weitaus mehr als zB. Barcelona)……

Familienhausbau fast halbiert…..

Die Genehmigungen für Ein – und Zweifamilienhäuser im Regierungsbezirk Detmold haben sich laut Landesbausparkasse LBS West fast halbiert. Familien mit Kindern sind die Verlierer. Und die weiteren Auswirklungen? Einfach mal die Mitarbeiter des Fertighausbauers Kampa in Minden fragen. Solche chicen Sakralbauten wie die Bielefelder Hauptpost entstehen ohnehin nur ganz selten. Der größte Bau der Metropole ist derzeit die Osttribüne der SchücoArena (Alm). Aber das Warten auf den Autohofbaubeginn anstelle des ehemals geplanten Sennesees an der Kreuzung der zukünftigen A 33 mit der A 2 wird sich lohnen. Reichlich Großbaufutter für diverse einschlägig Involvierte. Was interessieren da schon kleine Häuser für Familien, wenn man andernorts mit Bundes- und Landesmitteln – nennt man auch Steuern – reichlich Rendite machen kann….

canon041007-002.jpg

Ein Landgraf für Bielefeld?

Nun fangen sie an zu mahlen, die politischen Mühlen. 2009 muß schließlich ein neuer Oberbürgermeister für Eberhard David her. Bei der CDU kristallisiert sich ein blasses Männlein heraus. Bernd Landgraf heißt er. Weitgehend unbekannt. Aber und jetzt kommts: ein brillianter Verwaltungsfachmann. Wie man das feststellt und woran man das mißt? Naja, das wissen dann wieder nur die Imagekampagnen-Verabschieder, die Brachflächen-Verwalter, die Plattenbau-Bewahrer, die Neumarkt-meidend-Umlaufer. Bielefeld braucht wohl ein wenig mehr als „brilliante“ Verwaltungskunst. Wie wäre es mit einem Gestalter. Visionär, Kontaktler, meinetwegen auch manchmal Träumer. Hauptsache aber: Voranbringer? Da sollte man sich doch wirklich noch mal überlegen, ob man einen Landgrafen zum OB machen kann, will, soll. Ach ja. Was sagen eigentlich die Bielefelder Bürger dazu? Egal kann denen ja ein weiteres Jahrzehnt Stillstand mit Abrißorgien an Hallenbädern, Eisbahnen und sonstigen Gebäuden nicht sein.

Der DFB-Pokal

Arminia spielt am 31. Oktober, also Mittwoch, ab 19 Uhr bei Uwe Rapolders TuS Koblenz um den Einzug in die nächste Runde. Der Pokal hat bekanntlich eigene Gesetze und die vielen Ex – oder Leiharminen werden sich im Koblenzer Stadion schon reinhängen.

Schoggiwandel

Bei Jibi (Bielefelds Kultnahversorger) zeigen die Regale schon Lücken, das kostbare Gut rutscht nicht so schnell nach, wie sie es gerne hätte. Die Rede ist von ihrem Schokoladengeschmackswandel. Von der glühenden Vollmilchverehrerin über Schoggi mit Puffreis (naja….) hin zu der X-fach geconchten (Sie wissen nicht, was das ist?) und mit Chilli, Orange oder anderen Extremzutaten dünn gefüllten Schweizer Edelbitter. Dabei war sie immer eine glühende Ablehnerin der Edelbitter. Jibi, leg nach…..

canon041007-043.jpg