Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Do
11
Okt '07

Wem gehört die Stadt?

Vorab eine Pressemeldung von Bielefeld-Marketing:

„Generation BI – Wem gehört die Stadt?“ lautet der Titel des Bielefelder Beitrages im Rahmen des diesjährigen landesweiten Wettbewerbs „Ab in die Mitte!“ der City-Offensive NRW. Vom 13. bis 28. Oktober möchte die veranstaltende Bielefeld Marketing GmbH nun gemeinsam mit den beteiligten Partnern Fragen aufwerfen, mit Alt und Jung diskutieren und mal auf spielerische, mal auf nachdenkliche Weise aktuelle Themen der Stadtentwicklung aufgreifen. Dabei geht es dann beispielsweise um „Chill-Out-Zonen“, der Suche nach dem „coolsten Ort der Stadt“, Schöner Wohnen, flotte Männer (und Frauen) oder auch Lebens(t)räume. Und es geht auch um Mode und Alter.

Ab wann ist man überhaupt alt? Und was heißt überhaupt modisch? Alter und Mode – passt das zusammen? Die Bielefelder Künstlerin Pia Regina Brechmann hat sich dieses Tabu-Themas angenommen und unter dem Titel „alt.modisch“ ein Projekt realisiert, in dem Senioren die Mode der jungen Generation tragen. Das Ergebnis sind „anziehende“ Fotografien, die alles sind, nur nicht altmodisch…

In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Ströer werden diese Bilder erstmals als großformatige Fotopräsentation im öffentlichen Raum gezeigt. Zu sehen sind die Bilder während des Veranstaltungszeitraumes auf der Verkehrsinsel am Niederwall (Höhe Rathäuser) sowie in der Niedernstraße (Ecke Altstädter Kirchplatz).

Wozu sind Plätze da? Wie werden sie genutzt und können hier Lebens(t)räume verwirklicht werden? Diese Thematik greift die Auftaktveranstaltung von „Generation BI – Wem gehört die Stadt“ am kommenden Samstag, 13. Oktober, auf.

„Die Große Reise“ so heißt die poetische Platzinszenierung, die zwischen 20.30 und 23.00 Uhr auf dem Klosterplatz zu erleben ist. Gemeinsam mit Kindern der Klosterschule Bielefeld realisiert das Theater Anu in Zusammenarbeit mit den Theatern Magica und Rostlicht einen beeindruckenden Irrgarten aus über 3.000 Lichtern. Mindestens eine Stunde sollte sich der Besucher dabei Zeit nehmen, wobei der Zugang über den Jodokus-Kirchplatz während des gesamten Zeitraumes möglich ist.

Nun die provokative Antwort: Den Brachflächen, dem Zerfall, den angeblich über 20 Millionen Touristen (weitaus mehr als zB. Barcelona)……

Familienhausbau fast halbiert…..

Die Genehmigungen für Ein – und Zweifamilienhäuser im Regierungsbezirk Detmold haben sich laut Landesbausparkasse LBS West fast halbiert. Familien mit Kindern sind die Verlierer. Und die weiteren Auswirklungen? Einfach mal die Mitarbeiter des Fertighausbauers Kampa in Minden fragen. Solche chicen Sakralbauten wie die Bielefelder Hauptpost entstehen ohnehin nur ganz selten. Der größte Bau der Metropole ist derzeit die Osttribüne der SchücoArena (Alm). Aber das Warten auf den Autohofbaubeginn anstelle des ehemals geplanten Sennesees an der Kreuzung der zukünftigen A 33 mit der A 2 wird sich lohnen. Reichlich Großbaufutter für diverse einschlägig Involvierte. Was interessieren da schon kleine Häuser für Familien, wenn man andernorts mit Bundes- und Landesmitteln – nennt man auch Steuern – reichlich Rendite machen kann….

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Ein Landgraf für Bielefeld?

Nun fangen sie an zu mahlen, die politischen Mühlen. 2009 muß schließlich ein neuer Oberbürgermeister für Eberhard David her. Bei der CDU kristallisiert sich ein blasses Männlein heraus. Bernd Landgraf heißt er. Weitgehend unbekannt. Aber und jetzt kommts: ein brillianter Verwaltungsfachmann. Wie man das feststellt und woran man das mißt? Naja, das wissen dann wieder nur die Imagekampagnen-Verabschieder, die Brachflächen-Verwalter, die Plattenbau-Bewahrer, die Neumarkt-meidend-Umlaufer. Bielefeld braucht wohl ein wenig mehr als “brilliante” Verwaltungskunst. Wie wäre es mit einem Gestalter. Visionär, Kontaktler, meinetwegen auch manchmal Träumer. Hauptsache aber: Voranbringer? Da sollte man sich doch wirklich noch mal überlegen, ob man einen Landgrafen zum OB machen kann, will, soll. Ach ja. Was sagen eigentlich die Bielefelder Bürger dazu? Egal kann denen ja ein weiteres Jahrzehnt Stillstand mit Abrißorgien an Hallenbädern, Eisbahnen und sonstigen Gebäuden nicht sein.