Archiv für den Monat: Oktober 2007

Bilder vom Lämmerweg

Heute fiel kurzfristig der Entschluß, ins Outback – nach Verl – zu fahren. Ziel war der Werksverkauf eines renommierten Fleischwarenhersteller. Immerhin steht ja ein Feiertag an. Hund ins Auto und auf dem Weg dahin entschlossen, ein wenig auf dem „Lämmerweg“ zu spazieren. Vorzustellen hat sich der geneigte Leser das Wegstück zwischen Ummeln und dem Gütersloher Ortsteil Friedrichsdorf. Das Umweltamt Bielefeld hat den Weg gar niedlich ausgeschildert….

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Weiter des bunt beblätterten Weges. Die Wiese weitet sich zu einem Blick Caspar David Friedrichschen Ausmassen und Farben …….

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Erna und Friedlinde radeln gemächlich den Lämmerweg entlang, unbeachtet vom schnüffelnden Hund….

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Den links vom Weg heimlich abgeworfenen Müllhaufen aus Hauhaltsmüll und blauen Säcken würdigen sie keines Blickes…

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Hier aber geriet ihr Tritt ins Stocken. Ganz langsam, die Augen nach links gerichtet, radeln sie vorbei. Schüttelnde Köpfe, Tritt fassend. Ja, so ist sie, die „Prowinks“ Richtung Verl…..

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Wird Bielefeld heute WM-Stadt?

Ab 15 Uhr beginnt heute für die Bielefelder Fußballbegeisterten das Daumendrücken. Dann fällt in Zürich die Entscheidung, ob Deutschland die Fußball-WM der Frauen 2011 ausrichtet oder Kanada. Bielefelds SchücoAlmArena ist eines der nominierten Stadien….

Nachtrag: So, Ausrichter ist Deutschland schon mal. Nun müssen sie nur noch die Alm wollen…..

Abgang des Chefgutmenschen

Nun ist es amtlich. Die Bertelsmann-Stiftung im benachbarten Gütersloh trennt sich von ihrem politischen Vordenker, Werner Weidenfeld. Der hatte mitteilen lassen, das „Verfahren wegen Untreue“ werde gegen eine Zahlung von 10.000 € an zwei gemeinnützige Organisationen eingestellt. Zurück bleibt ein G´schmäckle. Das wird die Gutmenschen aus der grünen Provinz aber nicht hindern, weiterhin ihre Ideen von ihrem Deutschland nach ihrem Gusto zu verbreiten. Gabs da nicht neulich bei einem Drogeriediscounter solche Scheine?

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Filzig, rot. Nein, keine Parteienwerbung

Was das wohl ist? Er fand es beim Befüllen der Papiertonne. Sollte wohl den Weg alles Irdischen gehen….

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Ein Klettverschluß hält die Filzlasche. Das ganze Filzchen birgt eine Hohner-Mundharmonika „Bluesband“. Nicht, das wir jemals intensiv von Bielefeld aus die Jugendherbergen dieser Welt mit ihren Lagerfeuerromantiken hohnernd erforscht hätten. Es war wohl mal ein Weihnachts(werbe)geschenk eines Bielefelder Druckvorstufenunternehmens. Glaubt sie sich dumpf zu erinnern. Bewirkt hat es wohl nichts.

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Lieber Staat

Danke, lieber Staat. Du bist so fürsorglich. Wir dürfen bis 22 Uhr ungestraft einkaufen. Klar, bringt Mehrwertsteuer, Gewerbesteuer, usw. Und dann hört man vom Parteitag der unsozialen Umkrempler, man will ein „Tempolimit 130 auf Autobahnen“. So ist er, der Staat, hinter dem unsere geliebten Parteien hocken. Immer fürsorglich. Allein, man merkt die Absicht, wenn populistischer Mist verbreitet wird. Oder liegt es nur daran, das nicht die Hellsten in die Politik gehen? Kann mich aber auch irren.

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Wie sich die Dinge gleichen

Rund läufts derzeit bei den Arminen auf dem Rasen sicher nicht. Und schon geht die bekannte Hatz wieder los. Allen voran das Leib-und Magen(schmerzen)blatt NW Neue Westfälische. Im Sportteil veröffentlicht Sportredakteur Torsten Ziegler einen vernichtenden Kommentar über Jahrhunderttrainer „Power“ – Ernst Middendorp. Vor noch nicht allzu langer Zeit als Retter der Arminen gefeiert und unkritisch vergöttert, wird er nun in Stücke gerissen ob vermeintlicher oder wirklicher Fehler bei Taktik, Auswechslungen oder Aufstellung der Arminia. Wagen wir mal eine Prognose: Sollte Arminia das Pokalspiel am Mittwoch bei Rapoldas Koblenzern verlieren und damit auch ein schönes Stück weiterer möglicher Einnahmen, wird der neue Trainer Torsten Ziegler heißen. Und der macht dann in der gewärmten Redaktionsstube alles richtig: Halfar von Anfang an rein. Zwei Torleute ins Tor. Drei weitere Stürmer vorne. Jörg Böhme kriegt die in Steinhagen-Amtshausen beim TSV geübten Freistöße und Ecken wieder hin.

Uffzzz. Wenn´s denn alles so einfach wäre mit dem kleinen blauschwarzen Club im großen Fußball-Aufzug. Was sollen denn da eigentlich Großclubs wie der 1. FC Köln z.B. sagen, die einen selbst ernannten Trainerweltstar mit dickem Daum(en) an der Linie haben und nicht aus dem 2.Liga-Mittelmaß herauskommen? Arminia wäre nicht Arminia, wenns anders wäre als es ist. Vielleicht ist es genau die Tragik, die auch die Stadt Bielefeld umweht. Aber die kann sich ja damit herausrausreden, es gäbe sie in Wirklichkeit garnicht …..

PS: Die erwähnte Zeitung umjubelt auch die lange Ladenöffnung am Sonntag und das „Megaevent“ auf dem Kesselbrink. Normalität und kritische Distanz wären wohl eher angebracht.

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Der Festivitäten nächster Teil

Da setzen wir doch gleich mal was Positives gegen den Bielefelder Armutsbericht der „Alte Herrenriege“: der Jüngere wurde in der vergangenen Nacht 18 und feierte das mit seiner ganzen Fußballmannschaft in diversen Bielefelder Lokalitäten. Nicht mal betrunken lief er gegen 7 in der Frühe wieder hier im Westen ein. Das läßt hoffen, das gibt Kraft.

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Städtebaulicher Sonderfall

Bielefeld

Die ostwestfälische Metropole wird von fast allen Städteplanern der BRD völlig unterschätzt! Jedoch besonders die städtebauliche Vielfalt begeistert den eingeborenen Bielefelder. Die abwechslungsreiche Architektur bietet eine lebhafte Atmossphäre, die die meisten Städte mit über 300 000 Einwohnern nicht zu bieten haben!

Siehe Foto: Slums (links unten!), Einfamilienhäuser (rechts unten!), Wolkenkratzer (im Hintergrund!)

„Niemand erobert den Teutoburger Wald“. Cottbus fast.

So sang die Südtribüne. Aber nicht mal die TabellenReckenletzten vom FC Energie Cottbus aus der Lausitz schafften das. (Sahen sie denn auf der Gästetribüne was?) Dabei wurde das Geheimnis, das Arminias Powerdänen Jonas Kamper zu seinen Kraftschüssen aus Ferndistanz verhilft, erst knapp nach dem Spiel gelüftet: Er hatte in der Pause ein intensives Gespräch mit einem dänischen Käsemeister. Der gab ihm abgehangenen dänischen Esrom aus Dänisse Höhlenzucht mit auf die Reise in die zweite Halbzeit. Als er in der 59. Minute eingewechselt wurde, hatte er schlagartig einen leeren Kreis von 10 Metern um sich. Den nutzte er in der 77. Minute zu einem Pfundsknaller, dem vermeintlichen Tor des Tages. Weiter so. Power-Ernst frühstückt jetzt ab sofort auch mit dem dänischen Käseprodukt. Macht einsam, aber Schußfreudig. In der 93. Minute verflog der Käsezauber wie so oft: 1:1 für Cottbus durch Dennis Sörensen. Tor für den Gegner in der allerletzten Minute. Also eigentlich wie immer. So´n Käse.

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Im Bielefelder Westen

Der Tisch mit edlem Damast gedeckt. Feine Gläser, schönes Geschirr, geputztes Besteck. Das „perfekte“ Dinner konnte beginnen. Er hatte aufgekocht. Und bei Speis und Trank erfuhr man dann Neues aus der Metropole unter der Sparrenburg. Anke Anstoetz, die ehemals „bessere Hälfte“ von JAB-Chef Ralph Anstoetz (kauft ab und an Hähnchen und Schnitzel bei „Helmut“ in Quelle) hat jetzt einen eigenen Einrichtungsladen in einer Villa, Bärbel Schäfer („bessere Hälfte“ von Brutaltalker Michel Friedman) las bei Thalia, Ernst „Power“ Middendorp frühstückt gerne im Café Kraume. Man erörtert Vor – und Nachteile Bielefelds, bemängelt Jenes und Dieses, möchte den morgigen verkaufsoffenen Sonntag nutzen und drückt den Arminen heute gegen Energie die Daumen. Gut, das die Speisen Gesprächsfreundlich und die Weine Zungenlösend waren. Er würde sich für sein „Perfektes Dinner“ 8 bis 9 Punkte geben. Mit der Deko habe es angeblich gehapert. Insider wissen, das ihm wichtiger ist, was auf dem Teller ist.

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OWLSpiegeleien

Kritische Selbstbespiegelung derer, die das politische Sagen in der Stadt unter der Sparrenburg haben, ist nicht unbedingt ihr Ding. Irgendwie ist man – so erscheint es von außen auf das Gebilde Blickenden – zufrieden mit dem, was man hat. Selten guckt hier einer mal in den eigenenen Spiegel. Dabei gäbe selbst die rückwärtige Fassade des Karstadt-Hauses, das seit Jahrzehnten in 60er-Jahre-Agonie dahinlebt, schon Gelegenheit dazu. Aber wie sagte jüngst KarstadtQuelle-Chef Middelhoff? „Karstadt Bielefeld steht ganz oben auf der Liste“. Klar, steht es schon ewig. Hilft ihm aber nicht aus der Tristesse….

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Jetzt über 10.000 Arminen

Auf dem grünen Rasen läuft es derzeit zwar nicht so doll, aber dafür strömen die Mitglieder. Jetzt konnte Arminia Bielefeld das 10.000ste Mitglied begrüßen und der weltweit einzigartige Flutlichtkran auf der Almbaustelle feierte gleich mal mit. Morgen gegen Cottbus könnten sie da ja einen Dreier als Dankeschön an die Fans draufsetzen.

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Erst C, dann K, dann L

„Englische Woche“ für die Arminen. Jetzt Samstag vor den Kathedralstelzen der neuen Osttribüne im Ligaspiel gegen Cottbus, dann Mittwoch beim Rapolder-Club Koblenz im Pokal und Samstag gehts gegen Bayer Leverkusen. Prognose? Sieg gegen Cottbus, Sieg nach Verlängerung in Koblenz und Unentschieden in der Bayarena.

Eintopfgrau

Jetzt muß man auch tagsüber wieder die Schreibtischlampe leuchten lassen, so grau ists draussen im Ostwestfälischen. 6 Grad, kalter Wind. Der Herbst gibt sich unwirtlich. Und wenn man mangels Konzentration ein paar Dinge doppelt machen muß, ja dann wirds Zeit, an warme Getränke zu denken.

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Gütersloher Lycos macht Miese

Tut uns leid, wenn wir heute das Provinzchen Gütersloh so im Fokus haben. Aber heute ist nunmal der Tag der Wahrheit und so meldet man vom Internetdienstleister Lycos aus Gütersloh schlechte Zahlen. Lycos Europe ist in den ersten neun Monaten 2007 operativ tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) belaufe sich auf 36,4 Millionen Euro, nach nur 7,9 Millionen Euro Minus im Vorjahreszeitraum, teilte die Bertelsmann-Beteiligung mit Sitz im niederländischen Haarlem heute in Gütersloh mit. Unter dem Strich blieb nach einem Beteiligungsverkauf ein Überschuss von 44,1 Millionen Euro nach 6,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Braucht jemand Lycos? Nö. Aber so ist das auch mit der Bertelsmann-Stiftung….

Gütersloher „Gutmenschen“ in Aufruhr

Kaum ein Gebiet, zu der die Bertelsmann-Stiftung im benachbarten Gütersloh nicht ihren Senf dazugibt, kaum ein politisches Feld, auf dem die Leute aus der Provinzstadt nicht etwas Weltbewegendes zu sagen hätten. Und nun schreibt der Spiegel heute:

So viel ist gewiss, die Unternehmenskontrolle genau jener Stiftung, die vorbildliche Corporate Governance thematisiert, funktioniert nicht.

Worum gehts? Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen einen Vorstand der Stiftung. Dieser hundertfach geehrte Mensch, der in München über den Wassern schwebt und fleißig von Bertelsmann-Geldern in seiner „politischen Denkarbeit“ unterstützt wird, soll sich „bereichert“ haben. Nein doch. Wie kann er nur. Tut man doch in diesen Kreisen nicht. Da greift man gleich von ganz oben 90% eines ganzen Volkes in die Taschen. Und gläubig hängen die Berliner Politgrößen an den Lippen der Gütersloher Stifter, auf das neue Weisheiten aus der „Denkfabrik“ fließen. Letztlich dienen sie alle einem einzigen Zweck: den Willen, die Weltansicht und den Einfluß auf alles ausdehnen, was Staat heißt. Und kräftig kassieren. Also Machtgier pur. Shit, wenn dann plötzlich Staatsanwälte ins Eingemachte greifen. Und so wird das, was soviel Glanz und Gloria verbreiten möchte zu einem ganz profanen Unternehmen, das seinen Reibach macht und machen will.

Rabi entdeckt die Kocherei

Na siehste, geht doch. Endlich hat die Metropole doch noch eine eigene Kochsendung. Rabi (radiobielefeld.de) gibt den „Kochexpress“ mit Roxane Brockschnieder und Dirk Sluyter. Als ob es nicht schon genug Mälzern, Lafern, Rachen, Wienern, Zacherln täten…..

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Die Stadt reißt ab und rüstet auf

Bielefelder haben einen geflügelten Spruch: „Na, heute schon was abgerissen?“. Abgesehen vom Festival der Brachflächen unter der Sparrenburg hats ja manchmal auch was Gutes. Seitlich von SinnLeffers in der Bahnhofstraße wird derzeit alte Substanz abgetragen. Was da Neues entstehen wird, weiß der Chronist noch nicht. Lassen wir uns überraschen. Gibt ja noch ein paar Filialisten, die (noch) nicht in der Metropole vertreten sind.

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Erfreulich

Aus einer Pressemeldung der Stadt Bielefeld vom heutigen Tage:

Politesse bemerkte offene Autoscheibe

Leider haben Politessen ja allgemein einen schlechten Ruf. Aber seit dem vergangenen Freitag ist ein 89-jähriger Bielefelder froh, dass es sie gibt: Der Senior hatte seinen PKW an der Welle am Straßenrand geparkt. Eine Politesse bemerkte während ihres Streifenganges, dass die Scheibe der Beifahrertür heruntergelassen war. Im Fahrzeug befanden sich eine Tasche sowie ein Schlüsselbund. Da der PKW nicht zu verschließen war, informierte die Politesse telefonisch die Stadtwache. Ein kurze Zeit später eingetroffener Polizeibeamter konnte anhand von Unterlagen, die sich in der Tasche befanden, den Fahrzeugführer in einer nahe gelegenen Arztpraxis ausfindig machen. In der Tasche befand sich neben persönlichen Unterlagen auch ein größerer Geldbetrag. Der 89-Jährige hat sich herzlich bedankt!

Das ist erfreulich. Wer weiß, welcher der vielen Langfingern da zugegriffen hätte. „Kannse ja heutzutare nich mehr einfach so offen auffe Strasse stehenlassen, ne? Früha, da wo wir noch Kutschen in Bielefeled hatten, da war dat anders. Da war allet anders“ O-Ton Oppa Werna.

1 Zähnchen im Wildpark gezogen

So ist das mit den Bayern-Jägern. Auch der Karlsruher SC kam über ein 0:0 gegen die recht gut aufgelegte Arminia heute nicht hinaus. Nach vier Niederlagen in Folge also wieder ein Punktgewinn für die Sparrenburgos. Und in Sao Paulo fährt die F 1 noch im Kreis rum mit guten Weltmeisteraussichten für den „Iceman“.

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Alles Gute, liebe……

Wer immer auch in dieser Metropole heute Geburtstag mit ihr zusammen hat: Herzlichen Glückwunsch. Auf dem Gabentisch neben viel gut Lesbarem auch eine zierliche Tüte aus dem Hause eines Bielefelder Juweliers. Das Funkeln des Inhaltes macht sich sicher gut, heute Abend bei Roastbeef auf Salzbett, Rosmarinkartoffeln, kleinen grünen Bohnen und Sauce Bearnaise. Von ihm selbst gemacht. Leider fasst der schön gedeckte Tisch nicht mehr als 12 Personen. Skål!

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