Archiv für den Monat: August 2007

Rockerkrieg geht weiter

Hier und bei BILD wurde berichtet, dass Ende der letzten Woche ein Großaufgebot der Polizei in Bielefeld das Clubhaus des Motorradclubs „Red Devils“ gestürmt und 65 Personen im Alter zwischen 17 und 58 Jahren überprüft hat.

Hintergrund soll der Tod eines Rockers im Mai in Ibbenbühren sein.

Ein Ende dieser sinnlosen Auseinandersetzung wäre begrüßenswert.

Ossidammtunnel mal kurz dicht

Freunde der ungestörten Ossidammtunneldurchfahrt, aufgepasst. Die Stadt Bielefeld gibt bekannt:

Von Mittwoch, 22. August, 19.30 Uhr, bis spätestens Donnerstag, 23. August, 6.00 Uhr, werden beide Röhren des Ostwestfalentunnels voll gesperrt. Grund sind Vorarbeiten zur Schlussabnahme der erweiterten Betriebstechnik, teilt das Amt für Verkehr mit.

Am Samstag Hertha

Ob sie wohl als Fleischwurst verkleidet anreisen am Samstag, die Berliner Herthaner? Ob Arminia wieder die letzten fünf Spielminuten bei 2-Toreführung verschläft? wuerstchen-kopie.jpg Nein, diesmal sicher nicht. Hoffentlich ist der gesamte Unterrang der neuen Osttribüne fertig. Der Durchblick auf das Betongerippe dahinter ist so leer. Dennoch wagen wir hier wieder eine Prognose: Arminia schlägt Hertha und verdrängt den HSVandervart von Platz 2 der jungen BuLiga-Tabelle. .

NW entdeckt das Rotlicht

Da wirds wieder bei vielen gruseln. Die NW Neue Westfälische hat das „Milieu“ entdeckt und schreibt in einer Serie über „Organisierte Kriminalität in Ostwestfalen-Lippe“. Klar, Hintergrund sind die Mafia-Morde von neulich. Heute gehts um Prostitution. Angeblich arbeiten 400000 bis 500000 Frauen in Deutschland als Prostituierte. Sehr viele davon sicher nicht freiwillig. Und wiederum angeblich besuchen 1 Million Freier täglich die Damen. 1 Million? Täglich?

Dann wären in nur einem Monat zwei Drittel aller männlichen Bewohner der Bundesrepublik auf Rotlicht-Besuch? Irgendwie nicht so ganz vorstellbar. Aber wer die von der NW veröffentlichten einschlägigen Seiten mit „Tests der Damen “ liest, fragt sich schon, in welcher Gesellschaft wir leben. Bzw. welcher Geister Kinder diese „Herren“ sind, die da einschlägig auf Achse sind und sich da seitenlang ausschleimen. Wo keine Bühne, da kein Schauspiel. Wo kein Schauspiel, da keine Besucher. Manchen graust offenbar vor nichts. Schöne Woche noch unter diesem grauen Ostwestfalenhimmel.

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Erschreckend

Das Thema ist nun auch im Bielefelder Rathaus angekommen: Die soziale Lage Bielefelds hat sich verschlechtert. Laut Sozialdezernent Kähler wächst jedes vierte Kind hier in einem Haushalt auf, der ohne Sozialhilfe nicht leben könnte. Die Zahl der Hartz 4-Empfänger steigt und steigt. Wie die Gewinne der Unternehmen. „Aufschwung für alle?“ Mitnichten. Billiglöhne sind auch in Bielefeld an der Tagesordnung. Der Staat subventioniert durch die Hintertür „Lohnaufstockung“ die Unternehmen indirekt. Ein volkswirtschaftlicher Blödsinn zugunsten Weniger. Und das Kanzler erkundet mit dem wohlgenährten Minister Gabriel das vor 1000 Jahren noch grüne Grönland. Klimaschutz, Klimawandel scheint der Regierung wichtiger zu sein als die Anliegen weiter Teile der Bevölkerung.

Schönen Sonntag aus Bielefeld/Ostwestfalen. Arminia schlägt heute Eintracht Frankfurt!

Monate der Umkrempelei

In der Bahnhofstraße gibt es derzeit eine Menge Baustellen: P & C baut komplett um, SinnLeffers tut es. Und in der Galerie Kaufhof machen sie es etagenweise. Hoffnung auf neues Umsatzgeld? Oder eher „pfeifen im Walde“. Der Kuchen wird nicht größer, wenn man die Kundenfänger aufschönt.

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Das kleine Lafayette

Mitten über dem Buchladen Thalia in Bielefeld schwebt eine lichtdurchflutete Kuppel. Wer schon mal in Paris oder Berlin im Kaufhaus Lafayette war, weiß sofort, wo die das abgeguckt haben: in Bielefeld.

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… und die Weltrevolution wird hier auch vorbereitet:

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Bielefeld, deine Blockaden

  • Aufgrund der aktuellen Blockadesperrung des Niederwalls
    in Fahrtrichtung Jahnplatz …

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    … ist der Kraftverkehr immer wieder gezungen, sich mühsam
    seinen Weg durch die unwegsame Fußgängerzone zu suchen:

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    Wann gibt es wieder freie Fahrt für freie Laster?

  • .

    Und der Knigge-Bon flatterte im Wind

    Kleine Pause auf der berühmten Bahnhofstraße. Nein, nicht die Zürcher mit ihren Banken und Nobelkaufhäusern. Die Bielefelder meine ich. Sie lud ihn zu Apfelstrudel mit Vanillesauce und Cappuccino ein. Ein straffer Wind ließ fast an einen Aufenthalt am Zürichsee erinnern. Wenn da nicht im Hintergrund der Jahnplatz mit der unsäglichen Alcina-Uhr in Sichtweite gewesen wäre. Und Knigge ist nicht Café Sprüngli. Bei aller Liebe nicht. Obwohl sie als gebürtige Bielefelderin Knigges Strudel schon als Teenager genoss. Das Leben in der Metropole kann für einen winzigen Moment richtig süß und lecker sein.

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    Die witzigsten 600 Almplätze

    Die Bauaufsicht hat jetzt 600 Sitzplätze im Unterrang der im Bau befindlichen neuen Osttribüne freigegeben. Die Karten dafür gibts nur im Vorverkauf in der DSC-Geschäftststelle und den anderen Vorverkaufsstellen. Also los und sichern, denn Arminia-Eintracht Frankfurt ist Samstag mit 23.000 Zuschauern ansonsten ausverkauft.

    Nasser Job

    Die Bauarbeiter auf der Bielefelder Großbaustelle SchücoArena sind nicht zu beneiden. Es schüttet gekonnt aus dem ostwestfälischen Himmel, während Transporter auf Transporter Beton in das Fußballrund bringt. Auf den regennassen Bankirai-Dielen am See spiegeln sich die grauen Wolken.

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    Massives Wasserproblem In Bielefeld-Bethel

    Aus einer Pressemeldung der Stadt Bielefeld zur Wasserverunreinigung im Stadtteil Bethel:

    Die Kontrollproben haben inzwischen ergeben, dass nur noch ein kleines Gebiet in Bethel mit bakterienbelastetem Wasser versorgt wird, informiert das Gesundheitsamt der Stadt Bielefeld. Hier ist die Keimbelastung allerdings durch die getroffenen Maßnahmen gesunken. Es handelt sich um das „Viertel“ zwischen Deckertstraße, Quellenhofweg und den Bezirksgrenzen (Am Flasskamp, An der Rehwiese, Kükenshove, Landgrafweg, Deckertstraße, unterer Quellenhofweg, Am Ellerbrocks Hof und Handwerkerstraße in Gadderbaum). Durch diesen Bereich fahren heute Lautsprecherwagen durch mit der Nachricht, dass das Wasserabkochgebot bestehen bleibt. In den übrigen Vierteln Bethels, vor allem im Klinikbereich, haben mehrere Proben Unbedenklichkeit ergeben, sodass hier wieder der gewohnte Wassergebrauch erlaubt ist, so das Amt.

    In der NW Neuen Westfälischen von heute kommentiert Elmar Kramer das so: „Ob es genügt, alle drei Monate (Wasser)Proben zu entnehmen, müssen Fachleute bewerten“. Offensichtlich genügt es ja nicht.

    1 € täglich fürs Essen armer Kinder…

    Es gibt Meldungen, da würgt die aufsteigende Galle jegliche Gefühle und Wohlwollen für Politik im Ansatz ab. Wie zu erfahren ist, hat die NRW-Regierung in Düsseldorf ein Gesetz verabschiedet, wonach für 50.000 Kinder pro Tag 1 € Zuschuß zu einem warmen Mittagessen in den Schulen gezahlt wird. 2 Jahre soll der „Pilotversuch“ zunächst dauern, 10 Millionen € pro Jahr wurden bereitgestellt. 10 Millionen. Weitere 10 Millionen sollen die Eltern aufbringen, denen das dank Hartz 4 sicher sehr schwer fallen wird. weitere 5 Millionen die Städte und Gemeinden. Bielefeld wird das sicher extrem schwer fallen, hat man doch grad erst für ein paar Milliönchen den Rochdale-Saal des Rathauses renoviert. Angesichts von wahrscheinlich 300.000 Kindern, die in NRW in Armut leben, ist die ganze Aktion ohnehin eher als populistische Massnahme einer „christlich“ orientierten Politik des Herrn Rüttgers zu sehen. Oder hat man einfach nicht mehr, weil die nächste Diätenerhöhung der Volksvertreter im Landtag ansteht?

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    Viel Glück

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    Man sagt, einen Glücksbuddha müsse man geschenkt bekommen. Kaufe man ihn selber, entfalte er seine Kräfte nicht. Pu Thai lebte vermutlich im 10. Jh. als Buddhistischer Wandermönch in China. Er soll eine solche Frohnatur gewesen sein, das er mit seinem Lachen die Leute ansteckte, denen er begegnete. Er wird inzwischen weit über Chinas Grenzen als Glücksbringer & „Geldvermehrer“ verehrt. Er hat heute einen geschenkt bekommen mit allen guten Wünschen, von denen er eine ganze Menge an alle BielefelderInnen weitergeben möchte, die heute, am 16.08. Geburtstag haben. Wie übrigens auch Madonna, James Cameron, Reiner Kunze und der „große Blonde mit dem schwarzen Schuh, Pierre Richard. Streicheln wir Pu Thai doch einfach mal symbolisch über den runden Kopf.

    Muskelfasserriß im Gesäßbereich

    Eintracht Frankfurts griechische Sturmbombe Armanatidis fällt wohl am Samstag im Spiel bei Arminia Bielefeld aus. „Muskelfasserriß im Gesäßbereich“. Du meine Güte, ob der „Kicker“ – das Fußballheftchen – recht hat? Ohne ihren besten Stürmer sollte es den Bembelträgern mit dem Frankfortä Adlä (Frankfurter Adler) auf der Brust noch schwerer fallen, auf der Alm zu reüssieren (Hach, was für ein schöner Begriff).

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    Uni zwischen Platz 305 bis 401 weltweit

    Bielefeld mit einem Platz zwischen 305 – 401 mal nicht in der Weltspitzengruppe von 2000 Untersuchten auf dem Gebiet „Universitäten“. 🙂 Im „Academic Ranking of World Universities“ der Uni Shanghei landeten auf Platz 1 und 2 Harvard und Stanford, von den deutschen Unis auf 53 und 54 Ludwig- Maximilians-Universität und TU München. Themen der Untersuchung waren, wie häufig „Wissenschaftler in Fachmagazinen veröffentlicht wurden, wie oft sie zitiert wurden, wie viele Nobelpreisträger sie hervorgebracht haben und wie die Forschungsergebnisse in Relation zur Unigröße zu setzen waren“.

    Empfehlenswert

    Ein Rundgang durch den Botanischen Garten Bielefeld ist immer eine Empfehlung wert. Deshalb hier die Pressemeldung der Stadt Bielefeld:

    Am Sonntag, 19. August, können Besucherinnen und Besucher des Botanischen Gartens um 15.00 Uhr an einer besonderen Führung teilnehmen. Gärtner Wolfgang Wörmann stellt auf einem Rundgang durch den Garten verschiedene Bäume und Sträucher vor. Der Fachmann berichtet dabei über die Herkunft, die Geschichte und die Nutzung der Pflanzen. Informationen über die Standortansprüche und die richtige Pflege runden die thematische Führung ab. Treffpunkt ist das Riedhaus im Botanischen Garten. Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos.

    Die Führung ist eine Veranstaltung aus dem Jahresprogramm 2007 des Botanischen Gartens, das der städtische Umweltbetrieb in Kooperation mit dem Verein Freunde des Botanischen Gartens Bielefeld e.V. zusammengestellt hat. Das Jahresprogramm sowie allgemeine Informationen zum Botanischen Garten und zum Verein sind im Internet zu finden unter www.umweltbetrieb-bielefeld.de

    Blaue Weihenstephaner steht wie Blei bei JIBI

    Natürlich hat die galoppierende Milchteuersucht auch vor der Kulteinkaufsstätte der Bielefelder, dem JIBI (nein, nicht Jipppihhh) nicht Halt gemacht. Der Liter Weihenstephaner im blauen Tetrapack liegt nun bei 85 Cent und steht stolz wie venezianisches Dogenkammer- deckendes Blei im Regal. Irgendwie hat man allerdings das Gefühl. die Einkaufenden laden eher das namenlose Produkt zwei Reihen darunter in die Wägen. Der Liter liegt bei 55 Cent. Was immer noch ca. 15 Cent mehr als vor dem kollektiven, vom Kartellamt nur milde beäugten, Erhöhungstrip ist. Na wenigstens sinken die Preise weltweit für unbezahlte, weil kreditfinanzierte Immobilien rasant. Nützt allerdings nur wenigen Milchkäufern etwas.

    Ein Stück Leipzig in Bielefeld

    Als regelmäßiger Besucher der Games Convention in Leipzig wurden beim Aufschlagen der NW sofort Erinnerungen an die Ost-Metropole wach. „Aufbau Ost-Westfalen statt Aufbau Ost„. Wie auch immer, ganz so kreativ und innovativ scheint man beim Vorschlag der Messehalle („Beiboot“) nicht gewesen zu sein, die vielleicht mal die Stadthalle („Tanker“) benachbarn soll. Was aber nicht verwundert, waren die Kollegen GERKAN, MARG & PARTNER nicht ganz unbeteillig am Bau der Neuen Messe Leipzig.

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    (Fotos: NW // Mela Eckenfels)

    Nebenbei bemerkt, wusste ich nicht, wie viele Spitznamen sich in meiner Nachbarschaft tummeln. Tüte, Tanker, Beiboot … und einen Spiegel gibt es da ja auch.

    Herbstvorboten

    So langsam geht den heimischen Hydrangeas (Hortensien) in den ostwestfälischen Gärten die Blühkraft aus. Aber ihre dramatischen Blütenstände werden noch eine ganze Weile an den langsam welkenden Stängeln hängen. Unverkennbar streckt der der Herbst bereits seine ersten Fühler aus. Dann gibt es im Teutoburger Wald wieder einen kleinen „Indian Summer“. Einen ganz kleinen. Wir haben einfach zu wenige Ahornbäume.

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