Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mi
29
Aug '07

Don Dahlmanns Blogsperre

Talsperren kennen wir. Maulsperren auch. Aber der bekannte Blogger “Don Dahlmann” hat eine andere Sperre. Eine Blogsperre. Das hat nun zwar nichts mit Bielefeld zu tun, aber die Gedanken eines Vielgelesenen wollen wir auch hier mal zur Diskussion stellen. Hier ein entscheidender Auszug, in dem der Held wie weiland Hamlet über “Blog oder Nichtblog” sinniert:

“Damit meine ich nicht den Umstand, dass sich jemand hinsetzt, etwas aufschreibt und ins Netz stellt. Das halte ich weiterhin für eine Idee, die man nicht verbessern kann. Mir geht es einerseits um die Technik, andererseits darum, was das Ganze überhaupt bringt. Vielleicht liegt meine momentane Abneigung gegenüber der Blogosphäre auch daran, dass ich a) in diesem Jahr ein wenig überarbeitet bin und b) ich eben schon so lange dabei bin. Jedenfalls wundert mich der Zustand und der Umgangston in der deutschen Blogszene. Es gibt einfach zu viele Leute, bei denen man den Gedanken hat, das von Matt und Jörges vielleicht doch Recht hatten. Und es sind zu viele Blogs wie f aufgetaucht, dessen Inhalt anscheinend einfach nur darin besteht, sich als Held darzustellen, um den Menschen mal zu erklären, wie es richtig funktioniert, alleine aus dem Grund, um sich über andere zu stellen zu können. Und es sind zu viele Blogs aufgetaucht, in denen es nur noch darum geht zu nörgeln. Ich habe ca. 250 Blogs deutschsprachige Blogs abonniert, und in vielen geht es zu, wie am Reklamtionsschalter eines schwäbischen Möbelhauses. “Da ist Farbe abgeplatzt!”, “SIE HABEN EINE NUSS ZU WENIG GELIEFERT!!!1!”, “Das nennen sie ein Spaltmaß?”. Es wird genörgelt und es werden andere Blogger mal offen, mal weniger offen beschimpft. Meist mit dem Ziel, mal wieder selber ein paar Klicks zu bekommen. Es geht vielen nicht mehr Austausch, sondern nur daraum eine Meinung zu postulieren und wenn dafür jemanden ans Bein pinkeln muss, dann ist das eben so und der andere hat es auch nicht besser verdient. Das die ersten Abmahnungen zwischen Bloggern aufgetaucht sind, wundert mich zwar nicht, macht mich deswegen aber auch nicht glücklicher, sondern eher panisch, weil wir ja noch Sommer haben und der Herbst/Winter, in dem traditionell mehr im Netz los ist, erst noch kommt.

Wie gesagt, kann ja sein, dass meine Beobachtung auch meiner allgemeinen Müdigkeit geschuldet ist. Aber stelle ich mir halt gerade die grundsätzliche Frage, was ich mache möchte. Microblogging? Eine Art automatisierter Bookmarkfeed? Oder alles vergessen, komplett wieder ins “private” gehen und ab und an Katzenbilder online stellen? Oder vielleicht alles zusammen? Ach, das geht nicht, weil das “Image” ja heute wichtig ist. Und man wird ja allerhöchstens als “schrullig” bezeichnet, wenn man zwischen Bildern, Reiseberichten, Kochrezepten auch mal was über das neue “Links” schreibt. Um glaubhaft zu sein, muss man sich schon entscheiden. Dabei dachte ich immer, dass Blogs gerade genau das ausmacht, dieser Mix. ”

“Holz vor der Hütten”

Diesen masochistisch gefärbten Spruch kennen sicher alle. Und assoziieren bestimmte Maße und Formen damit. Wenn man eine halbe Stunde lang auf einer langen Bielefelder Straße “Holz vorm Kühler” hat, sieht das so aus:

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Um den Monatsletzten rum

Immer wenn sich der 29., 30. oder 31. des Monats zeigt, geht etwas Merkwürdiges an den Bielefelder und ostwestfälischen Briefkästen der Finanzämter
vor sich. Menschen fahren langsam auf die Parkplätze, lächeln gequält vor sich hin, steigen matt aus, schlurfen zu einem grauen, weißen oder braunrostigen Kasten mit der Aufschrift “Finanzamt. Briefkasten” und werfen Briefumschläge ein. Mit spitzen Fingern, so als ob Peer Steinbrück gleich selbst aus dem Kasten sprünge um die Umschläge zu raffen, entledigen sie sich der Unterlagen, Zahlschecks und andere Dinge, die nur ein Finanzminister fordern kann. Jeder andere hätte sich längst die Finger gequetscht an diesen Kästen, denen allesamt ein wenig Farbe gut täte.

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