Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Sa
16
Jun '07

Schieder zum Letzten

Die Schieder-Möbelgruppe, eine der ganz Großen in Europa und einer der wichtigsten Arbeitgeber in Ostwestfalen-Lippe hat gestern wieder Insolvenz angemeldet. Damit sind über 11.000 Mitarbeiter in Europa gefährdet. Wie man hört, sei es “um ein paar Millionen” gegangen, die Banken, Soparkassen (wieder mal ….) und Hedge-Fonds nicht mehr aufbringen wollten. Klar, Zerschlagung des Konzerns und Ausbeinung der lukrativen Unternehmensteile bringt immer mehr Kohle. Die Mitarbeiter kann man dann wunderbar dem Staat und damit der Allgemeinheit anhand geben. Die sorgen schon mit dem wunderbaren Instrument Hartz 4 fürs “Überleben”. Von der Eindämmung und Kontrolle der HedgeFonds war auf dem vergangenen Wundergipfel in Heiligendumm allerdings nicht die Rede. Wie auch, steuern sie doch insgeheim an ihren langen Fäden die “mächtigen” Politiker.

Herforder verjagt das Sausalitos

Ob das schon Vorboten des neuen Warsteiner Windes beim herrlichen Herforder sind? Jedenfalls droht dem Sausalitos am oben Ende oder Eingang der Obernstraße zum 31. Juli das “Aus”. 30 Mitarbeiter sind gefährdet. Die Herforder Brauerei, die jetzt zum Warsteiner-Imperium gehört, will daraus ein “bayerisch – rustikales Wirtshaus” machen. Aha. Deftiges Remmidemmi im Schatten der Kunsthalle? Selbst die herrlichen Herforder geben zu, das das jetzige Etablissement gut läuft. Sausalitos-Geschäftsführer George Manolis fühlt sich ausgebootet. Ver…..scht könnte man auch sagen…. Skål mit einem frischen Krombacher :-) )

Sennesee tot. Es lebe der Autohof?

Die Nachtigallen trapsen schon nicht mehr, sie trampeln schon Richtung ehemaligem Sennesee-Standort. So spricht die IHK Bielefeld von einer “zentralen Lage Bielefelds zwischen den Nordseehäfen und Südost-Europa”. Im Klartext: Dicke Brummis statt sanftem Tourismus. US-Buletten anstelle geräucherter Seeforellen. Wer von den Investitionen weiß, die ein Autohof solcher Dimensionen erfordert, empfindet die paar Millionen für einen See, der Bielefelds Attraktivität entscheidend nach vorne gebracht hätte, als Peanuts. Jetzt müssen wir nur noch abwarten, welche jener gegen den See stimmenden Ratsmitglieder vom sicher kommenden Autohof direkt oder indirekt profitieren. Schließlich sind es ja attraktive Grundstücke, um die es da gehen wird. Merke: Nicht Naherholung der Gesamtbevölkerung ist der Mehrheit des Rates wichtig sondern das wirtschaftliche Wohlergehen Einzelner. Da ist Umweltschutz kein Thema, da kann man das Verkehrsaufkommen locker verdoppeln.

Die nächste Stufe werden wir ebenfalls erleben, wenn eine Kohleschleuder neues Bielefelder Stadtwerkskraftwerk wird…..

Der NW-Rauslaberungsversuch

Heute schreibt die NW Neue Westfälische Zeitung im Innenteil des Bielefelder Lokalteiles über die Rüge des Deutschen Presserates, die ihr ob der sehr PR-lastigen Berichterstattung vom 11. April 2007 über eine neue Oetker-Pizza auf der Titelseite erteilt wurde. Natürlich sieht das ProvinzblattdieLokalzeitung nicht ein, einen Fehler begangen zu haben sondern versucht, sich vollmundig und ziemlich rumlaberig von dem Vorwurf rein zuschreiben. Abgesehen davon, das eine klare Trennung des Zeitungskommentares (Chefredakteur Dr. Uwe Zimmer) von der Rüge des Presserates – immerhin die schwerste Mißbilligung, die in der Beschwerdeordnung vorgesehen ist – von Kommentar und Meinung der Zeitung klarer und eindeutiger gewesen wäre, steht die Rechtfertigung der Zeitung auf dünnem journalistischem Eis und lässt den Schluß zu, das die Leser auch demnächst wieder mit Meldungen und Berichten nach Art der Jubelperser behelligt werden. Journalisten, die keine saubere Trennung von Bericht, Meinung, PR-Meldungen und Schleichwerbung hinkriegen, sind und bleiben angreifbar.Vermisst haben wir in der Samstag-Ausgabe ein großes Bild der Kanzlerin beim Essen einer Oetker-Pizza unter gleichzeitigem Jubelkommentar von Berlinkorrespondentin Alexandra Jacobson. Kann aber noch werden, man ist ja erst im 197. Jahrgang.

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