Archiv für den Monat: Juni 2007

Arminen fegen Bega Zehnnull weg

Lou Bega (* 13. April 1975 in München; eigentlich David Lubega) ist ein deutscher Latin-Pop-Sänger. Bega wurde als Sohn seines ugandischen Vaters und seiner aus Italien stammenden Mutter geboren, die beide in den 1970er Jahren nach Deutschland gekommen waren. Als Jugendlicher verbrachte er einige Jahre in Miami… Hä?

Spaß beiseite. Die Bega ist ein 41 km langer Kleinfluss im Lipper Bergland im Kreis Lippe im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Detmold. Sie fließt in Ost-West-Richtung rechts der Werre zu und liegt damit im Einzugsgebiet der Weser. Eine Auswahl dieses Gebietes, also des Tales, in dem das Flüßchen fließt, kam gestern gegen den Fußballbundesligisten im ersten Testspiel unter die Räder. 10:0. Das griechische Duo und Zuma hauten so richtig rein.

Unsäglich

Die Paderborner Posse um Gertrud Höhler soll an diesem Montag nun final mit einer Rücktrittsaufforderung aus dem Hochschulrat der Paderborner Uni beendet werden. Zuvor hatte Deutschlands selbsternannte Moralinstanz Nr. 1 in einer sogenannten „Pirouettenerklärung der ersten Erklärung mit Wendung der zweiten zur dritten“ erklärt, sie habe ihre Wohnung in Zwickau nun doch nicht „wissentlich“ an einen sächsischen NPD-Abgeordneten vermietet…. Bei normalen Personen nennt man sowas wohl „Demenz-gefährdet“. Und wie heißt es bei einer angeblichen „Kapazität“, denen die „Mächtigen zu Munde und zu Füßen lagen/liegen? Der Verdacht liegt allerdings nahe, Vorbeterin wie Zuhörer unterliegen einer gemeinsamen Selbstsuggestion und extremem Realitätsverlust.

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(NW 30.06.2007)

Wie geschrieben: Jammern gegen Postgelände

Wie wir schruben, verkaufte die Post das Riesengelände am Hauptbahnhof der Weltstadt an einen – jetzt ists bekannt – Luxemburger Investor. Und schob hub das Geschrei der Rathausinsassen und „modern denkenden“ zuständigen Dezernenten an: „Kein Einzelhandel“. Klar. Aber wenn sie Großhandel machen und all den Bielefelder städtebaulichen Mist und Leerstand da schreddern wollen? Hinter den Kulissen im Rathaus von Schilda flüstert es bereits: „Bernie Ecclestone plant eine neue Formel 1-Rennstrecke“. Super. Vom Postgelände zum Neuen Markt über Kesselbrink, dann Boxenstop auf dem brach liegenden Containerbahnhof und schließlich Steilkurve auf dem immer-noch-nicht-bebauen-zu-wollenden ehemaligen Mercedes-Gelände an der Herforder. Passt sogar: „Pitstop McLarenMercedes….. David bei Blockaden weit in Front vor Clausen“. Na dann beziehen wir doch den künftigen Autohof auf dem angedachten Sennesee-Gelände in der Diretissima Nordseeküste-Schwarzmeerhäfen gleich mit ein, damit das „Güldene M aus Schottland“ auch eine Rolle spielt. ….

Operation nach 157 Jahren

Aus einer Pressemeldung der Stadt Bielefeld:

Am Donnerstag, 5. Juli, wird eine Fachfirma in den Vormittagsstunden im Auftrag des Umweltamtes die Krone eines auf 157 Jahre und unter Schutz stehenden Silberahorns an der Nordostseite der Neustädter Marienkirche deutlich kürzen. Der Grund: Bei kleineren Baumpflegearbeiten hat ein Gutachter eine Faulstelle im Stamm des Naturdenkmals in acht Metern Höhe entdeckt. Nachfolgende schalltomographische Untersuchungen haben bestätigt, dass gehandelt werden muss, bevor der Stamm auseinanderbricht. Im Baumstamm ist bereits eine weitreichende Fäule eingetreten und nur noch eine geringe Restwandstärke gesunden Holzes vorhanden, teilt das Umweltamt mit.“

157 Jahre in Bielefeld……

Stein auf Grund gelegt

Heut legten diverse Honoratioren und Lenker von Arminia Bielefeld den Grundstein für die neue Osttribüne.

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Hat zwar nichts mit Bielefeld zu tun, aber parallel gehen die Bauarbeiten im schwedischen Malmö rasch voran. Der dortige Erstligist Malmö FF bekommt ein völlig neues Stadion für 21.000 Leute. Und so sah der Spatenstich am 23. April da so aus:

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(Bild: Website Malmö FF)

Post verkauft Gebäude mit Brachland

Die Hauptpost an der Nahariyastraße mit ihrem gigantischen Brachland drumrum ist an einen ausländischen Investor verkauft worden. Dessen Name ist nicht bekannt. Wie durchsickert, soll erneut ein Einkaufszentrum in der Planung sein. Na dann freuen wir uns mal auf das in Kürze anhebende Wehklagen aus der Innenstadt.

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Ausnahmsweise mal in Sachen „Andere Blogs“ unterwegs

Hans-Ulrich Jörges, an prominenter Stelle des Magazins „Stern“ stehender Journalist, beeindruckt einmal mehr mit seiner populistischen Art von „Dreckschleuder-Journalismus“. Wir zitieren aus dem Blog „sprechblase.org„, der aus einer Podiumsveranstaltung mit „Alpha-Journalisten“ vom 27. Juni diesen Jahres berichtet. Aber horchen wir rein:

“Die guten Redaktionen sollten ihre Siele geschlossen halten, damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheißhäuser nach oben kommt.” Stern-Kolumnist Hans-Ulrich Jörges ist in guter Form heute abend. Über die Blog-Szene, den “Dreck von unten”, lässt er sich ganz besonders gerne aus. Dazu hat er sich vor der Veranstaltung extra ein paar Worte zurecht gelegt, und die packt er jetzt aus, obwohl Moderator Hajo Schumacher ihn eigentlich etwas ganz anderes gefragt hat. Sein “loser generated content” erntet ihm prompt einen kleinen Szenenapplaus im Jungjournalistenpublikum, und Henryk M Broder schreibt sich diese neue Vokabel gleich ab – vielleicht kann er sie an passender Stelle auch mal anbringen. Die Stimmung ist gut. Die Journalisten haben jetzt auch einen Don Alphonso.

Obwohl Jörges nicht unrecht hat, was die Qualität des politischen Kommentars in der deutschen Blog-Szene angeht, lässt mich seine hysterische Abgrenzung gegen die Blog-Welt die Augenbrauen etwas hochziehen, zumal seine Tirade zwischen zwei längeren Episoden unangenehmer Selbstbeweihräucherung steckt. In der ersten erzählt Jörges mit Genugtuung von den Kampagnen der Bild-Zeitung und der Staatsanwaltschaft gegen ihn. Jörges hatte vor einiger Zeit die seiner Meinung nach extrem mutige These vertreten, dass 85-jährige Patienten ihre Hüfttransplantationen selber bezahlen sollten, und diese These mit Nazi-Anspielungen über die heutigen Rentner gewürzt. Für diese Story sollte Jörges nun, wie er lausbübisch erklärt, büßen. Natürlich hatten seine Gegner aber am Ende gar nichts gegen ihn in der Hand. Die Bild-Kampagne verpuffte trotz Nazirentnerpublikum, und die Ermittlung wegen Volksverhetzung wurde eingestellt. Jörges findet das alles super cool. In der zweiten Story lobt er sich selbst für seine Standhaftigkeit in einer anderen Kampagne gegen ihn (diesmal des Presserates und der taz), in der es um seine Stellungnahme zur Hartz IV-Reform ging. Er hatte vor etwa einem Jahr geschrieben, dass die Reform Züge des Kommunismus trägt, weil durch sie jeder erstens gleich viel und zweitens viel zu viel kriegt (“im günstigsten Fall fast 2000 Euro”). Auch dafür sollte er büßen etc. pp. Kurzum: Mutiger Kämpfer für die Freiheit des Wortes kämpft gegen dummen Mob; dummer Mob hat nichts gegen ihn in der Hand, Kämpfer gewinnt. Die alte Geschichte.“

Was kann sich Deutschland doch glücklich schätzen, nicht nur Journaille von der Qualität des ehemaligen Bielefelder Schülerzeitungsredakteurs Kai Dieckmann (BILD Dir deine Meinung ….durch uns) zu haben. Nein, es gibt auch bei ehemaligen Vorzeigemagazinen „verbale Dreckschleudern“. Eben diesen Jörges, der in den Anfangstagen und schon zuvor glühender Anhänger der Kanzleuse war, dann sein Fähnlein in jeden grad populären Wind hängte und heute in der Szene ganz einfach nicht mehr ernst genommen wird ob seiner Ausfälle und Tiraden.

So traurig es sein mag, ist es doch letztlich nur ein weiteres Beweisstück vom Verfall ehemals hohen journalistischen Könnens in dieser Republik. Die heutigen, kleinen aufgeregten Schreiberlinge, TV-Berichter oder Handy-Fotografen oder die tiradisierenden „Alpha-Journalisten“ stehen letztlich auf einer Stufe. Einer sehr niedrigen, wenn nicht schon der untersten. Da können sie dann gemeinsam die neue Pizza von Oetker aus dem PR-Pappkarton fressen und auf die „Schmarotzer“ des Volkes und andere eindreschen. Journalismus dieser Art nimmt der mündige Bürger schon lange nicht mehr wahr. Geschweige denn ernst. Siehe Auflagenzahlen „Stern“, Einschaltquoten „RTL usw.“. Auch Herr Jörges wird die meisten Blogger nicht hindern, weiter zu schreiben. Damit die „Scheiße von unten“ so richtig schön gegen den „Dreck von oben“ drückt. Ob das die neuen neoliberalen Rohre das aushalten?

Mitternachtsshopping

An diesem Samstag startet wieder das beliebte Mitternachtsshopping in Bielefeld. MillionenTausende werden sich durch die Innenstadt drängelnschiebenschubsenvorwärtstreiben und endlich das kaufen, was sie bei Tag nicht kaufen wollen. Nachts ist eben dunkler als draußen :-))

Nachtrag nach Verkündigung des Ereignisses: Sie (die geborene Bielefelderin) überlegt, ob sie mit ihrer Mutter da auch hingeht. Na denne…..

Arminia startet in Wolfsburg

Der Spielplan der 45. Fußball-Bundesligasaison ist da. Arminia muß zunächst nach Wolfsburg. Hier der komplette erste Spieltag vom 10. – 12. August:

VfB Stuttgart – Schalke 04
FC Bayern München – Hansa Rostock
Bayer 04 Leverkusen – FC Energie Cottbus
VfL Bochum – SV Werder Bremen
1. FC Nürnberg – Karlsruher SC
Eintracht Frankfurt – Hertha BSC Berlin
Borussia Dortmund – MSV Duisburg
Hannover 96 – Hamburger SV
VfL Wolfsburg – Arminia Bielefeld

… und am 15. Spieltag verliert die Weltmeistermannschaft von Bayern München im bis dahin weitgehend fertiggestellten neuen Almstadion.

Mijatovic verstärkt Arminen-Abwehr

Die Verpflichtung von Andre Mijatovic (bisher Greuther Fürth) ist perfekt. Wie DSC-Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch bei der offiziellen Saisoneröffnung an der Friedrich-Hagemann-Straße bekannt gab, sind bezüglich des Mijatovic-Transfers seit Donnerstagmorgen „die letzten Restzweifel beseitigt“. Der 27-jährige, 1,91 Meter große Kroate ist damit ab sofort für den DSC spielberechtigt und soll den Weggang von Heiko Westermann kompensieren.

Lipper leidet unter Realitätsverlust

Zu Ostwestfalen-Lippe gehört bekanntlich das Lipperland, aus dem die sparsamengeizigen Schotten vertrieben wurden. Im lippischen Detmold wurde Frank-Walter Steinmeier am 5. Januar 1956 geboren. Er ist seit 2005 Stellvertretender Aussenminister unter Aussenministerin Merkel Bundesminister des Auswärtigen und war von 1999 bis 2005 Chef des Bundeskanzleramtes bei einem gewissen G. Schröder. Steinmeier war während des ersten Halbjahres 2007 auch Präsident des Rats der Europäischen Union.

Leider hat den Lipper nun auch eine sehr schwere Krankheit ereilt. Der „Allgemeine Berliner Realitätsverlust und die Verklärung der Dinge“. Nachdem über allen Gipfeln jetzt Ruh´ist, verkündet SPD-Mitglied Steinmeier die „großen Erfolge des G 8 und des EU-Gipfels“. So natürlich auch in der NW Neue Westfälische. Von welchem Stern aus Steinmeiers eine pöolitischen Ansichten verkündet, wurde noch nicht bekannt gegeben. Es muß aber sehr weit von unserer Erde entfernt sein, denn Erfolge sind bei der ganz breiten Mehrheit der Deutschen nicht gesehen worden. Vielleicht sollte der Vizeaussenminister mal öfter in den Wäldern um Detmold spazieren gehen anstatt die angereicherte Berliner Luft zu atmen.

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Aber es wächst

Obwohl es recht kühl und ziemlich feucht ist, freuts offensichtlich die Natur. Überall blüht und grünt es im Bielefelder Raum, während die Felder langsam absaufen.

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Hydrangaea-Tage 1

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Hydrangaea-Tage 2

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Rosentage 1

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Rosentage 2

Lavendel-Tage

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Schlafende Seeschönheit

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Irgendwie höhler

Es bewegt sich nichts in Sachen Prof. Höhler an der Uni Paderborn, direkt in der Nachbarschaft. Deshalb lesen wir nochmal genüßlich nach, was die ehemalige moralische Allroundwaffe Helmut Kohls am 23. Dezember 2002 in einem Interview mit dem Springer-Blättchen (z.B. BILD) „Journal für die Frau“ an Hohlheiten von sich gab:

„Höhler kennt die Chefetagen großer Konzerne und weiß, dass sich dort für Frauen eine Menge geändert hat – und das wissen auch die Frauen: „Sie begreifen, wie unentbehrlich ihre Wahrnehmung und ihre Urteile sind. Männer haben eine andere Wahrnehmung, die zu anderen Ergebnissen führt. Das heißt: Jeder liefert die halbe Welt.“ Laut Höhler interessieren sich Frauen mehr für das, was zwischen den Menschen läuft: „Die Frau hat den Multi View, den umfassenden Blick, während Männer eher mit dem Tunnelblick unterwegs sind“, sagt die Bestseller-Autorin.

Die Top-Beraterin ist viel unterwegs: reist, schreibt Bücher, hält Vorträge. Was für sie wahres Glück ist? „Die Gesichter meiner Lieben. Mit meinem Pferd in der Brandung galoppieren. Einen glitzernden Hang auf Skiern hinabgleiten. Sonne und Mond, der Sternenhimmel, die Natur.““

Na, erinnert das nicht an „BluboundMucki“ (Blut-und-Boden-Mutter-und-Kind) der dunkelsten deutschen Zeit?

Wer in Schilda Schilder will

Turbulentes, Bürgerunfreundliches hört man aus der Bielefelder KfZ-Zulassungsstelle. Viele stehen schon um 6 Uhr in der Früh vor der Tür, um endlich an Alublechschilder mit dem faszinierenden Kürzel „BI-XXXXXX“ für ihren fahrbaren Untersatz zu kommen. Die Warterei und die Art der Abwicklung scheint viel MIßmut auf sich zu ziehen. Andere Städte oder Landkreise (z.B. der Kreis Gütersloh) haben das offenbart besser im Griff als die Weltstadt.

Rechnen wir mal: Der Kreis Gütersloh hat 354.000 Einwohner, die Stadt Bielefeld knapp über 320.000. Die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge dürfte sich annähernd die Waage halten. Was also macht der Kreis GT schneller als Schilda?

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Mehr A2-Kontrollen

Wer an Bielefeld vorbei Richtung Hannover und umgekehrt fährt, muss sich auf „Kontrollen in noch nie dagewesenem Umfang“ einstellen. Sagt die Polizei. Und gibt als Grund für den Zuwachs der Unfälle um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr „hohes Tempo, Alkohol und Drogen“ an. Da wär doch mal interessant zu erfahren, um wieviel das Verkehrsaufkommen zugenommen hat, welche Baustellen hinzugekommen sind, und, und, und. Aber plakativ drohen ist ja eine bewährte Sache…..

Der Siebenschläfertag

9 Grad hier in Ostwestfalen. Grauer Himmel. Und Kachelmann sagt: „Das Wetter hat keine Erinnerung“. Da ist was dran. Vor einem Jahr gabs ein Sommermärchen, Bielefeld bekam nach provinziellen Querelen dann doch noch ein wenig „Public viewing“. Der Hund macht sich lang, streckt sich und schläft. So ist das an Siebenschläfer 2007.

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Am Anfang steht das Laktat.

Power-Ernst guckt wieder professionell grimmig. Von oben pieselts wie meist. Auf dem grünen Rasen säbeln Arminen-Beine den Kollegen um. Gestern Auftakt zur nächsten Drinbleib-Saison der Arminia Bielefeld auf dem Trainingsgelände an der Friedrich-Hagemann. Wenn Willy von der Spedition schräg gegenüber wieder die Brötchen schmiert und bringt, ist´s ein gutes Zeichen: Sie schaffen es erneut. Was? Na, das Drinbleiben im Oberhaus. Trotz Karlsruhe, Duisburg und Rostock. Schließlich hat Arminia jetzt auch einen waschechtenblonden Griechen in ihren Reihen.

Es gibt noch gute Nachrichten…..

Aus einer Pressemeldung der Stadt Bielefeld:

„Neue Radwanderkarte Bielefeld/Gütersloh

Die großen Ferien haben begonnen und viele Fahrradfreunde sind bereits auf den zahlreichen Radwegen ihrer Region unterwegs – es fehlte nur noch die richtige und vor allem aktuelle Karte! Die neu aufgelegte Radwanderkarte „Kreis Gütersloh, Stadt Bielefeld“ mit dem Landesvermessungsamt NRW als Herausgeber ist nun mit dem Begleitheft im Handel für 9,10 Euro erhältlich.

Die Radkarte im Maßstab 1:50.000 wurde komplett auf den aktuellen Stand gebracht. Sie ist in Zusammenarbeit zwischen dem Kreis Gütersloh (Liegenschaftskataster und Vermessung, Wirtschaftsförderung), der Stadt Bielefeld (Vermessungs- und Katasteramt, Amt für Verkehr, Bielefeld Marketing GmbH) und dem örtlichen ADFC entstanden. Große Änderungen bei den bestehenden Streckenführungen und weitere neu konzipierte Themenrouten machten eine umfassende Neubearbeitung des Karteninhalts notwendig. Das Radverkehrsnetz NRW – es ersetzt die alten „R“-Wege – wurde ebenso berücksichtigt wie die grundlegend neuen Wegeführungen in den Nachbarkreisen Herford und Lippe. Neue Themenrouten wie die Fürstenroute des Kreises Lippe sind, soweit sie für den Gütersloher oder Bielefelder Radwanderer wichtig sind, in die Karte aufgenommen. Auch die topographische Grundlage ist die aktuellste, die zurzeit beim Landesvermessungsamt NRW vorliegt.

Für das Stadtgebiet Bielefeld wurden die inzwischen in die Jahre gekommenen Radwandervorschläge BI 1 bis BI 10 hinsichtlich der Wegeführung den neuen Gegebenheiten und Anforderungen angepasst. Es wurde besonderer Wert auf verkehrsarme und gut zu befahrene Wegstrecken gelegt. Die Startpunkte der ausgewählten Strecken liegen jetzt so, dass sie mit dem Radverkehrsnetz NRW oder von den Endstationen der Stadtbahn aus bequem zu erreichen sind. Bei der Planung der neuen Radwanderstrecken war die Erfahrung und Ortskenntnis der mitwirkenden ADFC-Mitglieder eine besonders wertvolle Hilfe.

Das auf 80 Seiten erweiterte Begleitheft wurde ebenso wie die Karte umfassend aktualisiert. Es ist reich bebildert und informiert ausführlich über die Radrouten, die Sehenswürdigkeiten, die Städte und Ortschaften sowie die zahlreichen Radstationen. Tagesausflüge zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten der Umgebung sind für die Bielefelder Radwanderer in elf Vorschlägen beschrieben. Die Streckenlängen reichen dabei von 30 bis 50 Kilometer.

Die Radwanderkarte ist inklusive des Begleitheftes zum Preis von 9,10 Euro im Buchhandel, bei der Tourist-Information, beim ADFC und bei den Servicestellen von MoBiel erhältlich.“

Morgen ist Siebenschläfer

* Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.
* Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag.
* Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnet’s ganze sieben Wochen.
* Ist der Siebenschläfer nass, regnet´s ohne Unterlass.

Und was sagt uns das hier in Ostwestfalen? Nasse Aussichten.

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Auch die NW merkt was

Nun ist Gertrud Höhler, Deutschlands wohl umstrittenste Professorin und selbsternannte Heilsverkünderin, auch in der NW Neuen Westfälischen Zeitung, so richtig angekommen. Die Frau, der Paderborns Soziologe John Martina in einem Interview ebenfalls auf Seite 3 der NW nachsagt, sie „fühle sich dem Block alter politisch konservativer bis reaktionärer Eliten zugehörig“ und „…ein aufklärungsresistenter Sozialdarwinismus finde sich in ihren Textbau-steinen“. Sei es, wie es sei. Aber wer von Hessens ehemaligem Hartleiber, CDU-Dregger, Anfang der 80er Jahre zur potentiellen Wissenschaftsministerin Hessens proklamiert wurde, der hat sein Zelt wohl arg am rechten Rand aufgeschlagen. Wie das mit der Pose als „Herrenmensch“ im „blütenweißen Hosenanzug“ mit Samtgesakkotemkaschmirunterlegtem Sohnemann Abel in der online-Ausgabe des Manager-Magazins zusammenpasst, da mag sich jeder selbst einen Reim drauf machen. Der Schreiber dieser Zeilen hat die eilflinke Professorin vor vielen Jahren einmal in Frankfurt kennen gelernt. Der damalige Eindruck wird von der heutigen Gegenwart bestätigt.

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Schwingt der Aufschwung in OWL?

Ferdinand Klingenthal, seines Zeichens Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes OWL, sagt, der allenthalben propagierte Aufschwung „stagniere im Einzelhandel“. Was wir auch aus eigenen Beobachtungen bestätigen können. Die GfK – Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg dagegen, behauptet, die „Bereitschaft für größere Anschaffungen“ nehme bei den Deutschen zu. Vielleicht hätten die Nürnberger Konsumforscher mal Mitarbeiter von Schieder-Möbel oder jede Menge Autohändler der Region fragen sollen. Die sehen das nämlich ganz anders.

B wie Bielefeld in Reclams „Best of öde Orte“

BielefelderInnen, die ihre geburtlichen Wurzeln hier haben, laufen rot an, zitiert man aus Reclams kleinem Heftchen „Best of öde Orte“ jene Passage, die sich mit Anton Tschechows Bielefelder Durchfahrt 1904 mit der Eisenbahn befasst. Zitieren wir also einfach mal Fritz Tietz, der diesen gar köstlichen Text verfasst hat:

„Als Anton Pawlowitsch Tschechow am 8. Juni des Jahres 1904 mit der Eisenbahn von Berlin nach Badenweiler im Schwarzwald reiste (wo der bereits schwerkranke russische Schriftsteller wenige Wochen später verstarb), passierte er, über die Ost-West-Schiene via Ruhrgebiet fahrend, auch das auf halber Strecke zwischen Hannover und Dortmund gelegene Städtchen Bielefeld, in dessen Bahnhof es einen fahrplanmäßigen zehnminütigen Aufenthalt gab. Durch seine ihn begleitende Ehefrau Olga ist überliefert, daß Tschechow kurz hinter Hannover von der Reisemüdigkeit übermannt worden und eingeschlafen war, so daß er von Bielefeld zunächst keinerlei Notiz nahm. Erst während der Fahrt durch die gut 30 Kilometer hinter Bielefeld auftauchende Ortschaft Gütersloh sei er erwacht und habe sich über den für einen Russen gleichsam exotisch anmutenden Namen „Gütersloh“ sehr amüsiert gezeigt. Daraufhin sei er jedoch von Gattin Olga auf die soeben durchfahrene Stadt aufmerksam gemacht worden, deren Name, Bielefeld nämlich, einen, wie sie meinte, noch weitaus ulkigeren Klang besäße. Tschechow habe dem vorbehaltlos heiter zugestimmt, ehe er erneut in die Sitzpolster gesunken sei, um sich eine weitere Mütze Schlaf zu gönnen.

Nachzulesen ist diese kleine Episode in einer Broschüre, die, vom Bielefelder Heimattümler A. Liebold herausgegeben, mit „Unser schönes Bielefeld in der Literatur der Welt“ betitelt und immerhin zwölf Seiten stark ist. Das vermutlich einzige noch erhaltene Exemplar dieses Anno 1930 im Selbstverlag erschienenen historiographischen Kleinods befindet sich in der Stadtbibliothek an der Bielefelder Wilhelmstraße, wo es der literaturgeschichtlich Interessierte unter Aufsicht einsehen, natürlich aber niemals ausleihen kann. Ohne Probleme bekommt er dafür Die Illustrierten Jahresberichte des Statistischen Vereins zu Bielefeld ausgehändigt, die darüber hinaus auch in Buchhandlungen, Tabakgeschäften und einigen Kaufhäusern zahlreich zur kostenlosen Mitnahme ausliegen. “

Und weiter unten heißt es:

„Die ersten Bürger Bielefelds waren Strauchdiebe und Wegelagerer aus den umliegenden Teutoburger Wäldern. Durch die Gründung einer „Ehrbaren Zunft der Kaufmannschaft“ gaben sie sich zwar den Anschein von Seriosität, wickelten ihre Geschäfte jedoch weiterhin nach bewährter Methode ab, also durch Betrug, Raub und Trickgaunerei. Da hat sich bis heute nicht viel geändert.“

Meine Herrn, starker Tobak unter der Sparrenburg. Hoffentlich spannt jetzt nicht David seine Zwille….

Pro Bi. Was bewegen die?

Lauter wichtige Bielefelder sind im Verein „Pro Bielefeld“. Hochschulrektor, UnternehmerInnen, Bielefeld-Marketingmänner/Frauen, der Stadtwerke-Fürst, usw. Sie feiern gerne und sich selbst. Was diese illustre Gesellschaft aber letztlich für Bielefeld selbst bewegt, bleibt irgendwie neblig und wenig sichtbar. Lesen wir doch mal, was der Verein so unter „Profil“ von sich gibt:

„Mit seiner Arbeit verfolgt er die Imageprofilierung Bielefelds als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region Ostwestfalen-Lippe nach innen und außen, unterstützt das Stadtmarketing und engagiert sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bürgerinnen und Bürger.“

Aber zumindest kann man ja sagen: „Wir tun was“….. Schönen Wochenanfang.

Naive Provinz?

Heute Morgen feiert wie erwartet der sonntägliche Anzeigenblattableger des anderen ProvinzLokalblattes die Kanzleuse (Wofür?), während im polnischen Fernsehen derweil die polnischen Politzwillinge den nächsten Akt ihrer EU-Scharade beginnen. Zusammengefasst lautete das in etwa so:

„Die Kaczinskys haben im polnischen Fernsehen enthüllt, dass sie mit der „Quadratwurzel“ nur vernebeln wollten, welches Ziel sie eigentlich hatten: Die doppelte Mehrheit verschieben. Denn verschoben ist fast aufgehoben. Polen ist sich sicher, dass es bis 2014 gelingen werde, die doppelte Mehrheit überhaupt zu verhindern. Diese schlauen Kerlchen haben die Merkel perfekt hereingelegt.“

Tja, Frau Kanzler, Scheckbuch allein reicht eben nicht. Und das Hochstilisieren mittelmäßiger bzw. Steuerteurer Ergebnisse – siehe G8-Gipfel – hat eher wenig mit erfolgreicher Politik denn mehr mit willfährigen Medien zu tun. In diesem Sinne „Schönen Sonntag aus Ostwestfalen“. Frau Merkel schickt Ihnen einen neoliberalen Sonnenstrahl für 19 Euro.

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