Archiv für den Monat: Mai 2007

Stille Mohntage im Spargel

Offiziell endet der Spargelabstich zwar erst am 24. Juni, aber eine ganze Reihe von Feldern wird schon von sprießendem grünem Asparagus überwuchert. Ein ostwestfälischer Spargelbauer dazu lakonisch: „Wir hatten zu wenig Arbeitskräfte“. Aber betreten wir mal nicht das rutschige Feld von Spargelhelfern aus Polen oder Arbeitslosen aus Deutschland, die für Gotteslohnfünf Euro stechen könnten/sollten/wollen. Freuen wir uns am roten Klatschmohn im grünen Feld. Demnächst treibt die Berliner Nomenklatura sicher wieder unter Fahnenführung des Sauerländers Müntefering und SPD-Neuvorstandsmitglied Andrea Nahles eine neue Arbeitsmarktreformsau durch die Republik.

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Noch weniger in der Tüte

Nicht gut zu sprechen sind die Mitarbeiter der Bielefelder Marktkauf-Gruppe, einer Tochter der Edeka auf ihren Konzern. Nach dem Verkauf der Baumärkte, der Optiker-Kette Krane und der Beendigung eines aus Marketing-Sicht eher unbegreiflichen Russland-Abenteuers befürchten die Mitarbeiter, Edeka könne die Kette komplett zerschlagen und unter der Flagge „Edeka“ als Großfläche in den Regionalgesellschaften weiterführen….

Die Konzernführung beschwichtigt zwar, aber das hat sie bei den Baumärkten und zuvor beim Abbau von Arbeitsplätzen in der Bielefelder Zentrale ebenfalls getan.

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Trainerdiskussion?????

Klassenerhalt geschafft. Chardonnay-Affäre abgehakt. Spielerverpflichtungen laufen. Eigentlich alles soweit paletti beim DSC Arminia Bielefeld. Wenn man da nicht heut in der Früh in den Bielefelder LokalblättchenZeitungen von einer „Diskussion über Ernst Middendorps Vertragslaufzeit“ lesen würde. Hä??? Offensichtlich hat der Verein immer noch nicht gelernt, wie man professionelle Kommunikation nach außen betreibt und wie man mit sensiblen Themen wie einem Vertrag des Chefcoach gegenüber der Presse umgeht. Oder ist es eines von Power-Ernsts Psychotricks? Wie dem auch sei. Hoffen wir mal, das bald die Abrissbagger an der alten Osttribüne ihr lautes Werk beginnen und die Diskussionen nicht aus den Räumen der Geschäftsstelle nach außen dringen. Bzw. erst dann, wenn Köpfe mit Nägeln gemacht sind. Oder umgekehrt:-))

Die Kirchenbesetzung

Leider konnten wir hier bisher mangels Basiswissen wenig zum Thema „Besetzung der Paul-Gerhardt-Kirche in Bielefeld“ beitragen. Deshalb sei der Hinweis auf das Thema im „Sparrenblog“ erlaubt. Dort erfährt man auch mehr über die Hintergründe sowie „Pro“ und „Contra“.

Ein Grieche für Arminia

Heute präsentierte der DSC Arminia Bielefeld den ersten Neuzugang: Leonidas Kampantais. Der blonde 25-jährige Stürmer wechselt ablösefrei für zwei Jahre von AEK Athen zum DSC. Sein Vertrag gilt sowohl für die erste als auch für die zweite Liga. Mit den Griechen gabs ja in der ersten Liga bisher gute Erfahrungen. Denken wir an Gekas, Amanatidis, usw.

Zum Thema Provinz

Diese Geschichte ist zwar nicht wirklich passiert, könnte sich aber jederzeit in Bielefeld und Ostwestfalen zutragen. Besuch aus Hamburg. Man sucht die Trüffel der Stadt und der Region raus, zeigt sie voller Stolz: Ravensberger Spinnerei, Obersee mit Viadukt, SchücoArena, Kesselbrink (?), Stadthalle, Hauptbahnhof, Sparrenburg, Schwedenschanze, Japanischer Garten, Olderdisser Tierpark, Kunsthalle, Dr. Oetker-Bauten, Universität, und, ähm, und……… Die von den vielen Highlights und städtebaulichen Kleinodien erschöpften Gäste schleppt man schließlich ins 30 Meter hoch gelegene Bernsteins und zeigt ihnen die Stadt der güldnen Türme an der RennAutobahn A 2. Noch vor dem Dessert schlafen sie ein. Anderntags reisen sie ab, nicht ohne zuvor noch über den diesjährigen Leinewebermarkt gewandert zu sein und sich an den tausendfältigen kleinen Lustbarkeiten gelabt zu haben. Wenige Tage danach kommt eine Mail aus der Hansestadt: „Wie haltet Ihr es da aus?“. Tja, wie. Diese Frage stellen sich Bielefelder nicht.

Denn über allem wacht stoisch ein Kopf aus dem Jahre 1675, gesehen in der Mauerstraße.

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Abendstimmung über OWL

Der Bielefelder Leinewebermarkt mit rund 300.000 Besuchern geht in die letzten Stunden, der SC Paderborn hat verloren und ist doch in der 2. Liga geblieben. Ein Wochenende mit vielen Ereignissen und ohne Regen geht hier am Teutoburger Wald seiner Nacht auf Montag entgegen. Was wird die neue Woche bringen? Hoffentlich mehr Positives denn Negatives…

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Unsere superfitten Politiker

Heute gibts eine Menge Leserbriefe im „OWL am Sonntag“, dem sonntäglichen Anzeigenblatt des anderen ProvinzLokalblattes „Westfalenblatt“. Unisono werden da den Politikern die Leviten gelesen. Lassen wir mal beiseite, wer von unseren hiesigen Politikern Becksche oder Kanzlersche Ausmasse hat und konstatieren wir einfach ganz nüchtern, das die Regierung in Berlin und die meisten Minipräsen in den Bundesländern ein wunderbares Spiel entdeckt haben. Nein, nicht „Second Life“, da würde ihr Spruchblasendeutsch zu großen Staus führen. Sie hauen systematisch auf das Volk ein, das ihnen per Stimmabgabe oder Selbstdienung per Partei-Landesliste überhaupt erst erlaubt, in Berlin und den Landtagen lauthals zu schwadronieren. Wer´s im „richtigen“ Leben in seinem Beruf zu nichts Sensationellem gebracht hat, ergreift allzu gerne die politische Leiter und hangelt sich verbal nach oben, um loszutröten. Das ist ebenso durchsichtig wie dumm und kurzsichtig, soll es doch vom mannigfaltigen Versagen ablenken…..

Merke(l): Wer in einem so überdimensionalen Glashaus sitzt, sollte aufpassen, wenn er Steine wirft. Gell Frau Bundeskanzler?

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Arminia achtbar bei Tornado-Schalkern

2:1 schlägt Schalke die Arminen im letzten Bundesliga-Spiel der Saison. Zu wenig, um die Cottbus schlagenden Stuttgarter noch vom Meistertitel abzuhalten. Glückwunsch nach Spätzle-Town. Arminia hat sich im letzten Spiel anständig verabschiedet und einen gehörigen Vorsprung in der Tabelle als 12. auf den ersten Abstiegsrang.

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Rennpappe am Teuto

Da plastet er vor sich hin, der einstige Stolz der DDR. Aber Trabis sind überwiegend aus Plaste und rosten nicht so schnell weg. Dieser ziert das Grundstück einer Gärtnerei am Rande des Teutoburger Waldes. Wie lange wohl zu Honis Zeiten jemand auf ihn sparen und warten mußte?

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Hörgeräteakustiker in Brake

SIEG HoerTechnic GmbH und SIEG optic Brune und Gerking GmbH unter einem DachEin neuer Hörgeräteakustiker hat in Brake eröffnet.

Durch eine Dolby 5.1 Anlage wird dort die Situation nachgestellt in der der Hörgeräteträger Schwierigkeiten hat und dann das Hörsystem auf diese Situation hin optimiert.

Die Eröffnungsfeier steht noch aus –  Wird aber kommen.
Im Internet ist er unter www.sieg-hoertechnic.de zu finden.

Die B 68

Wer in Bielefeld startet und im Ortsteil Quelle auf die B 68 Richtung Osnabrück fährt, erlebt den täglichen Wahnsinn. Tausende von LkW und KfZ schleichen über die B 68 durch Halle, kurz hinter der Bielefelder Stadtgrenze. Wahrscheinlich sehen sie auch den heruntergekommenen Flohmarkt

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rechts der Straße, die irgendwann einmal durch den noch zu bauenden Autobahnlückenschluß der A 33 Bielefeld – Borgholzhausen entlastet werden soll. Bis dahin geben rechts und links der Bundesstraße jede Menge Geschäfte auf.

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Landschaftlich ist die Gegend reizvoll, führt an den Hängen des Teutoburger Waldes entlang, linker Hand erhascht man einen Blick auf das Gerry-Weber-Stadion, wo bald wieder die Weltfestpiele des Tennis stattfinden.

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Die Pflasterchirurgen kommen

Nun ist es amtlich, die Mängelbeseitigung im Bielefelder Altstadt-Pflaster beginnt Montag, 21. Mai, und dauert bis voraussichtlich Freitag, 25. Mai. An verschiedenen Stellen in der Fußgängerzone der Altstadt. Kleinere Mängel im neuen Pflaster sollen beseitigt werden (und die Spuren vom Leineweber-Markt). Fußgänger- und Lieferverkehr in der Fußgängerzone bleiben weiterhin möglich. Ritterstraße, Renteistraße und Hagenbruchstraße im Bereich der Fußgängerüberwege bleiben frei befahrbar.

Vom Leineweber verfolgt

Auf Schritt und Tritt verfolgen einen die Plakate zu Bielefelds größter Innenstadtsperrung, dem Leinwebermarkt. Also entweder Bogen drum machen oder ins Gewühle stürzen. Heute um 18 Uhr eröfffnert OB David den Trubel.

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Keine Sahnetrüffel mehr am Gehrenberg

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In der Vergangenheit zog er immer mal wieder die Runde über den Bielefelder Gehrenberg in der Altstadt, um ihr „Weisse Sahnetrüffel“ von Leysieffer aus dem kleinen Geschäft „Pralinen und Präsente“ mitzubringen. Das ist nun Geschichte. In die Lokalitäten wird ein „kleines gemütliches Bistro“ einziehen, wovon Bielefeld ja bekanntlich keine hat (Scherz!) .

Ansonsten tut sich in der Gastro-Szene noch was: eine Nichtraucherbar „Sonderbar“ am Hauptbahnhof (Nein, es wurde nicht „Tüte“ getauft) und die „Rincon Latino Restaurant Bar“ an der August-Bebel-Straße sind neu.

In der Welthauptstadt der Brachflächen ist zumindest die Lokalszene aktiv. Aber ob sie sich alle rechnen?

Schlauchboote nach Schalke

Dieser Tage kann man auf der Autobahn bei Gelsenkirchen nahe der SchalkeArena tausende von Tiefladern mit dem polizeilichen Kennzeichen „S-NM 2007“ (Stuttgart-NeuerMeister 2007) beobachten. Alle sind sie mit Schlauchbooten beladen, die hübsche Namen wie „Maultäschle“ oder „Trollinger“ tragen. Kommender Samstag, 19. Mai 2007 jährt sich jener Tag, der 19. Mai 2001, als Schalke für vier Minuten und 40 Sekunden Meister war. Woraus dann auf ewig der „Meister der Herzen“ wurde.

Diesmal kommts noch anders. Arminia Bielefeld spielt beim „gefühlten Meister“ und der VfB Stuttgart zeitgleich daheim gegen Energie Cottbus. Bis 1 Minute vor Spielschluß wird es in Stuttgart 0:0 stehen und Schalke 1:0 gegen die Arminen führen. Am Rande des Spielfeldes liegen ruhig die Boote. In der 91. tritt Jörg Böhme von Arminia (ehemals Schalker) zum Freistoß an und jagt den Ball final in die Maschen. 1:1. Stuttgart Meister. Wenige Sekunden später rauscht und gluckert es von den Schalker Rängen, ein Sturzbach aus tausenden von Tränen überflutet die SchalkeArena, die Schlauchboote aus den Werkstätten von Daimler ohne Chrysler und Porsche liegen satt im Tränenmeer. In einem mit dem schönen Namen „Neckarlerche“ steht aufrecht Rudi Assauer, stakst wie ein Gondoliere. In der rechten ein frisches Veltins. Als seine Lebensgefährtin Simone T. ebenfalls ein Schlauchboot mit dem Namen „Wieder nicht“ besteigen will, ruft der ehemalige Schalke-Macher ihr zu: „Nur gucken. Nicht anfassen“. Aus Stuttgart hört man, der Himmel habe seine Schleusen geöffnet und lasse es Millionen Spätzle regnen.

Die weiter erstklassigen Arminen stehen oben auf dem letzten Rang und gucken auf das Schauspiel. „Déjà vu auf Schalke“.

Nachtrag am 18. Mai aus aktuellem Anlaß: „Einige Leute halten Fußball für einen Kampf auf Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist!“ (Bill Shankly, ehemaliger Coach des FC Liverpool)

Renaissance der Münztelefone

Man hat sie zerschlagen, angesprayt, demoliert. Dann fasste die Telekom die einsameweisedumme Entscheidung, gar keine Telefonhäuschen mehr aufstellen zu wollen. Der Markt hat dem Denken des Magentariesen einen Strich durch die Überlegungen gemacht und nun kommen sie wieder, die Telefonhäuschen, wenn auch eher als Freiluftstationen. Es hat eben doch nicht jeder ein Mobiltelefon. Dieses Teil hier ist eine private Version mitten in Bielefeld. Der Griff mit dem roten Knubbel ist allerdings nicht Bestandteil einer Slotmachine….

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Bielefelds Männer unterklug

In der Rangfolge der größten deutschen Städte steht Bielefeld auf Platz 18. In der von der Zeitschruift „Men´s Health“ veröffentlichten Liste der „klügsten deutschen Männer“ stehen sie nur auf Rang 26. Für die Studie wurden 225 Fragen aus neun Wissensgebieten an 7900 Männer gestellt…..

Weltkapitale der Pömpel

Wer Bielefeld erstmals besucht, staunt über die Unzahl an Pömpeln. „Pömpel regiern die Welt“, singt man dem unbedarften Besucher vor, dessen Blick an der Nicolaikirche entlang zum Leineweberdenkmal Richtung Ratscafé schweift und Pömpel streift. Bielefelds Ordnungsamt muß einen wahrlich großen Kontrakt mit Pömpelherstellern geschlossen haben. Alles sozusagen wasserdicht verpömpelt. Damit kein unbedarfter Fuß verbotenes Gebiet betrete? Ostwestfalens altgermanischer Held Hermann hätte spottend seinen Fuß auf einen Pömpel gesetzt und gerufen: „Was brauch ich Pömpel? Ich zieh mein Schwert gegen die Römer“. Worauf ein wirklicher Zyniker aus dem Hintergrund gerufen hätte: „Wo zu viele Pömpel sind, fehlts an Verwaltungs-phantasie“……

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Unsere Frau in Berlin

Lena Strothmann ist seit jeher als umtriebig bekannt. Präsidentin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, CDU-Mitglied des Bundestages, selbständige Schneidermeisterin, Mutter. Auf ihrer Website findet sich folgender Satz zur Politik ihrer Partei:

„Ein menschlicher, an christlichen Werten ausgerichteter Kurs: Das sind Kompaß und Richtmaß unserer Politik. Auf dieser Grundlage treten wir an, unser Gemeinwesen in der sich verändernden Welt weiterzuentwickeln. Wir werden diesen Weg mit Mut und Tatkraft gehen, um unseren Kindern und Enkeln für ihre Zukunft im 21. Jahrhundert alle Chancen zu geben.“

Wer am gestrigen Bremer Wahlabend aufmerksam verfolgte, wie die Riesenschlappe der dortigen großen Koalition kommentiert wurde, macht sich Sorgen um die Realität des Inhaltes dieses oben zitierten Satzes. Wähler, die das 12 Jahre anhaltende Dahingeschleppe im kleinsten Bundesland nicht mehr mit einem schwarzroten Kreuzchen honorieren wollten, stehen schlicht als „Wahlverderber“ da. Schönes Demokratieverständnis. Wie wär´s mit „Mehr anstrengen? Mehr Ehrlichkeit? Mehr Klarheit?“