Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mai '07

Warum Rheda-Wiedenbrück?

Nun hat es Bielefelds kleiner Stadtnachbar, Rheda-Wiedenbrück (Auch eine Heimstatt des mächtigen Medienzieherkonzerns Bertelsmann) in die Kommentarspalten der großen Presse geschafft:

“”Nirgendwo sind die Busfahrer unfreundlicher, die Schulden höher, die Schulschlägereien brutaler, die Selbstüberschätzung größer … Kai Diekmann und sein Blatt sind nur die prominentesten Opfer des Agendasettings, an dem er so gerne teilhaben möchte. Wenn er wirklich eine Zeitung machen wollte, die so wäre wie das Land und seine Bewohner, sollte er die Redaktion nach Rheda-Wiedenbrück, Wanne-Eickel oder Jauernick-Buschbach verlegen. Denn Deutschlands Herz schlägt in der Provinz.”

Christoph Siemes in der “Zeit” über das “Missverständnis ‘Bild’ in Berlin. “Die Zeit”

Hmmmm, wäre Bielefeld nicht noch passender gewesen?

1900 gegründet. 2007 aufgegeben.

Die Großgärtnerei Storbeck an der Bielefelder Petristraße wird zum 30. Juni geschlossen. Inhaber Otto Storbeck gibt nach unzähligen Querelen und – laut NW von heute – “Verärgerung über die Stadt Bielefeld” entnervt auf. Nach 107 Jahren als gärtnerische Institution verlieren 30 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Die Umwidmung des Riesengeländes in Baugebiet läßt seit 2001 auf sich warten. Was wiederum nicht verwundert, stehen doch Forderungen der Stadt nach “weiteren Gutachten” im Raum.

Es sei an dieser Stelle erinnert an Bielefelds bedeutende Bauruinen und Brachlagen: Kesselbrink, Mercedes-Gelände an der Herforder Straße, Neumarkt, Hauptpost, und, und, und …… Auf dem Leineweber-Markt weden sie alle wieder fröhlich in den Mai tanzen, die mutigen Entscheider und Visionäre dieser Stadt.

Lichtblick

In der heutigen NW Neue Westfälische, dem anderen ProvinzLokalblatt Bielefelds und der Region gibt es einen Kommentar von NW-Redakteuse Nicole Hille-Priebe zum Heiligendammer G8-Wahnsinn. Er gipfelt im Schlußsatz: “Eine Politik, die Menschen zu Zaungästen macht, die die Zeche hinterher auch noch zahlen dürfen”. Wie wahr, wie wahr. Ein Kommentar-Lichtblick. Zwar gibts hier in Bielefeld keinen Zaun, der das Rathaus schützt, aber die Politik da drinnen erinnert auch häufig an G8-Gutsherrenart. Eines vor allem haben sie alle verloren, egal ob G8-Treffer oder Lokalpolitiker: Bodenhaftung. Und Achtung vor den Menschen, die sie gewählt haben, um anständig, menschenwürdig und mit Augenmaß regiert oder verwaltet zu werden. So bleibt G 8 in Heiligendamm ein Menetekel, das für die Anmaßung heutiger Politiker steht. Da gibts doch nur eins: Bei der nächstmöglichen Wahl bewußt anders ankreuzen. Wenigstens Denkzettel dürfen wir Vorratsgespeicherten Überwachten präventiv Verdächtigen (noch) verteilen. “Big Brother” ist schon ein alter Hut. “Animal Farm” läßt grüßen. Da regieren in George Orwells Roman die Schweine…….

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