Erst der routinemäßige Blick in die Mitteilungen der Stadt Bielefeld offenbarte es: Der 9. Mai ist durch Artikel IV-1 Satz 5 des Vertrages der Mitgliedstaaten der Europäischen Union über die Verfassung für Europa als Europatag bestimmt worden. Dieser Vertrag wurde am 29. Oktober 2004 von den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten in Rom unterzeichnet.
Das entging dem Schreiber vor lauter Sarkozy, G 8-Gipfeleien, Heiligendammer 12-Millionen-Zäunen (”Niemand baut bessere Mauern und Zäune als Deutschland”) und anderen aufregenden Ereignissen außerhalb der Weltstadt am Teutoburger Wald. Eurotag. Soso. Sarkozy will das französische Volk ebenso wenig über eine Verfassung der EU abstimmen lassen wie das Kanzler. Warum auch. Was hat das Volk schon für eine Ahnung, was in den Köpfen der Wichtigen vor sich geht. Wüßte es ob der tiefen Leere vieler, es würde noch mehr erschrecken. NapoleonSarkozy sitzt noch nicht einmal im präsidialen Elysee-Sessel, da fällt er schon mit einer Luxusreise auf, die ein Industrieller bezahlt hat. Vive la France. Es lebe das grenzenlose, das neoliberale Europa. Vorsicht, das ist zynisch gemeint. Häufig muß man die geballte Faust unter der Schreibtischplatte verstecken. Selbst in Bielefeld.





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