Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Feb '07

Brackwede. Das Köln Bielefelds?

Geht man nach der Dichte ostwestfälisch-lippischer Comedians in Deutschland, sind die Einwohner rings um die Kapitale Bielefeld herum durchaus als “humorbegabt” zu bezeichnen. Das liesse Schlüsse auf ein ausgedehntes karnevalistisches Treiben zu. Aber dem ist in Praxi mitnichten so. Gräbt man aber tief nach dem Frohsinn der Jecken, wird man auf einer Website aus Brackwede fündig. Zitieren wir doch mal, wie der Karneval nach dem 2. Wekltkrieg nach Ostwestfalen kam. Vorher muß man wohl zum Feiern in den Kohlenkeller gegangen sein:

“Nach dem dem sonntäglichen Besuch des Gottesdienstes noch auf einen Schluck und einen Plausch zusammen zu sitzen, diese gesellige Tradition pflegten auch die Mitglieder der Katholischen Männergemeinschaft der Brackweder Herz-Jesu-Gemeinde. Und so saß man an einem Sonntag des Jahres 1948 wieder einmal in der Wirtsstube der “Vier Taxbaume” beisammen und überlegte, in welchem Rahmen man wohl eine Wohltätigkeitsveranstaltung, deren Erlös kinderreichen Familien helfen sollte, durchführen konnte. Zu dieser Sonntags-Runde zählte auch das aus dem Rheinland stammende
Ehepaar Agnes und August Worring, das wohl in der “narrenfreien Zone” Ostwestfalen zünftigen Karneval à la Rheinland vermißte. Denn Agnes Worring war es, die die Ausrichtung einer fröhlichen Karnevalfeier vorschlug. Und mit ihrer Idee stieß sie keinesfalls auf taube Ohren. Um diese Idee in die Tat umzusetzen, trafen sich am 11.11. 1948 - welches Datum hatte wohl passender sein können - 25 Männer und Frauen in der Gaststätte “Deutsches Haus”, um die konkrete Planung eines Kappenfestes in Angriff zu nehmen.”

Brackwede
- Epizentrum des heimischen Karnevals. Lutter Alaaaff ! Oder so.

Hort der Kunst

Spricht man über Kunst in Bielefeld, fällt zunächst nur der Begriff “Kunsthalle”. Aber es gibt daneben durchaus einiges Bemerkenswerte, weit über die Grenzen von SchildaBielefeld hinaus. Zitieren wir also eine Pressemeldung von Bielefeld-Marketing:

“Die Kunst bestimmt Alexander Baumgartes Leben – und das von früher Kindheit an. Als Galerist handelt er mit den Werken international renommierter Künstler, als Inhaber einer Kunstberatungsgesellschaft hat er bislang für weit über 60 Unternehmen Kunstkonzepte entwickelt und umgesetzt. „Mit der Idee, über die Galerie hinaus führenden Wirtschaftsunternehmen eine Dienstleistung in Sachen Kunst anzubieten, habe ich in Deutschland Pionierarbeit geleistet“, sagt der 38-jährige Bielefelder.

Als Sohn eines Industriellen und einer Malerin wurde Alexander Baumgarte schon als kleiner Junge im Elternhaus an Kunst herangeführt und zu bedeutenden Ausstellungen wie der Documenta und der Biennale Venedig mitgenommen. In Bielefeld und München studierte er Jura und Kunstgeschichte. „Das Jura-Examen bedeutete für mich eine sichere Qualifikation, aber dann siegte doch die Kunst“, erklärt er. 1985 übernahm er mit Dr. Nathan Samuelis, der Ende der 80er Jahre in Genf verstarb, die 1975 gegründete Galerie seiner Mutter Ruth und firmierte sie zur Galerie Samuelis Baumgarte um. Bald schon holte er viele Künstler nach Bielefeld, die nie zuvor in der Stadt am Teutoburger Wald gezeigt worden waren – Joseph Beuys und Johannes Grützke gehörten dazu.

Auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 1.000 Quadratmetern präsentiert die Samuelis Baumgarte Galerie heute in der Bielefelder Innenstadt internationale Gegenwartskunst etablierter Namen wie etwa Heinz Mack, Marie-Jo Lafontaine, Fabrizio Plessi und Frank Stella. „Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Förderung von jungen Talenten“, betont Alexander Baumgarte.

Rund 250 Ausstellungen hat der 38-Jährige seit 1985 bereits gezeigt. Wichtig sind ihm eigene Positionen in der Kunst, wobei er das gesamte Spektrum von Malerei über Skulptur bis hin zur Installation und Fotografie abbildet. Seine besondere Leidenschaft sind große thematische Ausstellungen: So waren Mitte der 90er Jahre Frauendarstellungen des 20. Jahrhunderts von Botero bis Warhol in der Bielefelder Galerie zu sehen.

Vor fast 20 Jahren hat Alexander Baumgarte eine eigenständige Kunstberatungsgesellschaft, die europaweit agierende Samuelis Baumgarte Art Consulting, gegründet. „In einem modernen Unternehmen bedeutet das Engagement für die Kunst heute weit mehr als nur Mäzenatentum. Als Bestandteil der Unternehmenskultur erlebt Gegenwartskunst eine Innen- und Außenwirkung“, sagt er. Große und mittelständische Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, Konzerne, Banken, Immobilien- und Investmentfondsgesellschaften, Verbände und Anwaltssoziäten gehören ebenso zu seinen Kunden wie Betreiber von Hotelanlagen und Kreuzfahrtschiffen.

Nach einer Ortsbesichtigung und intensiven Gesprächen mit seinen Auftraggebern entwickelt Alexander Baumgarte ein ganzheitliches Kunstkonzept unter Berücksichtigung von Unternehmenskultur, Architektur und Budget. Er wählt Künstler und Exponate aus und betreut mit seinen 18 Mitarbeitern, darunter Kunsthistoriker und Projektarchitekten, die gesamte Realisierungsphase bis hin zum Transport und Aufbau der Kunstwerke sowie der Organisation von Versicherungen.

Die Liste seiner Referenzobjekte ist lang. Für das Foyer des Axel Springer Verlages in Hamburg engagierte Baumgarte den Amerikaner Frank Stella, der wandhohe Bilder in strahlender Farbfeldmalerei schuf. Für das Treppenhaus der Bertelsmann Kommandantur Unter den Linden 1 in Berlin erdachte Heinz Mack im Auftrag des Bielefelder Kunstberaters farbige Wandgemälde. Rund 200 bunte Figuren schweben über dem Eingangsbereich der Verwaltungszentrale der Berliner Verkehrsbetriebe, während die Besucher des Hamburger Bankhauses Wölbern von Projektionen empfangen werden, die Unterwasseraufnahmen von Wellen und Wolken im Rückspiegel eines Segelflugzeuges zeigen.

Mit Repräsentanzen ist die Samuelis Baumgarte Art Consultung inzwischen in sieben deutschen Großstädten sowie in Palma de Mallorca und in New York vertreten; weitere Filialen im In- und Ausland sind geplant. Denn Stillstand ist für Alexander Baumgarte ein Fremdwort: „Um in meiner Branche erfolgreich zu sein, muss man immer am Puls der Zeit sein.“

Kohle für viel Kohle

Die Stadtwerke Bielefeld mit ihrem umtriebigen Geschäftsführer Brinkmann an der Spitze wollen 2012 ein neues Heizkraftwerk in Betrieb nehmen. Kosten: 160 Millionen Euro. Trotz höherere Stromerzeugungsleistung soll das neue Kraftwerk die Emissionen des bisherigen alten Systems nicht überschreiten. Nun ja, lassen wir das einfach mal so stehen und schauen wir uns - kritisch - an, was da so kommen wird. Bis dahin halten wirs mit dem alten Physikerspruch: “Macht Watt Ihr Volt”.