Ich hatte Bielefelder Grauen versprochen. Legen wir los. Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor dem Amerikahaus. Sehen marktschreierische Auslobung von Billigangeboten und entdecken blinde Scheiben, partiellen Verfall, zugeklebte Schaufensterscheiben. Der markante, 1993 fertigestellte Bau beherbergte einmal größerflächigen Handel und Büros. Heute grinst hier das pure Nichts und der Bielefelder Einzelhandel in der Innenstadt wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Ansiedlung von Wettbewerb. Das Parkhaus im Parterre – obwohl Innenstadtnah – lädt nicht zum Abstellen des Gefährts ein.

Das ganze Gebilde, hinter dem einer der unwirtlichsten Bielefelder Plätze – der Neumarkt – liegt, gehört zusammen mit dem Telecom-Areal (Hochhaus, Alte Hauptpost) einem Fond, der nicht in die Puschen kommt. Hier eine Momentaufnahme von Bielefelds exclusivster Müllhalde:
Einzig Immoblienmakler Fredebeul macht einen mutigen Versuch, einen Eckbau mit Wohnungen und Läden zu entwickeln. Angesichts der riesigen Gesamttristesse leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der extrem zugig und ungemütlich im Stadtwind liegt. Von der Verwaltung im Rathaus hört man immer wieder das Wort “Vertagung des Problems”. So ist das eben mit Plätzen, die Oberbürgermeister und Baudezernt anscheinend nur aus den alten Archiven kennen. Der Link unter Amerikahaus zeigt, wie lange das schon ein Thema hier ist.



9 Kommentare »