Verfasst von textexter - Kategorie: Allgemeines und Sonstiges
Wer von der Ritterstraße ins Souterrain eines großbürgerlichen Hauses schaut (siehe Montage). sieht unter anderem eine beleuchtete Büste:

Nur wenigen, wirklich alten Bielefeldern ist der Firmenname A.W. KJisker noch ein Begriff. Dabei ist die Story des Hauses eng mit dem ehemals berühmten Bielefelder Leinen verbunden. 1837 unter dem Namen “Ferdinand Lueder und Kisker – Fabrikgeschäft in Leinen, Taschentüchern und Tischzeug” gegründet, lieferte die Firma 1840 erstmals Tischwäsche an das Königliche Hofmarschallamt und war von 1842 bis 918 kaiserlich-königlicher Hoflieferant. 1852 übernahm die Firma die Schelpser Bleiche in der Senne, die zwanzig Jahre später an die Firma Windel (”Windelsbleiche/Sennestadt”) verkauft wurde. 1860 wurde sie umbenannt in “A. W. Kisker – Leinen- und Tischzeugfabrik”. Die 1889 in Milse gegründete erste mechanische Weberei zog immer mehr Menschen in dieses Gebiet. Der 1913 errichtete, rund 20 Meter hohe Wasserturm auf dem Betriebsgelände ist bis heute erhalten ist und ein Milser Blickfang.
Ende der “Goldenen Zwanziger” Jahre lieferte Kisker Waren zur Ausstattung des Passagierschiffes Bremen (Schwesterschiff der Europa), bevor man im Zweiten Weltkrieg Zulieferer für die Rüstungsindustrie wurde. Es wurden hauptsächlich Fallschirme und Flugzeugbespannungen gefertigt, bevor die Anlagen 1945 schließlich von den Amerikanern besetzt und schließlich demontiert wurden.
Im Archiv der Firma A. W. Kisker ist ein von 1895 datierendes Schreiben verwahrt, in dem Otto Fürst von Bismarck der Firma seinen Dank ausdrückt.
Ferner soll Paul von Hindenburg im Jahr 1922 im Zuge der Geldentwertung gesagt haben, dass er sich fortan das schöne Bielefelder Leinen nicht mehr leisten könne…
Auf dem historischen Betriebsgelände der ehemaligen Firma A. W. Kisker an der Milser Straße sitzen heute zahlreiche Gewerbetreibende.
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