Guter Vorschlag für die Zukunft des Kesselbrik Restaurants

Der Betreiber des Kesselbrik Restaurants hat Insolvenz angemeldet.Für die Zukunft des Würfels hat Veronika Bennholt-Thomsen einen guten Vorschlag parat.:

Buntes Bielefeld: Vorschlag für den grünen Würfel am Kesselbrink
Die AWO und die NW machen es vor. Am Sonntag, 16. August organisieren sie den „bunten Tisch“, an den Bielefelder/innen Flüchtlinge zum Picknick einladen. Einfach so, ohne viel Tamtam, nur um mit leckeren Kleinigkeiten gemeinsam am Tisch zu sitzen, miteinander zu reden, sich kennen zu lernen, zusammen fröhlich zu sein. Eine wunderbare Idee (!), die auch auf den Würfel übertragen werden könnte: Schaffen wir doch dort eine Stadtkantine! Das war vor Jahren schon der Vorschlag des Bielefelder Sozialforums, nämlich auf dem Kesselbrink eine Begegnungsstätte zu schaffen, ähnlich der Bürgerwache auf dem Siggi, gemeinnützig, mit Räumen für Veranstaltungen und damit sich dort alle Bielefelder/innen treffen könnten, indem sie an langen Tischen ein gutes Essen miteinander teilen, Menschen jeglicher Herkunft, jeglichen Alters, jeglichen Einkommens. Man lädt sich gegenseitig ein, indem man tätig ist, beim Kochen, Tischdecken usw. hilft, oder indem wer es kann, einfach etwas mehr Geld gibt, damit alle sich das gute Essen leisten können. Das Sozialforum Bielefeld macht seit drei Jahren vor, dass es geht. In der Begegnungsstätte am Bültmannshof gibt es jeden Samstag die Stadtteilkantine. Gekocht wird von unterschiedlichen Kochteams (ein 3-Gänge-Menü!), es kommen 30 bis 40 Gäste (als die LateinamerikanerInnen vom Welthaus kochten waren es über 50, ein andermal ebenfalls als es Bärlauchblütenpesto gab). Auf der Gelddose am Ausgang steht: „Die Köche/innen arbeiten unentgeltlich. Die Kosten für die Zutaten werden geteilt. Jede/r gibt dazu, was er/sie geben mag und geben kann.“ Kein Aufrechnen mehr, keine Frage nach Berechtigung aufgrund von Berechnung. Alle Bewohner/innen des Viertels können sich so näher kennenlernen, Freundschaften entstehen, man hilft sich mehr im Alltag, tut etwas gegen die Isolierung, besucht sich, wenn jemand krank oder viel zu lange alleine ist usw., usw. Das Motto des Sozialforums lautet „ein anderes Bielefeld ist möglich“, nämlich ein buntes, gemeinschaftliches. Angestiftet wurde die Sozialforumsbewegung durch Porto Alegre in Brasilien, wo sich Menschen aus den Slums, aus den wohlsituierten Vierteln und aus der Stadtverwaltung zusammentaten, um basisdemokratisch und mit neuen Ideen über einen großen Teil des städtischen Haushalts zu bestimmen. Es gelang ihnen, die Müllberge in den Straßen zu bewältigen und den städtischen ÖPNV zu sanieren, sowie neue Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten zu schaffen. Der Gedanke dahinter wurde weltweit aufgegriffen: gegen Ausgrenzung und Konkurrenz, gemeinsam schaffen wir uns ein gutes Leben…auf dem Kesselbrink in Bielefeld!“

6 Gedanken zu „Guter Vorschlag für die Zukunft des Kesselbrik Restaurants

  1. mimi

    Ich bin für einen teilweisen, stufenförmigen Abriss des Gebäudes.
    Der Würfel würde so zum Stufenwürfel und könnte wunderbar in die Skater- Area einbezogen werden. Wie überhaupt der ganze Kesselbrink am besten zur Skaterzone wird. Samstags kann der Markt stattfinden…aber einen weiteren Freßtempel oder eine alternative Tafel brauchen wir weder dort noch anderswo!

  2. Babsi die Kleine

    Die Aktion finde ich schon sehr schön. Da kann man sich wirklich mal eine Scheibe von abschneiden. Die Porto Alegre hat es schon richtig gemacht. Da wünscht man sich allgemein mehr Akzeptanz in der heutigen Gesellschaft. Es gibt leider immer Ausnahmen, bei denen es nicht so gut funktioniert, aber man kann wenigstens versuchen miteinander zu leben, schließlich sind wir ja alle dann Nachbarn.
    Respekt an Bielefeld, dass sie das so hin bekommen haben!
    Vor allem, wenn dadurch die Stadt und die Gemeinschaft gestärkt wird, kann man es vielleicht ähnlich wie in Brasilien schaffen und mehr Arbeitsplätze schaffen. 🙂 Wer weiß.
    Liebe Grüße!

  3. wolfspups

    Also ich finde nicht, dass Bielefeld keine weiteren Fresstempel mehr braucht.
    Was Bielefeld wirklich braucht, sind mehr Nischenrestaurants.
    Porto Alegre hin oder her, ich finde, in den Würfel würde ein Restaurant für vegane lesbische Asylbewerberinnen passen.
    By the way…hat Bielefeld eigentlich schon Haustierrestaurants?

  4. Alexander Kowalak

    Au ja, ihr Vollpfosten. Ein Haustierrestaurant. Da geht es euren chaotischen Miezen und verfilzten Kläffern an den Kragen. Die lass ich mir an einer leichten Champagnermousse mit Bio-Kresse munden. Die Chinesen in dieser Pennerstadt werden begeistert sein.
    Ihr seid dermaßen bescheuert, daß es man euch hier ausschließen sollte. Ich werde mich deshalb an den ominösen Blogbetreiber wenden, dann werdet ihr schon sehen, wie schnell ihr weg seid von Fenster und ich lach dann geil HAR HAR HAR.

  5. Anwohner

    Der ganze Kesselbrink ist doch schon eine Begegnungsstätte. Ich begne dort andauernd jemandem.
    Wenn Nachbarn, die hier am Kesselbrink wohnen sich zum gemeinsamen Essen treffen wollen haben sie verschiedene Pommesbuden zur Auswahl.
    Ich will nicht für meine Nachbarn kochen!
    Für FreundInnen schon. Zu Hause nämlich.
    Abreißen den häßlichen Würfel. SOFORT!

  6. marianne

    „ein anderes Bielefeld ist möglich“
    ja stimmt. Aber die Menschen am Kesselbrink brauchen dazu nicht die Ratschläge einer emrimitierten Profin, die in der schnieken Brandenburger Straße wohnt.
    Wie die Leute kommunizieren oder einander helfen wollen (oder eben nicht) können die nämlich schon ganz alleine entscheiden, Frau Bennholt-Thomsen!

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