Der Bielefelder Polizeipräsident geht (un)freiwillig in den vorzeitigen Ruhestand

Der Bielefelder Polizeipräsident hat am 7.10 bekannt gegeben, dass er nächsten Früjahr in den vorzeitigen Ruhestand geht. Als offiziellen Grund hat er gesundheitliche Probleme angegeben. Bei Behörden wird häufig der vorzeitige Ruhestand bei Fehlverhalten Nahe gelegt, um so Skandale in der Öffentlichkeit zu vermeiden. Da der Polizeipräsident Erwin Südfeld keine passende oder auch unpassende Gelegenheit auslässt um seine Gesicht vor die Kamera zu halten, tippe ich eher auf letzteres. Zum Abschied hat Radio Lippe eine hübsche Hommage an den Polizeipräsidenten verfasst:

Der in Detmold wohnende Erwin Südfeld hatte das Amt im 2001 übernommen, nachdem der Lagenser Horst Kruse als Polizeipräsident mit seiner Drogenpolitik intensiv in die Kritik geraten und schlussendlich beurlaubt worden war. In seiner zehnjährigen Amtszeit hat Südfeld die 1350 Köpfe große Behörde wieder in ruhigeres Fahrwasser gebracht.

D.h. übersetzt:

Der in Detmold wohnende Erwin Südfeld hatte das Amt im 2001 übernommen, nachdem der Lagenser Horst Kruse als Polizeipräsident mit seiner liberalen Drogenpolitik bei den Hardliner unter den Polizeibeamten intensiv in die Kritik geraten war und er deswegen wegen Strafvereitelung von seinen Mitarbeitern angezeigt wurde. Schlussendlich wurde er vom damaligen Innenminister beurlaubt, obwohl dieses die liberale Drogenpolitik mitgetragen hatte. In seiner zehnjährigen Amtszeit hat Südfeld den 1350 Polizeibeamten freie Hand bei Arbeit gelassen, so dass sie ihre eigene Auffassung von Recht und Gesetz praktizieren konnten.

Ach so der CCC hat das Innenministerium 36 Stunden vor der Herausgabe seiner Pressemitteilung über den Staatstrojaner informiert. Somit wussten wohl am 7. Oktober auch die Polizeipräsidenten der Länder Bescheid, die einen Trojaner Einsatz genehmigt hatten…