Was der Denker so denkt

Der Rodische Denker vor der Bielefelder Kunsthalle kommt nicht mehr aus dem Denken heraus. Jetzt haben die Insassen des schildaesken Rathauses am Niederwall getagt und „sperren sich nicht gegen ein neues Shoppingzentrum“ als Passage von der Stresemannstraße zum Kesselbrink. Die City-Passage wollen sie nicht erweitert wissen. Die wäre „zu dominant für den Ortskern“.

Der Denker denkt so vor sich hin und murmelte der vorbeihastenden Donna Lüttchen zu: „Würden se doch erstmal den Mist aufräumen, der da so an Passagen in der Stadt hockt“. Ach, wo kommen wir denn da hin. Dann wäre der Ortskern ja noch „dominanter“.

Hasch mich. Der Jahnplatz kriegt nen Orangenhain.

Ein Gedanke zu „Was der Denker so denkt

  1. Weihnachtshase

    Das Ganze erinnert an den unsäglichen seinerzeitigen Eiertanz um die Bebauung des Güterbahnhofsgeländes unter Ansiedlung eines Wellblech-Großkinos. Was wurden nicht alles für spinnerte Pläne ersonnen, mit welchem Investor waren die Regierenden seinerzeit nicht bereit sich in’s Bett zu legen? (Zur Erinnerung: Stadion mit Warenhaus auf dem immer noch brach liegenden Drop&Rein-Gelände, Multimedia(???)-Turm, Brückenkino, ….)
    Was dabei herausgekommen ist, sehen wir heute: Das seelenlose, architektonisch selbst für Bielefeld unwürdige „neue Bahnhofsviertel“ und – und hier kommt der Bogen zu den neuen Projekten – das Cinestar als zweites Großkino in Folge des Eierlaufes. Letzteres hatte aufgrund von administrativen Bauverzögerungen von vornherein einen schweren Start. Nun will die ICI durch eine seelenlose Mall hier anknüpfen.
    Wer erleben möchte, dass es auch ganz anders geht, der möge einen Ausflug in das benachbarte westfälische Münster unternehmen. Da gibt es nur eine einzige Passage mit dem Jupiter-Nachbarn und den übrigen üblichen Verdächtigen. Trotzdem – oder gerade deshalb – brummt es in der Stadt. Auch das Weihnachtsmarkt-Konzept sollten sich die Bielefelder Verantwortlichen ruhig mal ansehen: Diese Märkte sind konzentriert auf drei, vier kompakte Plätze mit entsprechender Atmosphäre und nicht wie in Bielefeld in einer Aneinanderkettung von Butzen über die Fußgängerzone verteilt oder auf den urgemütlichen Jahnplatz geschoben.

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